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::^c) TÖPFER UND (o^: FABRIKEN VERZIERTER TERRA-SIGILLATA DES ERSTEN JAHRHUNDERTS

VON

ROBERT KNORR

MIT 100 TAFELN, 52 TEXTBILDERN UND CHRONOLOGISCHER TABELLE

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STUnOART

DRUCK UND VERLAG VON W. KOHLHAMMER 1919.

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Inhaltsübersicht.

Seite

Vorwort und Inhaltsübersicht I — XI

Literatur. Chronologische Bestimmung und Bestimmung der Herkunft

der Gefässe. Chronologische Tabelle (Töpferliste). Bemerkungen

zu den Textbildem 5 — 13 1—20

Text zu den Tafeln 1—100 21—98

Bemerkungen zu den Textbildem 1—4 und 14 — 52 99 — 126

Töpferverzeichnis mit Angabe der Abbildungen der entsprechenden

Tafeln und Textbilder ' . . . . 128—129

Nach Fundorten geordnetes Verzeichnis 130—132

Aufbewahrungsort (Sammlungen, Museen) der abgebildeten Sigillaten 133—136

Punzenverzeichnis (Zahl der Punzen der Töpfereien) 137—138

Verzeichnis der mit Töpfernamen versehenen, abgebildeten Gefässe

und Angabe der Zahl der bekanntgewordenen Exemplare . . . 139—140

Vorwort.

Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch, die mit Töpfer- namen gestempelten, aus Modeln geformten, verzier- ten Sigillata-Gefässe des ersten Jahrhunderts n.Chr., welche die Erde Hollands, der Schweiz, Deutschlands und Österreichs bewahrt hat, und die durch (Trabungen oder durch Zufall in die Museen gelangt sind, einer genaueren Prüfung zu unterwerfen, Stil und Art der einzelnen Töpfer und Töpfergruppen festzustellen, die zeitliche Aufeinanderfolgenachzuweisen, und diese Fundstücke in für archäologische Untersuchungen zweckmässigen Abbildungen vorzulegen. Manches Stück, das mir entgangen ist, wird leicht einzureihen sein und mein Ergebnis nicht wesent- lich ändern, aber gewiss vervollständigen und verbessern. Die an*etinischen Fabriken sind nicht aufgenommen; auch nicht die von Lezoux und anderer Töpferplätze, deren Tätigkeit mehr in das zweite Jährhundert fällt. — Da die gleichen Töpfer auch glattes Geschirr fabriziert haben, so ist auch über dieses nun mehr Klar- heit geschaffen. Eine zusammenfassende Publikation dieser Art mit Abbildungen in solchem Umfang fehlte bisher; auch in dem vortrefflichen Werke von Dechelette werden die schönen süd- gallischen Sigillaten nur gestreift uud in Dechelettes Inventaire sind nur wenige der vielen von mir mitgeteilten und abgebildeten Gefässe genannt. Gute Abbildungen gibt es nur spärlich, was gestempelte und verzierte Sigillaten des ersten Jahr- hunderts betrift't. Das Sigillatamaterial nach den Töpfern ge- ordnet zu publizieren, nicht nach Fundorten, ist von Anfang an meine Absicht gewesen; diese einheitliche und zweckmässige Ait der Publikation konnte dann bisher nur zum Teil durchgeführt werden; doch habe ich auch in meinen früheren Arbeiten schon nicht unbeträchtliche neue Beiträge zur Kenntnis der Arbeiten vieler Töpfer mitteilen können. Meine Vorarbeiten reichen in das Jahr 1883 zurück. In früheren Arbeiten hatte ich hauptsächlich die Terra-Sigillata schwäbischer Fundorte veröffentlicht: Canustatt und Köngen 1905, Rottweil 1907 und 1912, Rottenburg 1910.

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Aislingen 1913 und Ilisstissen 1912; in ,. Fundberichte aus Schwa- ben" 14, 1907, S. 73, finden sich neue Mitteilungen über die Töpfereien von Western dorf und Heiligenberg'; in einer Studie „Terra-Sigillata von Geislingen, Rottweil und Heidenheim", Fund- berichte 18, 1911, S. 32 ist nebenbei Sigillata von Günzburg, Druis- heim, Aquincum und Aquileia behandelt, in Fundberichte 21, 1914 S. 112 Sigillata von Emerkingen. In den oben genannten Arbeiten war auch ziemlich viel erstmals veröffentlichtes Vergleichsmaterial anderer Fundorte beigegeben; so von Donnstetten, Ennentach, Worms, Andernach, Bonn, Köln, Trier, Rheinzabern, Heddernheim, Riegel, Baden-Baden, Badenweiler, Windisch, Strassburg, Heiligen- berg, Metz, Augsburg, Reichenhall, Passau, Wels, Wien, Deutsch- altenburg, 0-Szöny, Aquincum, x\quileia, Pompeji und Arezzo. — Bei Untersuchung und Bearbeitung der Rottweiler, der Rotten- burger, der Aislinger und der schönen noch nicht veröifentlichten Sigillaten der Ausgrabungen Goesslers im Kastell Cannstatt ergab sich für mich die Notwendigkeit der Beschaffung von noch viel mehr Vergleichsmaterial des ersten Jahrhunderts, und ich habe die meisten Museen in meinen Ferien aufgesucht, um an Ort und Stelle die Fundmassen zu studieren und vor allem die gestempel- ten verzierten Gefässe zu zeichnen. Die signierten Fa- brikate mancher Töpfer haben sich so zahlreich gefunden, dass nun z. B. frühe und späte Arbeiten des gleichen Töpfers, ja seine ganze Entwicklung klar vor Augen liegen.

Vielen Museumsvorständen und Forschern bin ich Dank schuldig für freundliches Entgegenkommen und für die Publikationserlaubnis ihres Slaterials ; ich benütze die Gelegenheit zu danken vor allem Herrn Professor Dr. J. H. Holw^erda in Leiden, Herrn G. M. Kam in Nymegen, Herrn Professor Neeb und Herrn Kessler in Mainz, den Verwaltungen und Herren Konservatoren in Crefeld, Neuss, Wiesbaden, Mainz, Kreuznach, Bonn, Köln, Worms, Speier, Mannheim, Heidelberg, Basel, Brugg, Zürich, Aarau, Solothurn, Kempten, Günzburg, Dillingen a. D., Augsburg, München, Wels, Wien, Aqui- leia, Bregenz, Rottweil, Stuttgart und anderen Orten. Herrn Prof. Dr. Oxe danke ich herzlich für freundlichste und freigebigste Überlassung seiner vielen Skizzen, Photographien und Abdrücke wichtiger früher Sigillata, für Vermittlung der Zusendung mehrerer Sigillataoriginale, für Hilfe bei Entzifferung einiger schwer lesbarer Stempel und für wertvolle Winke über Museen mit wichtigem Sigillatamaterial. Zu sranz besonderem Dank bin ich verpflichtet

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Hei in v(»ii Schwerzenbach uud Herrn Hild, welche mir die Aufnahme sehr interessanter Sig-illaten von Bregenz ermöglichten ; auch durch die Güte von Herrn Dr. Fraas in Kempten kam ich zu viel schönem Material. Ebenso danke ich Herrn Donald Atkinson für Photo- graphien von ihm aufgenommener Stücke und für wertvolle neue Mitteilungen über in Pompeji gefundene Sigillaten aus südgallischen Fabriken ; nach Atkinsous gründlichen Untersuchungen im Museum Neapel ist dieser Pompejifund noch weit grösser und als Stützpunkt für die absolute Chronologie bedeutsamer, als sich aus dem Werk von Dechelette ersehen lässt. Herr Obermedizinalrat Dr. Otto Roger in Augsburg bat dem Verfasser freundlichst seine Zeich- nungen neugefuiidener Günzburger Sigillaten übermittelt. Für Er- laubnis der Veröifentlichung von Sigillaten des Kastells Burladingen danke ich Herrn Dr. Bersu. Herr Dr. Felix Oswald hat mir in sehr freundlicher Weise ^Mitteilung gemacht von seinen mit Dr. T. Davies Pryce unternommenen Ausgrabungen des frührömischen Lagers Margidunum, dessen älteste bisher gefundene südgallische Sigillata in der Zeit Neros dorthin gelangt ist. Herr Fabia hat dem Verfasser Photogi-aphien von Sigillaten aus seinen Ausgrabungen Ton Four^'iere zukommen lassen und Herr Hermet hat von seinen Ausgrabungen in La Graufesenque ein Sigillatabodenstück mit dem Grussstempel SALVE TV geschickt, auch verdanke ich ihm Mit- teilungen über das Material seiner grossen Sammlung und\\bdrücke verzierter Sigillata. Herrn Dr. Otto Egger in Wien danke ich auch hier für Auskunft über Sigillaten österreichischer Museen und für Erleichterungen der Benützung dieses Materials. Nicht unterlassen darf ich zu danken den vielen Fachleuten und Freunden dieser Forschungen, die meine früheren Arbeiten in Literatur- zeitungen ausnahmslos iu aufmunternder und anerkennender Weise besprochen oder in Fachzeitschriften dazu Stellung genommen haben; die gute Wirkung mancher freundlichen Anregung zeigt sich, wie ich hoffe, nun in dieser neuen Arbeit. Besonders möchte ich noch erwähnen, dass württembergische Kriegsteilnehmer, Nicht- fachleute, unter den schwierigsten Verhältnissen gesucht haben, der Sigillataforschung zu nützen und mir eine Freude zu bereiten. Obgleich es sich dabei um Sigillata anderer Zeit und etwas anderer Gattung, als in der hier vorliegenden Arbeit handelt, möchte ich zwei Fälle mitteilen. In einem Fall erhielt ich ein Fundstück, das in Frankreich gefunden worden war, und vom Finder sorgsam im Tornister nach Russland getragen wurde, von wo dieser Sigil-

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latafreimd dann schwer verwundet lieimkani. In einem andern Fall schickte mir ein Kriegsteilnehmer Skizzen und Mitteilungen von der Westfront über beim Graben gefundene Reste einer römi- schen Töpferei verzierter Sigillata mit genauer Ortsangabe, und versäumte nicht, mich einzuladen, die vor den deutschen Gräben auf der aufgeworfenen Erde liegenden Model und Sigillaten selbst in Augenschein zu nehmen und auszusuchen.

Man befürchte nicht, dass es sich bei diesen Untersuchungen um zweckloses Sichverlieren in Einzelheiten handelt. Nur durch aufmerksamste Stilvergleichung und genaueste Prüfung auch kleinster Dinge wurde es möglich, diese Sigillaten chronologisch zu ordnen und tief in die Arbeitsweise der einzelnen Töpfer und der Töpfer- gTuppeu einzudringen; es ist ermöglicht, mit Hilfe dieser Kenntnis vieler kleiner Einzelheiten von sicher führenden Scherbenfunden geleitet, in die Frühgeschichte der Heimat, die verhältnismässig sehr im Dunkeln liegt, manches Licht zu bringen. Die Aufklä- rungen, die diese Scherben geben, hellen die Geschichte der Okku- pation in den römischen Provinzen weit über Deutschland hinaus auf; die Zeit der Errichtung von Wallanlagen und Kastellreihen lässt sich nun viel besser feststellen. — Es ist schwer, in Württem- berg keine Sigillata zu beschreiben; nicht Zufall ist es, dass gerade in Württemberg gefundene Sigillaten mich seit 3ö Jahren zu ge- naueren Untersuchungen veranlasst haben, und dass diese Unter- suchungen zu neuen Resultaten führten, denn es ist ja nur natür- lich, dass Württemberg ganz besonders viel und verschiedenartige Sigillata aufweist, weil namentlich im letzten Viertel des ersten Jahrhunderts ungeheure Massen [verzierter Terra -Sigillata von Westen ihren Weg durch Württemberg hindurch bis in die Provinzen der unteren Donau genommen haben; anfangs rechts der Donau; seit Vespasian über Rottweil und seit Domitian noch mehr abge- kürzt über Cannstatt und die Schwäbische Alb. Die Sigillaten machten einen Weg, der bekanntlich auch heute noch nicht seine ausserordentliche Bedeutung verloren hat: es ist der Weg, auf welchem man, wie ein alter Schriftsteller sagt, leicht von Gallien nach dem Schwarzen Meer reisen kann.

Man hat immer wieder in Betracht zu ziehen : Die literarische Überlieferung über die Ereignisse der römischen Periode Süddeutsch- lands ist nicht lückenlos und man ist namentlich über die Vor- gänge der Zeit zwischen Augustus und Trajan nur ungenügend unterrichtet. Das wenige, das überliefert ist, scheint zudem nicht

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niibediimt zuverlässig zu sein ; ja gerade die am meisten benutzten römischen Berichte über die Ereignisse am Ende des ersten Jahr- hunderts sind, wie sich immer mehr herausstellt, stark zu^insten Trajans gefärbt und der dadurch in üblen Ruf gebrachte Domitian erscheint infolge neuer Forschungen in besserem Licht. Bei Er- forschung der Ereignisse dieses Zeitraums sind alle geboteneu Gelegenheiten zu benützen; man ist gedrängt hier vorzugehen fast wie bei Erforschung prähistorischer Kultur. Als nicht zu ver- achtendes Hilfsmittel haben sich iu dieser Richtung Geltung, ver- schaöl ganz besonders die Terra-Sigillata-Gefässe. Mit Hilfe der unscheinbaren, aus dieser Zeit zurückgebliebenen Scherben sucht man neuerdings mit Erfolg die Art des Vordringens der Römer, die Strassenverhältnisse, die Grenzverhältnisse, Umfang und kultu- relle Bedeutung der einzelnen Provinzen, der Industrie und des Handels und vieles andere mehr zu erschliessen, und diese Scherben werden immer mehr anerkannt als wertvolle historische Urkunden, die recht oft zuverlässiger sind als Münzfunde, und jedenfalls reichlicher zur Veifügung stehen als die sehr seltenen Inschrift- steine. Wie in der Geologie die Leitmuscheln, so sind für die römisch-gennanische Forschung diese Scherben zuverlässige und unzweideutige Zeitmarken. Die grossen Töpfei-zenti-alen in Sud- gallien haben in den Jahren 20 — 110 n. Chr. die römischen Provinzen, und zwar namentlich auch die Truppen in den Grenzkastellen, mit Sigillata versorgt ; man findet Sigillatagefässe der gleichen Art und mit den gleichen Töpfernamen sowohl in römischen Kastellen in England und Süd-Schottland, als auch am Rhein, am oberen Neckar und an der Donau hinab mindestens bis Ungarn : übrigens sogar in Nordafrika und namentlich auch in Italien. — Die Be- strebungen, das Gefühl für den Wert der Sigillatascherben in ihrer Eigenschaft als geschichtliche Urkunden zu schärfen, reichen in Süddeutschland ziemlich weit zurück, wie z. B. aus der 17.57 erhobenen Klage hervorgeht: ,.Wir müssen hier abermalen die Unachtsamkeit der Leute beklagen, welche auf diese Dinge, als alte Scherben, keine Achtung haben mögen, dass sie entweder in fremde Hände zerstreuet, oder sonsten missbraucht werden." (Sattler, Tübingen 1757, Band I S. 232.) Leichtlen sagt 1825 über die Erforschung der Frühgeschichte der Heimat mit Hilfe der ge- fundenen Denkmäler, Trümmer und Kleinfunde: „Die meisten Menschen verlangen buchstäbliche Beweise aus alten Schriftstelleni, lind verschliessen, wo diese fehlen, ihr Auge allen anderen, auch

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noch so einleuchtenden Gründen und Anzeichen. Und wie mancher Deutsche, der mit kühner Sicherheit Italien, Egyi)ten, den Orient ordnet und festigt, verfällt in Kleinmuth, Zweifelsucht und Ver- legenheit, wenn vom Vaterlande die Rede ist?" (E. J. Leichtlen, Schwaben unter den Römern, Freiburg i. B. 1825.) Inzwischen ist ja gewiss vieles anders geworden ; aber immer noch liegen (gründe vor, die es angebracht erscheinen lassen, sich noch ein wenig mehr mit diesen Dingen zu beschäftigen. Denn dass diese Scherben besonders zuverlässige Zeugen zur genaueren Feststellung der Art des Vordringens der Römer, und des Widerstandes den sie fanden, sind, ist einleuchtend. Auch bilden diese Scherben wichtige Zeugen zur Kultur- und Handelsgeschichte. — Dechelette war es gelungen, die Sigillata in grosse Gruppen zu trennen und wichtige Fabrikationsorte festzustellen, aber er hat nicht Stil und Art der einzelnen Töpfer nachgewiesen; (Dechelettes „Stil des Liber- tus'' macht hier nichts aus); wie er selbst sagt, hat er durchaus nicht die Töpferzentralen aller gallischen Provinzen behandelt und das von ihm bearbeitete Material von La Graufesenque hat Sigil- lata, die eigentlich zum Teil schon der Verfallzeit angehört ; ebenso Bauassac; Montans ist etwas knapp behandelt, wie überhaupt die schönen Sigillaten der Frühzeit, der eigentlichen Blütezeit, bei Dechelette nicht studiert werden können; nur eine Anzahl Namen früher Töpfer, aber bei weitem nicht alle, sind von ihm aufgeführt. Das Neue und Eigentümliche meiner Untersuchungsmethode besteht unter anderem darin, dass ganz besonders die unscheinbaren Merkmale und Einzelheiten, wie Perlstäbe, Rosetten, Sternchen und dergleichen, neben der Anordnung d er Deko- ration, dazu benützt werden, die Arbeiten der einzel- ne u Töpfer herauszufinden, und dass der Umstand, welcher lange Zeit die Erforschung des verzierten Geschirrs sehr gehemmt hat, nämlich dass mehrere Töpfer die gleichen Typen haben, gerade dazu benützt wird, besonders enge Beziehungen mehrerer Töpfer nachzuweisen, oder auch das Gegenteil, das Fehlen jeden Zu- sammenhangs, zu zeigen. Der Versuch Stil und Art der einzelnen Töpfer und zugleich bisher nicht gewürdigter deutscher Töpferorte klar herauszustellen, war vorher nie und ist zuerst von mir ge- macht worden in meinen Arbeiten über Sigillata von Cannstatt und von Rottweil, 1905 und 1907. Ich hatte die Freude zu sehen, dass diese Untersuchungsmethode dann nachher als zuverlässig und die römisch-germanische Forschung fordernd anerkannt und später

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zum Vorteil der Sache fast allgemein aufgenommen und ange- wendet wurde; so zum Beispiel von \\'. Barthel (Kastell Zugniantel 1909), Oelmaun (Rüm.-germ. Korrespondenzblatt IV 1911 S. 90), Forrer (1911), J.Jacobs (1912), K. Hähnle (1915). Dass die vom Verfasser angewandte Untei-suchungsmethode und das damit ge- wonnene Resultat von den Fachleuten angenommen wurde, war mir eine um so grössere Beruhigung, als mir gegenüber früher von einem erfahrenen Trierer Archäologen der Auffassung Aus- druck gegeben wurde, dass es überhaupt unmöglich sei, dieses Scherbendui'cheinander zu ent^virren und die Gefässe einzelnen Töpfeni zuzuteilen. Als ich die ersten Mitteilungen veröffentlicht hatte, wurde von anderer Seite zwar zugegeben, dass Stil und Art der einzelnen Töpfer der Sigillata des zweiten Jahrhunderts nachgewiesen werden können ; aber es wnrde bezweifelt, dass« die Sigillata des ersten Jahrhunderts nach Töpfeni geordnet werden kann, weil namentlich die frühen Gefässe rein ornamental sind und deshalb (bei oberflächlicher Betrachtung) die Merkmale zu fehlen scheinen, welche das Trennen und Ordnen ermöglichen. Die- Schwierigkeiten sind zweifellos beträchtlich. Aber vielleicht wird man in Fachkreisen nun sehr bald ebenso eifrig von Arbeiten der Art des Albus, Amandus, Baibus, Bilicatus, Carus, Daribitus, DaiTa, Licinus, Passenus, Senicio, Maccarus, Modestus usw. sprechen, ganz wie man nach dem Erscheinen meiner ei-sten Arbeiten be- gonnen hat, von Stil uud Art der Töpfer Satto, Janus, Eeginus, Cerialis, Ciriuna, Cibisus, Cobnertus, Giamilus, des „Meisters der kleinen Meddaillons" von Heiligenberg usw. und von dem Stil der Triertöpfer Amator, Dexter, Censorinus. Criciro, wie von etwas sehr selbstverständlichen zu schreiben uud zu sprechen.

Der grösste Teil des Materials war schon 1914 gesammelt und auf den Tafeln zusammengestellt ; die Druckplatten der Tafeln 1—100 waren im Frühjahr 1916 fertig; bei den Textbildern linden sich wichtige Nachträge, die nicht mehr den Tafeln eingefügt werden konnten. Der Text ist unverändert gelassen worden, wie er schon 1916 vorlag; Nachträge im Text sind als solche zu er- kennen. Kein Billigdenkender wird bei einer in solchen Zeiten entstandenen Publikation den strengsten Massstab anlegen. Ver- leger und Verfasser liätten sehr gerne z. B. etwas besseres Papier verwendet gesehen wegen der Textbilder. Derartige Arbeiten wollen übrigens ja keine protzigen Prachtwerke sein, sondern zweckmässige, handliche, inhaltsreiche Bücher, die z. B. bei Aus-

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grabungen immer in Benützung des Ausgrabungsleiters sein können, und deren Anscliatfiing jedem Freunde der römisch-germanischen Forschung möglich ist.

Bezüglich 2 oder 3 Gefässen war es mir wegen der Verkehrs- hemmungen nicht mehr möglich, die Erlaubnis der Publikation einzuholen; ich darf sie voraussetzen.

Für den seltenen Fall — doch ist er ja ganz unwahrschein- lich -^ dass ein diesen Forschungen Fernstehender meine Arbeit in die Hände bekommen sollte und es etwa verwunderlich und sehr überflüssig findet, dass diesen provinzialen Töpferprodukten einer längst vergangenen Zeit so viel Sorgfalt zugewendet wird, darf ich vielleicht sagen, dass, wie sich gezeigt hat, 2000 Jahre nicht so sehr viel bedeuten in der Entwicklungsgeschichte höchst- stehender Organismen. Ein Blick auf das Fundortkärtchen S. 127 zeigt, wie das Älteste mit dem Neuesten sich berührt und welche Rolle der Ehein, die obere Donau und Süddeutschland in den Völkerkämpfen und im Völkerleben spielen und spielten. Diese Dinge sind auch für den modernen Menschen wichtig und er darf sich wohl ein wenig mit diesen vielsagenden Scherben beschäftigen. Mag man auf der Seite des Germanen stehen oder auf der anderen Seite: es handelt sich hier bei diesen Jahrtausende dauernden Kämpfen um eine der furchtbarsten und grössten Erscheinungen, die jeden Menschen aufs naheste berühren. Nicht nur die Gegen- wart und Zukunft, auch die „Vergangenheit" geht uns an; sie wirkt in uns und auf uns; wir können uns ihr nicht entziehen. — Wie schon in „Rottweil 1907" Seite 10 möchte ich auch hier wieder aussprechen : Mögen die hier mitgeteilten, aus ihrer Verborgenheit herausgehobenen Scherben den beabsichtigten Zweck ihrer Publi- kation erfüllen : in ihrem kleinen Teil beizutragen zur besseren Kenntnis grosser Ereignisse einer grossen Zeit, und einer Kultur, die in ihren Nachwirkungen auch heute noch fühlbarer und leben- diger ist, als manchem bewusst ist.

Ich bitte diese neue Veröffentlichung ebenso freundlich auf- zunehnien wie meine früheren Arbeiten.

Stuttgart, Juli 1919.

Robert Knorr.

Textbilö 1.

Literatur. Chronologische Bestimmung

unö Bestimmung öer Herkunft öer Gefässe.

Chronologische Tabelle unö Bemerkungen zu

Textbilö 5—13.

Literatur.

Diese Angaben sind nicht als vollständige Liste der Sigillata- Literatiir aufzufassen, sondern es handelt sich hier um Arbeiten, die neues Abbüdungsmaterial der südgallischen Sigillata des ersten Jahrhunderts und neue Forschungsergebnisse enthalten. Dragendorf f, Terra Sigillata, Bonner Jahrbücher 96, 1895, ist oft genannt, ^eil schon lange und allgemein nach ihm die Gefäss- formen Dragendorff 11, 29, 37 und 30 zitiert werden, obgleich eigentlich nach Holder, Römische Tongefässe, Stuttgart 1889, zitiert werden sollte, weil Holder schon vorher Typentafeln ver- öffentlicht hat; Holder Tafel VII Fig. 1 ist gleich Dragd. 37, Holder VII 3 gleich Dragd. 29, Holder VIII 6 gleich Dragd. 30. Es ist natürlich zweckmässiger, die Profile nach Dragendorif zu nennen.

Knorr, TOpfer verzierter Sigillata. 1

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Die von der Limes-Kommission durch Fabricius publizierten älteren Limes-Kastelle enthalten wichtiges südgallisches Material, auch die Mainzer Zeitschrift und die Werke von Henning, Roger, Curie, Walters, Jacobs und anderen, die sich in meinen früheren Arbeiten genau angegeben finden. Die folgenden Arbeiten

Textbilö 2.

sind chronologisch geordnet. Die beigegebenen Bemerkungen wollen nicht etwa als Kritik der betreffenden Schriften aufgefasst werden, sondern sie sollen nur für die hier vorzunehmenden ganz speziellen Untersuchungen Winke geben.

E. Eitterling und L. Pallat. Römische Funde aus Wies- baden. Anualen des Vereins für Nassauische Altertumskunde

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und Geschichtsforschung, 1898. ~ Es ist eine für die absolute Chronologie sehr wichtige und grundlegende Arbeit; die in der Wiesbadener Moorschicht gefundene Sigillata (Ritterling, S. 131, 141, 145) fällt in die Zeit vor der Zerstörung des Kastells durch die Chatten im Jahre 69. —

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Textbilö 3.

E. Ritterling. Die Fundstücke von Haltern. Haltern und die Altertumsforschung an der Lippe. Mitteilungen der Alter- tumskommission für Westfalen II, 1901, S. 107. Die Sigillata von Haltern zeigt, dass bis zum Ausgang des Augustus und vielleicht etwas länger noch keine südgallische Sigillata an diesen augusteischen Fundplatz gelangt ist, sondern nur arretinische oder doch nur solche ganz arretinischer Art.

E. Ritterling. Das frührömische Lager bei Hof heim im Taunus, Annalen des Vereins lür nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Band 34, 1904. Die echte italische und die in italischer Technik hergestellte Sigillata, die in Haltern aus- .««chliesslich herrscht, kommt in Hof heim nicht vor, sondern nur

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südgallische Sigillata. Die ältesten Sigillaten sind im Jahr 40 oder 41 nach Hof heim gekommen. Das Aufblühen der südgallischen Fabriken ist nach dem Jahr 17 und vor dem Jahre 40, also in der Zeit des Tiberius, erfolgt (S. 68).

J. Dechelette, Les vases ceramiques ornes de la Gaule romaine, Paris 1904. Dechelettes grosses und schönes Werk ist die für Sigillata-Untersuchungen wertvollste und wichtigste Arbeit.

Meine folgenden 6 Arbeiten sind aufgeführt, weil sie auch viel neues südgallisches Material enthalten und ich deshalb oft darauf Bezug nehmen muss.

R. Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefässe von Cann- statt und Köngen-Grinario, Stuttgart 1905. Enthält einige südgallische Sigillaten mit Modelstempeln (Taf. IX 1, XI 1, XII 2). Die frühesten Cannstatter Sigillaten fallen in die Zeit Domitians.

R. Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefässe von Ro 1 1 w ei 1, 1907. Enthält viel südgallisches signiertes Material, namentlich Germanus-Gefässe. Die frühesten Rottweiler Sigillaten sind vom Jahr 74 ab dorthin gelangt.

R. Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefässe von Rotten- burg-Sumelocenna, 1910. Die ältesten südgallischen Sigillaten von Rottenburg fallen in die Zeit zwischen Cannstatt und Rottweil.

R. Knorr, Südgallische Terra-Sigillata-Gefässe von Rottweil,. 1912.

J. Jacobs, Sigillata-Funde aus einem römischen Keller zu Bregenz. Jahrbuch für Altertumskunde 1912. — Es handelt sich um eine sehr lehrreiche, geschlossene Fundmasse der Spät- zeit Domitians und Frühzeit Trajans.

R. Knorr, Die Terra-Sigillata-Gefässe von Aislingen. Jahr- buch des Historischen Vereins Dillingen, 25. Jahrgang 1912, Dil- lingen 1913. (Nicht im Buchhandel: Sonderabdrücke sind zu be- ziehen vom Historischen Verein in Dillingen a. D.) Enthält sehr viele gestempelte, verzierte Sigillaten, auch anderer Fundorte, z. B. von Windisch und Strassburg, hauptsächlich Sigillata der Mitte des ersten Jahrhunderts.

R. Knorr, Die neu gefundenen Sigillaten von Risstissen und ihre Bedeutung als südgallischer Import. Festschrift der K. Alter- tümersammlung in Stuttgart, 1912. Die Seite 57 gegebene chrono- logische Tabelle ist unvollständig und durch meine neue Tabelle überholt.*) Die einleitenden Bemerkungen sind vielleicht vielen neu.

*) Es ist die Tabelle auf den folgenden Seiten 6 und 7.

E. Ritterling, Das frührömische Lager bei Hof heim im Taunus. Annalen des Vereins für nassauische Altertumskunde 'und Geschichtsforschung, Band 40, 1912 (1913).

A. Oxe, Die ältesten Terra-Sigillata-Fabriken in Montans ^m Tarn. Arch. Auz. 29, 1914.

Zur allgemeinen Information über die Geschichte der römischen ( )kkupation in Deutschland ist folgende Arbeit besonders wertvoll : es lässt sich aus ihr auch manchmal ersehen, wie sehr gerade -Sigillata-Funde es ermöglicht haben, die vortreffliche beigegebene Karte zu vervollständigen ; sie zeigt z. B. im Gebiet der Schwäbi- schen Alb einige Kastellpunkte, die auf den bisherigen Karten fehlten.

W. Barthel, Die Erforschung des Obergermanisch- rätischen Limes in den. Jahren 1908 — 1912. VI. Bericht der Römisch-germanischen Kommision des Kaiserlichen Archäolo- sischen Instituts 1910/11. 1913.

f\rezzo

Textbilö 4.

Chronologie.

Die oben gegebene kleine Übersicht der Literatur macht schon aufmerksam auf Anhaltspunkte für die Feststellung der absoluten Chronologie der Sigillata des ersten Jahrhunderts. Haltern, das im zweiten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts verlassen wurde, hat noch keine südgalUsche Sigillata. Sie tritt erst auf in Wies- baden, Hofheim und Aislingen. Hofheim zeigt, welche Sigillata vom Jahr 40 ab nach Germanien gelangt ist; die Wiesbadener Moorschicht zeigt, welche Sigillata vor dem Jahre 69 dortbin kam, und Rottweil zeigt, welche Sigillaten vom Jahr 74 ab nach Süddeutschland gelangten. Im zweiten Jahrzehnt des ersten Jahr-

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hunderts haben die frühesten Töpfer von Montans in Südfrank- reich begonnen zu arbeiten.

Die gleichen südgallischen Fabriken, welche etwa vom Jahr 20 bis 115 n. Chr. Sigillata nach Germanien geliefert haben, hatten auch sonst, namentlich gegen das Ende des Jahrhunderts, ein weites Verbreitungsgebiet ihrer Ware ; besonders wichtig ist hier, dass nach Pompeji südgallische Sigillaten gelangt sind. Da Pompeji im Jahr 79 durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde, geben die in Pompeji gefundenen Sigillata-Gefässe südgallischer Herkunft besonders wertvolle Anhaltspunkte, welche Töpfer vor dem Jahre 79 gearbeitet haben. Bei Dechelette finden sich einige dieser südgallischen Pompeji-Sigillaten abgebildet und besprochen Seite 95. Es sind inzwischen über die Pompeji-Fundstücke genauere Feststellungen gemacht worden von Donald Atkinson, welcher im Museum Neapel noch weit mehr gestempelte, verzierte Sigillaten, die zu diesem Depotfund gehören, ausfindig gemacht hat, und das sehr interessante Besultat seiner Forschungen mit Abbildungen publizieren wird oder hoffentlich publiziert hat, was ich leider nicht feststellen kann. Herr Atkinson hatte die Freundlichkeit, mich (1913) aufzusuchen und mir über die Sache zu berichten. Ich möchte seiner Publikation nicht vorgreifen, darf aber vielleicht folgendes sagen : dieser Fund muss ganz kurz vor der Verschüttung Pompejis durch den Vesuv dorthin gelangt sein; die Ware war noch nicht einmal ausgepackt; die Asche des Vesuvs hat diese in zwei Kisten verpackte un-d wohlgeordnete Ware im Jahr 79 bedeckt. Es sind 90 Schüsseln. Die Schüsseln Dragd. 29 haben folgende Stempel : ALBIM, OF BASSI CO, CABVCATI, GEBMANI, GEBMANI OF, MANDVLIM, OF MOM 22 Exemplare, OF MOMMO 2, MOMMONIS, OF PATBICI, PAVLLVS, OF BVFINI 2, SABINVS 2, SABI- NVS F 3, SASMONOS, OF SECVN, OF SILVANI, VIBT . . ?, OF VITA 4 ; einige unsichere Stempel lasse ich weg. Auf Dragd. 37 finden sich: AISVS (?), MEMOBIS, MOM, OF MO. Von diesen Töpfern, die unmittelbar vor dem Jahre 79 nach Pom- peji geliefert haben, sind folgende in Bottweil, dessen Gebiet im Jahre 74 von den Bömern okkupiert wurde, durch verzierte Gefässe vertreten: auf Dragd. 29 GEB- MANI OF 6 Exemplare, auf Dragd. 3.7 GEBMANI, GEBMANI F, GEBMANI F SEB, auf Dragd. 30 GEBMANI, PAVLLI, auf Dragd. 29 OF BVFINI 3 Exemplare, OF SECVND, OF SILVANI, Ot VIBTVTIS, OF VITAL, OF VITA. Ein in Cannstatt gefundenels

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Gefäss mit Stempel SABIN und eine in Rottweil gefundene Schüssel mit SASMONOS habe ich mitgeteilt Fundberichte aus Schwaben 17, 1910, S. 26. Wie ich mich durch die mir von Atkinson vor- gelegten Aufnahmen derPompeji-Gefässe überzeugen konnte, handelt es sich nicht etwa nur um zufällig gleiche Namen, sondern die Gefässe selbst sind die gleichen Fabrikate mit den gleichen Deko- rationen wie in Rottweil. — Die Bedeutung der ältesten Rottweiler Sigillaten für diese Untei-suchungen liegt auf der Hand.

Hier ist es zweckmässig, einige Bemerkungen über • die für das erste Jahrhundert in Betracht kommenden Gefässformen. die Profile, einzuschalten. Über die verschiedenen Arten der Dekoration vei-weise ich auf Ritterlings Darlegungen, Hofheim 1913, Seite 212 ff. Die früheste Form ist der Kelch" mit Stengelfuss, Dragd. 11: diese Form ist eigentlich noch ganz „arretinisch". Sehr häufig ist im ersten Jahrhundert die Schüssel Dragd. 29 mit zwei durch einen Wulst getrennten Ornamentstreifeu. Wohl zu unterscheiden sind die frühen und späten Variationen dieser Form 29: im Text zu den Tafeln wird eingehender darüber zu sprechen sein, ebenso über die verschiedenen Dekorationen, au welchen leicht fi'ühe und späte Schüsseln der Form 29 zu erkennen sind. Eine grosse Rolle spielt im ersten Jahrhundert der zylindrische Napf der Form Dragd. 30: diese Becher haben oft Töpfernamen im Ornament, die also schon in den Model eingedrückt oder ein- geschrieben waren. Etwa von der Zeit Neros ab erscheint die bekannte halbkugelige Schüssel der Form Dragd. 37. Der kleine ißecher mit Reliefschmuck, den ich ..Form 78" nannte (Rottweil 1907, Seite 14), ist von Dechelette und Dragendorff nicht berücksichtigt : er ist besonders bezeichnend für die frühflansche Zeit und hat nur kurze Lebensdauer gehabt, ist also ein gutes chronologisches Hilfsmittel. Hübsch ist der kleine bauchige Becher Dechelette 67. der auch als kleine Vase betrachtet werden kann; er ist keines- wegs nur in Lezoux, sondern sicher auch in La Graufesenque herge- stellt, wie seine Dekoration oft zeigt' Eine sehr seltene Form ist die Feldflasche, die ich Textbild 33 bringe. Dechelette und Dragen- dorff unbekannt ist der Typus der grossen Prachtvase, von welcher ich Tafel 100 Fig. A und Textbild 32 sehr seltene Beispiele bringe ; besonders schön ist der Rest der Vase Textbild 34.

Schon diese Profile geben zum Teil Anhaltspunkte, ob ein Gefäss des ersten Jahrhunderts früh oder spät ist. Besonders aber mnss der Stil der Dekoration dieser Gefässe zur

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Klärung der relativen Chronologie herangezogen wer- den. Dazu ist auch genaue Kenntnis der Herstellungsweise dieser Gefässe nötig, über welche die Funde reichlich Auskunft geben. Ohne völlige Vertrautheit mit der Technik ist es ausgeschlossen, zu guten Ergebnissen über Zeit, Töpfer und Herkunft dieser Sigillaten zu gelangen. Aus Eücksicht für neu an die Sache Herantretende muss ich hier schon früher von mir Gesagtes wieder- holen. Der Töpfer hatte von den einzelnen Dekorationsmotiven, die er auf seinen Erzeugnissen verwendete, gesonderte Stempel oder Punzen aus Ton. Die Formschüsseln oder Model wurden als derbe Schüsseln mit besonders starken Wandungen gedreht und dann wurden in die Innenseite der Wandung in den noch weichen Model die Punzen in mehr oder weniger geschmack- voller Anordnung eingedrückt. Der Model nahm also die Ver- zierungen konkav in sich auf. Perlstäbe, Zickzackstreifen und Eierstäbe wurden in der Regel nicht mit Punzen, sondern mittelst Rädchen, auf welche diese fortlaufenden Verzierungen konvex modelliert waren, in den Model eingedrückt. Zarte Blattstiele und ähnliches wurde mit dem Modellierholz aus freier Hand konkav eingezeichnet. Manchmal drückten die Töpfer auch ihren Namens- stempel in den Model, oder sie schrieben den Namen in den noch weichen Model ein. Es ist einleuchtend, dass bei dieser Technik ein Töpfer, selbst bei kleinem Punzenvorrat, in immer wechselnder Anordnung seine Verzierungselemente, seine Punzen, verwenden konnte und auf verhältnismässig einfache Weise eine Reihe ver- schiedener Model sich fabrizieren Hessen. Nachdem ein solcher Model gebraunt war, konnte er als Negativ zur Fabrikation einer grossen Anzahl von Reliefschüsseln dienen. Aus dem Model wurde aber nur der verzierte Teil der Schüsseln ausgepresst; der Fuss und der obere Rand der Schüsseln der Formen 29, 30 und 37 wur- den nachträglich aufgedreht. —

Diejenigen Namenstempel, welche innerhalb des Ornament» oder der Figuren einer Schüssel sich finden, sind also Abdrücke aus dem Model und bezeichnen den Modelfabrikanten oder dessen Mitarbeiter. Dagegen rühren die Stempel, welche innen im Boden einer verzierten Schüssel sich finden, vom Töpfer der eigentlichen Schüssel her. Doch ist bei den südgallischen Töpfern in der Regel der Hersteller des Models auch der Verfeitiger der ausge- pressten Schüssel. Eine Eigentümlichkeit nun ist es, welche die Erforschung des verzierten Geschirrs sehr gehemmt hat, nämlich

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der Umstand, dass die Gefässe mehrerer Töpfer oft die gleichen Dekorationsmotive zeigen. Es haben eben oft mehrere Töpfer die gleichen Punzen benützt. So sehr nun das Vorkommen gleicher Figurenstempel bei verschiedenen Töpfern es anfangs ziemlich schwierig erscheinen lässt, in dieses Scherbendurcheinander Ord- nung zu bringen, so gelingt es doch bei längerer Beschäftigung mit diesen Dingen, gerade diesen zuerst unangenehm empfundenen Umstand dazu zu benützen, besonders enge Beziehungen mehrerer Töpfer nachzuweisen oder auch das Gegenteil, das Fehlen jeden Zusammenhangs, festzustellen. So gross die Schwierigkeiten zuerst erscheinen, so findet man doch bald, dass zwar einige Typen oft mehreren Töpfern gemeinsam sind, dass aber die einzelnen Töpfer sich meistens durch gewisse Besonderheiten in der Anordnung ihrer Dekorationsmotive oder durch sonstige Eigentümlichkeiten verraten. Es gibt ausserdem noch ein Mittel, die einzelnen Töpfer und Töpfergruppen auseinanderzuhalten. Ich meine die ganz unscheinbaren Dekorationsmotive, wie z. B. die immer noch zu wenig beachteten Eierstäbe, Perlstäbe und Zickzackstreifen und namentlich die kleinen Sternchen, Rosetten, Grasbüschel, Blättchen, Trauben und dergleichen. Die menschlichen Figuren und andere auffallende und hübsche Dekorationsmotive wollte natürlich jeder Töpfer haben, und er konnte sie sich leicht durch Tausch oder auf andere Weise verschaffen. Es ist zum mindesten wahrscheinlich, dass das Bedürfnis oder die Nachfrage nach den unscheinbaren Sternchen und ähnlichem weniger gross war; derlei Punzen konnte sich jeder leicht selbst herstellen. In diesen kleinen und kleinsten Verzieruugselementen hat man deshalb nach meiner Erfahrung ein nicht zu verachtendes Mittel, Ordnung in diese Sigillaten zu bringen.

Der Weg, der gemacht werden kann, um die Herkunft dieser Gefässe nachzuweisen, ist bezeichnet durch das über die Technik Gesagte. Die Örtlichkeiten, an welchen Brennöfen, Punzen, Model und sonstiges Werkzeug gefunden worden sind, bilden die gesicherten Punkte, von denen aus weiter gesucht werden muss. Den Fest- stellungen Dechelettes liegen sehr vorsichtige und umfassende Unter- suchungen gallischer Fabrikationsorte zugrunde. Die hier in Betracht kommenden Zentren der Sigillata-Töpferei sind vor allem Montans, La Graufesenque und Banassac.

Die Figuren der folgenden Textbilder haben, wie die Ab- bildungen der Tafeln, halbe wirkliche Grösse.

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Textbilö 5.

Bemerkungen zu Textbilb 5—13.

Textbild 5. Die beigegebenen Namen und Tafel- Nummern zeigen, an welcher Stelle meiner Tafelab- bildungen die betreffenden Gefässe abgebildet und im dazugehörigen Text beschrieben sind.

Eierstäbe südgallischer Sigillaten.

Man sieht hier z. B., dass der M. Crestio stempelnde Töpfer den gleichen Eierstab benützt, wie Crucuro; beide haben also gleichzeitig und in enger Arbeitsgemeinschaft Gefässe verfertigt. — 3Ian sieht zugleich die Entwicklung und Entartung dieser Eierstäbe : oben sind Beispiele, welche in die Zeit des Tiberius fallen, wäh- rend die Eierstäbe unten Gefässen des Biragillus und L, Cosius •eigentümlich sind, die in die Zeit Domitians fallen.

Textbild 6. Diese sehr anspruchslos wirkenden Doppel- blättchen sind gerade in ihrer Kleinheit höchst interessante Bei- spiele und Belege dafür, wie Kunsthandwerker dieser Kulturepoche das Pflanzenornaraent behandelten; in keinem einzigen Fall lässt sich die Pflanze botanisch bestimmen, welche diesen kleinen Deko- rationselementen zum Vorbild gedient haben könnte, und dennoch beweisen diese Motive nicht nur ein sehr feines Gefühl für das Wesen der Pflanze, für ihre Entwicklung und ihr Wachstum, sondern sie sind auch Belege eines bewussten Stilisierens mit einer die Sache völlig beherrschenden ausgezeichneten Kenntnis der Pflanze und ihrer Teile. So wenig, kann man fast sagen, der Schöpfer des borghesischen Fechters ein nur geschickter, aber unwissender Künstler gewesen sein kann, so wenig kann man an- nehmen, dass diese kleinsten ornamentalen Elemente nur Geschick- lichkeit, nicht auch ausserordentlichem Wissen ihre Entstehung

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verdanken. Wollte ein Botaniker des 20. Jahrhunderts das Keim- blatt der Pflanze oder gewisse Erscheinungsformen bei im Anfang der Entwicklungsreihe stehenden Pflanzen schematisch darstellen und klarlegen, so würden seine Abbildungen ziemlich genau so aus- sehen, wie die Typen des Textbildes 6, nur vielleicht nicht so hübsch^ sondern etwas trockener. Sicher liegt die Freude, die wohl schon

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Textbilö 6.

die früheren Besitzer dieser verzierten Gefasse bei ihrem Anblick hatten, und die noch fast 2000 Jahre später der aufmerksame Betrachter gemessen darf, darin, dass diese Ornamente in der denkbar einfachsten und zugleich anmutigsten Fonn die Entwicklung^ zum organischen Leben, das Sprossen und das Streben zu Licht und Sonne, die Lebensfreude symbolisieren. —

Diese kleinen Motive entstammen meistens frühen Gefässen des ersten Jahrhunderts. Viele werden von mehreren Töpfern benützt; das beweist gemeinsames Arbeiten oder Entlehnen des Motivs. Das Motiv oben in der Mitte, ALBINI 8, wird auch von sieben anderen Töpfern des Anfangs des ersten Jahrhunderts be- nützt; dieses Motiv allein ist also schon leitend. Die Motive,.

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welche nur von einem Töpfer benützt werden, können natürlich ganz besonders als Merkmale der Arbeiten des betreffenden Töpfers gelten.

Den Abbildungen der in dieser Arbeit publizierten sig- nierten verzierten Gefässe auf den Tafeln sind immer die ein- zelnen Typen, der „Typenschatz" des betreffenden Töpfers, beige- geben, bei jedem Töpfer alle von ihm nachweisbar benützten Typen. Ein General-Typenkatalog erübrigt sich zunächst, denn wichtiger ist es, bei jedem Töpfer die von ihm benützten Punzen mit einem Blick sehen zu können*). Man kann auf diese Weise leicht finden, welche Typen verschiedenen Töpfern gemeinsam sind, also welche Töpfer gleichzeitig gearbeitet haben, und um diese Zusammenhänge noch übersichtlicher zu machen, dazu dienen die Textbilder 5 — 13, die natürlich nicht alles erschöpfen, sondern nur anleiten wollen zum Kontrollieren, Aufsuchen und Nachweisen dieser Beziehungen. Diese Textbilder 5 — 13 sind zugleich zum Teil die Belege für die Aufstellungen der chronologischen Tabelle Seite 6 und 7. Doch sollte immer auch der Text zu den Tafelabbildungen zu Rate gezogen werden, wenn z. B, ein Benutzer meiner Arbeit sich über einen von ihm gefundenen, noch nicht bestimmten Scherben des ersten Jahrhunderts genau unterrichten will. Meistens wird aber schon' beim flüchtigen Durchblättern der Tafeln ein nicht ganz ungeschickter Benutzer schnell Aufklärung über seinen Scher- ben finden.

Textbild 7. Auch die hier zusammengestellten Punzen sind meistens auf Gefässen der Frühzeit und geben oft sehr interessante Auskunft über das gleichzeitige Arbeiten vieler Töpfer und über das Ineinandergreifen ihrer Tätigkeit. Die Zahlen geben, wie schon -oben gesagt, die Tafeln an, auf welchen die Scherben mit der vollständigen Dekoration und mit den Namenstempeln abgebildet sind.

Textbild 8. Hier sind zum Teil sehr hübsche Palmetten, phantastische Blätter und Rebenblätter zusammengestellt, die meistens charakteristisch für frühe Gefässe sind. Da sie gewöhnlich nicht von mehreren Töpfern gemeinsam benützt werden, sind diese Mo- tive gute Merkmale der Arbeiten bestimmter Töpfer.

Textbild 9. Zusammenstellung herzförmiger Blätter und Verwandtes.

Textbild 10. Hier sind einige Motive dabei aus etwas späterer Zeit, als die der vorigen Textbilder; charakteristisch für

*) Mein TypenkataJog ist in Angriif genommen und wird in Bälde erscheinen.

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frühe Gefässe aber ist das Motiv unten rechts: diese Volute ist eines der wenigen Motive, die sich aus den arretinischen Töpfe- reien der Zeit des Augustus in die südgallischen Fabriken der Zeit des Tibeiius, Caligula und Claudius hinübergerettet haben. Vergl. Knorr, Aislingen 1912, Tafel I und II mit Text.

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Textbilö 7.

Textbild 11. Rosetten, Blüten, Sterne und dergleichen, oft sehr hübsch.

Textbild 12. Hier sind hauptsächlich Motive von Gefässen der Zeit Vespasians und Domitians zusammengestellt : es sind sehr bekannte und besonders gut leitende Punzen, die von ganz be- stimmten Töpfergruppen gemeinsam benützt werden ; die Mehrzahl dieser Töpfer hat offensichtlich nicht nur gleichzeitig gearbeitet, sondern auch in der gleichen Werkstätte. Oft reicht ein als früh bekannter Töpfer durch einen oder einige Punzen in diese Gruppe herein, offenbar in seiner spätesten Zeit: es können also dadurch z. B. späte Arbeiten eines frühzeitigen Töpfers von dessen frühen

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Arbeiten gesondert werden, und seine Entwicklung kann verfolgt werden. Umgekehrt kann ein als spätzeitig bekannter Töpfer durch einige Punzen Gemeinsamkeit mit frühen Töpfern haben; diese Punzen werden also die Anfangszeit des Töpfers kennzeichnen. Die Motive OF BASSI CO 7, BIRAGIL 12, OF CALVI 41 und OF COTOI 5 finden sich auf in Pompeji gefundenen Sigillaten.

Textbild 13. Hier sind einige figürliche Punzen der Zeit etwa zwischen den Jahren .50 und 85 zusammengestellt ; sehr be- liebt waren bei diesen Töpfern die kleinen Nilgänse (in der Mitte). Aus den Amoretten unten links und rechts ist zu ersehen, wie ein Punzen durch langes Benützen oder durch Entlehnen, durch Ab- drücken und damit verbundenes Schwinden des Tons kleiner wird; z.B. unten rechts der Amor ist bei Licinus noch scharf und gross, bei Calvus stumpf und kleiner, endlich bei Vaderio ganz verkümmert.

Die chronologische Tabelle Seite 6 und 7 sucht das Ergebnis gedrängt und übersichtlich auf 2 Seiten zusammenzufassen und ermöglicht es, schnell und leicht den Zeitabschnitt zu finden, in welchem die einzelnen Töpfer gearbeitet und exportiert haben ; auch lässt die Tabelle ersehen, wie die Tätigkeit der Töpfer in- einandergreift und welche Töpfer gleichzeitig gearbeitet haben. Oben an der Tabelle sind die Regierungsperioden der Kaiser des ersten Jahrhunderts und die Jahre 25 — 100 n. Chr. graphisch au- gedeutet. Die senkrechte Namenliste der Töpferstempel ist im allgemeinen alphabetisch geordnet, und die horizontalen schwarzen Striche geben an, in welche Zeit die Tätigkeit der verschiedenen Töpfer fällt. Einzelne der späten Töpfer werden vielleicht bis 110 n. Chr. exportiert haben, oder vielmehr ihre Ware wird noch so spät verkauft worden sein. Die Töpfer sind zunächst leicht in 3 Gruppen zu trennen. Erstens die Töpfer der Frühzeit und zu- gleich Blütezeit, etwa bis zum Jahre 55. Zweitens in Töpfer der Zeit des intensivsten Betriebs, Nero bis Vespasian. Und drittens in Töpfer des Ausklingens und der Entartung dieser Fabriken, etwa Domitian bis in die Zeit Trajans. Untergruppen und andere Ab- trennungen herauszuarbeiten ist schon etwas schwieriger; die Tabelle will keine ganz starre Festlegung- sein, sondern ein Ge- samtbild des Tatbestands geben, soweit es sich jetzt zeichnen lässt; es kann natürlich verfeinert und korrigiert werden. Berichtigen möchte ich, dass es (nach Oxe) einen frühen Acutus gibt, ausser dem späteren, und dass Paratus ein sehr früher Töpfer ist. (Aus

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Versehen ist Domitian um ein Regierungsjahr verkürzt ; das stört aber in diesem Falle kaum.)

Der Herstellungsort, der Töpferort vieler dieser Gefässe ist La Graufesenque in Südfrankreich ; nach Dechelette Seite 81 haben dort folgende Töpfer gearbeitet: Albinus, Albus, Amandus, Aquitanus, Ardacus, Avitus, Bassus und Coelius, Bio, Castus, Cela-

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TextbilÖ 8.

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Man kann mittelst meiner Zusammenstellung von Eiuzeltypen, namentlich auf Textbild 12 und 13, und durch Vergleichen der betreffenden Tüpferarbeiten auf meinen Tafel abbildungen sehr leicht feststellen, welche von Dechelette nicht genannten oder nicht nach ihrer Herkunft bestimmten Töpfer die gleichen Typen benutzten und die gleichen Dekorationen ver- wendeten, somit ebenfalls in La Graufesenque gear-

Knorr, Töpfer verzierter Sigillata. 2

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beitet haben. Freilich wird die Sache dadurch etwas verwickelt, dass einige Töpfer an mehreren Plätzen gearbeitet haben. Bira- gillus hat offenbar in La Graufesenque und Banassac getöpfert, vielleicht auch noch an einem andern südgallischen Ort. Das könnte sich nur durch Model absolut sicher feststellen lassen ; die beabsichtigte Untersuchung der Model von La Graufesenque und im Museum in Toulouse*) konnte ich leider nicht mehr ermög- lichen. Jedenfalls lässt sich auch so der innigste Zusammenhang vieler dieser Töpfer nachweisen und gleichzeitiges Arbeiten. Wenn z. B. Textbild 5 zeigt, dass M. Crestio und Crucuro den gleichenf Eierstab auf ihren Gefässen haben und auf Textbild 12 oben in der Mitte die vierblättrige Blüte von Cotto, M. Crestio, Crucuro, Jucundus, Meddillus, Vaderio benützt wird, zu welchen sich nach Textbild 35 in seiner spätesten Zeit noch Celadus gesellt, so sind ^as Indizien des engsten Zusammenarbeitens dieser Töpfer, die jeden Zweifel ausschliessen ; überdies geben die Textbilder 12 und 13, so anspruchslos sie aussehen, noch eine ganze Menge Nachweise für gleichzeitiges Arbeiten vieler Töpfer an den gleichen, Arbeitsorten. Man kann auch leicht herausbringen, welche Töpfer die gebenden, die typenschaffendeu sind und welche die nehmen- den späteren Töpfer sind ; im allgemeinen handelt es sich bei den Typen dieser beiden Textbilder um Töpfer der Zeit Vespasians und der Zeit der Verschüttung Pompejis durch den Vesuv ; darüber wurde oben schon gesprochen.

Bei Dechelette (S. 213) findet sich eine Liste von 32 Töpfern unbekannter Herkunft; einige Namen scheinen mir auf schlechter Lesung zu beruhen; einige andere möchte ich vorschlagen als an folgenden Orten arbeitend; in Banassac: Biragillus; in Montans: Catlus („Catus"); in La Graufesenque: Calus oder Calvus, Caru- gatus, Carillus, M. Crestio, Melanus, Seno (nach meiner Meinung Kurzname von Senicio).

Interessanten Aufschluss geben die Graffiti, die auf Sigil- lata-Scherben gekritzelten antiken Warenverkaufs- listen, welche Hermet in La Graufesenque gefunden hat (Dech. S. 86); auf diesen Graffiti kommen vor die Namen der Töpfer Agio(?), Albus, Anduca, Atticus, Cosoius, Cornutus, Felix, Fuscus, Illios, LousiusC?), Magiu, Malcio, Meddilus, Momo, Primigenius, Quintus. Die haben also dort und zu gleicher Zeit gearbeitet.

*) A. Oxe, Bericht über Vorarbeiten etc., in Bericht der Röm.-Germ. Kom- mission VII, 1912 (1915) Seite 7.

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Höchst wahrscheinlich in Banassac haben (nach Dech. S. 118, Fussuote) gearbeitet: Amandas, Biragillus, Flavius Germanus, Giamilus, Masculus, Natalis, Niger. Von Giarailus habe ich nach- gewiesen, dass er später in Lehen bei Freibnrgi. B. verzierte Schüsseln gemacht hat, was vorher nicht bekannt war (Knorr, Rottweil 1907 Tafel X 1, 2, XI 5, XXX 141, 216—220 und Seite 30, 31 und 61).

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Textbilö 9.

In Montans haben (nach Dech. S. 136) folgende Töpfer gearbeitet: Acutus, L. Apronius, Attillus, Celer, Contouca, Der- cillus(?), C. T. S., Felix, Firmanus, Florus, LGßF, Logirnus, Malcio,

Matugenus, Nie , NOM, Paratus, S. Jul. Prim, PRI, QVIN,

ßufinus, (Salve tu), Salvius, Valerius.

Als älteste südgallische Töpfer können bezeichnet werden Albiuus der Ältere, Amandus, Baibus, Bilicatus, Catlus, Daribitus, Firmo, Ingenuus, Liciuus, Maccarus, Paratus, Scottius, Senicio, Seno, Stabilio, Urvoed, Vapuso, Volus.

2*

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Dann folgen die Töpfer etwa der Zeit des Claudius und zum Teil des Nero: Albus, Aquitanus, Ardacus, Bassus, Cabuca, Cantus, Carus, Celadus, Crestio, Daribitus in seiner späteren Zeit,. Darra, Felix, Grallicanus, Grenialis, Ing'euuus in seiner Spätzeit, Jucundus in seiner Frühzeit, Labio, Libertus, Licinus in seiner Spätzeit, Logirnus (?), Martialis, Masclus, Melanus, Melus, Modestus, Murranus, Namus, Passienus, Primus, Scotius und Senicio in ihrer Spätseit, Valerius.

In die Zeit Vespasians fallen: Acutus der Jüngere, Albi- nus der Jüngere, Albus, Avitus, Bassus und Coelius, Cabiatus,. Cabuca in seiner Spätzeit, Calus oder Calvus, Carillus, Carucatus, C. ANPATR, OF CENS, OF CEN, Coelius, Cornutus, Cosius Rufus, Cotto, Crestus, Frontinus, Fuscus, Germanus, Jucundus, Julius, nVST, IVST, Labio, Lucceius (Nero bis Vespasian), Macer, Malcio,^ Manduilus, Marcus, Marinus, Matugenus, Meddillus, Memor, Mommo,. OF MVR, Niger, Passenus, Patricus, Paullus, Ponteius, Pudens, Rufinus, Sabinus, Sasmonos, Secundus, Silvanus, C. SILVI.P, Va- derio, Virilis, Virtus, Vitalis, Sex. Jul. Jucund.

Mehr der Zeit desDoniitian und zum Teil noch der Zeit Trajans gehören an: Biragillus, L. Cosius, L. Cos. Viril., M. Crestio, Crucuro, Flavius Germanus, Frontinus in seiner späteren Zeit, Germaui F. Ser., Masculus, Mercato, Natalis, S. Jul. Prim., Sabinus in seiner Spätzeit, Vitalis in seiner Spätzeit.

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Textbilö 10.

Text zu öen Tafeln.

Bemerkungen zur Benützung öer Tafeln.

Die Töpfer sind alphabetisch geordnet, mit nur kleinen Un- regelmässigkeiten, welche durch die Ausnützung des Tafelraumes entstanden sind. Bei den Gefässen, welche Töpfer- oder Fabrik- stempel haben, sind diese Stempel abgebildet; wo nichts Besonderes im Text bemerkt ist. sind die Stempel bei den Gefässen der Form -Dragd. 29^ innen im Boden eingedrückt. In den Fällen, in welchen aus den Tafelabbildungen die Form Dragd. 29 leicht zu erkennen ist (an dem das Ornament in eine obere und untere Zone gliedernden, von Perlstäben begleiteten Wulst), ist die An- gabe der Gefässform im Text erspart. Diejenigen Gefasse der

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Form 29, welche einen niederen, gestrichelten oberen Kand haben, reichen in die Zeit des Tiberius zurück; auch Strichelung: des trennenden Wulstes ist ein Zeichen der Frühzeit; im Text jedesmal darauf hinzuweisen ist vermieden. Die Abbildungen haben genau die halbe Grösse der Wirklichkeit; es ist absichtlich nicht auf malerische Wirkung, sondern auf möglichst treue, klare Wieder- gabe des Ornaments oder der Figuren und der Stempel Wert gelegt. Die Dekoration ist in einer Art Abwicklung gezeichnet. Warum von Photographien abgesehen wurde, habe ich in meinen früheren Arbeiten begründet. Bei jedem Töpfer sind die einzelnen Verzierungstj'pen, die Punzen der mit Namenstempeln erhaltenen Gefässe für sich abgebildet, so dass der Typenschatz jedes einzelnen Töpfers zu überblicken ist und leicht festgestellt werden kann,, welche anderen Töpfer die gleichen Typen benützt und also In der gleichen Zeit und wohl auch am gleichen Ort gearbeitet haben. Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass die Töpfer bei Her- stellung der Model ihrer Gefässe die einzelnen Ornament- oder Figurenpunzen in wechselnder Anordnung, etwa wie der Schrift- setzer die Buchstaben, vervvendet haben, und dass viele Töpfer die gleichen Punzen, die ja sehr leicht vervielfältigt werden konnten, benützt haben. Der Fundort und Aufbewahrungsort der Gefässe ist im Text angegeben; der Fundort ist in der Regel auch auf den Tafeln vermerkt. Die beiden im Text Seite 6 und 7 einge- schalteten chronologischen Über Sichtstabellen zeigen, wie sich die Töpfer ungefähr im ersten Jahrhundert verteilen und wann sie gearbeitet haben; das ist dort ersichtlich, und im Text konnten die Worte darüber gespart werden. Die Textbilder 5 — 13 erleichtern die Übersicht, welche Töpfer die gleichen Pun- zen hatten.

Zu Tafel 1—4.

Der Töpfer Albinus der Tafel 1 ist wahrscheinlich ein viel früher arbeitender Töpfer als der Albinus der Tafel 5. Doch ist nicht ganz ausgeschlossen, dass Albinus lange Zeit, mindestens 35 Jahre lang, gearbeitet hat, und es zeigt der Stempel ALBINI der sehr frühen Gefässe von Bregenz sozusagen die gleiche Hand- schrift, wie der in den Model geschriebene Name ALBINI des viel späteren Bechers von Mainz.

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Fig. A. Dieses Stück und alle im folgenden beschriebenen Biegenzer Fundstücke der Tafel 1 — 4 sind im Landesmuseum in Bregenz aufbewahrt. Herr von Schwerzenbach, Denkmabat und Vorstand des Museums, hat die vielen frühen Stücke der Tafeln 1 — 4, die Schüssel des Maccarus Tafel 50 E und andere abgebildete Scherben im November 1913 durch Grabungen ge- wonnen ; diese frühen Stücke sind alle an dem gleichen Fundpunkt bei Bregenz in 2 m Tiefe gefunden unter den Fundamenten einer späteren römischen Anlage: es ist ein Gesamtfund und alle diese Stücke sind gleichzeitig. — Die Schüssel A zeigt in der oberen Zone ein Ornament, das in der Zeit des Tiberius, Caligula und Claudius sehr beliebt war; auf den Tafeln 6, 11, 14, 32, 71. 72,

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Textbilö 11.

76—78 ist zu sehen, dass die Töpfer Aman du s, Baibus, Bilieatus, Darra, Scottius, Senicio. Seno ganz ähnliche Anordnung der Deko- ration liebten; ebenso ist leicht festzustellen, dass das Spiralen- ornament der unteren Zone der Schüssel A auch auf Arbeiten der Töpfer Aquitanus, Cantus, DaiTa, Licinus, Primus, Stabilio und Urvoed sich findet. Unten an der Schüssel ist eine unregel- mässige gewellte Linie zu bemerken; diese Wellenlinie ist charakte- ristisch für Arbeiten dieses Albinus; auch die Schüssel B zeigt diese Linie. — Hier möchte ich aufmerksam macheu auf einen Umstand, der bis jetzt kaum beachtet wurde, welcher es aber ausserordentlich erleichtert, gleichzeitige oder ungefähr gleichzeitige Arbeiten aus Sigillaten des ersten Jahrhunderts herauszufinden.

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Es ist das der mit anderen Perlstäben oder mit den späteren Zickzackstreifen nicht zu verwechselnde Perlstab mit rauten- förmigen Perlen, der sich auch bei Albinus findet und von dem ich ein Stückchen als Type 7 abbilde. Diesen Perlstab haben viele Töpfer der Frühzeit, und alle, die ihn haben, müssen in engster Arbeitsgemeinschaft getöpfert haben; das ist die nächstliegende Erklärung, deren Richtigkeit ja auch bestätigt ist durch die sonstige Stilverwandtschaft dieser frühen Töpfer. Freilich ist nicht in jedem Falle sicher, ob diese Töpfer immer selbst die Model zu ihren Schüsseln verfertigt haben, die sie dann auspressten und ihren Namen in den Boden stempelten. Man könnte auch an Arbeitsteilung denken in dem Sinn, dass ein Töpfer gerade alle diese Model mit dem Eautenperlstab gemacht hat und andere Töpfer diese Hohlformen dann ausgepresst haben. Diese Vermutung könnte teilweise zutreffen; eine derartige Spezialisierung hat sicher zum Teil stattgefunden. Aber bei ge- nauer und vorsichtiger Prüfung dieser Arbeiten findet man doch gewisse Stileigentümlichkeiten, Verschiedenheiten, die zeigen, dass in der Regel der Töpfer, dei* die Schüssel auspresste, sich auch vorher die erforderlichen Model selbst verfertigt hat. Am zwang- losesten ist die Erklärung, dass diese Töpfer am gleichen Ort ge- arbeitet und Punzen und angenehmes Handwerksgerät abwechselnd benützt haben, wie z.B. das Rädchen, mit dem der Rautenperl- stab in die Hohlform eingedrückt wurde. Dieser Perlstab kommt auf folgenden Gefässen, die in dieser Arbeit abgebildet sind, vor: Tafel 4 Fig. Q ; 6 A, B (Amandi) ; 7 F, A ; (bei Aquitanus nur auf seinen frühen Arbeiten); 11 A (Baibus f); 14 A, B (ofic. Bilicati) ; 15 G; 42 0; 43 B, C (Jucundus); 51 N; 71 F (Scottius) und 72 H; 77 I, K; 78 A (Seno m) ; 84 B (Volus); 91 G; 96 A, B. Von Albinus, Amandus, Aquitanus, Jucundus, Senicio und Volus ist bekannt, dass sie in La Graufesenque gearbeitet haben.

Fig. B. Fundort und Museum Bregenz. Diese Schüssel hat den gleichen, aber unvollständigen Stempel wie die Schüssel A. Die Anordnung der Dekoration der oberen Zone kennzeichnet Ar- beiten der Zeit des Tiberius, Caligula und der Frühzeit des Clau- dius. Aus den Abbildungen der Tafeln und Textbilder ist zu ersehen, dass gleiche Anordnung der Typen der oberen Zone sich findet bei Cantus, Licinus, Maccarus, Scottius, Stabilio, Vale- rius und Urvoed. Sehr eigentümlich ist das Wellenornament der mittleren Zone der Schüssel; begegnet man auf nicht

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signierten Gefässen diesem Weilenornament, so darf man mit Sicherheit auf Albinus schliessen oder auf einen ihm nahestehenden Töpfer; man wird z. B. ohne Bedenken den Becher Fig. C dem Albinus zuschreiben; denn dieses frühe Gefäss hat ein Wellen- ornament, das ganz nach dem gleichen System geordnet ist, \sie

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Textbüö 12.

da.s auf der Schüssel des Albinus Fig. B. — Über von vielen frühen Töpfeni gemeinsam benützte Punzen geben die Tjpenzu- sammenstellungen der Textbilder 5 — 13 Auskunft.

Fig. C— P undV. Fundort und Museum Bregenz, Herr von Schwerzenbach hat Reste von 14 solchen selir frühen, gleichartigen Gefässen gefunden, die hier und auf den folgenden Tafeln abge- bildet sind. Alle haben das auf Tafel 2 Fig. L abgebildete Profil : es ist das eine Gefässform, die noch sehr an die arretinischen Gefässe der Zeit des Augustus erinnert; diese in Bregenz gefundenen Gefässe sind aber sehr frühe südgallische Ar- beiten, die noch in die Zeit des Tiberius zurückreichen. Mit diesen Stücken sind zu vergleichen die ganz ähnlichen Gefässe des gleichen Profils (Tafel 2 L), die ich auf Tafel 41 G und I abgebildet habe. Zwei der Bregenzer Gefässe, C und M, haben ein griffartiges Tierköpfchen; also auch darin au ar retinische Gefässe erinnernd, die entsprechende Fauusmasken und der- gleichen haben. Bemerkenswert sind die verschiedenen, fast arre-

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tinisch anmutenden Eierstäbe der Bregenzer Gefässe ; den gleichen Eierstab haben D, E, F, P, V; einen sehr zierlichen Eierstab haben M, N; wieder je einen anderen hat C und H (vergl. auch Text- bild 5). Hübsch ist das Eichenblätterornament auf D ; auch die Eichenblätterdekoration auf F ist eigenartig. Das Blatt der Ge- fässe E, K, M und 0 sieht man hier und da auch auf sehr frühen südgallischen Gefässen Dragd. 29; z. B. auf dem Textbild 21, auf dem FIEMO. FEC gestempelten Scherben Tafel 32 unten und auf Tafel 41 I. Der Punzen des eigentümlichen Blattes der Eanke auf N wird später in der Zeit des Claudius von dem Töpfer Darra verwendet; das Blatt ist aber natürlich bei Darra etwas kleiner und verdorben, wie die PunzenzusammenstelUiug auf Textbild 8 zeigt. Das Motiv unten an dem zwischen den Löwen des Ge- fässes P aufgestellten Ornament ist auch — anders verwendet — auf dem frühen Gefäss Tafel 95 C. Der Gefässrest Tafel 4 V hat eine merkwürdige Maske, die dann in der Zeit des Claudius von dem Töpfer Daribitus verwendet wird, wie aus Tafel 30 B, 31 D und 90 B und I zu ersehen ist; allzufrüh dürfen demnach diese Bregenzer Becher nicht angesetzt werden ; zwischen den Jahren 20 und 30 werden sie verfertigt sein. Einzelne Verzie- rungselemente verknüpfen diese Arbeiten ausser mit Albinus mit den frühen Töpfern Amandus, Baibus, Bilicatus, Daribitus, Finno, Maccarus, Stabilio, Urvoed, Vapuso auch mit frühen Arbeiten der Töpfer Aquitanus, Ardacus, Darra, Ingenuus, Jucundus (des Älteren), Licinus, Primus (des Älteren), Scottius, Senicio und Seno; die Textbilder 5 — 13 geben eine Übersicht gemeinsam benutzter Punzen und erleichtern eine Kontrolle meiner Aufstellungen,

Fig. Q, R, S, T, U sind Gefässe Dragd. 29, welche zusammen mit den vorhin beschriebenen Gefässen gefunden wurden; Fig. R zeigt, ebenso wie P, dass auch in dieser frühen Zeit, die aller- dings vorwiegend Pflanzenornament hat, doch auch schon Tiere vorkommen. Schüssel T ist höchst wahrscheinlich von Maccarus.

Zu Tafel 5.

Oben: Becher der Form Dragd. 30, Weisenau bei Mainz Stadt. Museum. Dieser Becher ist von Behrens publiziert mit Ab- bildung Mainzer Zeitschrift X, 1915 S. 95. Ich bringe hier einen Teil der Dekoration mit dem vor dem Brande in den Model ge- schriebenen Namen, um zu zeigen, dass diese Arbeit wesentlich später entstanden sein muss als die oben bei Tafel 1 beschriebenen

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Schüsseln des Albinus. Der eine Antilope niederwerfende Löwe findet sich auf Arbeiten des Masclus: aber die Gruppe ist bei Mascius grösser; vergl. Tafel 52. Die Typen des Albinus 7 und 8 sind nach Dechelette (S. 248) auf einem Becher Form 30 mit ALBINI.

Fig. A. Aislingen. Museum Dillingen an der Donau. Das Stück ist sehr charakteristisch für die Zeit des Claudius durch

Textbilö 13.

seine mittlere Zone, die nach oben gerichtete Schuppen- verzierung hat. Verwandte Stücke sind abgebildet Textbild 14 (Bassus), Textbild 29, Tafel 8 A (Aquitanus), 20 F (Carus), 45 A (Licinus), 89 F, 90 F und 93 A, B, C. — Siehe Textbild 43, links.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 37 c. Das Stück ist der Rest einer Schüssel wie A und hat den gleichen Stempel.

Figur unten links: Vechten. Museum Leiden I 461 — 467> Schüssel der Form 29; Zeit des Claudius bis Nero.

Figur unten rechts: Oberschwaben? Museum Stuttgart. Art des Aquitanus; vergl. Tafel 9 K. — Die Stücke rechts und links sind um den Baum auszunützen abgebildet und haben nichts mit Albus zu tun.

Zu Tafel 6 unö 7.

Fig. A. Mainz. Stadt. Museum. Amandus is£ ein Töpfer hauptsächlich der Zeit des Claudius. — Das Motiv Fig. 6 benützt er mit vielen Töpfern der Frühzeit gemeinsam, wie die Übersicht auf Textbild 6 zeigt.

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Fig. B. Offstein. Rom. Grabfeld am hohen Kreuz. 841. Museum Worms. Die Dekoration der unteren Zone ist ausserordentlich ähnlich der auf arretinischen Gefässen der Zeit des Augustus. Diese sehr altertümliche Dekoration, die sich auf ägyptische, assy- rische und griechische Verzierungsweise zurückführen lässt, ist bei südgallischen Töpfern der Zeit des Tiberius, Caligula und Claudius sehr beliebt. Man findet gleiche oder verwandte Anordnung des Ornaments der unteren Zone auf Tafel IC; 2 1; 4 S und T; 7 D, G; 40 A (OF. INGENVI), B, C, D; 41 G, H; 42 0; 77 I (SENICIOF), K; 78 (SENOM); 80 (VAPVSO); 89 A, B, C; 90 E; ferner Textbild 27 (SENICIOFE).

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 1400. Offenbar Bruchstück eines Gefässes, das aus dem gleichen Model geformt ist wie Fig. B.

Von den Punzen sind Nr. 1 — 4 dem von mir, Aislingen Tafel VII 3 genau abgebildeten, in Brumath von Riff ausgegrabenen Gefäss des Amandus entnommen. (Anzeiger für elsässische Alter- tumskunde Nr. 12 und 13 ; Bericht von Riff über „Ein frührömisches Gräberfeld im Stephansfeld bei Brumath".)

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 468. Bruchstück der Art des Amandus.

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 1339. In der oberen Zone ist der Punzen Nr. 10 des Amandus benützt, den aber auch Senicio hat.

. Fig. F. Vechten. Museum Leiden 479. Man sieht den Punzen Nr. 9 des Amandus.

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 370. Zu beachten ist das lanzettförmige Blatt Nr. 12 des Amandus und der sehr feine Perlstab, der auch von den Töpfern der Bregenzer Gefässe Tafel 2 I und K verwendet wurde.

Fig. Aa. Vechten. Museum Leiden 479 m I 377. Von einer sehr frühen südgallischen Schüssel.

Fig. Bb. Vechten. Museum Leiden 1429 I 371. Die Deko- ration ist genau wie auf dem folgenden in Bregenz gefundenen Bruchstück; beide Gefässe sind offenbar aus dem gleichen Model geformt. Ein ähnliches, aber nicht das gleiche Motiv ist der Punzen Nr. 14 des Bilicatus Tafel 14.

Fig. Cc. Bregenz. Landesmuseum. Vergl. Fig. Bb. Es scheint mir bemerkenswert, dass Vechten, Neuss und Bregenz die gleichen frühen Stücke haben.

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Zu Tafel 8 unö 9.

Fig. A. Nijmegen. Slg. Kam 1. Aquitanus hat hauptsächlich in claudischer Zeit gearbeitet.

Fig. B. Weisenau bei Mainz 24. 3. 07. Stadt. Museum. Diese Schüssel ist eine spätere Arbeit des Aquitanus, wie die Dekoration und der hohe geriffelte Rand zeigen.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 83 I 984. Auf Dragd. 29.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 7971. Dragd. 29. Reste der für die Frühzeit charakteristischen Spiralendekoration.

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 79 b. Form 29.

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 1445. Form 29.

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 2825. Auf 29. Anscheinend spätere Arbeit des Töpfers.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden. Auf 29. Eine weitere Vechten-Schüssel des Aquitanus im Museum 1j., auch mit Rippen- dekoration, hat die Nummer 79 m.

Fig. I. Fundort und Museum Kempten. Spätere Arbeit des^ Aquitanus.

Fig. K. Kempten. Der untere Abschluss erinnert an Albiuus 1 B..

Fig. L. Mainz, Tietz 23. 11. 06. Stadt. Museum. Auf Dragd. 29.

Fig. M. Mainz, Rheinallee 18. 7. 1900. Stadt. Museum. Auf 29.

Die auf den beiden Tafeln abgebildeten Punzen sind den hier abgebildeten und den zwei in meiner Arbeit über Sig. von Ais- lingen Tafel XVII 4 und XVIII 6 publizierten Gefässen (Fundort Windisch, Museum Brugg) entnommen. Die späteren Arbeiten des Aquitanus nähern sich sehr den OF BASSI COEL gestempelten Gefässen.

Zu Tafel 10.

Fig. A. Museum Solothum Coli. Amiet 554. Fundort viel- leicht Windisch. Ardacus ist etwa gleichzeitig mit Aquitanus. Die Rippendekoration der mittleren Zone ist in der Zeit des Nero und auch noch unter Vespasian beliebt. Ähnliche Rippen- dekoration ist z. B. zu sehen auf Tafel 17 A (CALVI . I), 43 F (OF IVCVND), 55 B, E (MEDDILLVS), 67 H (OF PRIMI), 80 D (VADERIO), 85 B.

Fig. B. Museum Bonn.

Die einzeln abgebildeten Punzen des Ardacus sind den hier abgebildeten Gefässen entnommen und den von mir Aislingea

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Tafel XVII 2, 3 und XVIII 3 mitgeteilten Gefässen von Windisch im Museum Brugg.

Rechts: 3 Punzen des ,,AV.I.IO", nach Walters M 6 Seite 46. Von einer in Torre Aununziata bei Pompeji gefundenen südgallischen Schüssel. Diese Motive waren also jedenfalls vor dem Jahre 79, vor der Verschüttung Pompejis durch den Ausbruch des Vesuvs, schon angewendet; es ist dies als chronologischer Anhaltspunkt wichtig, weil gerade diese drei Mohnköpfe von vielen südgal- lischen Töpfern verwendet werden, wie die Übersicht des Text- bildes 10 zeigt.

Unten: Kempten. Museum Kempten. Der Blätterkranz der mittleren Zone ist häufig in der Zeit Nero -Vespasian; dies ist ein sehr frühes Beispiel ; etwas jüngere Variationen dieser Dekoration sind ungemein häufig unter den Sigillaten des vespasianischen Eottweil.

Zu Tafel 11.

Fig. A. Andernach. Museum Bonn 1426. Koenen, B. J. 86, 1888 S. 162, Tafel 6, 16. Wie das Textbild 6 ersichtlich macht; ist der Punzen Baibus 10 auch von vielen anderen frühen Töpfern benützt, die auch nach anderen Indizien gleichzeitig und zusammen gearbeitet haben; es sind: Albinus, Amandus, Bilicatus, Maccarus, Senicio, Seno, Vapuso, Volus.

Fig. B. Museum Wiesbaden 15467. Baibus hat ausser den durch diese beiden Gefässe A und B gezeigten Dekorationsarten auch noch die, welche eine von mir Aislingen Tafel III 16 mitge- teilte Schüssel des Baibus zeigt. Dem Aislinger Gefäss sind die Punzen 1 — 5 entnommen.

Zu Tafel 12.

Fig. A. Mainz, Rheiuallee, Stadt. Museum. Gefäss der früheren Ari3eitsweise des Töpfers. Nach Oxe arbeitete dieser Töpfer zu- nächst allein und stempelte seine frühesten Arbeiten Bassus. „Dann nahm er sich Gehilfen und Arbeiter und liess Bassi und mit der volltönenderen Marke of(flcina) Bassi signieren." Noch spätex hat er sich mit dem Graufesenque-Töpfer Coelus (oder Coelius) vereinigt und liess of. Bassi (et) Coeli stempeln. (V.ergl. J. Jacobs, Auerberg, in Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns XVI.Band, S. 79.)

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Fig. B. Vechteu. Museum Leiden 166 V. Splitter einer frühen Arbeit des Bassus.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 164 N. Teil einer Schüssel 29.

Fig. D. Hofheim. Museum Wiesbaden 18984 8. Abgebildet bei Ritterling Tafel XXV 17 a und b. Der Hahn ist auch von Aquitanus und Licinus verwendet, das geriffelte Blatt auch von Macer und Murrauus.

Fig. E. Weisenau bei Mainz 26. 10. 1902. Stadt. Museum. Dragd. 29.

Textbild 14: Mainz, Eheinallee 1901. Stadt. Museum. Gefäss mit der für die Mitte des ersten Jahrhunderts charakteristischen Schuppendekoration der mittleren Zone; näher besprochen bei Tafel 5 A. — Die Punzen des Bassus 16 — 20 sind einer von mir Aislingen Tafel IV 1 publizierten Schüssel entnommen.

Die hier uud bei anderen Mainzer Fundstücken angegebene Rheinallee liegt im Gebiet des antiken Hafens des römischen Mainz.

Textbilb 14.

Zu Tafel 13.

Fig. A. Museum Bonn U 522. Form 29.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1411. Die Dekoration ist sehr charakteristisch für Bassus und Coelius.

Fig. 0. Vechten. Museum Leiden 461 f. laufende Kranz der Zone unter den Perlreihen für die Zeit Nero-Vespasian.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 168.

Fig. E. Neuss. Slg. Sels 834.

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 1675.

Der horizontal ist Kennzeichen

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Fig. G. Vechten. Museum Leiden. 168 a.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden. 169 a. Der untere Ab- schluss ist selten.

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 169.

Fig. K. Vechten Museum Leiden 167 b.

Fig. L. Museum Wiesbaden 08. 402 6. Textbild 10 gibt eine Übersicht über die Töpfer, welche dieses Mohnkopfmotiv haben; es sind: Aquitanus, Coelius, Meddillus, Melus, Passenus, Primus, Senicio.

Fig. M. Mainz, Rheinallee 14. 8. 1900. 233. Stadt. Museum.

Die auf Tafel 13 abgebildeten Punzen der zusammenarbeitenden Töpfer Bassus und Coelius sind zum Teil entnommen einer von mir Aislingen Tafel VIII 4 abgebildeten Strassburger und der Tafel XVIII 3 mitgeteilten Schüssel von Windisch des Museums Brugg. — Ein weiteres signiertes Stück dieser Fabrik bringt Textbild 42.

Zu Tafel 14 unb 15.

Fig. A. Wiesbaden. Museum Wiesbaden 14651. 113. Ritter- ling Tafel IV. 1 , S. 146.

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam 476.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 1448. 46.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 469 g.

Fig. E. Vechten Museum Leiden 179.

Fig. F. Staudernheim. Museum Kreuznach. Die Stücke F, G, H sind nach Papierabdrücken und Skizzen gezeichnet, die ich der Freundlichkeit von Prof. Dr. Oxe verdanke. Allen Tafelfiguren mit der Bemerkung „nach Oxe" liegen Aufnahmen von Oxe zu- grunde, welche er vor Jahren machte, aber nicht publizierte, sondern mir in freundlichster Weise überliess.

Bilicatus ist einer der frühesten Töpfer. Er hat sehr hübsche Verzierungs typen und auch die Anordnung seiner Dekoration ist oft sehr schön. Das Motiv Nr. 23 hat Bilicatus gemeinsam mit Albinus (dem Älteren), Amandus, Baibus, Maccarus, Senicio, Seno und Vapuso. Die Eichel des Scherbens Bilicatus E hat auch Sta- bilio. Manche Typen des Bilicatus sind von anderen, späteren Töpfern lange Zeit benützt und verdorben worden.

Tafel 15 Fig. G. Mainz. Gefass der Frühzeit; vielleicht von Bilicatus.

Fig. H. Köln. Hat Ähnlichkeit mit manchen Arbeiten des Maccarus.

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Fife^ I. Kempteu. Museum Kempten. Hat ebenso, wie Fig. K, die Blume 4 des Bilicatus.

Fig. K. Museum Bonn.

Das rechts auf Tafel 15 abgebildete Bodenstück mit dem seltenen Stempel Bellici ist gefunden in Vechten; Museum Leiden 1691, I. 1013. Wohl Zeit des Claudius oder Nero.

Von Bilicatus sind wohl auch die Stücke Tafel 90 C und E. — Eine signierte Schüssel des Bilicatus ist publiziert von Behn in Kataloge der west- und süddeutschen Altertumssammlungen II, Sammlung Marx, 1913, Tafel VIII 2.

Zu Tafel 16.

Diese Typen des Töpfers Biragill sind signierten Gefässen entnommen, die ich abgebildet habe Canustatt-Köngen Tafel IX 1 (Fundort Cannstatt), Rottweil 1907, Tafel XV B (Fundort Rotteu- burg), ebendort Fig. 5 (Fundort Riegel). Die Tj^en 19 und 20 sind auf einer in Mainz gefundenen Schüssel, welche den Namen BIRAGILL unter dem Ornament hat, und zwar als Abdruck der in den Model vor dem Brande geschriebenen Schrift ; diese Schüssel ist publiziert von Behrens in Mainzer Zeitschrift VII 1912, Tafel VIII Fig. 10. Biragill hat in Banassac (Dech. S. 118 Fussnote 3) gearbeitet in der Zeit Vespasian-Domitian,

Die Victoria Type 1 des Biragill ist auch benützt von den gleichzeitigen Tüpfern Mercator und Pudens. Der Herkules mit

Knorr, Tupfer verzierter S'igillata. 3

— 34 —

der Hydra Biragill 19 ist ebenso bei Mercator; den Silen mit Ferkel Type 4 hat auch Paullus, das Blatt 20 auch Patricius; den Bestiärius Type 3 hat ebenso Pudens; den Hund 5 hat auch Masculus und Pudens; den Hasen, der ursprünglich dem Typen- schatz des Germanus enstammt, hat auch L. Cosius Virilis; den Löwen & haben auch Germanus, Meddillus und Pudens. Am schönsten sind diese Zusammenhänge zu erschliessen aus dem Grasbüschel 12 und der Blüte 13. Der Grasbüschel 12 entstammt den Töpfern Bassus und Coelius und wird dann benützt von Biragill, Calvus, Carillus, Masculus, Mercator, Paullus, Pudens, Yitalis und Flavius Germanus. Die Blüte 13 wird auch benützt von Meddillus und Passenus. Der Gladiator Biragill 2 ist vollständig auf einem Rott- weiler Gefäss, das ich publiziert habe Rottweil 1912, Tafel XVI Fig. 1, und der gleiche Becher dort hat die Gladiatoren des Mercator Type 3 und 4; eben dieser Becher hat den Eierstab des Paullus. Dechelette (S. 256) bringt von Biragillus keine Typen.

Das Schüsselfragment des Gabiatus auf Tafel 16 ist gefunden in Neuss (Museum Bonn a 12616).

Die Typen des Cabuca sind nach einer von mir Aislingen Tafel XVIII 5 abgebildeten Schüssel von Windisch (Museum Brugg) wiedergegelben. Cabuca hat in der Zeit Neros gearbeitet.

Zu CALVS . F. Diese Typen des Calvus sind fast alle zwei Bechern aus. Mainz entnommen, die Tafel 16 und 17 abgebildet sind. Nur die Typen 2 und 3 habe ich nach Dechelette gezeichnet. Der unten auf Tafel 16 abgebildete Rest eines Bechers Form 30 ist in Mainz gefunden (Stadt. Museum). Das gleiche Fragment ist behandelt von Behrens, Mainzer Zeitschrift X, 1915 Seite 96. Die Schrift ist sicher zu Calus f. zu ergänzen und nicht zu Masclus f. Das Blatt Fig. 9 ist ebenso auf dem Tafel 17 abgebildeten Calus- becher, ebenso die Blüte 10. Der hübsche Amor 15 a mit Kranz ist vollständig zu sehen auf dem Gefäss Tafel 96 C. Die Typen 4 und 5 sind später von anderen Töpfern in doraitianischer Zeit sehr viel auf Gefässen der Form Dragd. 37 angebracht worden und spielen dort eine grosse Rolle. (Diese beiden Figuren sind von Dechelette Nr. 315 und 333 wiedergegeben nach der schlechten Zeichnung bei d'Artaud.)

Zu Tafel 17.

Oben : Becher der Form 30.. gelb und rot marmorierte Sigillata, Fundort Mainz. Museum Mannheim. Schon besprochen bei dem

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Calvüsbecher der vorigen Tafel. Eine kleine Abbildung dieses Bechers findet sich in „Altert, unserer heidnischen Vorzeit" V S. 249 und Mainzer Zeitschrift X S. 96. Selten sieht man den Heros mit dem Nürnberger Spielzengpferd.

Fig. A. Museum Bonn 325 b.

Fig. B. Museum Bonn 17967.

Fig. C. Neuss, Slg. Sels .59. (Vergl. Aislingen VIII 6. von Giengen.)

Textbilö 16.

Es wäre interessant zu wissen, ob der Töpfer, der seine Becher Dragd. 30 CALVS F stempelt, der gleiche ist, welcher Schüsseln der Form Dragd. 29 CALVI . I stempelt. Ich halte ihn für den gleichen Töpfer. Der kleine, sehr undeutliche Amor unter dem Pferd, den kein anderer Töpfer meines Wissens benützt, ist auch verwendet auf der Schüssel der Form 29 Textbild 15, welche zwar nicht signiert ist, die aber in der Art, wie in der oberen Zone die gleichen Halbkreise zwischen dünnen Stäbchen an- gebracht sind, Stil und Art der signierten Calvusschüssel A, von Bonn, zeigt. Auch ist das Sternchen, das auf dem signierten Ge- fäss B in der unteren Zone zu sehen ist, ganz gleich in der oberen Zone von Textbild 15, an den Enden der Halbkreise.

Textbild 15. Lezoux. Museum St. Germain. Das Stück ist gezeichnet nach einer Photographie, die ich Atkinson verdanke. Lezoux ist nur der Fundort; die Schüssel ist südgallisches Fabiikat,

3*

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und zwar, wie ich oben gezeigt habe, von Calvus. In der oberen Zone ist der kleine, an einer Schnur vier gefangene Fisch chen (?) schwingende Amor zu sehen, der auch auf dem signierten Becher des Calvus zu sehen ist.

Dazu Tafel 18 Fig. D. Bregenz. Museum Bregenz. Der Stempel OF CVLVI dürfte ziemlich sicher spätere Arbeiten des Calvus bezeichnen. Der Stempel CALVI , I ist anscheinend auf älteren Arbeiten des Töpfers; wahrscheinlich war der Originalstempel abgebrochen und lautete ursprünglich CALVI . M; Gefässe, die noch mit dem unbeschädigten Stempel signiert wurden, wären demnach natürlich noch etwas älter.

Zu Tafel 18.

Oben : Angst. Antiquarium Basel. Töpfer der Frühzeit. Das Spiralornament der unteren Zone ist bei Tafel 1 Fig. A besprochen.

Der Stempel oben links: Mainz, Rheinallee. 12. 1. 1901. Stadt. Museum. Auf Bodenstück 29. Der Stempel ist anders als auf der Schüssel von Angst.

Die Schüssel des „Culvus" ist bei Tafel 17 besprochen.

Zu Tafel 19.

Die Typen des Carillus sind entnommen einer Aislingen Tafel VIII 3 abgebildeten Schüssel von Strassburg. Carillus ist auch in Eottweil durch das Bodenstück einer verzierten Schüssel vertreten und hat in der Zeit Vespasians gearbeitet.

Zweite Reihe Fig. A. Mainz. Stadt. Museum. Canrugatus oder Carugatus hat in der Zeit Vespasians gearbeitet.

Dieser Töpfer ist durch 2 Stempel auf Dragd. 29 auch in llottweil vertreten (Knorr, Rottweil 1907 Tafel XXX 195, 196); ich habe dies oben S. 8 bei der Zusammenstellung der in Pompeji und Rottweil festgestellten Töpfer aus Versehen nicht verwertet.

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 204 a.

Unten Fig. A. Neuss. Slg. Sels 722.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1763.

Fig. C. Neuss. Slg. Sels GO.

Zu Tafel 20. Fig. D. Weisenau bei Mainz 1911. Stadt. Museum. Fig. E. Weisenau bei Mainz I. 1912. Stadt. Museum. Wäh- rend die Gefässe A, B, D, F, G sehr deutlich CARVS . FE zeigen.

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hat der Stempel bei E ganz scharf CABVS . FE ; das ist sicher nur ein Fehler des römischen Töpfers; denn dass auch diese Schüssel von Carus ist, zeigt die Art der Dekoration und namentlich das Rebenblatt, das ebenso auf G vorkommt.

Fig. F. Windisch. Museum Aarau 129, 4. Die mittlere Zone hat die für die claudische Zeit charakteristische, bei Tafel 5 A besprochene Schuppendekoration.

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 1764. Carus hat haupt- sächlich in der Zeit des Claudius gearbeitet. Das Blatt Carus 1 Tafel 19 ist später von Germanus verwendet worden und ist bei diesem Töpfer kleiner und abgenützt.

f^awT

Textbilö 17.

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Zu Tafel 21.

Oben links: Stempel im Museum Bregenz G. 66. 358 auf Boden- stück 29. Der Greif ist nach Walters M 287 auf einer in London gefundenen Schüssel des C. ANPATR.

Oben rechts : Carutius oder Garutius ; Stempel auf einem Boden- stück Dragd. 29 von Neuss, Slg. Sels 303. 30. 3. 97.

Zweite Reihe: die Typen des Catlus sind entnommen einer von mir Aislingen Tafel VII 2 abgebildeten Schüssel aus Strassburg. Catlus ist durch das Epheublatt verknüpft mit Maccarus ; er muss in der Zeit Tiberius-Claudius gearbeitet haben,

Fig. A. Vechten. Museum Leiden. 696. I. 44. Das Gefäss hat als seltene Variante der normalen Form 29 keinen Wulst zwischen oberer und unterer Zone.

Fig. B. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum 1913. Der Adler findet sich auch bei den Töpfern Daribitus, Germanus, Masclus, Niger. Das kleine Motiv Nr. 5 hat auch Aquitanus. Siehe Nachtrag, zu Celadus Textbild 35,

Fig. C. Vechten. Museum Leiden. Der Scherben ist, um den Raum auszunützen, hier abgebildet und hat nicht die Art des Celadus. Dieses grosse Blatt ist sehr selten.

Fig. D. Neuss. Nach einer mir von Oxe mitgeteilten Auf- nahme. Splitter eines Bechers Dragd. 30. Das Blatt entstammt offenbar sehr früher Zeit, etwa des Tiberius oder Caligula. Der Scherben ist zur Raumausnützung abgebildet und hat nichts mit Celadus zu tun.

Zu Tafel 22.

Fig. A, Vechten. Museum Leiden 474 a. Die Anordnung der Dekoration und zum Teil auch die Typen sind wie auf der Schüssel des Coelius Tafel 23 B.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden. Das Motiv der mittleren Zone ist ausserordentlich häufig auf Sigillaten des vespasianischeu Rottweil.

Fig. C. Kempten. Museum Kempten,

Der Rehbock Fig. 4 kommt auch vor bei den Töpfern Calvus, Coelius, Justus, Meddillus, Mercator, Passenus, Sasmonos. Der wie ein mittelalterliches Wappentier wirkende Löwe Fig. 2 ist auch von Coelius verwendet. Mit anderen Töpfern vespasianisch- domitianischer Zeit ist dieser Töpfer verknüpft durch die Blüte 7, die auch verwendet ist von Cosius Rufus, Cornutus, Crucuro, Passe-

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«US und Secundus. Die Stempel OF CEN und OF CENS wird man der Offizin eines südgallischen Censorinus zuschreiben dürfen ; die Gefässe A, B, C sind jedenfalls gleichzeitig.

Textbilö 1-8.

Zu Tafel 23.

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil. (Hat den alten Vermerk 9 a mit weisser Farbe.) Der kleine Löwe Fig. 2 ist auch zu sehen auf den Gefässen des L. Cosius, Masclus, Mommo, Passienus, Rufinus und Sasmonos.

Fig. B. Rottweil. Museum Rottweil. Der Stempel ist publi- ziert Rottweil 1907, und die rechte Hälfte der Schüssel ist schon von mir abgebildet Rottweil 1912 Tafel IX 12; die übrigen Teile fanden sich erst später im Museum in Rottweil und ermöglichten

- — 40 —

es, den Stempel und diese Stücke als zusammengehörig zu erkennen. Sehr ähnlich ist die Schüssel des OF CEX Tafel 22 A.

Weitere Gefässe dieses Töpfers sind auf der folgenden Tafel.

Zu Tafel 24.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 185. 2. Zu vergleichen sind die Bemerkungen zur vorigen Tafel.

Fig. D. Nymegen. Slg. Kam. 5.

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 1332.

Zu COSI RVFI, Fig. A. Nymegen. Museum Leiden 1908, 4. 1. 61. Der Blätterkranz der mittleren Zone kennzeichnet Sigil- lata vespasianischer Zeit, aber auch der Zeit Neros.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 479 b.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 550.

Fig. D. Mainz. Stadt. Museum 15. 7. 98.

Die T}T)en 1 — 6 sind von einem Gefäss aus Strassburg, das ich abgebildet habe Aislingen Tafel VII 5. Der Töpfer hat haupt- sächlich in vespasianischer Zeit gearbeitet.

Textbild 44. Rheingönheim. Museum Speier.

Zu Tafel 25.

Oben: Druisheim. Museum Augsburg. Der Becher Form Dragd. 78 ist schon früher von mir behandelt in Verbindung mit Sigillata von Rottweil und Geislingen (Fundberichte aus Schwaben XVIII 1910, Tafel VI Fig. 15).

Fig. 1 — 37. Tyl)en des L. Cosius. Die Typen mit Nummern in Klammer sind höchstwahrscheinlich dem Typenschatz des L. Cosius zuzurechnen; die übrigen sind entnommen Gefässen, die den Namen L. COSI haben (als Abdruck, der vor dem Brande in den Model gedrückten Schrift). Die Typen 4, 17, 18, 20, 21, 22, 23, 31, 32 sind auf signierten Gefässen, die ich abgebildet habe Rottweil 1907 Tafel XIV 1 — 5. Die Typen 6, 7, 11, 12, 13, 25, 26, 27, 28, 33 sind Gefässen der Art des L. Cosius entnommen, die mitgeteilt sind Rottenburg 1910 Tafel II 6 (Rottenburg) und 7 (Rottweil). Der Eber ist auch auf den Gefässen Rottenburg Tafel I 1 und 2 zu sehen ; diese Gefässe sind unverkennbar aus der Werkstatt des L. Cosius. Die Figuren 5, 8, 9, 10, 15, 16 sind auf einem Gefäss, das abgebildet ist Rottweil 1912 Tafel XXII Fig. 2. Type 35 ist auf einem Splitter von Rottweil mit L. COSI. Die übrigen Typen sind auf Gefässen der folgenden Tafel.

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Zu Tafel 26.

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz. Die Schüssel scheint eine sehr späte Arbeit des Töpfers zu sein; der Name der sonst deutlich als L. COSI erscheint, sieht hier wie I. COSI aus; die untere Leiste des L war also am Originalstempel weggebrochen.

Fig. B. Rottweil. Museum Eottweil. Fundberichte aus Schwa- ben XVIII 1910, Tafel IV Fig. 11. Die Typen des L. Cosius sind auf der vorigen Tafel zusammengestellt; der Töpfer muss weit in die Zeit Domitians hinein, vielleicht bis Trajan, gearbeitet haben.

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Textbilö 19.

Zu Tafel 27.

üben links : Bruchstück 29, Fundort und Museum Baden-Baden. Im Boden der Stempel OF. L. COS. VIRIL, der von glattem Ge- schirr vom Ende des ersten Jahrhunderts wohl bekannt, aber auf verzierten Gefässen sehr selten ist. Die Typen 5 — 10 sind auf einer Schüssel Dragd. 37 von Stockstadt (0. R. L. Kastell Stock- stadt Tafel XVIII 17 und XIX 171).

Zu OF. COTOI: Bonn. Museum Bonn 10773. Der Töpfer hat in vespasianischer Zeit gearbeitet. Rottweil hat den gleichen Stempel im Boden einer Schüssel Dragd. 29 (Rottweil 1907 Tafel XXIX 189).

Fig. A. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum. Das Ornament der oberen Zone ist fast gleich dem des Carus Tafel 20 D. Die hübsche Schüssel dürfte noch vor das Jahr 55 zurückreichen.

Fig. B. Museum Bonn 2561. 56.

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Fig. C, D, E auf Textbild 16: Fig. C. Weisenau bei Mainz 10. 3. 97. Stadt. Museum. Die Dekoration ist fast gleich der des Carus Tafel 20 D.

Fig. D. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum. Obere Zone wie bei Carus Tafel 20 F.

Fig. E. Mainz. Stadt. Museum. Es ist noch der Rest des Motivs sichtbar, das vollständiger auf Tafel 27 Type 17 abgebildet ist. Dieses Motiv findet sich auf Arbeiten des "wesent- lich später arbeitenden M. Crestio, Tafel 28 Type 25 und Textbild 17 E. Der OF CRESTIO stempelnde Töpfer hat ziemlich sicher auch Becher der Form 30 gemacht; wenigstens erinnern die Becher Tafel 39 unten und 95 A sehr an ihn, sowohl was Einzeltypen als auch Anordnung betriift.

Zu Tafel 28.

Fig. A. ßregenz. Landesmuseum Bregenz. Die Darstellungen auf diesem Becher ennöglichen den Nachweis interessanter Be- ziehungen zu anderen, gleichzeitig arbeitenden Töpfern. Den Apollo Type 10 hat auch das von mir Aislingen Textbild 5 ab- gebildete merkwürdige Gefäss von Windisch; auf Textbild 32 teile ich ein Rottweiler Gefäss der gleichen seltenen Form mit, das ebenfalls den Apollo hat *). Der sehr roh dargestellte Merkur Type 1 1 ist auch auf einer von mir Rottweil 1907 Tafel XI mitgeteilten seltenen Schüssel des Crucuro zu sehen; Tafel 95 M ist ein Scherben von Emerkingen abgebildet mit diesem Merkur.

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam. 55. Form 37. Der untere Ab- schluss ist aus der vierblättrigen Blüte T5'^pe 5 gebildet, die auch benützt wird von den Töpfern, welche stempeln: OF CELADI**), OF COTOI, CRVCVRO, OF. IVCVNDI, MEDDILLVS, VADERIO. Den sitzenden Hirsch hat auch der Töpfer Germanus, auch Secun- dus benutzt ihn noch.

Fig. C. Günzburg. Museum Günzburg. Es sind links noch Reste der Fig. Dech. 336 erhalten.

Fig. D. Nymegen. Slg. Kam. 75. 155. Die beiden Stücke B und D sind ziemlich nachlässig gearbeitet.

Textbild 17 Fig. E. Mainz. Stadt. Museum. Form 37. Der sitzende und der springende Löwe sind auch auf Arbeiten des

*) Vergl. Textbild 34. ♦*) Textbild 35.

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Textbilö 20.

Gennanus und des Sabinus zu seheu; der (links au der Schüssel noch sichtbare) Greif ist ebenfalls auf einer COSI EVFI ge- stempelten Schüssel von Strassburg, die ich abgebildet habe Ais- lingen Tafel VII 5. Durch das Motiv des unteren Ab- schlusses, Type 25, ist der Töpfer verknüpft mit der OF CRESTIO stempelnden Offizin. Viel ÄhnUehkeit mit diesem Gefäss hat der Becher von Burladingen Tafel 99 B und auch der späte Becher des Germanus Tafel 38 P von Bregenz.

Fig. F (Textbild 17). Weisenau bei Mainz, 3. 11. 94. Stadt. Museum. Das Blatt des Rankenornaments ist ebenso z. B. auf dem Textbild 32 abgebildeten merkwürdigen Gefäss von Rottweil, das auch den Apollo des M. Crestio hat.

Textbild 36. Bingerbrück ? Museum Kreuznach. Gladiatoren wie bei Mercato.

Textbild 46 B. Günzburg. Museum Günzburg.

Zu Tafel 29.

Oben Fig. A. Vechten. Museum Leiden 324 C.

Fig. B. Museum Bonn. 14623.

Die Typen 1 — 3 habe ich nach der von Ludowici lU Seite 135 abgebildeten Schüssel gezeichnet. Der Töpfer hat in der Zeit Nero-Vespasian gearbeitet; er ist auch in Rottweil vertreten.

Mitte Fig. A. Nj-megen. Slg. Kam. 36. Diese kleine Vase der Form 67 ist zweimal gestempelt. Zur Dekoration hat Crucuro die Traube von Germanus entlehnt. Über Crucuro enthält das Werk von Dechelette nichts, wenigstens keine Typen. Crucuro

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hat auch Becher der Form 78 gemacht, wie ein Aislingen Tafel VIII 7 mitgeteiltes Stück von Strassburg zeigt. Die meisten der auf Tafel 29 abgebildeten Typen des Crucuro sind einer signierten, von mir Eottweil 1907 Tafel XI 1 mitgeteilten Schüssel der Form 37 entnommen; die AVölfin mit den Zwillingen Type 6 ist nach Rott- weil XI 3. Der Eber 11 ist nach dem Becher Rottweil 1907, XVI 9, der zwar nicht signiert ist, aber Anordnung und Tj'^peu des Crucuro hat. Die Gladiatoren 4 und 5 sind auf einem Bruch- stück, das den Eierstab des Crucuro hat*; auch sonst sah ich diese Gladiatoren auf Rottweiler Scherben, die Stil und Art des Crucuro haben. Crucuro hat in der Regel den gleichen Eierstab wie M. Crestio. Die Diana Type 1 hat er gemeinsam mit L. Cosius und Masculus; die Tänzerin 2 hat auch Sabinus; den barbarischen Merkur 3 hat auch M. Crestio. Andere Verknüpfungen ergeben sich aus der Prüfung der Textbilder 12 und 13. Crucuro hat sehr wahrscheinlich in Banassac und in La Graufesenque gearbeitet.

Zu Tafel 30 unb 31.

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 350.

Fig. B. Windisch. Museum Brugg. Wiederholt nach Ais- lingen XVII 1.

Die Maske Type 1, die auch auf Gefäss D ist, findet sich ebenso auf dem sehr frühen Gefäss Tafel 4 V und auf Tafel 90 B und J. Der Delphin 3 wird etwas später auch benützt von Jucundus, Meddillus, Mommo, Niger, Sasmonos, Vitalis. Die Gans 4 ist auch benützt von L. Cosius, Germanus, Licinus, Macer, Secundus, Vitalis; sie ist aber bei Daribitus und Licinus grössei- und schärfer: die anderen Töpfer sind spätere Entlehner. Die kleinen Nilgänse 5 und 6 haben auch Calvus, L. Cosius, Germanus, Matugenus, Med- dillus, Mercator, Niger, Passenus, Patricius, Paullus, Primus, Ru- finus, Vitalis. Der Bär 2 ist auch bei Licinus zu sehen. Den Adler 23 hat auch Celadus, Germanus, Masclus, Niger. Ziemlich sicher sind Daribitus und Licinus die Schöpfer oder ersten Benutzer dieser und vieler anderer Typen. Auffallenderweise bringt Dechelette über Daribitus und Licinus gar nichts, was sich wohl dadurch erklärt, dass diese Töpfer nicht oder erst in ihrer späten Zeit nach Graufesenque gekommen sind "und an einem ganz anderen, südlicher gelegenen Ort gearbeitet haben. Der Kopf Type 1 ist auch auf der in La Grai\fesenque gefundenen Schüssel Textbild 51 e.

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Fig. C. Vechten. Museum Leiden 479 a. Fig. D. Vechten. Museum Leiden 996. L 45. Fig. E. Bonn. Museum Bonn 20758.

NfUSJ.

Textbilö 21.

Zu Tafel 32.

Oben links: Mainz, Rheinallee 7.7.1900. Stadt. Museum. Gefässe dieses Töpfers sind selten. Er ist mir sonst nur bekannt aus Ritterling, Wiesbaden 1898 Tafel VIII 84 MONI; im Text von Ritterling bemerkt: „Bodenstück einer tiefen Schale (29)."' Da der Wiesbadener Scherben dort in der älteren Schicht gefunden wurde, muss dieser Töpfer vor dem Jahre 69 gearbeitet haben.

Oben Mitte: Neuss. Slg. Sels 1026. 19. 12. 1900.

Dazu Textbild 18 oben: Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum 6.

Textbild 18 unten: Mainz, Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. Museum.

Darra hat in der Zeit des Claudius gearbeitet. Dechelette bringt nichts über ihn.

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 1294.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1938.

Fig. C. Neuss. Slg. Sels 883.

Fig. D. Angst. Antiquarium Basel.

Dazu E auf Textfigur 19; Weisenau bei Mainz. 18. 1. und 19. 2. 99. Stadt. Museum.

Felix hat in der Zeit Neros gearbeitet. —

Zu Flavius Germanus siehe Textbild 20 : Weisenau bei Mainz KX 7. 98. Stadt. Museum. Der Töpfer hat, nach Stil und Typen zu schliessen, in der Zeit Vespasian-Domitian, wahrscheinlich in Banassac (Dech. I Seite 118, Fussnote 3) gearbeitet. —

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Tafel 32 unten links: Weisenau bei Mainz 28. 12. 99. Stadt. Museum.

Rechts: Mainz. L. Str. 20. 5.8.1902. Stadt. Museum. Der Töpfer muss, nach seinem Stil zu schliessen, in der Zeit des Cali- gula und Claudius gearbeitet haben. Über diesen Firmo, der einer der frühesten südgallischen Töpfer ist, bringt Dechelette nichts.

Dazu Textbild 21 : Neuss. Slg. Sels 237. Das Stück erinnert sehr an den FIRMO. FEC stempelnden Töpfer. Das Blatt — wie bei Firmo — ist auch auf den sehr frühen Gefässen Tafel 2 E, K und 3, M, 0. Das eigentümliche Motiv der oberen Zone Textbild 21 ist auch auf Gefässen des Bassus, der Offizin Bassus- Coelius, des Daribitus und Ingenuus zu sehen (dieses Motiv darf nicht verwechselt werden mit zwar ähnlichen, aber viel späteren und gröberen Verzierungstypen). Das andere rautenförmige Motiv verknüpft die Töpfer Aquitanus und Senicio.

Zu Tafel 33.

Oben links: Stempel FVSCVS auf einem Bodenstück Dragd. 29 ; Fundort Äugst 1899, Antiquarium Basel.

Zu Frontinus: Das Bruchstück A mit den Typen 10, 11, 12 ist nach Rottweil 1907 Tafel I 2, 3 wiedergegeben. Die Typen 1—3 sind nach Curie, Newstead, S. 209 Fig. 1 und 4. Die Typen 4 — 9 sind nach Walters M 289, Stempel 9 innen im Boden, Stempel 8 im Ornament. Das Bruchstück B von Günzburg (Mus. G.) ist nach einer Skizze gegeben, die ich Roger verdanke. Alle diese in Rottweil, Newstead, London und Günzburg gefundenen Frontinus- arbeiten sind auf Schüsseln Dragd. 29. Auffallend viel Ware hat dieser Töpfer nach Rottweil geliefert in der Zeit Vespasian-Domitian : vergl. die vielen Stempel Rottweil 1907 Tafel XXX; auch die Stempel XXXII 308 und 313, auf welchen das 0 wie ein Punkt dargestellt ist, gehören dazu. Frontinus drückt unter dem Hund seinen Stempel in den Model, ganz wie Mercator Tafel 57 H und G.

Zu Gallicanus: Weisenau bei Mainz 25. 3. 98. Stadt. Museum. Die Typen 1—12 sind von einem Gefäss aus Rom im Museum Dresden, das ich abgebildet und eingehend besprochen habe Ais- lingen Tafel V 1. Das Tier Type 1 hat auch Passenus; siehe Textbild 40.

Zu Genialis: Die Typen 1 — 5 sind einem Gefäss von Windisch (Museum Brugg) entnommen, das ich abgebildet habe Aislingen

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Tafel X\TII 4. Das kleine Hündchen und die Knospe 2 verknüpfen Genialis mit Aquitanus und auch mit Germanus und Niger.

Zu Tafel 34—39. Diese 6 Tafeln enthalten 91 Typen und 22 Arbeiten des Töp- fers Geimanus, d. h. auch Arbeiten seines GERMANI F. stempeln- den Sohnes oder Nachfolgers (später findet sich diesem Stempel noch S oder SER beigefügt). Fast alle Tv-pen des Germanus habe ich von mir veröffentlichten signierten Sigillaten entnommen. Dechelette waren nur die T3'pen (als von Germamis benutzt) be- kannt, welche (auf meinen Tafeln) die Nummern 5, 9, 10, 16, 29, 33, 38, 42 haben.

Textbilö 22.

Die Typen auf Tafel 34 und 35 sind von folgenden Gefässen gewonnen. Rottweil 1907 Tafel IV Fig. 1, Form 29, Germani of,

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hat Type 24, 34, 45, 46, 5b, 66 ; ebendort Fig. 2, Form 29, Ger- mani of, hat Type 23, 25, 60, 78, 79; ebendort Tafel V Fig. 1, Form 29, Gerraani of, hat die Löwin 26, den Löwen 23, den Hund 25, die Typen 52, 58, 63, 68, 7L Rottweil Tafel VI Fig. 1, Form 30, Germani, hat den Genius mit Fackel 3, den Delphin 42, die Gans 44, die kleinen Nilgänse 47 und das Motiv 70 ; der Becher \I Fig. 2 hat 46, 52, 71; ebendort Fig. 3 Form 37 mit Germani, hat die Löwin 30, den Stier 41, den Hund 29, die Hirschkuh 37, die Ornamente 63 und 70. Rottweil Tafel VIII Fig. 1, Form 37 mit Ger[mani, hat die Hirschkühe 37 und 40, den sitzenden Hirsch 39, den Löwen 28 und die Typen 63, 69, 72 ; ebendort ist ein Schüssel- rest mit Germani f. Ser und einer von Wels mit Germani f. S abgebildet und andere signierte Germanusarbeiten. Rottweil Ta- fel XI Fig. 4 ist ein Becher der Form 30 von Riegel in Baden abgebildet mit dem Vulkan 1 *) und dem Motiv 64. Weitere Gefässe, die zwar nicht signiert sind, die aber den unverkennbaren Stil und die Typen des Germanus haben, sind zahlreich abgebildet Rottweil 1907 Tafel IV Fig. 3, 11, 13; besonders interessant die Becher der Form 78: 17 und 18; Tafel V Fig. 2, 3, 5—8, 10; Tafel VI Fig. 5—8; Tafel VII Fig. 1—10; Tafel VIII Fig. 9—12; Tafel IX Fig. 5—10; Tafel X Fig. 3—11; Tafel XVI Fig. 3, 5. Rottweil 1912 enthält Tafel XII: Schüssel 29 mit Germa[ni of Fig. 1 und 2 mit Blatt Type 55; ebendort sind auf Tafel XII — XV eine Menge zum Teil recht merkwürdiger Sigillaten der Art des Germanus abgebildet. In Sig. Aislingen sind abgebildet Text- bild 6 C ein Bruchstück aus Windisch (Museum Brugg) mit Ger- mani F und den Typen 51 und 60; unter D Bruchstück eines Bechers Form 78 mit Germ[aui und dem Löw^en Type 28 ; sodann unter A und B sehr merkwürdige Becherreste von Windisch (Mu- seum Brugg) im Stil des Germanus, mit der Bacchantin Type 13 und dem Krieger 11. — Auch alle übrigen Einzeltypen sind auf signierten Gefässen oder auf solchen, die Stil und Art des Ger- manus haben.

Germanus war einer jener Töpfer, die, ähnlich wie der auf Tafel 45—47 behandelte Licinus, Schöpfer oder erste Benutzer von sehr vielen hübschen, figürlichen und ornamentalen Typen

*) Dass es eine Darstellung des Vulkan ist, die auf ein bedeutendes antikes Werk zurückgeht, auf welchem Vulkan und Minerva dem Peleus Sclnvert und Schild, Helm und Speer darreichen, habe ich nachgewiesen Fundberichte aus Schwaben XVIII Seite 42, Tafel VI 11 und 13.

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waren, die dann später von anderen Töpfern weiter benutzt und verdorben wurden; man findet seine Typen z. ß. teilweise bei Sabinus, Secundus und M. Crestio. Die Anordnung seiner Typen, seine Dekorationen, zeigen fast immer Geschmack, Eigenart und Ab- wechslung. Die meisten anderen Töpfer dieser Zeit sind Stümper gegenüber Germanus.

Tafel 36 Fig. A. Rottweil. Museum ßottweil. Arbeit des Germanus mit den Typen 23 a, 24 a, 51, 67, 70, 81, 82 und mit den seltenen kleinen Tierköpfchen 33 a.

Fig. B. Rottweil. Museum Rottweil. Diese schöne Schüssel ist teilweise Rottweil 1907 Tafel IV 2 abgebildet; ich habe seither noch mehr dazugehörige Scherben gefunden, wodurch die neue Ab- bildung dieser schönen Schüssel wünschenswert erscheint.

Fig. C. Windisch. Museum Brugg. Schüssel mit Gerraani f.

Fig. D. Luxeuil. Nach Vaissier Tafel III 68. Man sieht die Löwin Type 26, die Germanus sehr gerne auf seinen Arbeiten anbringt, wie auch Fig. E zeigt und Tafel 39 T.

Fig. E. Windisch. Museimi Brugg. Schüssel mit Gei-mani f ; Spuren der gleichen Löwin wie auf D.

Tafel 37. Fig. F. Museum Bonn 10764.

Fig. G. Nymegen. Slg. Kam 50. 0.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden. Offenbar Rest einer Schüssel wie Fig. B der vorigen Tafel.

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 1979. Dekoration wie auf B und H.

Fig. K. Museum Bonn. 9212. Diese Dekoration ist bei Germanus selten. Der Stempel ist anders als sonst.

Fig. L. Vechten. Museum Leiden 1396.

Fig. M. Vechten. Museum Leiden 452 e. Schlechte Arbeit.

Fig. N. Vechten. Museum Leiden 1387.

Tafel 38 Fig. 0. Bregenz. Museum Bregenz. 12. 553. Auf Dragd. 37. Späteste Arbeit mit GERMANI F. Rottweil 1912 XXVI 3 ist ein verwandtes spätes Stück von Augsburg abgebildet. Roger (Zeitschrift des Hist. Vereins f. Schwaben und Neubiirg 39, 1913) bringt Tafel III la, b eine Schüssel sehr verwilderten Stils (des Germanus?) mit SER im Oniameut. — Vergl. Text zu Natalis, Tafel 61*).

*) Der Spätzeit des Germanus gehört auch an das Gefäss ORL 74, Kastell Kösehing, Seite 33 und Abbildung Tafel 111 Fig. 9, mit Text Seite 30. Knorr, Töpfer verzierter Si^lata. . 4

— 50 —

Fig. P. Bregeuz. Museum Bregenz. 11. 462. Becher Dragd. 30. Weil sonst nie die Diagonalverzierung- auf Arbeiten des Germanus^ zu sehen ist, überrascht hier diese Dekoration. Offenbar späte, sehr nachlässige Arbeit des Germani f stempelnden Töpfers ; auffallend verwandt mit der Dekoration des Bechers des M. Crestio Tafel 28 A.

Fig. Q. Kempten. Museum Kempten. Dieser Becher ist zwar nicht signiert, hat aber ganz die x4.rt der Becher der älteren Zeit des Germaniis.

Die Figur Tafel 38 Type 89 ist nach einem Gefäss 37 im Stil des Germanus (Museum Bregenz 12. 519).

Tafel 39. Fig. R. Windisch. Museum Zürich. A. G. 4201. Becher der Form 78 mit Stempel Germa, der aber anscheinend schlecht, mit Verdoppelung, in den Model gedrückt wurde. Die Hasen werden später von vielen anderen Töpfern benützt in der Zeit Domitians.

Fig. S. Windisch? Museum Solothurn 503. Anscheinend Form Dragd. 30. Mit Type 49.

Fig. T. Äugst. Antiquarium Basel. Dragd. 37. Bemerkens- wert ist das dem Namen angeschlossene verkehrte S.

Fig. U. Äugst. Antiquarium Basel (Herzog). Becher Dragd. 30. Dieser Apollo, Type 90, ist selten auf Arbeiten des Germanus.

Fig. V. Museum Strassburg. Becher Form 78. Wiederholt nach Rottweil 1907, VIII 8.

Fig. W. Windisch. Museum Brugg. Form 78. Wiederholt nach Aislingen Textbild 6 D. Germanus scheint viele solche kleine Becher gemacht zu haben.

Tafel 39, unten: Mainz. Stadt. Museum. Der Töpfer hat Beziehungen zu dem Töpfer Ingenuus, der bei Tafel 40—42 be- sprochen ist; viele Typen und die Dekorationsweise aber hat er gemeinsam mit dem OF. CRESTIO stempelnden Töpfer, dem sicher auch der Becher Tafel 95 A zuzuschreiben ist. Der schlanke Hund' spielt auch eine Rolle auf Sigillata des Licinus.

Textbild 22. Drei Beispiele kleiner Gefässformen. Fig. 3 steht in Beziehung zu Germanus

1. Günzburg. Museum Günzburg. Becher der Form 78, aber ungewöhnlich breit. Zeit Vespasians.

2. Rottweil. Museum Rottweil. Kleine Vase der Form 67. Zeit Vespasians.

3. Cannstatt. Slg. Knorr. Museum Stuttgart. Der Becher ist ein besonders spätes Beispiel der Form 78; er ist plump und

— 51 —

roh gearbeitet. Der tanzende Faun stammt ans dem Typenschatz des oben besprochenen Töpfers Gerraanus; aber dieses Figürchen erscheint auf dieser späten Arbeit völlig verdorben. Zeit Domitians.

Zu Tafel 40-42. Fig. A. Neuss. Slg. Sels 150. Die untere Zone zeigt noch sehr frühe Anordnung, die an arretinische Sigillata anklingt. Ver- wandte Dekoration haben die Gefässe C, D und G, die vielleicht auch aus der Offizin des Ingenuus stammen und jedenfalls von einem ihm sehr nahestehenden Töpfer sind.

Mainz .

Textbilö 23.

Fig. B. Hofheim. Museum Wiesbaden 09. 57.5. 9. Eitterling 1913 S. 239, 277.

Fig. C. Hofheim. Museum Wiesbaden 10. 428. Ritterling Hofheim 1913 Tafel XXXII 17 A und S. 216. Verwandt mit Ar- beiten des Ingenuus.

Fig. D. Neuss. Slg. Sels 156. Nahe verwandt mit der Schüssel des Ingenuus Fig. A.

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 452. 1178. Sehr zierlich ist das eigentümliche Motiv in der oberen Zone, das als Type 36 besonders abgebildet ist; es ist auch auf Gefäss P Tafel 42.

Tafel 41 Fig. F. Neuss. 'Slg. Sels 1167. Anscheinend etwas spätere Arbeit des Ingenuus.

Fig. G. Neuss. Slg. Sels. Die Aufnahmen und Skizzen der Gefässe G, H, I, K verdanke ich Oxe. Profil von G und I wie

— 52 —

Tafel 2 L. Hier ist das Motiv Ingenuus 2 zu sehen, wie auf Fig. B und H. Ebenso hat dieser altertümliche Becher das gefiederte Blatt Type 1 des Ingenuus. Der Vogel ist wie auf der frühzeitigen Bregenzer Schüssel Tafel 4 S und wie auf 42 N.

Fig. H. Mainz 37. 3. 96 Schustergasse 41. Stadt. Museum. Becher Dragd. 30. Offenbar sehr frühe Arbeit. Der Vogel und das Motiv Inge- nuus 2 ist auch auf dem sehr frühen Gefäss G von Neuss zu sehen.

Fig. I. Neuss. Slg. Sels. Dieser sel^r frühe Becher der fast noch arretinischeu Form Tafel 2 L ist ziemlich genau wie das gleichartige Gefäss aus Bregenz Tafel 2E und ähn- lich wie Tafel 3 M und 0.

Fig. K. Neuss. Slg. Sels. Becher Dragd. 30. Das Gefäss gehört in die Reihe der frühesten südgallischen Erzeugnisse. Der springende Löwe ist ebenso auf dem sehr frühen Gefäss 3 P von Bregenz. Selten ist der Ochsenkopf.

Fig. L. Mainz. Stadt. Museum.

Tafel 42. Fig. M. Speier, Allerheiligenstrasse 1874. Slg. Heydenreich. Museum Speier. Dieser Becher ist merkwürdig als Bindeglied zwischen sehr frühen und ziemlich späten Sigillaten. Der Hund und der Hase werden noch von vielen Töpfern der Zeit Vespasian-Domitian weiterbenützt. Die weibliche Figur ist sehr beliebt bei Masclus Tafel 52. Das spitze Motiv, das in den Zwickeln der Bogen nach oben steht, ist auf der frühen Schüssel des Ingenuus Fig. A Tafel 40 anders verwendet ebenfalls zu sehen ; ebenso das Motiv Ingenuus 1.

Fig. N. Museum Bonn. Der Vogel in der oberen Zone ver- bindet diese Schüssel mit dem sehr frühen Becher G Tafel 41.

Fig. 0. Vechten. Museum Leiden 1322. 9. I. 347.

Fig. P. Nymegen. Slg. Kam 219. Das Ornament der oberen Zone wie auf E.

Fig. Q. Mainz. Rheinallee 1. 10. 1900. Stadt. Museum. Der Töpferstempel ist anders als auf den Gefässen A, B und F.

Fig. R. Mainz. Stadt. Museum. Stückchen mit merkwürdiger Palmette. •

Nachtrag siehe Textbild 37.

Zu Tafel. 43

(unö 44 oben). Bei den hier abgebildeten Gefässen und Typen ist sehr zu beachten, dass die IVCVNDVS gestempelten Gefässe, also B, (V

— 53 —

D, K, die frühesten Arbeiten dieses Töpfers sind oder aber von einem früheren Töpfer gleichen Namens stammen. Die OF. IVC\TsDI signierten Arbeiten E, F, G, H, sind später und reichen bis in die Zeit Vespasians. Am spätesten sind die OF. IVCVN gestempelten Gefässe, die z. B. in dem vespasianischen Eottweil auffallend zahlreich sind.

Die Type 14 ist auf einem Gefäss Rottweil 1907, I 5. Die Typen 2, 3, 4, 5, 7, 10 sind auf einem Gefäss, das ich abgebildet habe Rottweil 1907, Tafel II 2; das Motiv 9 ist ebendort auf Fig. 3.

Textbilö 24.

Fig. A. Wiudisch. Museum Brugg. Den schlanken Leoparden hat auch die Firma Bassus-Coelins, aber er ist bei Jucundus kleiner.

Fig. B. Vechten.- Museum Leiden 491. Durch seine T3rpen ist dieses Gefäss verknüpft mit Albinus, Amandus, Melus und Scottius. Den eigentümlichen Perlstab 22 der frühesten Ar- beiten des Jucundus sieht man auch auf Arbeiten des Albinus, Amandus, Aquitanus, Baibus, ßilicatus, Ingenuus, Scottius, Senicio.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 2034. L 1190. Dekoration ähnlich bei Maccarus Fig. E Tafel 50, und bei Scottius Fig. F Tafel 71.

Fig. D. Neuss. Slg. Sels 732.

Fig. E. Museum Bonn. 49. 2561. Die Blüte Type 27 ist auch benützt von den vespasianischen Töpfern Cotto, M. Crestio. Crucuro, Meddillus, Vaderio, Celadus.

Fig. F. Vechten. Museum Leiden. 489 a.

— 54 —

Tafel 44. Fig. G. Vechteu. Museum Leiden.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden.

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 1467. Oxe machte mich darauf aufmerksam, dass dieser Stempel sehr wahrscheinlich zu er- gänzen ist SEX. IVL. IVJCVND, wie die 3 Stempel Tafel 87 unten.

Fig. K. Mainz, Rheinallee 24. 7. 1900. 712. Stadt. Museum.

Noch zwei Gefässe des Jucundus bringt Textbild 45.

Zu Tafel 44.

Die obere Reihe schon besprochen im Text zu Tafel 43.

Zweite Reihe links: Neuss. Slg. Sels 688. —

Rechts. Kempten. Museum Kempten. Das Bruchstück hat IIVST im Ornament und .... STI als Rest eines Bodenstempels, den man vielleicht zu OF. IVSTI ergänzen darf. Der gleiche Töpfer stempelt auch IVST. Die Typen 11 und 12 sind nach Dech. gezeichnet, die übrigen nach Stücken dieses Töpfers, welche Beh- rens in Mainzer Zeitschrift X, Seite 96, mitgeteilt hat, mit Ab- bildungen von Kessler.

Mitte Fig. A. Museum Bonn 326. 22.

Fig. B. Neuss. Slg. Sels 1108.

Fig. C. Bregenz. Museum Bregenz 6. 66. 352. Der Greif Type 12 kommt auch vor bei den Töpfern C. ANPATR, Cosius Rufus, Crestio, M. Crestio, Mommo und auf den Gefässen 90 A, C, D, also auf Arbeiten der Zeit Claudius-Nero- Vespasian.

Die Type 3 ist nach einem Gefäss Aislingen Tafel III Fig. 10.

Weitere Arbeiten dieses Töpfers bringt Textbild 38 und 43.

Unten: Vechten. Museum Leiden. 2104. 226. Gefässe der Form 29 mit dem Stempel dieses südgallischen Töpfers Libertus sind sehr selten.

Zu Tafel 45—47.

Die LICINVS und LICINVS F. gestempelten Gefässe dieses Töpfers sind die älteren; die OF. LICINIANA gestempelten sind jünger.

Fig. A. Hof heim. Museum Wiesbaden 17766. Ritterling Hofheim 1913 Tafel XXIII. Das Gefäss ist typisch für die Zeit des Claudius.

Fig. B. Weiseuau bei Mainz 18. 1. 99. Stadt. Museum. Das Gefäss bringt sehr viele Typen des Licinus.

Fig. C. Weisenau bei Mainz 1913. Stadt. Museum. Diese Schüssel zeigt, dass Licinus der Schöpfer oder erste Benutzer einer

Meoge vou Typen war, die dann in der Zeit des Nero und Ves- pasian von vielen Töpfern weiterbenützt wurden.

Fig. D. Mainz. Stadt. Museum. 33,114. 464.

Fig. E. Neuss. Slg. Sels 1650. 21. 9. 07.

Tafel 46 unten Mitte : Angst. Museum Solothurn, Coli. Amiet, 519, auf Dragd. 29. Eest einer Schüssel etwa in der Art des Ge- lasses Tafel 47 F.

Fig. F. Fundort sehr wahrscheinlich Windisch. Museum Solothurn.

Fig. G. Windisch A. G. 1847. Antiquarium Basel.

Fig. H. Bregenz. Museum Bregenz 1909. 5. ,,vis ä vis Höll". Erinnert an Licinus.

Fig. I. Asberg, westliche Seite der Römerstrasse, Weuz, Juni 1894. Museum Crefeld. Erinnert an Arbeiten des Ingenuus, Licinus und Naraus.

TextbilÖ 25.

Zu Tafel 48.

Fig. A. Weisenau bei Mainz 10. 1911. Stadt. Museum. Der Töpfer ist etwa gleichzeitig mit der OF. BASSI COELI stempelnden Offizin. Interessant ist die Darstellung des kleinen gallischen Kriegers. (Diese Schüssel ist publiziert Mainzer Zeitschrift VLl, Tafel VI 6.)

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 2127. Der Kranz ist wie bei Daribitus.

Mitte links: Kempten. Museum Kempten. Auf Dragd. 29.

Unten: Köln. Museum Bonn 8b. Die Gans stammt aus dem Typenschatz des Daribitus und Licinus und ist dann von vielen Töpfern benützt.

— 56 —

Zu Tafel 49-51.

Die Arbeiten des Maccarus haben viel Selbständigkeit nnd einen ganz bestimmten Stil, wie namentlich die Gefässe der Tafel 50 zeigen. Das Stück G ist zwar nicht signiert, kann aber mit Sicherheit dem Maccarus zugeteilt werden. Beachtenswert ist bei den Gefässen E, F, G besonders der sehr schmale obere ge- strichelte Rand, der für sehr frühe Zeit, für die Zeit des Tiberius, spricht. Der Stempel auf E und F bezeichnet die ältesten Arbeiten; der Stempel bei A und I bezeichnet etwas jüngere Gefässe; die Schüsseln mit dem Stempel wie auf B, OF. MACCAEI, sind die spätesten Arbeiten des Töpfers oder seiner Arbeiter.

Fig. A. Neuss. Slg. Sels 163. Diese gelappten Blätter sind sehr charakteristisch für Maccarus ; sie sind auch auf C, D und H.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 515. 2. 12.

Fig. C. Neuss. Slg. Sels 27. 10. 05.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1324. 2. L 345. Zwar nicht signiert, aber sicher von Maccarus.

Fig. E. Bregenz. Museum Bregeuz. Diese interessante Schüssel ist zusammen gefunden worden mit den sehr frühen Gefässen, die ich Tafel 1 — 4 abgebildet habe.

Fig. F. Äugst. Antiquarium Basel 1906. 627.

Fig. G. Angst. Antiquarium Basel. Coli. Fre}'. Der Stempel ist zwar verloren, aber die Schüssel kann mit Sicherheit dem Maccarus zugeschrieben werden, weil sie den gleichen schmalen oberen Rand und den kräftigen, geriffelten Wulst hat wie E und F und die gleiche Rosette wie A, F, I, ferner den gleichen kleinen gestrichelten Ring wie I und weil die Stiele der Ranken gleich zitterig gezeichnet sind wie auf F. Auch ist die Anordnung der oberen Zone wie auf E.

Fig. H. Bregenz. Museum Bregenz 1896. 400. Becher der Form 30 mit dem Blatte des Maccarus und mit einem Eierstab, der auch auf den sehr frühen Bregenzer Gefässen Fig. D, E, F Tafel 2 und P Tafel 3 vorkommt.

Fig. I. Windisch. Museum Aarau 129. 10.

Fig. K. Basel. Antiquarium Basel 1906. 3030. Das Stück- chen hat die Rosette der signierten Maccarusschüssel I, die herz- förmige Blüte von H und zeigt auch sonst Stil und Art des Maccarus.

Fig. L. Vechten. Museum Leiden I 359. 3.

Fig. M.

Fig. N.

29-Schüssel.

57

Windisch. Museum Aarau 129. 147. Äugst. Antiquarium Basel. Untere Zone einer

Zu Tafel 52.

Oben links: Typen nach Dechelette S. 284.

Oben rechts: Diese drei Typen schreibt Dechelette S. 285 einem OF. MARC stempelnden Töpfer zu; ich halte den Stempel für verlesen aus OF. MERC, wie Tafel 57 Fig. 26; für diesen südgallischen Mercator würden die Typen ganz gut passen.

Textbilö 26.

Zweite Reihe: Fig. A. Mainz, Castrum. Röm.-Genu. Zentral- Museum 11.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden. 605. 13.

Fig. C. Mainz, Gautorplatz, 1. 7. 1901. Stadt. Museum. — Durch die Palmette verknüpft mit Frontinus. — Dieser südgallische Marinus darf natürlich nicht verwechselt weitlen mit dem viel späteren Rheinzabern- und Kräherwald-Marinus.

Dritte Reihe links: Njmegen. Slg. Kam 417. Auf Dragd. 29.

Mitte: Museum Bonn 16414, auf Dragd. 29 und Mainz, Stadt. Museum.

— 58 —

Zu Masclus, Fig. A. Vechten. Museum Leiden 1530.

Fig. B. Neuss. Slg. Sels 89. Masclus hat besonders gerne Becher der Form 30 gemacht und hat hübsche Typen, die dann viele andere Töpfer weiterbenützen. Die Gruppe Löwe mit Ga- zelle ist von Albinus (dem Jüngeren) ebenfalls benützt ; die Gruppe ist aber dort kleiner und etwas verdorben. — Auf den Bechern des Masclus sieht man in der Regel zwischen das Ornament seinen Namen geschrieben, aber manchmal auch auf seinen Gefässen Dragd. 29, wie das von mir Rottweil 1912 Tafel VIII 12 publizierte Stück von Reichenhall im Nat.-Museum München zeigt, auf das mich Jacobs aufmerksam gemacht hat; auf diesem Gefäss sind die Typen 9, 16, 17, 26, 28 und die Schrift 32. Die meisten Typen sind dem schönen Gefäss aus Wien entnommen, das ich abgebildet habe Rottweil 1907 Tafel XIII 2 und Aislingen Textbild 2. Einige Typen sind von dem in Asberg gefundenen Becher, der von Sie- bourg in Bonner Jahrbücher XCVI und XCVII, S. 262 Tafel 10 beschrieben wui-de und auch Aislingen Textbild 3 abgebildet ist. Die Typen 11, 19 und 20 und die Schrift 31 sind nach dem Becher Walters M 444 gezeichnet. — Die Typen 33, 34, 35, 36 sind nach einem bisher unbekannten Becher des Masclus gezeichnet, der Tafel 98 A abgebildet ist; nur das M des Namens ist erhalten. — Ich halte auch den Tafel 87 H wieder abgebildeten Becher von Hofheim (Ritterling Hofheim 1905 S. 416) für eine Arbeit des Masclus; die letzten Buchstaben seines Namens VS sind erkenn- bar, das F ist verkehrt. Dieser Hofheimer Becher hat den Eier- stab der späteren Arbeiten des Masclus und die 3 Mohnkapseln und Ranken, die auch auf dem Rottweiler signierten Becher Tafel 98 A zu sehen sind und auf einem von Behrens mitgeteilten Mainzer Becher (Mainzer Zeitschrift X, S. 96, mit Abbildung von Kessler). Die beiden letzteren Gefässe sind späte Arbeiten des Töpfers. Einen sehr feinen- frühen Becher des Masclus, der aber nicht signiert ist, habe ich mitgeteilt Sigillata Risstissen S. 58, in der Festschrift der Stuttgarter K. Altertümersammlung 1912. — Auf Textbild 13 ist zu ersehen, dass Masclus durch einige Typen mit mehreren älteren und vielen späteren Töpfern verknüpft ist. Mit dem späteren Masclus der Tafel 53 darf er nicht verwechselt werden. — Dechelette S. 285 kannte nur 3 Typen des Masclus: die „Penelope", den Panther und den kleineu Bären; bei den beiden letzteren war er auf die schlechten Abbildungen bei Roach Smith angewiesen.

— 59 —

Eine Arbeit des Masclus ist auch der Becher Tafel 87 G: er hat Reste von Schrift, die von links her zu lesen ist. Das ligierte M und A mit angeschlossenem schrägem S ist wie auf der Masclus- signatur Tafel 52 Nr. 32 (von Reichenhall, oben erwähnt), nur sind die Buchstaben auf dem Windisch-Becher nicht so klar eingeschrieben oder ausgedrückt; auch das C ist zu erkennen, ebenso das L und die Hälfte des U. Dieser Becher Tafel 87 G hat auch das Motiv Masclus Tafel 52 21 : es wird sich um eine späte Arbeit des Masclus handeln.

Textbild 41. Schitterstadt. Museum Speier. Schöner Becher i^mit der Signatur des Masclus MA links im Ornament; der Name ist bisher nicht bemerkt worden.

Textbild 23. Weisenau bei Mainz 18. 1. 99. Stadt. Museum. Verwandt mit Bechern des Masclus, ebenso Textbild 39.

■:^Uüi)öoox^C;0^iO^!-S^^-''^^^^^

Zu Tafel 53.

Oben: Typen des OF. MASCVLI stempelnden Töpfers der Zeit Domitians, der nicht verwechselt werden darf mit dem bei Tafel 52 behandelten Masclus der Zeit des Claudius uud Nero. Die T\-pen sind entnommen den von mir Cannstatt-Köngen 1905 Tafel XI 1, 3 und XII 2 abgebildeten Gefässen mit seinem schwer lesbaren Stempel. Stil und Art des Töpfers ist aus diesen Ge- fässen gut zu ersehen. Die Hasen stammen aus dem Typenschatz

— 60 —

des Germanus und sind dann z. B. auch von Biragill benützt; diese Hasen sieht man sehr viel auf Sigillaten vom Ende des Jahr- hunderts. Diese Diana hat auch L. Cosius und Crucuro.

Unten: Hofheim. Museum Wiesbaden 17614, 20. Ritterling Hofheim 1904 S. 418. Die anderen Typen des Matugenus sind nach der auf Textbild 24 abgebildeten Schüssel und nach einem von mir Aislingen Tafel IV 3 mitgeteilten und einem anderen von Windisch, Aislingen Tafel XVHI 7.

Textbild 24: Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum. Arbeit der Frühzeit des Matugenus. Der Töpfer hat in Montans gearbeitet (Dech. S. 286). t

Zu Tafel 54.

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil. Zu dieser Schüssel, die schon Rottweil 1907 Tafel HI 1 veröffentlicht ist, haben sich inzwischen weitere Bruchstücke gefunden; und da gerade dieses Gefäss sowohl über die Typen, als auch über .Stil und Art des Meddillus guten Aufschluss gibt, ist es hier vollständiger wieder- gegeben. Durch gemeinsam benützte Typen ist Meddillus beson- ders eng verknüpft mit den Töpfern Biragill, Calvus, M. Crestio, Crucuro, Felix, Jucundus, Mercator, Modestus, Mommo, Niger, Passenus, Paullus, Secundus, Vaderio, Yitalis. — Einige Typen ' sind den auf Tafel 55 abgebildeten 10 Schüsselresten des Meddillus entnommen. Die Typen Nr. 2, 5, 10 habe ich Walters M 308 entnommen und Nr. 14 Walters M 400. Der Hase Fig. 9 ist nach Dech. S. 286. Der Töpfer hat in La Graufesenque gearbeitet.

Zu Tafel 55.

Zu den hier abgebildeten Gefässen des Meddillus vergl. das

im Text zur vorigen Tafel Gesagte.

Fig. B. Mainz. Stadt. Museum 463. 32. 107.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 2225.

Fig. D. Grimmlinghausen. Museum Bonn 6467.

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 479 e.

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 2242.

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 1476.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 636 a.

Fig. L Augsburg. Museum Augsburg.

Fig. K.. Mainz. Stadt. Museum (nicht: Marcellus).

Fig. L. Weisenau bei Mainz. Stadt. Museum 14. 2. 99.

— 61 —

Unten: Vechten. Museum Leiden 23. Seltener Stempel. Der Töpfer muss, nach seiner feinen Arbeit zu schliesseu, in der Zeit Claudius-Nero gearbeitet haben.

Zu Tafel 56-

Fig. A. Wiudisch. Museum Aarau. Katalog Gessner-Siegfried S. 104 Tafel XII 76.

Fig. B. Weisenau bei Mainz 10. 1911. Stadt. Museum. Mainzer Zeitschrift 1912 Tafel VI. Dieses Gefäss ist etwas jünger als A.

Textbild 25. Mainz. Stadt. Museum.

Die Typen 10, 11, 21, 22 sind dem von mir Aisliugen Tafel VII 4 abgebildeten Strassburger Gefäss entnommen. Melus ist ein sehr interessanter Töpfer, der in der Zeit Claudius-Xero ge- arbeitet hat.

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MalnT.

Textbilb 28.

^6

Zu Tafel 57.

Der südgallische Mercator, der nicht mit den gleichnamigen Töpfern in Lezoux und Heiligenberg verwechselt werden darf, hat hauptsächlich Schüss'eln Dragd. 37, aber auch Gefässe der Form Dragd. 29 mit dem Fig. 26 abgebildeten Stempel gemacht: (Den von Dech. S. 285 zitierten Stempel OF. MARC von Vienne' halte ich für verlesen aus OF. MERC; dessen Typen habe ich Tafel 52 wiedergegeben.) —

— 62 —

Die Gladiatoren des Scherbens E sind vollständiger Fig. 3 und 4 wiedergegeben nach einem von mir Rottweil 1912 Tafel XVI 1 mitgeteilten Becher, der aber nicht signiert ist. Diese Gla- diatoren hat auch M. Crestio, siehe Textbild 36. Der Töpfer ist durch seine Typen hauptsächlich verknüpft mit Biragillus. Paullus und Pudens. Die Typen 22 — 25 sind auf einer Schüssel aus Günzburg*), von welcher mir Roger eine Zeichnung übermittelt hat. Nur die Typen 1, 2 und 7 habe ich nach Dech. S. 286. Die folgenden Scherben A — I sind alle von Schüsseln Dragd. 37.

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil.

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam 208. Die gleiche Darstellung, Kampf eines Bestiarius mit einem Stier, ist besser zu sehen auf L

Fig. C. Antiquarium Basel. Die Victoria 21 ist ebenso bei Biragill und Pudens.

Fig. D, Windisch. Museum Brugg 532. Man sieht links noch den Fuss des Gladiators Fig. 4.

Fig. E. Windisch. Museum Brugg 4041.

Fig. F. Windisch. Museum Brugg.

Fig. G. Windisch. Museum Brugg 2523. Man beachte die ganz ähnliche Art, wie Frontinus (Tafel 33) seinen Modelstempel unter dem gleichen Hund anbringt, wie Mercator auf G und H.

Fig. H. Rottweil. Museum Rottweil. Wiederholt nach Rott- weil 1907 Tafel XIV 6.

Fig. I. Baden-Baden. Museum Baden-Baden. Wiederholt nach Rottweil 1907 Tafel XIV 12. Die Darstellung auf diesem Scherben ist fast gleich der des Scherbens von Nymegen Fig. B.

Zu Tafel 58.

Oben: Diese Typen sind dem Gefäss Ritterling Hofheim 1913

Tafel 24, 9 entnommen. Weitere Typen gibt die Schüssel Mainzer

Zeitschrift X Seite 97.

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 472. I. 48. 10. Sehr

hübsche Schüssel des Modestus, die in der Zeit des Claudius ent- standen sein wird. Der eilende Merkur im Medaillon ist ebenso auf dem schönen Becher Tafel 97 B, der ohne Zweifel ebenfalls der Offizin des Modestus entstammt. Die Anordnung des Orna- ments der oberen Zone des Gefässes A von Vechten erinnert noch ein wenig an die des wesentlich älteren Albinus Tafel 1 B und an 90 C.

*) Abgebildet Textbild 47.

— 63 —

Fig. B. Museum Wiesbaden 17154. Die Schüssel ist aus der späteren Zeit des Modestus. Die drei Köpfe sind auch auf dem Scherben von Vechten.

Fig. C. Bregenz. Museum Bregenz 12, 43-1:. Bruchstücke einer späten Schüssel des Modestus.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1343. Hier sind die drei Köpfe deutlicher als auf C.

Textbilö 29.

Zu Tafel 59.

Die Fabrik des Mommo hat sehr lange gearbeitet; dieser Töpfer ist einer der bekanntesten von La Graufesenque. Einige Einzel typen habe ich entnommen den Stücken A — D; die Typen 1—4, 11, 22, 24, 25 sind nach einem Becher Dragd. 30 aus Win- disch, den ich abgebildet habe Aislingen Tafel 18, 8: die Typen 5, 6, 9 und 10 sind nach Dech. S. 287.

Fig. A. Nymegen. Slg. Kam 36. Auf Dragd. 37.

Museum Aarau 129. 13. Auf Dragd. 29. Museum Aarau 129. 11. Hübsch ist das

Fig. B. Windisch.

Fig. C. Windisch.

ganz kleine Vögelchen.

Fig. D. Windisch.

Museum Aarau 129. 12.

Unten rechts; Form 29.

Vechten. Museum Leiden 2321. Bodenstück

— 64 —

Die Typen des Murranus 1—4 habe ich der Schüssel Walters M 259, S. 89 Fig. 96 entnommen, deren Stempel nicht OF. MAETII, sondern OF. MVRRANI zu lesen ist; dass der Stempel so zu lesen ist, habe ich begründet Aislingen (im Jahrbuch des Hist. Vereins Dillingen 25, 1912) Text zu Tafel III Fig. 12 und X 12. — Die meisten anderen Typen des Murranus sind von den sehr interessanten Gefässen gewonnen, die Behrens mit Zeichnungen von Kessler in Mainzer Zeitschrift X, 1915 Seite 97 mitgeteilt hat. — Durch die Type 14 ist Murranus verknüpft mit dem recht frühen Amandus.

Unten Fig. A. Vechten. Museum Leiden 705 a.

Fig.B. Vechten. MuseumLeiden 1497. Die OF. MVR gestempelten Gefässe sind wesentlich später als die mit OF. MVRRANI; es sind wahrscheinlich 2 Töpfer.

Zu Tafel 60.

Fig. A. Mainz. Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. Museum.

Fig. B. Mainz. Rheinallee 31. 7. 1900. Stadt. Museum.

Fig. C. (Tafel 61) Mainz. Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt.. Museum. Der Fundpunkt ist der antike Rheinhafen.

Dazu Textbild 26: Mainz, Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. Museum.

Gefässe des Namus sind selten, und es ist ein ganz besonderer Glücksfall, dass in Mainz am gleichen Fundplatz und fast am gleichen Tage 4 interessante Gefässe dieses Töpfers ans Licht kamen. — Das herzförmige gezackte Blättchen Type 16 hat Namus mit dem ebenfalls in früher Zeit arbeitenden Scottius gemeinsam; das Blättchen Type 2 hat auch der frühe Volus. Andere Typen verknüpfen ihn mit Senicio; das Blättchen 1 hat auch Oaius. Dechelette bringt über diesen Töpfer nichts ; Namus dürfte zu den ältesten Töpfern in La Graufesenque gehören.

Zu Tafel 61.

Fig. C. Namus ist im Text zur vorigen Tafel besprochen.

In der Mitte: Typen des südgallischen Natalis, Töpfers in Banassac. Er wird bis weit in die ZeitTrajans gearbeitet haben. Die Typen sind nach einem signierten Gefäss 37 von Rottweil, das ich abgebildet habe Rottweil 1907, Textlig. 2 S. 17. Mit diesem Natalis, oder mit ihm sehr nahestehenden Töpfern, sind zusammen- zubringen die im folgenden aufgeführten Gefässe, die alle ein ganz bestimmtes, barbarisches Gepräge haben. Dieser Natalis — oder

— 65 —

seine Genossen — haben in sehr später Zeit die nun heiTenlosen Typen früher Töpfer in recht roher Weise weiterverwendet. Da- durch erklärt sich auch die Tatsache, dass auf diesen rohen Pro- dukten manchmal sehr hübsche Einzeltypen zu sehen sind. (Dieser Natalis darf nicht verwechselt werden mit späteren Töpfern gleichen Namens.) Es handelt sich um folgende Gefässe, auf deren Eigen- art ich schon früher aufmerksam gemacht habe : Cannstatt-Köngen 1905 Tafel X 1—8, XIII 8, XV 8; Rottweil 1907 Tafel XIV 10, XV 9, 11, 12; Rottenburg Tafel I 14, 17; II 5 (unten mit Spuren des A des Aisus?), 8; III 1—12; IV 1—13; Rottweil 1912 Tafel XIX 4 (dort sieht man das Motiv Ingenuus 20 Tafel 40, das zwar arg verdorben, aber deutlich zu erkennen ist als eine Type, welche

Textbilö 30.

die frühen südgallischen Töpfer vielleicht schon in der Zeit des Tiberius benützt haben und dann die Banassactöpfer) ; XXIV 1 — 11; XXV 1—6; XXVI 1, 2. Sehr selten sind diese Produkte signiert; ich kenne fast nur die Schüssel des Natalis ; manchmal haben diese Arbeiten unten am Ornament ein A, vielleicht zu Aisus zu ergänzen; und was das merkwürdigste ist, man begegnet hie und da auf Gefässen dieses Stils oder dieser Spätzeit dem verkümmerten Stempel GERMANI F. S oder SER, z. B. Rottweil 1912 XXVL 3, auf einem Stückchen von Augsburg. Ein später Nachkomme oder Nachfolger des in der Zeit Nero-Vespasian schöne Arbeiten ferti- genden Germanus hat also derart schlechte Arbeiten gemacht. Das Bregenzer Stück Tafel 38 0, ist ebenfalls ein spätes Produkt; vergl. auch bei Roger Tafel III 1 die barbarische Schüssel mit SER im Ornament. —

Knorr, Töpfer verzierter Sigillata. 5

— 66 —

Auf Textbild 50 gebe ich eine Schüssel der Art des Natalis, mit einem Medusenkopf und mit anderen sinnlos verwendeten älteren Elementen. — In diesen Kreis gehört auch die Schüssel ORL 74 Kastell Kösching Tafel III Fig. 9, Text Seite 30 und 33, mit Stempel Germani f. ; vergl. oben das im Text zu Tafel 34 — 39 über späte Arbeiten des Germanus Gesagte. — Das erwähnte A sieht man auch auf Tafel 85 D.

Zu Niger:

Fig. A. Museum Bonn 17281.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1320.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 2349.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1493.

Durch seine Typen und durch seinen Stil ist Niger verknüpft mit vielen Töpfern der Zeit Neros und Vespasians. Die Typen 1, 2, 3, 4 habe ich nach Walters M 355 und 356 gezeichnet. Töpfer in La Graufesenque.

Zu Tafel 62.

Oben links: Diese 3 Typen sind nach Dech. S. 288.

Oben rechts: Nach Dech. S. 288; 3 Typen in einem signierten Model der Form 37, aus Montans. Zeit des Tiberius.

Fig. 1 — 66. Typen des Passienus oder Passenus. Die Arbeiten mit Stempel OF. PASSIENI sind die älteren. Die meisten Typen sind den auf Tafel 62 — 64 abgebildeten Gefässen entnommen. Peinige sind nach Gefässen, die ich abgebildet habe Aislingen Tafel IX 1 und XVII 5. Nur die T3T)en 2 und 4 sind nach Walters M 352. — Weitere Typen gibt mein Textbild 40.

Fig. A. Äugst. Antiqiiarium Basel. „PIPIENI". Deutlicher Passenusstempel.

Zu Tafel 63.

Fortsetzung zu Tafel 62.

Fig. B. Rottweil, Brandstellen auf St. Nicolaus. Ausgegraben 1907. Museum Rottweil. Man beachte den horizontal gerichteten Kranz der mittleren Zone der Gefässe B, C, F, G; diese Deko- rationsart beginnt schon in der Zeit Neros, ist aber besonders beliebt in der Zeit Vespasians ; unendlich viele Rottweiler Gefäss- scherben zeigen diese Verzierungsweise.

Fig. C. Kastell Neuenheim bei Heidelberg. Stadt. Museum Heidelberg. Fritsch, Terra-Sigillata-Gefässe Tafel 6, 791. Meine Abbildung, auch des Stempels, ist nach dem Original gezeichnet.

— 67 —

Fig. D. Nymegen. 8lg. Kam 2. Das Motiv der mittleren Zone ist ausserordentlich häufig in Rottweil; siehe meine Ab- bildungen Rottweil 1912 Tafel VI.

Fis-. E. Vechten. Museum Leiden 240(i. I. 1329.

Zu Tafel 64.

Zu vergl. die Bemerkungen bei Tafel 62 und 63. Fig. F. Weisenau bei Mainz 10. 1911. Stadt. Museum. Fig. G. Hofheim. Museum Wiesbaden 18984. Ritterling 1913 Tafel XXIII 3.

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Textbilö 31.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 1300.

Fig. I. Museum Bonn 3410.

Fig. K. Museum Bonn 326. 13.

Fig. L. Kempten. Museum Kempten.

Fig. M. Kempten. Museum Kempten.

Fig. N. Bregenz. Museum Bregenz.

Fig. 0. Mainz, Ludwigstrasse 3. 13. 5. 98. Stadt. Museiun.

Zu Tafel 65.

Oben links: Mainz, Ludwigstrasse 3. 6. 6. 98. Stadt. Museum.

Erste Reihe: Die Typen des Patricus sind auf einem üefäss von Strassburg, das ich abgebildet habe Aislingen Tafel VIII 2. Töpfer von La Graufesen que.

Zweite Reihe: Die Typen des Paullus sind nach einem Rott- weiler Becher der Form 30, den ich abgebildet habe Rottweil

— 68 —

1907 Tafel XIV 7, und nach einem Günzburger Stück, dessen Skizze ich Eoger verdanke*). — Der kleine Amor mit dem Renn- wagen ist auch auf den von J. Jacobs publizierten Sigillaten aus einem römischen Keller in Bregenz Tafel II Fig. 10; Fig. 9 und 13 haben eine ähnliche Gruppe; besonders auch Tafel III Fig. 17 (Jahrbuch für Altertumskunde Band VI 1912).

Dritte Reihe : Die Typen des Ponteius oder Pontus entstammen einem Bodenstück Dragd. 29 von Bonn, das ich Aislingen Tafel VIII 5 abgebildet habe; dieser Töpfer hat in der Zeit Vaspasian- Domitian gearbeitet. Töpfer in La Graufesenque.

Unten Fig. A. Vechten. Museum Leiden 803 c. In Rottweil ist ganz der gleiche Stempel auf einem Bodenstück Dragd. 29;^ siehe Rottweil 1907 Tafel XXXI 80. Weitere Arbeiten des Primus sind auf Tafel 66 und 67 mitgeteilt; diesen sind die meisten der 37 Typen entnommen; einige sind auf einem Strassburger Gefäss, das ich Aislingen Tafel XVIII 2 mitgeteilt habe. Der Töpfer muss sehr lange Zeit gearbeitet haben, oder es handelt sich um 2 Töpfer gleichen Namens.

Zu Tafel 66.

(Arbeiten des Primus auch auf 65 und 67.)

Fig. B. Weisenau bei Mainz 18. 1. 99. Stadt. Museum.

Fig. C. Wöllstein 12. 4. 96. Stadt. Museum Mainz.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 2054. Bodenstück einer sehr frühen Schüssel Dragd. 29.

Fig. E. Hofheim 19262. Museum Wiesbaden. Ritterling 1913 Tafel XXIH 4.

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 2467. Das Stückchen lässt erkennen, dass Primus auch Gefässe mit der sehr frühen Spiralendekoration gemacht hat.

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 1473.

Fig. H. Weisenau bei Mainz 27. 9. 1912. Stadt. Museum.

Fig. I. Mainz, Castrum 19. Röm.-Germ. Zentralmuseum.

Fig. K (auf Tafel 67). Nymegen. Slg. Kam.

Zu Tafel 67.

Oben: Die Schüssel des Primus ist behandelt im Text zu Tafel 65 und 66.

*) Siehe Nachtrag Textbild ^ A.

69

In der Mitte: Typen und Stempel des S. IVL. PRIM, nach D6ch. S. 294. Töpfer in Montans, Den Altar dieses Töpfers sieht man oft auf Sigillaten domitianischer Zeit, z. B. Cannstatt-Köngen Tafel XIV 4 und Rottenburg Tafel I 10 und 11, auf Stücken aus Rottweil und Riegel.

Unten: Fig. 1 — 14. Typen der auf Tafel 68 abgebildeten Schüssel. Die Typen und der Stil zeigen, dass dieser Töpfer be- sonders nahe verwandt ist mit Biragillus und Mercator.

IKoityJtit

Textbilb 32.

Zu Tafel 68.

Oben: Schüssel mit Stempel OF. PVDENT; Fundort und Museum Rottweil. Der Stempel ist deutlich. (Falsch wiedergegeben von Rehn, Rom. Keramik, S. 89, 636.) Links ist der gleiche Stempel

— 70 —

abgebildet, von Emerkingen, nach Fundberichte- aus Schwaben XXI 1913 Tafel VII 8, S. 112. Vergl. den Text zu den Typen dieses Töpfers auf Tafel 67.

Unten : Fig. A. Fundort und Museum Rottweil. Der Stempel ist sicher OF. RVFINI zu lesen, obgleich er — wie dieser Stempel meistens — in der Mitte undeutlich ist. Behn, Rom. Keramik, S. 155, Nr. 1067, gibt auch diesen Stempel falsch wieder. Für Behn ist, wie es scheint, diese Terra Sigillata ein sehr fernliegendes Gebiet; Behn beschreibt z. B. S. 122, 853 eine Günzburger typische Schüssel Dragd. 29 des Germanus und will den bekannten Stempel GERMANI OF. lesen: CINNAMI OF. ; dabei ist nichts leichter zu unterscheiden als diese ältere Germanusware von den einem ganz anderen Fabrikationszentrum entstammenden Cinnamus- gefassen; (Schüsseln der Form 29 hat Cinnamus nie gemacht). Eine andere Schüssel 29 von Günzburg beschreibt Behn S. 155, 1066; den bekannten und deutlichen Stempel OF. VITAL gibt er als ,,0F. VRSV(?)" wieder. Was Behn bei Besprechung einer Schüssel des Bilicatus S. 156, 1069 und bei der Stabilio-Schüssel S. 157 Nr. 1072 über Döchelettes „Übergangsstil" sagt, zeigt, dass Dechelette, der sehr deutlich und klar ist, hier arg miss verstanden worden ist; Dechelette meint damit die Übertragung der Zwei- zonendekoration vom ausgebildeten Typus 29 auf die spätere Form 37, im letzten Viertel des ersten Jahrhunderts (wie sie z. B. auf Tafel 94 Fig. D zu sehen ist); Bilicatus, Scottius und Stabilio aber sind so frühe Töpfer (der Zeit des Tiberius und Caligula), dass ihre Schüsseln das eigentliche Profil 29 noch gar nicht haben; Behn verwechselt die bekannte, für die Zeit des Tiberius und Caligula charakteristische frü- heste Vorstufe zum Profil 29, die noch nicht jene spätere starke Knickung des eigentlichen Profils 29 hat, mit der Form Dragd. 37 vom Ende des ersten Jahrhunderts. Das ist ein Durcheinander- werfen von Gefässformen und Stileigentümlichkeiten der Zeit des Tiberius mit solchen der Zeit Vespasians und Domitians. Wie unrichtig der Katalog der Römischen Keramik die Entwicklung dieser Gefässprofile darstellt, ist auch aus dessen Profilfolge 227 — 228 — 229 ersichtlich, und wie irreführend dieser Katalog manchmal ist, bestätigen z. B. die Anmerkungen zu der Schüssel von Faimingen Seite 158, Nr. 1081. Dieses Gefäss schreibt der Katalog der Fabrik in Banassac zu (erstes Jahrhundert). Auch wer sich nur flüchtig mit Sigillata beschäftigt hat, sieht aber ohne

— 71 —

weiteres, dass die Schüssel ein etwa 80 Jahre jüngeres typisches Produkt von Rheinzabern, und zwar der Fabrik des Cerialis, ist. — Das Ding Rom. Keramik Seite 167 Nr. 1140, das Behu rätselhaft ist und ihn so fesselt, dass er es abbildet (Abb. 16, 2), dürfte eher für die Kostümgeschichte des 17. Jahrhunderts von Interesse sein als für einen Katalog der Rom. Keramik. (Dass Bregenz, S. 261, in die Schweiz vei-setzt wird, ist doch eigentlich fast ein wenig allzu keck.) In der Vorrede gibt Behn folgende Weisung: ^Zweck dieses Katalogs ist weniger, Stück tur Stück

Textbilö 33.

der Sammlung ausführlicher zu beschreiben, als durch Fixierung chronologischer Punkte die historische Entwicklung darzulegen, als Gerüst für weitere Arbeiten über diesen Gegenstand. Das ist der Gesichtspunkt, unter dem die vorliegenden Studien betrachtet und beurteilt sein wollen.'* — Des- halb durfte hier im Interesse der Sache nicht verschwiegen w^erdeu, dass es sich empfiehlt, die Festigkeit dieses Gerüstes voi-sichtitj- zu prüfen, bevor darauf weitergebaut wird. —

Der Rufinus der Tafel 68 hat hauptsächlich in der Zeit Vespasians gearbeitet und ist durch seine Typen mit vielen Töpfern dieser Zeit verknüpft. — Dazu auf Tafel 69 die Rufinus- gefässe B — E.

— 72 —

Zu Tafel 69.

Oben zu Rufiuus: Fig. B. Vechteii. Museum Leiden 854. Fonn 29. Rufinus ist im Text zu Tafel 68 behandelt.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 479 f.; nicht: OF. PINNL

Fig. D. Rottweil. Museum Rottweil. Form 29.

Fig. E. Mainz 15. 2. 04. Stadt. Museum.

Type und Stempel Ruti ist nach Dech. S. 297. Der Töpfer hat in Montans gearbeitet.

Zu Sabinus : Fig. A. Mainz. Kanalbau Wallau-Lahnstr.-Ecke, 30. 9. 1913. 1433 a. Stadt. Museum.

Fig. B. Mainz. Rheinallee 5483. Stadt. Museum. Sabinus gehört zu den Tüpfern, die nachweislich vor dem Jahr 79, vor Verschüttung von Pompeji durch den Vesuv, gearbeitet Haben, und dann noch in der Zeit Domitians tätig waren. Die meisten Tj^pen des Sabinus habe ich einem Gefäss der Form 37 entnommen, das ich in Cannstatt gefunden habe; Cannstatt ist etwa in der mittleren Zeit des Domitian besetzt worden. Dieses Cannstatter Gefäss ist publiziert Fundberichte aus Schwaben 17, 1909, Tafel III und S. 26. Nur der springende Löwe ist nach Dech. 297. Durch seine T^pen ist Sabinus besonders eng verknüpft mit Ger- manus und Crucuro.

Zu Tafel 70.

Die Typen des Sasmonos sind einer von mir Fundberichte aus Schwaben 17, 1912, Tafel IV 1 publizierten Schüssel der Form 37 aus Rottw^eil entnommen. Der Töpfer hat in La Graufesenque in der Zeit Vespasians gearbeitet (Dech. S. 298); Sasmonos hat noch vor der Verschüttung Pompejis (im Jahr 79) dorthin Ware geliefert.

Fig. A. Urmitz. Museum Bonn 17849 e. Auf den folgenden Tafeln sind weitere Arbeiten des Scottius abgebildet. Scottius ist ein Töpfer der frühen Kaiserzeit.

Zu Tafel 71.

Fig. B. Windisch. Museum Aarau 129. 15. Das Blatt der unteren Zone ist auch auf Fig. E, auf dem Emerkinger Stück oben Hnks und auf Tafel 91 H.

Fig. C. Kempten. Museum Kempten. Früher Becher Dragd. 30. Die grosse Blüte ist auch auf dem signierten Gefäss A von Urmitz.

— 78 —

Der Blätterkianz erinnert an Arbeiten des Crestio ; vergl. Tafel 27 A, Tafel 39 (unten) und Tafel 95 A.

Fig. D. Bregenz. Museum Bregenz 9. 66. 364. Das Blatt findet sich ebenso bei dem Töpfer Namus.

Textbilö 34.

Fig. E. Wiudisch. Museum Aarau 29. 44. Das Blatt wie auf dem signierten Gefäss B und wie auf dem Scherben oben links.

Fig. F. Windisch. Museum Aarau 129. 3. Interessant ist die Dekoration der unteren Zone, die sich ähnlich auf den beiden folgenden Stückchen und bei Maccarus findet.

— 74 —

Fig. F 1 und F 2. Aislingeii. Museum Dillingen. Hier wieder- holt nach Aislingen Tafel IV 6 und 11. Die untere Zone wie auf der Schüssel F des Scottius.

Fig. oben rechts: Weisenau bei Mainz 2U. 11. 1901. Stadt. Mus.

Fig. oben links: Emerkingen. Museum Ehingen a.D. Hier wiederholt nach Fuudberichte aus Schwaben XXI 1913, Tafel VII 1. Das Blatt und die ganze Art wie bei Scottius.

Zu Tafel 72.

Fig. G. Vechten. Museum Leiden 998. Ungewöhnlich ist die Dekoration der unteren Zone.

Fig. H. ' Mainz. Stadt. Museum.

Fig. I. Weisenau bei Mainz 20. 6. 02. Stadt. Museum. Der obere Eand ist ausserordentlich fein und schmal.

Fig. K. Vechten. Museum Leiden 922 c.

Fig. L. Vechten. Museum Leiden 915.

Fig. M. Neuss. Slg. Sels 835.

Fig. N. Vechten. Museum Leiden 922 d. Kleiner Best mit Dekoration ähnlich wie auf F.

Fig. 0. Vechten. Museum Leiden 922. •

Gefässe mit dem Stempel wie Fig. D mit OFL SCOTTI sind etwas später als die übrigen.

Zu Tafel 73—74.

Die Arbeiten dieses Secundus sind typisch für die Zeit Ve- spasians. (Er darf nicht verwechselt werden mit einem anderen Secundus, der viel früher glatte Ware gemacht hat.) Die Typen 25 — 31 habe ich von einem Mainzer Gefäss, das Behrens mitgeteilt hat Mainzer Zeitschrift VIII/IX Tafel 5, 3. Der Amor Type 25 ist auch benützt von Meddillus; er ist auch auf 96 C und auf einem Becher gleicher Art Rottweil 1907 Tafel XIII 3 zu sehen.

Fig. A. Rottweil. Museum Rottweil. Der Stempel ist keines- wegs unleserlich, wie Behn, Rom. Keramik S. 88, 634 meint.

Fig. B. Windisch. Museum Brugg 823.

Fig. C. Wendisch. Museum Brugg 6697. Schlechte Arbeit.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 479 e.

Fig. E. Rottvveil. Museum Rottweil. Der Töpferstempel ist nicht erhalten; aber das Gefäss hat Stil und Art des Secundus oder eines ihm sehr nahe stehenden Töpfers.

Fig.'F. Weisenau bei Mainz 27. 2. 1900. Stadt. Museum.

Fig. G. Mainz, Münstergasse 21. 9. 95. Stadt. Museum.

— 75 —

Zu Tafel 75—77.

Die Gefässe mit Stempel Senicio f. sind älter als die mit Senicio fe. Die Typen 1—14 sind auf einem Gefäss, das ich mit- geteilt habe Aislingen Tafel VI 1, 2 und auf einem Strassburger Stüc^ Aislingen VIII 1.

Fig. A. Asberg, Museum Crefeld C. M. V. 3007.

Fig. B. „Nr. 10 in Armsheim bey Alzei in einem Grabe ge- funden anno 1823." Emele III, 1. 4972. 2274. Museum Wiesbaden.

Fig. C. Yechten. Museum Leiden 476 d.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 2668.

Fig. E. Vechten. Museum Leiden 959 b.

Fig. F. Mainz. Stadt. Museum.

Fig. G. Vechten. Museiun Leiden 1484. 8.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 960 c.

Fig. I. Weisenau bei Mainz 9. 12. Ol. Stadt. Museum. — Klein abgebildet bei Ritterling Hof heim 1913 S. 215 Abb. 49.

Textbilö 35.

Fig. K. Museum Wiesbaden 17262 a. Der Stempel ist aus- gebrochen. Vielleicht von Senicio.

Fig. L. Neuss. Slg. Sels 5. 12. 00. 925.

Textbild 27. Mainz, Rheinallee 2S. 7. 1900. Stadt. Museum.

Die Dekoration der ältesten Gefässe des Senicio (Fig. I) wirkt wie eine unmittelbare Fortsetzung ganz ähnlicher Dekoration auf arretinischen Kelchgefässen der Zeit des Augustus. Das Gefass Fig. A ist eine späte Arbeit des Töpfers. Den auf Tafel 78 behandelten, SENOM stempelnden Töpfer halte ich für Senicio und SENO für eine Kui-zform seines Namens.

Zu Tafel 78.

Fig. A. Nymegeu, Slg. Kam 217. Die Ähnlichkeit dieser Schüssel mit der SENICIO F. gestempelten, auf Tafel 77 I abge-

— 76 —

bildeten ist sehr auffallend. Ich halte Seno und Senicio für den gleichen Töpfer.

Fig. B. Risstissen. Museum Stuttgart. Aus späterer Zeit als Fig. A.

Fig. i\ Weisenau bei Mainz 1903. Stadt. Museum. Auf Dragd. 29. Teilweise noch sichtbar ein Eichenblatt, das auf sehr frühen Gefässen auch sonst vorkommt; vergl. Tafel 9.5 C. Das gleiche Blatt findet sich auf einer Schüssel Dragd. 29 von Fried- berg (0. R. L. Kastell Friedberg Tafel III Fig. 16). Die Deko- ration der Mainzer Schüssel C des Seno (oder Senicio) war allem nach ganz gleich der des Friedberger Stückes.

Mitte links: Rottweil. Museum Rottweil. Silvanus hat in vespasianischer Zeit gearbeitet. Er hat kurz vor dem Jahre 79 Gefässe nach Pompeji geliefert.

Mitte rechts: Fig. A. Mainz, Castrum 9. Röra.-Germ. Zentral- museum. Den gleichen Stempel, C. SIL VI P, zeichnete ich nach einem Bodenstempel Dragd. 29 im Stadt. Museum Heidelberg. Aus seinem Stil ist zu schliessen, dass der Töpfer in der Zeit Vespasians gearbeitet hat.

Unten : Wie der Stempel dieser beiden Gefässe zu lesen ist, weiss ich nicht. Der Töpfer hat in der Zeit Vespasians gearbeitet. Windisch, Museum Brugg 759, und Vechten, Museum Leiden.

Zu Tafel 79,

Fig. A. Neuss. Slg. Sels 149.

Fig. B. Bregenz. Museum Bregenz.

Fig. C. Weisenau bei Mainz 14. 2. 99. Stadt. Museum.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 2724. 21.

Stabilio ist einer der ältesten und interessantesten südgallischen Töpfer. Die Spirale Fig. 2 haben auch die Töpfer, welche stempeln ALBINI, OF. AQVITANI, OFIC. CANTI, DARRA FE., LICINVS, OF. PRIMI, VOLVS, VRVOED. Das Blatt 5 hat auch Seno ; die Eichel 7 hat auch Bilicatus; das Motiv 6 haben ähnlich Licinus und Scottius. Stabilio hat etwa in den Jahren 25—30 gearbeitet.

Textbild 28. Weisenau bei Mainz, Februar 1915. Stadt. Museum. Mit Stempel VRVOED. Sehr früher Töpfer.

Zu Tafel 80.

Der Stempel VADERIO ist vielleicht zu lesen VANDERIO. Fig. A. Kempten. Museum Kempten.

77

l'ig. B. Vechteu. Museum Leiden lOGO. Nicht: Valerius.

Fig. C. Windisch. Museum Brugg.

Fig. D.' Vechten. Museum Leiden 479 g.

Fig. E. Fundort Rom 308. Bonn. Akad. Kunstmuseum.

Der Töpfer ist durch seine Typen verknüpft mit vielen in der Zeit Vespasians arbeitenden Töpfern von La Graufesenque.

Unten: Mainz, Peterseck S. 5. 95. Stadt. Museum. Sehr früher Töpfer, der in der Zeit zwischen den Jahren 25 und 50 gearbeitet hat. •

Textbilö 36.

Zu Tafel 81.

Oben: Augsburg. Museum Augsburg. Roger Tafel I 4 und XVI 4. Die nicht diesem Gefäss entnommenen Typen sind nach Dech. S. 302 ; Mlher Töpfer in Montans. *)

*) F. Drexel machte im VII. Bericht der Röm.-germ. Kommission, in der Museographie, Seite 35 Mitteilungen über seine schöne sehr wichtige Entdeckung des augusteischen Fundplatzes Augsburg-Oberhausen. Nicht richtig ist aber, wenn er sagt, die bisherigen Funde Augsburgs seien nicht älter als frühflavisch und gleichzeitig mit Günzburg und R o 1 1 w e i 1. In Augsburg findet sich Geschirr mit den Stempeln Valeri, Seno. m, Scotti of., Aquitaui, Licinus, Maccari, of. Bassi, Carus f., Damonus, Modestus ; das sind sehr deutliche Spuren der Zeit des Clau- dius. Bei dieser Gelegenheit darf ich im Hinblick auf die Fussnote Drexels Seite 45 des Berichts vielleicht bemerken, dass ich nach den Sigillaten die Zeit der ersten römischen Okkupation der Gegend von Rottweil schon 1907 (Rottweil S. 14 und Rottenbnrg 1910 S. 19) in die Zeit Vespasians, in das .Jahr 74 n., Chr. gelegt habe; ebenso in Rottweil 1912 Seite 18 Fig. 11. Richtig ist, dass das

Mitte links: Stempel und Typen nach Walters M 17; dieses Gefäss wurde in Torre Annunziata — also am Fusse des Vesuv — gefunden, wohin es wohl vor dem Jahre 79, dem Jahr des Aus- bruchs des Vesuv, gekommen sein wird. Zeit Vespasians.

Mitte rechts: Windisch. Museum Brugg. Zeit Vespasians.

Mitte: Rottweil. Museum Rottweil. Zeit Vespasians.

Unten: Bregenz. Museum Bregeuz. Gefäss des Vitalis mit interessanter figürlicher Gruppe.

Zu Vitalis bringeif die Tafeln 82—84 weiteres Material.

Zu Tafel 82.

Fig. B. Nymegen. Slg. Kam 4. Mit dem gleichen Stempel VITALIS wie auf Tafel 81 A. Gefässe mit diesem Stempel scheinen die älteren Arbeiten des Töpfers zu bezeichnen. Dieser südgallische Vitalis darf natürlich nicht mit dem viel späteren Rheinzabem- Vitalis verwechselt werden, wie das immer noch manchmal geschieht.

Fig. C. Freinsheim, Bez.-Amt Dürkheim 2. 3. 1911. Grabfund. Museum Speier. Mit anderem Stempel als A und B.

Zu Tafel 83.

Fig. D. Grimmlinghausen bei Neuss. Museum Bonn 6990.

Fig. E. Windisch. Museum Bnigg 3100. Sigillaten dieser Art finden sich massenhaft unter den Scherben von Rottweil.

Rechts zu Vitalis, Fig. M. Typen einer zerbrochenen, aber vollständigen Schüssel Dragd. 29 mit wieder anderem Vitalisstempel; im Besitz eines Händlers in Nymegen, bei welchem ich diese Typen (Sept. 1913) zeichnete.

Zu Tafel 84.

Fig. F. Weisenau bei Mainz 18. 1. 1899. Stadt. :^useum. Verwandt mit E.

Resultat meiner früheren Untersuchungen und Publikationen, dann 1912 auch von anderer Seite bestätigt wurde. — Wenn unter den wenigen südgallischeii Sigillaten in Günzburg vorflavische Stücke vorkommen, so ist das ein ganz anderer Fall, \ne in ßottweil, wo unter einer ungeheuren Masse wenige ältere Stücke .sind ; warum es prinzipiell bedenklich sein soll, (im Röm.-germ. Korrespondenz- blatt VI 1913 S. 72—74) eine vorvespasianische röm. Zeit Günzburgs zu vertreten oder für nicht ausgeschlossen zu halten, verstehe ich nicht. Dass in Günzburg die Zeit Vespasians durch Sigillaten gut vertreten ist, das wollte ich durchaus nicht abstreiten.

— 79 —

Fig. G. Weisenau bei Mainz 31. l. 98. Ähnliche Scherben massenhaft in Rottweil.

Fig. H. Vechten. ^hiseum Leiden 1076 P.

Fig. I. Vechten. Museum Leiden 1100.

Fig. K. Windisch. Museum Brugg 798. Scheint aus dem gleichen Model geformt zu sein wie E.

Fig. L. Windisch. Museum Brugg 2173 d. Stück eines Bechers der Form 30 mit Stempel VIT Yergl. Aislingen Text- bild 5 D und A.

Fig. M. Rottweil. Museum Rottweil. Art des Vitalis.

Fig. N. Rottweil. Museum Rottweil. Verwandt mit der Deko- ration des Vitalis.

Zu Volus: Die Typen habe ich nach Dech. S. 3Q3.

Mm-s. Kres^Tnoch

aVMJMöLK ^^

Textbilö 37.

Fig. A. Hofheim. Museum Wiesbaden 18987. Ritterling. Hofheim 1913 Tafel XXTI 265 nnd S. 411. — Das herzförmige Blättchen der oberen Zone hat auch der Töpfer Namus.

Fig. B. Paris. Dieses Stück gebe ich nach dem etwas will- kürlichen Stich in dem Werke von Grivaud de la Vincelle XVII .5: immerhin ist gut zu erkennen, dass Volus die für die frühe Zeit charakteristische Spiralendekoration hat. Damit stimmt überein, das.*; dieser Töpfer frühe Kelche des arretinischen Profils gemacht hat: vorgl. Dech. Tafel I 11 und S. 68.

Zu Tafel 85.

Oben: 5 Typen von einer in Strassburg gefundenen Schüssel Dragd. 29: im Boden anstatt des Namens der Rosettenstempel 6. Dieses sehr frühe Gefäss ist abgebildet Aislingen Tafel VII Fig. 1 .

— 80 —

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz 12. 455. Der Stempel ist für mich nicht leserlich. Ich halte es für zweckmässig, gerade auch die unsicheren Stempel abzubilden, um die manchmal doch ganz leicht mögliche Entzifferung durch Fachleute herbeizuführen. Dieser Scherben hat viel Ähnlichkeit mit einem Gefäss von Mengen, das ich abgebildet habe Aislingen Tafel VllI 6, und OF. C'ALVI gestempelt ist. Jedenfalls Zeit Vespasians.

Fig. B. Fundort sehr wahrscheinlich Windisch. Museum Solothurn, Coli. Amiet 547. Stempel für mich unleserlich. Zeit Vespasians.

P'ig. C. Worms. Museum Worms. Slg. Freih. Heyl zu Heins- heim. Der Stempel ist sehr wahrscheinlich OF. COTOI zu lesen. Zeit Vespasians.

Fig- D. Antiquarium Basel, Slg. Fre}^ Auf einer 37-Schüssel der Art des Natalis: A, Abdruck aus dem Model; vielleicht zu Aisus zu ergänzen. Auch sonst erinnere ich mich, dieses A ganz in ähnlicher W^eise angebracht gesehen zu haben. So auf einer Schüssel in Bregenz, die zu einem Gesamtfund etwa der Zeit Domitian-Trajan gehört und der viel glatte Gefässe mit Stempel AISIM enthält. Vergl. das S. 64 über Natalis Gesagte.

Fig. E. Rottweil. Museum Rottweil. Aussen unter dem Ornament einer 37-Schüssel vespasianischer Zeit; die Schrift ist vor dem Brande in den Model geschrieben.

Fig. F. Museum Bregenz 1059. Beispiel der oberen Zone einer 29-Schüssel claudischer Zeit.

Fig. G. Museum Kempten. Beispiel der oberen Zone einer 29-Schüssel claudischer Zeit. Diese Blume wird benützt von Senicio und von der Firma Bassus und Coelius.

Fig. H. Museum Rottweil. Das Stückchen (Form 37) ist für Rottweil eine grosse Seltenheit. Man sieht rechts ein gefiedertes Blättchen, das schon auf Sigillaten claudischer Zeit sich findet.

Fig. I. Günzburg. Museum Günzburg. Bruchstück der Art des Natalis; Töpfer der Zeit Domitian-Trajan, welcher bei Tafel 61 ausführlich behandelt ist. Mit Darstellung eines merkwürdigen Fischmenschen; schon publiziert von Roger, Bildertypen von Augs- burger Sigillaten Tafel XXIV 5; ebendort Fig. 4 Reste eines Bechers 30, ebenfalls von Günzburg, mit 2 solchen Meerkentauren.

Unten: Mainz. Stadioner Hof 25. 1. 04. Seltener Stem- pel. Der jedenfalls südgallische Töpfer hat in der Zeit Neros gearbeitet.

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Zu Tafel 86.

Fig. A. Rottweil. Museum Eottweil. Stückchen der oberen Zone einer 29-Schüssel, mit den Buchstaben SA (oderVS?). Rest einer Masclus-Siguatur liegt hier nicht vor : eher käme hier Sabinus in Frage. Frontinus (Tafel 33 j und Mercator (Tafel 57 G. H, bringen ihi'eu Namen gern neben diesem Hund an.

Fig. B. Museum Bonn. Stempel von mir nicht zu entziffern. Töpfer der Zeit Vespasians.

Fig. C. Museum Wiesbaden. Vom Stempel ist nur ein S er- halten. Die hübsche Blüte der oberen Zone ist auch auf dem Gefäss Tafel 40 C von Hofheim: das Rebenblatt der unteren Zone hat der Töpfer Canis, an dessen Arbeiten dieses Gefäss sehr er- innert. Vielleicht ist der Stempel zu ergänzen: CARV]S; S[ENICIO FE ist weniger wahrscheinlich. Töpfer der Zeit des Claudius.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden. Der Stempel ist sehr undeutlich. Töpfer der Zeit des Claudius.

Fig. E. Wiesbaden. Museum Wiesbaden 14651. 115. Ritter- ling Wiesbaden Tafel IV 7 und IX 23. Schade, dass der Stempel dieser interessanten Schüssel vorläufig nicht zu entziffern ist. Die kleine Rankenverbindung der unteren Zone hat auch Bilicatus und Seuicio; das Blatt hat auch Bilicatus. .Jedenfalls Töpfer der Zeit des Claudius.

Knorr, Töpfer verzierter Sigillata. 6

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Fig. ¥. Vechten. Museum Leiden 1320. 1321. Dekoration der oberen Zone eines Gefässes claudischer Zeit.

Fig. G. Museum Bonn 326, 69. Vom Stempel ist nur ein N erhalten. Etwa Zeit Vespasians.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 1430. Mit Stempelrest 0. Das Blatt ist kleiner als bei Firmo. Töpfer claudischer Zeit.

Zu Tafel 87.

Fig. A. Museum Bonn. Man begegnet diesem (für mich unleser- lichen) Stempel öfter auf Bodenstückeu Dragd. 29. Zeit Vespasians.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 475 b. Stempel für mich unleserlich. Frühzeit Vespasians.

Fig. C. Vechten. Museum Leiden 474 b. Undeutlicher Stempel. Frühzeit Vespasians.

Fig. D. Nymegen. Slg. Kam 45. Etwas undeutlicher Stempel im Ornament. Zeit Vespasian-Domitian.

Fig. E. Museum Bonn 6997. Stempel undeutlich.

Fig. F. Vechten. Museum Leiden 1469. Vom Stempel ein 0 erhalten. Zeit Vespasians.

Fig. G. Windisch. Museum Brugg. Unten im Ornament Reste von Schrift, die in den Model vor dem Brande geschrieben ist. Es ist eine Signatur des Masclus; dieser Becher ist oben Seite 59 behandelt.

Fig. H. Hofheim. Museum Wiesbaden 17614 a. Bitterling Hofheim 1905 S. 416, Abb. 14. Der Stempelrest VS F ist — ob- gleich das S und F verdreht ist — nach meiner Meinung zu er- gänzen MASCL]VS F. Denn die Mohnkapseln, der kleine Vogel, die Spirale und der gleiche Eierstab finden sich auch sonst auf signierten Bechern des Masclus in gleicher Anordnung; ich habe im Text zu. Tafel 52 auf einen von Behrens publizierten Mainzer Becher hingewiesen und auf einen Rottweiler Becher mit 2i\ . . . ., den ich Tafel 98 A bringe.

Unten links: Museum Bonn 12522. Der Stempel ist — worauf mich Oxe aufmerksam machte :;— höchst wahrscheinlich zu lesen SEX. IVL. IVCVND = CIL XIII 10009, 1070.

Unten rechts: Vechten. Museum Leiden 987. Vom Stempel ist erhalten SEX.

Eine andere Schüssel dieses Töpfers aus Vechten habe ich versehentlich eingereiht bei Jucundus, Tafel 44 Fig. I; an diesem Stück ist erhalten CVND.

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Noch einen weiteren Stempel dieser Art habe ich unten links in der Ecke (Tafel 87) abgebildet : Museum Bonn 7011, auf Dragd. 29. vom Ornament nichts erhalten; der Stempel zeigt noch SEX. IV. Töpfer der Zeit Vespasians.

Zu Tafel 88.

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz 510. Das Gefäss fällt noch in die Zeit des Tiberius und erinnert an Arbeiten des Töpfers Maccariis.

Mu5. KrtumacK.

Textbilö 39.

Fig. B. Neuss. Slg. Sels. Die Unterlagen zur Publikation dieser Schüssel verdanke ich Oxe. Die untere Zone ist dekoriert etwa wie bei Maccarus Tafel 50 E und ganz ähnlich wie bei Scottius Tafel 71 F und 72 N.

Fig. C. Bregenz. Museum Bregenz 1054. Das Gefäss dürfte im zweiten Viertel des ersten -Jahrhunderts entstanden sein. Gross ist die Ähnlichkeit der unteren Zone mit H.

Fig. D. Bregenz. Museum Bregenz 12. 805.

Fig. E. Bregenz. Museum Bregenz 1056.

Fig. F. Bregenz. Museum Bregenz 1055. Etwa Zeit des Caligula, wie auch D und E.

Fig. G. Kempten. Museum Kempten. Zeit des Claudius.

Fig. H. Vechten. Museum Leiden 1418. Das gleiche Blatt wie auf C. Etwa Zeit des Caligula.

Fig. I. Antiquarium Basel. Zeit des Claudius.

Fig. K. Antiquarium Basel. Claudische Zeit.

6*

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Zu Tafel 89.

Fig. A. Antiquarium Basel. Mitte des ersten Jahrhunderts.

Fig. B. Antiquarium Basel. Frühzeit des Claudius.

Fig. C. Antiquarium Basel. Zeit des Claudius.

Fig. D. . Antiquarium Basel. Claudische Zeit.

Eig. E. Kempten. Museum Kempten. Das Blatt kommt vor hei Primus, die Palmette rechts hat Marinus und später Meddillus. Zeit des Claudius.

Fig. F. Kempten. Museum Kempten. Mitte des I. Jahrhunderts.

Fig. G. Äugst. Antiquarium Basel 1906. 414. 11. Der Ton ist Silber grau. Der Wulst zwischen oberer und unterer Zone hat sehr feine Rädchendekoration, nicht Strichelung. Das Figür- chen mit Vögeln wie D^ch. 563 ; sehr wahrscheinlich Fabrikat von Banassac.

Fig. H. Wiesbaden. Museum Wiesbaden. Ritterling Wies- baden Tafel VI. Sehr interessant stilisierter Löwe. Ritterling^ Hofheim 1913 Tafel XXVI 3 ist ein ähnlicher Löwe zu sehen. Besonders eigenartig ist der Pudel-Löwe auf Fig. L. Mitte dea ersten Jahrhunderts.

Fig.I. Windisch? Museum Solothurn. Zeit des Claudius oder Nero.

Fig. K. Nymegen. Slg. Kam 46. Mitte des ersten Jahr- hunderts. Das gefiederte Blättchen hat auch Ingenuus.

Fig. L. Bregenz. Museum Bregenz 1074. Auf der unteren Zone .einer Schüssel Dragd. 29. Der Blatt chenkranz erinnert an Masclus. Zeit des Claudius.

Fig. M. Kempten. Museum Kempten. Das Rebenblatt hat auch Bilicatus. Zeit des Claudius.

Fig. N. Antiquarium Basel. Auf 29. Art des Licinus oder Daribitus. Das schwertförmige Blatt hat auch Amandus.

Fig. 0. Antiquarium Basel. Auf 29. Frühzeit des Claudius.

Fig. P. Bregenz. Museum Bregenz 451. Das herzförmige Blättchen haben auch die Töpfer Ardacus und Vapuso.

Zu Tafel 90.

Fig. A. Vechten. Museum Leiden 477. 53. Zeit des Claudius.

Fig. B. Äugst. Antiquarium Basel. Art des Daribitus. Die Maske kommt schon auf dem frühen Kelchgefäss Tafel 4 V und auf 90 I vor. Das herzförmige Blättchen haben auch Amandus^ Bassus und Scottius.

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Fig. r. Antiquariiim Basel. Die Anordnung des Ornaments der oberen Zone erinnert an die des Albiniis Tafel I B und an die des Modestus Tafel 58 A. Einige der Typen haben auch Baibus und Bilicatus. Das schöne Gefass ist sehr wahrscheinlich aus der Offizin des Bilicatus.

Fig. D. Museum Crefeld. Form Dragd. 37. Zeit Nero-Vespa- sian. Man beachte, dass der Greif hier etwas kleiner und stumpfer als auf dem Gefäss der Zeit des Tiberius Fig. (' ist: der Punzen war durch sehr lange Benützung abgescheuert.

Fig. E. Neuss. Slg. Sels 9. 8. 97. Sehi- wahrscheinlieli au-^ der Offizin des Bilicatus. Zeit des Tiberius oder Caligula.

Fig. F. Museum Wiesbaden. Frühzeit des Claudius.

Fig. G. Äugst. Antiquarium Basel. Das Motiv der oberen Zone haben auch Darra und Licinus. Zeit Claudius-Nero.

Fig. H. Windisch. Museum Aarau 129. 91. Das Bruchstück hat innen keine Glasur und gehört zu einer jener schönen, sehr .seiteneu grossen Vasen, wie ich zwei solche Tafel 100 und Text- bild 32 bringe, und zwar gehört das Windischer Stückchen H des Museums Aarau offenbar zu dem gleichen Prachtgefäss, das ich abgebildet habe Aislingen Textbild 5 und das ich wieder- hole Textbild 34.

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Fig. I. Aislingen. Museum Dillingen. Wiederholt nach Ais- lingen III 13. Der Kopf wie auf B und 4 V; Art des Daribitus.

Fig. K. Aislingen. Museum Dillingen. Nach Aislingen IV 9. Ist ebenso bei Amandus auf 6 B, 7 F und auf 91 G.

Zu Tafel 91.

Fig. A. Museum Crefeld. Zeit des Claudius.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden 1419. Zeit des Claudius.

Fig. C. Neuss. Slg. Sels 6. 12. 99. Zeit des Tiberius oder Caligula.

Fig. D. Vechten. Museum Leiden 1. 1906. 3. 45. I. 891. Ein ganz gleiches Gefäss ist in Kempten gefunden worden, wie die folgende Figur zeigt.

Fig. E. Kempten. Museum Kempten. Genau wie das Fig. D. abgebildete Gefäss. Zeit des Claudius.

Fig. F. Köln 3134. Die Abbildung verdanke ich Oxe. Zeit des Claudius. Schöne Gefässreste mit diesem Epheublatt sind publiziert Ritterling Hof heim 1913 Tafel XXV 10 und Ritterling Wiesbaden Tafel V 10.

Fig. G. Bregenz. Museum Bregenz 12. 449 und 12. 462. Durch die Einzeltypen ^'erknüpft mit Amandus und Bilicatus.

Fig. H. Bregenz. Museum Bregenz 33. Das Blatt gehört zuin Typeuschatz des Scottius; vergl. Tafel 71 B, E und Figur oben links.

Zu Tafel 92.

Fig. A. Neuss. Slg. Sels 30. 4. 97. Eine Rosette der oberen Zone hat auch Albinus der Ältere; diese Eichel Bilicatus; das längliche Blatt zwischen den Eicheln Senicio; der gleiche grosse Kreis auch auf 90 C. Sehr wahrscheinlich aus der Offizin des Bilicatus.

Fig. B. Vechten. Museum Leiden. Obere Zone Dragd. 29. Etwa Zeit Neros. Die gleiche hübsche Palmette benützt noch in der Zeit Domitian-Trajan der bei Natalis Tafel 61 behandelte Töpfer des verwilderten Stils, wie einige Beispiele zeigen, die ich mitteilte Rottenburg Tafel III Fig. 3 und 5 ; dieser späte Töpfer dort missbraucht auch noch das kleine sitzende Figürchen des frühen Töpfers Volus Tafel 84 Fig. 1, wie die Stücke Tafel 85 I und Rottenburg Tafel III 11, 12, 13 zeigen.

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Fig. C. Vechteu. Museum Leiden 1369. Seltene Dekoration der oberen Zone einer 29-Schüssel. Wohl Zeit des Claudius.

Fig. 1). Vechten. Museum Leiden 1312 und 1319. Das Ge- fäss dürfte vom gleichen Töpfer sein wie bei Fig. G. Zeit des Claudius.

Fig. E. Neuss. Slg. Sels. Zeit des Claudius.

Fig. F. Neuss. Slg. Sels 11. 11. 97. Die kleine Ranken- verbindung haben auch Bilicatus und Senicio.

Fig. G. Neuss. Slg. Sels 240. 23. 1. 96. Wohl aus der gleichen Offizin wie Fig. D.

5.v«;(itriUit -t:^

TextbilÖ 41.

Zu Tafel 93*.

Fig. A. Museum Kreuznach. Auf diese höchst interessante Schüssel hat mich Oxe aufmerksam gemacht, dessen Freundlichkeit ich auch die nötigen Unterlagen zu der Zeichnung verdanke. Nach Stil und Art des Gefässes zu schliessen, ist es in der Zeit des Claudius entstanden. Der Kopf im Medaillon ist offenbar ein Münz- abdruck, und es wäre sehr wertvoll für die Chronologie dieser Gefässe, wenn festgestellt werden könnte, welchen julischen Kaiser der Kopf darstellt. Vielleicht hat der Töpfer die Umrisse etwas verändert; aber der Hals und die Schädelform sind so charakte- ristisch, dass ein Numismatiker, der röm. Münzen der frühen Kaiser- zeit gut kennt, vielleicht doch Aufklärung bringen kann. Das kleine, rückwärtsblickende Hündchen verwenden auf ihren Gelassen die Töpfer Aquitanus, Genialis, Germanus i nur in seiner Frülizeit) und Niger. Das Medaillon wie auf 89 E.

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Fig. B. Bregenz. Museum Bregenz 442. Diese Schüssel ist sehr nahe verwandt mit Gefäss A. Das herzförmige Blättchen der oberen Zone sieht man auf Gefässen des Namus und Volus.

Fig. C. Neuss. Slg. Sels. Auf dieses schöne Gefäss hat mich Oxe aufmerksam gemacht und mir die Unterlagen zu der Zeichnung gegeben. AVohl Zeit des Claudius.

Textbild 29. Mainz. Stadt; Museum. Zeit des Claudius. Das untere Bankenornament wie^ bei Carus 20 D oben, und Textbild 51 B, auch Aislingen Tafel I 1. Verwandt mit der Art des Namus.

Zu Tafel 94.

Die Gefässe dieser Tafel sind in Rottweil gefunden und dort im Museum.

Fig. A. Dieses Gefäss (wie auch B, C, D) ist sehr charakte- ristisch für das vespasianische Rottweil. Den Schwänen der unteren Zone begegnet man auf Arbeiten des Felix (Tafel 32 C), Passenus (Tafel 63 D), Vitalis (Tafel 83 M) und auf 87 A. Ferner bei Cosius Eufus, Textbild 44.

Fig. B. Der Adler der oberen Zone ist zwar oft zu sehen auf Arbeiten der Zeit des Claudius und Nero, aber dann immer in Verbindung ganz anderer älterer Dekoration. Auch die Sternblume der unteren Zone sieht man auf Sigillaten anderer Art der Zeit des Nero. Es ist möglich, dass dieses Gefäss schon in der Spätzeit Neros entstai;den ist; aber daraus etwa eine vorvespa- sianische Besetzung Rottweils abzuleiten, wäre natürlich verfehlt.

Fig. C. Das Gefäss hat die für Sigillaten des frühesten Rott- weil charakteristische Dekoration, die allerdings schon in der Zeit Neros sich zu entwickeln beginnt. Art des Passenus.

Fig. D. Gefäss der Form Dragd. 37. Wie man sieht, Lst hier die Dekorationsweise der früheren Gefässe Dragd. 29 über- tragen worden oder übergegangen auf die ganz andere jüngere Form 37. Darüber ist schon vorn bei Tafel 68 gesprochen worden. Es ist dies ein frühes Stück der Zeit Nero-Vespasian. Hier liegt das vor, was Dechelette „decor de transition" nennt.

Fig. E. Bruchstück Form 37. Dieses Motiv findet sich nach Atkinson auch auf einem Gefäss des Mommo, das in Pompeji ge- funden wurde: es findet sich auch auf einem Scherben von Waib- lingen, Cannstatt-Köngen Tafel XIII 10.

Fig. F. Form. 37. Eigenartiges Motiv; in Rottweil selten.

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Fig. G. Stück von einem frühen Gefäss Dragd. 37. Die -rössere Blüte hat später L. Cosius weiterbentrtzt ; sie sieht bei ihm sehr abgenützt aus.

Fig. H. Fomi 37. Die Tiergruppe links ist selten auf diesem Midgallischen Geschirr. Ähnliche kleine Tiere sieht man auf frühen Heiligenberg-Sigillaten und auf viel späteren in Trier hergestellten (befassen.

Textbilö 42.

Zu Tafel 95.

Fig. A. Bonn. Museum Bonn. Form 30. Der Becher \\drd in die Zeit Claudius-Nero fallen. Die schöne Blüte benützt auch der OF. CRESTIO und später ein M. ORESTIO stem- pelnder Töpfer. Das herzförmige Blättchen ist auch bei Crestio zu sehen, ebenso der gerippte Pfeiler und der Blättchenkranz. Der Bonner Becher stammt somit ziemlich sicher aus der Ofiizin des Tafel 27 und Textbild 16 behandelten Töpfers.

Fig. B. Kempten. Museum Kempten. Sehr interessanter Becher einer Foim, die man fast als Mittelding des arretinischen Kelchs und des Profils Dragd. 30 bezeichnen kann. Die Darstellung — Affen, und wie es scheint, Pygmäen — ist merkwürdig. Links lässt sich ein Atfe auf einen Boxkampf ein, wohl mit einem Zwerg, der leider fehlt. Ganz rechts ist ein sitzender Affe. Der Hund

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rechts kommt vor auf Sigillaten der Töpfer Felix, Masclus, Mommo und Yalerius. Wahrscheinlich Fabrikat von Montans; Mitte des ersten Jahrhunderts.

Fig. C. Windisch. Museum Aarau 129. 165. Sehr früher Becher der Form 30; feine gelbrote Sigillata. Das Eichenblatt ist auch auf einem Gefäss des Seno (Tafel 78 C) und auf einer Schüssel 29 des Kastells Friedberg (0. E. L. Friedberg Tafel III Fig. 16). Das zierliche kleine Akanthusmotiv ist auch, aber in anderer Anwendung, auf dem sehr frühen Kelchgefäss Tafel 3 P. Auch ein im V. Bericht der Kömisch-germanischen Kommission S. 81 abgebildetes kleines Gefäss hat dieses Blatt und ist nach meiner Meinung aus der Fabrik des Seno oder Senicio.

Fig. D. Basel. Antiquarium Basel. Hübscher Becher; der Eierstab ist wie auf Textbild 30 ; wohl Zeit des Claudius oder Nero.

Fig. E. Vechten. Museum Leiden I. 399. 400. Auf 29. Ähnlich roh ist die Darstellung auf dem ebenfalls frühen Gefäss Tafel 96 D. Auf diesen frühen Gefässen der Zeit des Claudius sind ligürliche Darstellungen selten, und sie fallen auch durch ihre barbarische oder naive Art auf; dass der Töpfer dem Kentauren ein Jäckchen angetan hat, ist hübsch; die reitende Nymphe hat sehr kleine Beine und eine grosse Pansflöte.

Fig. F. Kempten. Museum Kempten. Hier ist der Panther sichtbar (auf Dragd. 30), den Masclus (Tafel 52 Fig. 3) verwendet, und der teilweise auf dem daneben abgebildeten Becher zu sehen ist.

Fig. G. Museum Crefeld. Auf diesem Becher ist ein Teil des Panthers des Masclus sichtbar, der auf F ebenfalls zu sehen ist.

Fig. H. Aislingen. Museum Dillingen. Von einem feinen Becher Dragd. 30.

Hg. I. Aislingen. Museum Dillingen. Splitter, Becher 30.

Fig. K. Museum Zürich. Nach Angabe oder Vermutung des Verkäufers des Stücks, Hauser, ist dieses Modelbruchstück in Fahrwangen gefunden; diesen Model habe ich schon früher ab- gebildet Aislingen Textbild 6 E; leider damals nach einem stumpfen Gipsausguss, so dass ich bezüglich des Stempels auf ^'ermutungen angewiesen war. Der Stempel ist im Original sehr deutlich: ACVTI. Es scheinen mehrere Töpfer dieses Namens gearbeitet zu haben. Ein viel früher lebender Acutus ist doch wohl der, von welchem Gnirs in Jahreshefte des östr. Instituts 1911, S. 186, in Pola gefundene Sigillata abbildet. Vergl. 0x6, Die ältesten

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Sigülata-Fabriken in Montans am Tarn, im Archäologischen Au- zeiger des Jahrbuchs des K. Deutschen Archäologischen Instituts 1914, S. 61.

Fig. L. Kempten. Splitter eines Bechers 30. Hier ist ein Teil der Löwengnippe sichtbar, die Masclus (Tafel 52) und später Albinus (Tafel 5) verwendet.

Fig. M. Emerkingen. Museum Ehingen. Bruchstück Dragd. 30. Mit Darstellung des barbarischen Merkurs wie bei M. Crestio und Crucuro. Wiederholt nach Fundberichte aus Schwaben XXI, 1913 Tafel YII 4, S. 112.

Textbild 30. Weisenau bei Mainz, Stadt. Museum 1912. Zeit Claudius-Nero. Eierstab wie auf 95 D.

RKc<it^*nK<m. K«it«H.

KWci^««heiw. CrÄUr^t^

Textbilö 43.

Zu Tafel 96.

Fig. A. 3Iainz. Museum Mannheim. Becher Dragd. 30. Die Figui" ist nicht etwa A^on mir schlecht gezeichnet, sondern sie ist so. Jedenfalls aus der gleichen Fabrik wie B. Mitte des ersten Jahrhunderts.

Fig. B. Mainz. Museum Mannheim. Diese Dekoration des hängenden Kranzes ist hier auf Dragd. 30 ebenso, wie man sie oft sieht auf der unteren Zoue von Schüsseln Dragd. 29 der Zeit des Claudius. Manches erinnert an den Töpfer Amandus, Akan- thus wie auf F.

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Fig. C. Rottweil. Museum Rottweil. Stücke eines Bechers 30. Den Amor links sieht man auf Arbeiten des Meddillus und Secun- dus: der Amor mit Kranz rechts ist auf dem Calus f. signierten Becher Tafel 16 unten. Hübsch ist das kleine sitzende Figürchen mit den Tieren. Zeit Nero-Vespasian.

Fig. D. Windisch. Museum Brugg. Auf der unteren Zone eines frühen Gefässes Dragd. 29. Die Figur mit auf den Rücken gebundenen Händen wird von viel später arbeitenden Töpfern noch benützt, wie Fig. E zeigt.

Fig. E. Günzburg. Museum Günzburg. Von einer Schüssel Dragd. 37 der Zeit Domitians. Ähnliche Stierkampf-Darstellungen linden sich manchmal auf späteren südgallischen Sigillaten, z. B. Roger Tafel IV 3.

Fig. F. Aislingen. Museum Dillingen. Gefässform nicht bestimmbar. Akanthus wie auf B.

Zu Tafel 97.

Fig. A. Bregenz. Museum Bregenz 180. 401. Schöner Becher der Zeit Nero-Vespasian. Aber die Arbeit ist nicht mehr so vor- trefflich wie der folgende Becher der Fonn 30. Der Amor schnellt nicht wie sonst den Pfeil mit dem einfachen Bogen ab, sondern er benützt eine auf einem Gestell befestigte Wurftnaschine.

Fig. B. Xanten. Antiquarium Berlin. Publiziert von Sie- bourg. Bonner Jahrbücher XCVI und XCVII Tafel X. Der schöne Becher zeigt die bei Masclus, Gallicanus und, wie es scheint, auch bei Modestus beliebte Wellenlinie des feinen Blättchen- kranzes. Der Merkur im Medaillon ist ebenso auf dem Gefäss des Modestus Tafel 58 A : Vergleicht man die Anordnung der Wein- ranken mit der Anordnung des kleinen Rankenwerks der oberen Zone der eben genannten Modestusschüssel, so glaubt man dieselbe Hand ^u fühlen. Aber auch Masclus hat ähnliche Rankendekoration (Rottweil 1907 Tafel XHI 2). Das Rebenblatt hat ähnlich Carus. Ich halte den Berliner Becher für eine Arbeit des Modestus. Modestus hat nicht nur Schüsseln ausgepresst, sondern auch Negativ- formen, Model, zu Gefässen gemacht und signiert, wie hervorgeht aus der Schüssel 29, die Ritterling mitteilt Hof heim 1905 S. 69, Abb. 28 ; sie hat MOD (Abdruck von in den Model vor dem Brande geschriebenen Buchstaben) unten am Ornament und zwar hat diese Hofheimer Schüssel jene Schuppendekoration der mittleren Zone, die auch bei Masclus vorkommt, und einen kleineu Pfeiler,

— Ba- den Masclus ebenfalls hat. Masclus und Modestus haben in der gleichen Zeit gearbeitet. Eine andere schöne Schüssel 29 mit MOD ist publiziert von Behrens in Mainzer Zeitschrift X s. 07 mit Abbildung von Kessler.

Fig. C. Museum Crefeld. Auf diesen schönen Becher, etwa der Zeit Neros, hat mich Oxe aufmerksam gemacht, und ihm ver- danke ich auch gute Unterlagen der Zeichnung.

Textbilö 44.

Zu Tafel 98.

Fig. A. • Fundort und Museum ßottweil, wie B und C. Das Gefäss stammt aus der Töpferei des Masclus; das M seines Namens hat sich . erhalten (unten am Ornament bei dem kleinen Bären). Die Dekoration der Spiralen, Mohnkapseln und Vögel ist ebenso auf dem signierten Becher bei Behrens, Mainzer Zeitschrift X 1915, S. 96 und auf dem von mir Tafel 87 H wiedergegebeuen Stück von Hofheim. Der kleine Bär und der Löwe sind durch den Wiener Becher als Masclustj'pen bekannt, und der Eierstab ist der der späteren Arbeiten des Töpfers, die in die Zeit Neros fallen. Siehe Tafel 52 und Textbild 41.

Fig. B. Stücke eines Bechers Form .30. Zeit Vespasians. Die Figur links ist Oedipus vor der Sphinx (Dech. 488, 488 a>. die leider weggebrochen ist.

Fig. C. Becher 30. Gute ältere Arbeit, vielleicht noch nero- nischer Zeit. Die Minerva ist auch auf dem als Textbild 31 ab-

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gebildeten älteren Becher von Mainz. Zur Zeit der Herstellung: des Rottweiler Bechers war — wie man sieht — der Punzen der Minerva schon stark abgenützt.

Textbild 31. Weisenau bei Mainz 9. 10. 1912. Hübscher Becher der Zeit Claudius-Nero. Die Minerva sieht hier noch besser aus als auf dem Eottweiler Becher C; der Arm fehlte in beiden Fällen an dem Punzen und er ist durch Einzeichnen in den Model ergänzt; ebenso die Lanze, die der Töpfer ergänzt hat, indem er ein Stück Perlstab eindrückte und unten sogar ein Motiv, das man (in vernünftigerer Anwendung) öfter auf Gefässen claudischer Zeit sieht; auch zur Lanzenspitze ist ein möglichst unpassender Punzen verwendet. Sehr hübsch aber sind die kleinen Viktorien zu beiden Seiten des Altars. Die Minerva mit der angeflickten Lanze sieht man auch auf dem Burladinger Becher G der folgen- den Tafel.

Zu Tafel 99.

Die hier abgebildeten Objekte sind im Kastell Burla- dingen, das noch nicht lange entdeckt ist, von Bersu bei seiner Grabung 1914 gefunden worden. Diese Burladinger Sigillaten sind wertvolle chronologische Anhaltspunkte deshalb, weil das Kastell Burladingen nur kurze Zeit besetzt war. Wir können aus diesen Stücken ersehen, welche Ware gleichzeitig importiert wurde. Nach den sehr sorgfältigen Beobachtungen Bersus, die auch durch Münzfunde bestätigt sind, war das Kastell Burladingen etwa vom Jahr 85 ab besetzt und zwar nach Bersus Überzeugung nur kurze Zeit; es wurde nach wenigen Jahren aufgegeben. (Spätere Sigillaten linden sich imKastell nicht, sondern nur in der an anderer Stelle liegenden bürgerlichen Niederlassung.) Burladingen gibt also Auskunft darüber, welche Sigillaten in der Zeit Domitians in die Grenzkastelle gelangt sind; und diese Aus- kunft stimmt mit dem, was man bisher gewusst und vermutet hat, gut überein. Im Römisch-germanischen Korrespondenzblatt „Ger- mania" 1917 S. 111 findet sich ein Bericht von Bersu über seine Ausgrabung im Kastell Burladingen.

Fig. A. Becher Dragd. 30. Viele mit dieser Burladinger Sigillata sehr nahe verwandte Rottweiler Stücke habe ich zusammen- gestellt Rottweil' 1912 Tafel 21, 1—11. Das Motiv über den springenden Tieren wird von folgenden Töpfern benutzt: Calvus, L. Cosius Virilis, Crucuro, Mercator, Ponteius, Pudens.-

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Fig. B. Becher Dragd. 30. Die Dekoration mit dem den Löwen angreifenden Bestiarius erinnert sehr an gleichartige Ar- beiten des Biragill, M. (..'restio, Mercator, Pudens, Sabinus und .späteste Arbeiten des Germanus. Der sitzende Löwe fällt auch auf bei M. Cre«tio, Germanus und Sabinus. Die vierblättrige Blüte in den Zwickeln der Diagoualverzierung ist auch zu sehen auf »Tefässen des OF. CEN stempelnden Töpfers und des Cosius Rufus, < 'ornutus, Passenus, Seeundus. Der stehende Mann mit den sonder- baren Stiefeln ist auch — aber noch in etwas besserem Zustand — zu sehen auf Rottweiler Bechern der Zeit Vespasians, die ich mitsfeteilt habe Rottweil 1907 Tafel XII 2 und XIII 4.

^ßm'^

Textbilö 45.

Fig. ('. Becher Dragd. 30. Das merkwürdige Blatt dieses noch ganz guten Bechers ist ebenso in einem in den Töpfereien von Montans gefundenen Model (Dech. 1169).

Fig. D. Kleiner Becher jener Art. die ich Form 78 genannt und also nur in der Zeit Vespasians und der ersten Zeit Domitians vorkommend bezeichnet habe (Rottweil 1907 S. 14 und 15).

Fig. E. Kleiner Becher der Form 78. wie Fig. D. Art des Germanus.

Fig. F. Form 37. (Gefunden 1912 im Graben des Stein- kastells, das zeitlich bald folgte auf das Erdlager). Arbeit des Töpfers Germanus. (Vergl. Rottweil 1907, IX 7.)

Fig. G. Becher Dragd. 30. Die gleiche Minerva wie auf dem Becher Tafel 98 C (Rottweil) und Textbild 31 (von Mainz). Der

— 96 —

Becher von Burladingen ist ganz gute Arbeit, noch aus der Zeit Vespasians stammend. Wahrscheinlich ist der Becher späte Arbeit aus der Töpferei des Calvus; er hat das gleiche kleine gezackte Blättchen auf seinen Bechern.

Fig. H. Becher Dragd. 30. Das Gefäss zeigt den für Ar- beiten des M. Crestio und des Crucuro charakteristischen Eierstab. Diese Töpfer haben in der Zeit Vespasian-Domitian gearbeitet.

Zu Tafel 100.

Fig. A *). Fundort Hartlip (Kent) gefunden 1845. Vor vielen Jahren veröffentlicht von Roach-Smith in Collectanea Antiqua. Diese Angaben und eine gute Photographie dieses Stückes verdanke ich Donald Atkinson, welcher mich auf dieses Gefäss aufmerksam gemacht hat. (Der Aufbewahrungsort des sehr interessanten Ge- fässfragments ist mii- nicht bekannt; er wird sich aber später in geeigneterer Zeit leicht feststellen lassen.) Meine Abbildung ist nach der Photographie Atkinsons gezeichnet. Die frühere Publi- kation habe ich nicht gesehen. — Es liegt hier eines jener sehr seltenen grossen Prachtgefässe vor, über welche sich bei Deche- lette nichts findet. Aislingen Textbild 5 habe ich ein überaus interessantes Stück dieser Art abgebildet, das in Windisch gefunden wurde; siehe Textbild 34. Auch in Rottweil sind Reste eines solchen Gefässes gefunden worden, die ich hier als Textbild 32 mitteile. Ein Bruchstück eines solchen Gefässes aus Augsburg ist von Roger Tafel XV Fig. 6 mitgeteilt, und zwar zeigt das Augsburger Gefäss den gleichen Krieger (aber schlecht verdoppelt ausgepresst) wie das Gefäss von Hartlip. Diese Art von Gelassen muss ziemlich gross gewesen sein und eine Form gehabt haben etwa ähnlich — nicht gleich — Dech. I Textbild 41 = Tafel III Form 62. Derartige Sigillata-Vasen oder -Flaschen dürften sich aus einer hellenistischen Art Reüefflaschen entwickelt haben, etwa wie der, welche von Pagenstecher in Expedition Ernst von Sieglin Band II 3 im Abschnitt B (die griechisch-ägyptischen Tougefä§se) S. 79, Abb. 92b besprochen ist.

Die oberste erhaltene Zone des Hartlip-Gefässes hat Schuppen- dekoration ; dann folgt eine Zone, in welcher abwechseln Ornament, sitzende Fortuna, Ornament, Leda usw. (Die Fortuna ist ebenso, aber viel kleiner, auf dem sehr zierlichen Becher der Form 78

*) Fig. A bat etwas mehr aJs halbe wirkliche Grösse.

— i)7 —

Kottwi'il I!)tt7 T.tCt'l XVI 7.) \'\i\ov (lir^rr Zone ist die Ilaiipt- rlrtistellung: fiiio l)i:iim in Arcintöktui-: linlcs oitf^ efwaJ; bar1)M- risclie Viktona, die einem Sie;>er den Kran/ reicht (von- diesem Heros ist auf dieser Seite nur ein Teil der Feder de«^ Helltis sichtbar) ; rechts ist dieser Krieger vollständig", aber von der Vik- 'toria nur der Kranz erhalten. Der Heros ist eine ziemlich 'tohe, aber sehr eigenartige Darstellung, anscheinend eines Asiaten (Tro- janers). Eine Amazone Avird es doch Avohl nicht sein ; ich weiss nicht, wem Viktoria den Kranz reicht, hiese gleiche Figur ist kleiner und vi^l undeutlicher zu sehen auf dem oben erwälmten Augsburger Bruchstück und auf einem in A\'indisch gefundenen Becher (P'orm 30) der Art des Germaniis, den ich mitgeteilt habe Aislingen Textbild 6 A. Die Figur ist abgebildet bei den Typen des Germanus Tafel 34, 11.

S^^ih:

Textbilö 46.

Fig. B. Neuss. Museum Bonn GTTlb. AufDragd. 37. Wölfin mit einem Säugling: nicht die römische Wöltin. Das umrahmende .Medaillon ist ebenso auf Fig. D; beide Gefässe werden aus der gleichen Fabiik sein. Zeit Vesi>asian-I)omitian.

Fig. C. Windisch. Museum Brugg" 5738. Foiin" 30. Dieser Becher ist wahrscheinlich aus der Töpferoi dos Baullus, der bei Tafel 65 behandelt ist; rechts ist eine Figur sichtbar, (\ie auch 51. Crestio, Tafel 28 G, bat. Die Gruppe mit dem Pferd ist auch auf dem Bruchstück D. Es ist die rätselhafte Gruppe Dechelette 575, die aber auf den hier mitgeteilten Stücken C und D viel deutlicher ist als bei Dechelette.

Fig. l). Museum Crefeld 1. 18ß3. Form 37. Im Medaillon die bei Fig. ( ' erwähnte Gruppe. 1 >as Gewiss dürfte aus der gleichen Fabrik sein wie B.

Kiinrr, Töpfer verzierter SigiU.ifa. 7

9.^

IVxtbild 32. Fuudort und Mus(*ura RoUweil. Scherben eines seltenen Gefässes der bei A und Textbild 34 besprochenen Ali. Die Scherben haben auf der Rückseite keinen Farbüberzug; die Mündung dieser grossen Sigillata-Flasche nuiss also ziemlich eng gewesen sein. In der oberen Zone sieht man Tiere und den Apollo, wie auf dem gleichartigen Praclitgefäss Textbild 34. Unter dieser Darstellung ist eine Zone mit Wellenornament im Stil der Zeit Nero-Vespasian ; das ausgezackte Blatt benützt auch M. Crestio Textbild 17. Unter dieser Zone ist der Durchmesser des Gefässes am .grössten, und hier sind, wie an deu gleichen Gefässen von Windisch und von Hartlip, die beiden aus zwei Modeln ausgepressten Hälften der Vase zusammengesetzt und die Ansatzstelle glatt ab- gedreht. Das Gefäss hatte ah dieser Stelle etwa 20 cm Durch- messer; es ist also kleiner als die Gefässe von Wiudisch und Hartlip. Das Motiv der unteren Zone erinnert ein wenig an Bassus. Zeit Nero-Vespasian.

Textbild 33. Nymegen. Slg. Kam 22. Keste einer seltenen Feldflasche. Nach Einzeltypen und Stil zu schliessen aus der Zeit Vespasians. Die Flasche hat auf beiden Seiten das gleiche Ornaiftent.

Textbild 34. Das oben bei 100 A und Textbild 32 erwähnte Gefäss seltener Art im Museum Brugg. Wiederholt nach Ais- lingen Textbild 5. -

Tcxtbilö 47.

KöIt

Textbilö 48.

Bemerkungen zu öenTextbilöern 1— 4 unö 14—52.

Die Textbilder 1 — 4 sind nur beigegeben, nm einige wenige Beispiele jener Sigillaten zu zeigen, welche den frühesten süd- gallischen Gefässen zum Teil unmittelbar vorhergehen.

Textbild 1. „Aeobecher", Fundort (riubiasco. Schweiz. Landesmuseum 15085, Zürich. Publiziert von Ulrich, Die Gräber- felder in der Umgebung von Bellinzona, Kt. Tessin, 1914.

Textbild 2, oben: „Acobecher", Fundort Giubiasco. Schweiz. Landesmuseum 15916, Zürich. Das sehr interessante Stück ist publi- ziert von Ulrich; ich gebe aber eine neue Abbildung wie auch bei Text- bild 1. Nach Ulrich (8. 536) ist die Schrift zu le^en: C. ACO. G(ai) L(ibertus) HA!s(no). Das muss ein Irrtum sein. Die Buchstaben Gu.L konnte ich auf dem Original nicht linden; es scheint, dass die beiden Henkel der Vase links (der Körper der Vase fehlt) für ein G und ein L gehalten worden sind. Auf die Buchstaben HAN folgen ganz ohne Zweifel die Buchstaben V.S, die von Ulrich nicht erwähnt sind. (Oxe teilte mir mit, dass hier etwa [DIOP]hanes zu ergänzen ist.) Sehr wahrscheinlich ist die nicht richtige Lesung durch eine undeutliche Abbildung entstanden. Ähnliche Becher bei Dech. I S. 32, Behrens, Mainzer Zeitschrift X, 1915, S. 90. und H. Lehner, Vetera, Bonner .Jahrbücher 122, 1913, S. 430.

Textbild 2, unten: 3 „Acobecher". Museum Klageufurt. Prof. Dr. Oxe hat mich auf diese Stücke und auf die Tassen Fig. 3 links und rechts aufmerksam gemacht; meine Skizzen sind mit

7*

— 1 ort —

ßeiiützung seiner Photographicü f^ezp.ichnet. Die Kinzellieiteu niifl auch (He Anordnung- zeig:fn, dass diese 3 T3echer und die 4 Tassen auf Textbild o ans der gleichen Fabrik sind; das Deko- rationssystem des mittleren Bechers ist von den südg-allischen Töpfern übernommen worden, wie der Vergleich zeigt mit den Gelassen Tafel 1 Fig. C und 2 Fig. 1.

Textbild 3, 3Iitte: Fundort vermutlich Oberitalien. Museum Stuttgart, Sammlung v. Wundt. Die Skizze dieser Tasse ist nach einer Photographie gezeichnet, die ich Prof. Dr. Gössler verdanke.

Textbild 3, links und rechts: Museum Klagenfurt.

Textbild 3, unten': Fundort und Museum Aquileja. Bruch- stück einer eben solchen Tnsse mit A. TEREX im Ornament. (In Abwicklung gezeichnet.) Das Motiv lechts ist in die frühesten südgallischeu Fabriken übergegangen. Diese 4 Tassen und die 3 Becher Textbild 2 unten sind aus der gleichen Fabrik, die sehr wahrscheinlich in Oberitalien zu suclien ist. Ähnliche, aber nicht gleichartige Tassen sind besprochen bei Dechftlette I S. 39. — Zu A. Tereutius vergl. Oxe, VII. Bericht der 11. G. K. S. 13.

Textbild 4, a und c: Fundort Arezzo, Sammlung Zaberer, Stuttgart. Fig. b: Fundort Arezzo; Albertinum Dresden. Diese Bruchstücke aus Arezzo sind zum Vergleich beigegeben, um ersicht- lich zu machen, wie nahe sich die späten Gefässe von Arezzo und die frühesten von Südgallien berühren. (Diese Stücke mit Stempeln sind von mir schon früher mit anderen Arezzo-Sigillaten publiziert Aislingen Tafel I und IL)

Die Textbilder 5 — 13 sind im Abschnitt über die Chronologie besprochen.

Textbild 14. Mainz, Rheinallee 1901, Stadt. Museum. Diese frühe Arbeit des Bassus ergänzt die auf Tafel 12 gegebenen Bei- spiele. Die Blättchen- oder Schuppendekoration ist auf Sigillata der Zeit des Claudius und der ersten Zeit des Nero häutig; zu vergleichen ist besonders Textbild 29 und Tafel 93.

Textbild 15. Fundort Lezoux. Museum St.-Germain. Die Skizze ist nach einer Photographie gezeichnet, die ich Atkinson verdanke. Der Stempel ist weggebrochen, aber es ist sicher eine Arbeit des südgallischen Calus oder Calvus, von welchem sich auf Tafel 16 und 17 signierte Gefässe linden, die oben Seite 34 und 35 beschrieben sind. Der kleine Amor mit gefangenen Fischen ist auch auf dem Mainzer Becher der Form 30 mit Modelstempel CALVS. F, Tafel 17, und die gleichen Halbkreise sind ebendort

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auf der Schüssel der Foim 29 mit tjteiupcl ('AL\'L Es ist also bei beiden Gefässeii der gleiche Töpfer,

Textbild 16. Die Gefässe C, D, E bilden eine wichtige Ersfänzung der Gefässe A, B anf Tafel 27, die Seite 41 beschrie- ben sind.

Fig. ('. Weisenau. lu. 3. 97. Stadt. Museum Mainz. Der Töpfer steht Carus und ^lelus sehr nahe, wie Tafel 20 zeigt und 56 A.

Fig. D. Weisenau. Stadt. Museum Mainz. Obere Zone wie bei Carus Tafel 20 F.

P'ig. E. Mainz. Stadt. Museum. Das unten noch zum Teil erhaltene Motiv Of. Orestio 17 hat auch M. Crestio, der aber viel später arbeitet.

MIJ,

« i ' i 1 > ( i IS ^M% 1 1) mit) M

Textbilö 49.

Textbild 17. Die Gefässe E, F, auch die Textbilder 36 und 46 B, sind wichtige Nachträge zu den Gefässeu des M. Crestio auf Tafel 28, die oben Seite 42 beschrieben sind.

Fig. E. Mainz. Stadt. Museum. Die Löwen zeigen, dass dieser Töpfer ein späterer Entlehner der Typen des Gennanus ist; genauer erörtert Seite 43.

Fig. F. Mainz. 3. 11. 94. Stadt. Museum. Behandelt Seite 43.

Textbild 18 oben: Weisenau. Stadt. Museum Mainz. Das Stück ist besonders interessant als Belog dafür, dass Dana noch die Volutendekoration verwendet hat.

Unten: Mainz, Eheinallee 28. 7. 19oO. Stadt. Museum. Diese beiden Gefässe bilden einen Nachtrag zu dem Geffiss des Darra Tafel 32. das oVen Seite 45 beschrieben ist.

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Textbild 19. Weisenau. 19. 2. 99. Stadt. Museum Mainz. Das Stück bjldet eine Ergänzung zu den Gefässen des Felix auf Tafel 32, die Seite 45 beschrieben sind.

Textbild 20. Weisenau. 10.7.98. Stadt. Museum Mainz. Dieser Flavius Germanus hat nichts zu tun mit dem Germanus der Tafeln 34 — 39. Er ist ein Töpfer der Zeit Domitians und hat höchst^Yahrscheinlich in Banassac gearbeitet. Verzierte Gefässe dieses Töpfers scheinen selten zu sein.

Textbild 21. Neuss. Slg. Sels 237, Museum Neuss. Rest eines frühen Gefässes der Foim 29. Das Blatt verwendet Fimio, Tafel 32, und bemerkenwert ist, dass es auch vorkommt auf den sehr frühen Kelchgefässen von Bregenz, Tafel 2 E und K, Tafel 3 M und 0 und auf dem Kelchgefäss Tafel 41 I von Neuss. Das Motiv der oberen Zone ist ganz ähnlich bei Bassus Tafel 12 D, Bassus und Coelus Tafel 13 Fig. IG, bei Ingenuus, Tafel 40 A und bei Daribitus Tafel 31 E; dieses feine Motiv darf nicht ver- wechselt werden mit ähnlichen gröberen Verzierungen späterer Zeit.

Textbild 22, 1. Museum Günzburg. Interessante Variante der Becherform der Zeit Vespasians, die ich „Form 78" genannt habe.

2. Museum Rottweil. Hübsche kleine Vase der Form 67. Vergleiche die signierte Vase mit Modelstempel CRVCVRO auf Tafel 29 Fig. A.

3. Cannstatt. Slg. Knorr, Stuttgart. Sehr späte und rohe Variante der Form 78. Zeit Domitians. Das Stück ist interessant dadurch, dass es die spätere Entartung und das Ausklingen der Form 78 zeigt. Wahrscheinlich liegt eine sehr späte Arbeit des Germanus vor. — In Cannstatt kommt die eigentliche Form 78, die an den etwas älteren Plätzen Rottenbürg und Burladingen (siehe Seite 94 und Tafel 99) noch vertreten ist, nicht mehr vor. — Merkwürdig ist, dass Cannstatt so lange Zeit hindurch für das antike Clarenna gehalten wurde, und es erscheint notwendig, einige Worte über das Suchen nach dem antiken Clarenna der Peutinger- karte hier einzuflechten. Welche Mühe man sich gegeben hat, den Platz des antiken Clarenna auszuforschen, und wie sehr die verschiedenen Ansichten auseinandergingen, ist daraus zu ersehen, dass Clarenna in den letzten 300 Jahren an folgenden Orten gesucht wurde: zwischen Mengen und Ulm, in Tübingen oder Nürtingen, in Eöngen, in Ehingen an der Donau, in Lauterach, in Kirchheim unter Teck (noch 1916), in Weilheim oder bei Uhingen (noch 1912), in Zainingen, aber nicht in Donnstetten. Die herrschende Mei-

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iiung-, die auch alle Kartenwerke beeiutliisst hat, war bis vor kurzem oder eigentlich bis heute: Clarenna ist Cannstatt. — In dem Werke Inscriptiones Baiuariae Romanae von Vollmer 1915 ist jetzt auf der archäologischen Karte und Seite 228 meine neue Gleichung DonnÄtetten-Clarenna aufgenommen, anerkannt und verwertet; Seite 213 und 214 bei „Clarenna" und „Donn- stetten" finden sich aber ganz ungenügende und irreführende Lite- raturangabeu. Wie Vollmer in seinen Vorbemerkungen sagt, war einer seiner württembergischen Vertrauensmänner oder Gewährs- männer Professor Hertlein. In allen meinen Mitteilungen, die

Textbilö 50.

sehr leicht ern-ichbar sind, ist der Zweck der Sigillataunter- süchungen : Ausforschung und Festlegung von Kastellplätzen, Grenz- anlagen etc., angegeben. Noch in „Die Altertümer des Oberamts Heidenheim" 1912 Seite 94 lässt Professor Dr. F. Hertlein „un- entschieden, ob Clarenna etwa in Weilheim oder bei Uhingen zu suchen ist"; Hertlein hat also damals jedenfalls noch nicht Clarenna in Donnstetten gesucht oder gar gefunden. — Die Literaturangaben Vollmers sind einer Richtigstellung oder Ergänzung sehr bedürftig. Ich habe, der herrschenden Meinung entgegen, als erster die Strecke Grinario-Clarenna-ad Lunam der Peutingerkarte mit Donnstetten in Verbindung gebracht und bin seit 1907 und vor 1911 dreimal dafür eingetreten, dass Donnstetten das antike Clarenna ist (Rottweil 1907 S. 45, Fussnute; Fundberichte aus Schwaben XVI S. 56; Fimdberichte a. Schw. XVIIT S. 34 und 35). Schon in „Cannstatt" (1905) und dann besonders in „Rottweil-' (1907) habe ich viele

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Doimstettensigillaten publiziert und mitBestimmtlieit ausgesproclieu: ,, I) 0 u n s t e 1 1 e n m u s s , n a c h s e i n er S i gi 1 1 at a z u s c h ] i e s s e 1), ein Platz von mindestens ebenso grosser Bedeutung gewesen sein wie Küngen ((jlri-nario) und Urspring (ad Lunani?). Vielleicht sind Buchner, Leichtlen und Z a n g e ni e i s t e r nvi t i h r e m L ö s u n g s v e r s u c h d e r C 1 a r e n n a- frage der Wahrlicit doch ziemlich nahe gekommen. — (Vergl. 0. It. L. Urspring, S. 3.3)." — An anderer Stelle habe ich, lange vor llertlein, ausgeführt, dass durch meine genaue Prüfung der Donnstettensigillaten „die Bedeutung und der Charakter des i'öniischcn Donnstett en in ganz anderes Licht gerückt ersclieint als bisher", habe noch einmal betont, dass und warum ich Donnstetten für das antike Clarenna halte, und habe gesagt: „Donnstetten ist jedenfalls als Römerplatz sehr ernst zu nehmen und ein sicher ergebnisreicher Ort für Kastellgrabungen." — In der Studie: Terrasigillata von Rottweil, Geislingen und Heidenheim (Fundberichte aus Schwaben, XVIII S. 34 und 35), die Hertlein zweifellos auch gelesen hat (eine damals an mich gerichtete Anfrage Ilcrtleins bezieht sich auf diesen Aufsatz), ist dann neben anderem die Kastellreihe „Röthen- berg-Waldmössingen-Sulz- Geislingen -Gomadingen-Dounstetten-ür- spring-Heidenheim" besprochen und ebenso die Querlinie „Urspring (ad Lunam '?)-Donnstetten (Clarenna yj-Köngen (Grinario)". Ebendort ist bemerkt: ..Wenn man auf der jedem Kastellheft des limes- werkes beigegebeneu Übersichtskarte den Verlauf der Kastellreihe Oannstatt-Köngen-Urspring-Faimingen betrachtet, so fällt die Strecke Köngen-Urspring durch ihre Länge so sehr .auf, es fehlt hier ein Kastell, es klalft gerade hier eine deiartige Lücke, dass ich da- durch und durch Sigillatafunde zu der Überzeugung gekommen bin, dass Donnstetten als Kastell sich erweisen wird. (Die Karte der älteren Lieferungen des Limeswefkes gibt sonder- barerweise gerade dieses wichtige Gebiet falsch wieder; die Fils ist ganz weggelassen und die Lindach ist falsch als Fils be- zeichnet.)" Dass ich bei meiner neuen Aufstellung nicht nur die Sigillata, sondern auch die Ortsnamen und Ortsentfernungen ge- prüft und berücksichtigt habe, ist selbstverständlich. Ich bin also zuerst und wiederholt dafür eingetreteu, dass Donnstetteu ein Kartell und dass es das antike Clarenna ist, bin aber mit meiner Aufstellung zunächst völlig alleingeblieben. (Die spätere Untersuchung der Sigillaten und der Verhältnisse von Donnstettefi

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vuii audeier Seite, vergl. Fuiulberichte aus Schwaben XVI (1909) S. 51 und Beschreibung des Oberamts Urach 1909 8. 165, folgte auf meine Verötfentlichuug vieler Donnstettensigillaten und meiner Notiz in Kottweil 1907 S. 45).

Es erscheinen deshalb die Erörterungen und Begründungen in den im Inschriftenwerk von Vollmer S. 213 und 214 zitierten Arbeiten Hertleins von 1912 reichlich verspätet, so wertvoll und dankenswert diese eifrige Zustimmung zu meiner Aufstellung ist. Dabei ist die Behauptung Hertleins, dass die Gleichung Donn- ^tetten = Clarenna ..einer alten Vermutung" entspreche, die

3 i^^f

n

Textbüö 51.

ich „wieder aufgenommen" habe, nicht richtig, soweit Donnstetten in Frage kommt; gerade Donnstetten war im Gegenteil immer unglaublich unterschätzt worden als Kömerplatz, und eist meine Sigillatauntersuchungen haben dem eih Ende gemacht. Es ist nicht unwichtig für diese Forschungen, dass man sich klar bleibt, durch welche Untersuchungen ein Fortschritt erzielt und fester Boden gewonnen wurde, und es ist nicht gut, dass in dem Werke von Vollmer zwar eine neue Feststellung verwertet wird, aber die Sigillatauntersuchungen, welchen dieser wenn auch kleine, so doch recht hübsche Fortschritt zu verdanken ist, vollkommen ver- schwiegen sind. Meine Gleichung Donnstetten =CIarenua ist deshalb nicht ganz belanglos, weil mit dieser Ausfüllung einer bisherigen Lücke endlich richtiggestellt ist, dass die römische Wegstrecke Grinario-Clarenua-ad Lunam durch das Lenninger Tai

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über Guteuberg lief, und über Donustetteu imd ürspring die Schwäbische Alb durchquerte, und nicht über Weilheim (oder bei Uhiugen) oder gar, wie bei der Gifeichung Clarenna=Canustatt, über Cannstatt und das Remstal hinauf zum Rätischen Limes ging. — Die Gleichung Donnstetten = Clarennaist also eine entscheidende Anregung zu beträchtlicher und befriedigender Änderung der archäologischen Karte, und in Vollmers Inschriftenwerk — einer Veröffentlichung der K. Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München — hätten hier namentlich auch deshalb richtigere, kurze Literaturangaben über die Entstehung der neuen Aufstellung beigegeben werden sollen, damit die Nachprüfung und Kritik der Gründe, die mich dazu geführt haben, erleichtert oder ermöglicht wäre; denn die von Vollmer angeführten Darstellungen Hertleins von 1912 und 1913 sind so ungeschickt abgefasst, dass jeder, der über die vorhergehenden Arbeiten nicht sehr gut unterrichtet ist, zu der ganz falschen Ansicht verleitet wii*d, er, Hertlein, habe die Sache zuerst aufgestellt, und es handle sich im übrigen um eine „alte Vermutung". Hertlein, der noch 1912 Clarenna in Weilheim oder bei Uhingen vermutet hat, hat 1912/13 nur bestätigt, dass meine schon zwischen 1907 und 1911 wieder- holt von mir vertretene Aufstellung Clarenna = Donnstetteu seiner Nachprüfung standhält. — Die Nachlässigkeit Vollmers in diesem Fall ist um so störender, als im gleichen Werke nicht gespart wird mit Anführung und Mitteilung belangloserer Sachen und weil sonst die Verfasser von solchen Publikationen selbst in ganz äusserlichen, unwichtigen Dingen peinlich genau sind und nicht einmal das Geringste, ganz Nebensächhche versäumen, son- dern sich lieber den Finger abbeissen.*)

Textbild 23. Weisenau 18. 1. 99. Stadt. Museum Mainz. Sehr schöner Becher der Art des Masclus. Zu vergleichen sind

*) Fniulbericlite aus Schwaben 22/24 Seite 62 sagt F. Hang: „Clarenna winde dann seit (?) der Entdeckung römischer, auch militärischer Funde bei Donnstetten auf der Alb gesucht." Dna ist nicht richtig. Entdeckt oder ge- funden waren diese Fundstücke von Donnstetten schon längst; aber niemand suchte ein Kastell oder Clarenna in Donnstetten ; das geschah zuerst durch meine Publikation von Donnstetten -Sigillaten in „Rottweil" (1907) mit Fussnote S 45. — Haug nimmt sich in Fundberichte 22/24, S. 62 Fussnote, sehr freundlich meiner an, zitiert aber die Arbeiten, in denen ich mich zu dieser Sache geäussert habe, nicht richtig ; Eottweil 1907 S. 45 fehlt, und Haugs Hinw eis auf Fundberichte 20, 1912 S, 35 ist ein Versehen; dort findet sicli keine Mitteilung von mir.

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die signierten Arbeiten dieses Töpfers Tafel 52, «7 G, H, 9« A und und Textbild 41, die oben Seite 58 uud 59 behandelt sind.

Textbild 24. Weisenau. Stadt. Museiun Mainz. Hübsche Schüssel des Matugenus; Nachtrag zu Tafel 53 und Seite 60.

• Textbild 25. Stadt. Museum Mainz. Rest einer Schüssel des Malus; Nachtrag zu Tafel 56 und Seite 61.

Textbild 26. Mainz, Rheinallee 28. 7. 1900. Stadt. Museum. Nachtrag zu den drei seltenen Gefässen des Namus Tafel 60. Alle diese vier Gefässe sind im Juli 1900 am gleichen Fundplatz gefunden. Naraus ist behandelt Seite 64.

Textbild 27. Mainz, Rheinallee 28. 7. 19nu. Nachtrag zu den vielen Gefässen des Senicio Tafel 75 — 77, beschrieben S. 75. Zu vergleichen ist auch Seno (liöchstwahrscheinlich Kui-zname von Senicio) Tafel 78.

Textbild 28. Weisenau, Februar 1915. Stadt. Museum Mainz. Dieser Urvoed ist ein besonders interessanter früher Töpfer. Die Schüssel ist publiziert Mainzer Zeitschrift X S. 79.

Textbild 29. Stadt. Museum Mainz. Charakteristisches Beispiel des Schuppenornaments der mittleren Zone. Zu vergleichen sind besonders das Gefäss des Bassus Textbild 14 und die Bei- spiele auf Tafel 93. Das untere Rankenornament wie bei Carus 20 D, oben: auch wie Textbild 51 B und Aislingen Tl»fel II. — Alt des Namus.

Textbild 3o, Weisenau 1912. Stadt. Museum Mainz. Hüb- scher Becher etwa der Zeit Neros; der Eierstab wie auf dem Becher Tafel 95 D.

Teiitbild 31. Weisenau 9. 1912. Stadt. Museum Mainz. Becher mit hübschen Viktorien an einem zierlichen Altar. Der Speer der Minerja ist von dem Modeltöpfer in sehr schlauer AVeise unter Verwendung von Punzen und des Perlstabrädchens ergänzt. Etwa Zeit des Nero. Die gleiche Minerva, aber sehr verdorben, findet sich noch auf den späteren Gefässen Tafel 98 C und 99 G.

Textbild 32. Museum Rottweil. Viele Bruchstücke einer Vase des seltenen Typus Textbild 34 and Tafel 100 A. Das Blättcheu des Rankenoniaments verwendet auch noch M. Crestio, wie Text- bild 17 F zeigt. Zeit Nero-Vespasiau. — Auf der Rückseite haben die Scherben solcher Sigillatavasen keinen Farbüberzug; die Mündung dieser Gefässe muss also klein gewesen sein. — Das sogenannte »Geheimnis der Terrasigillata'-, d. h. die Frage der Zusammensetzung des roten Farbüberzugs, spielt keine geringe

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liOlle in den Unterhaltungen derer, die nichts anderes zur Sache zu sagen wissen und sich durch sensationelle Mitteilungen wichtig machen wollen. Was dieses „Geheimnis" betritFt, so habe ich meine Meinung in Terrasigillata-Gefässe von Rottenburg-Sumelocenna, 1910, S. 7, Fussnote, ausgesprochen und bin in meiner Auffassung seither nicht w^ankend geworden; nicht einmal dadurch, dass in überaus geistreicher Weise der Geist Böttgers gegen mich zur Hilfe gerufen worden ist („Die Saalburg" Xr. 27); Böttger war, das wird dabei übersehen, nicht nur ein glücklicher Erfinder, sondern auch ein Fälscher (seine ersten Produkte haben chinesische Marken); ausserdem war er — als Goldmacher — ein Charlatan. Böttger hatte doch nicht die Verpfiiclilungen eines Archäologen, sondern seine spezielle Aufgabe war das Fälschen und das Goldmachen. Auch gibt es in Deutschland keinen chinesischen Sigillataimport zu bekämpfen. Bestärkt in meiner Auffassung wurde ich namentlich auch durch das gegen (!) mich geltend gemachte Argument, dass (offenbar nra ein lukratives Geschäft zu machen) von den Interessenten in langwierigem Prozess um das Reichspatent des technischen Verfahrens ge- stritten worden sei; — alle Achtung vor diesem schönen Be- weis industrieller Regsamkeit; aber was haben derlei Dinge mit römisch-geiAanischer Forschung zu tun? Ich habe eben nun die vielleicht jetzt veraltete Anschauung, dass Gelderwerb und Alter- tumsforschung zwei' ganz verschiedene Dinge sind. Diese plumpen und albernen Sigillatanachäffungen oder Fälschungen erkennt übrigens jeder, der sich ernstlich mit Sigillata beschäftigt, sofort als solche; darüber können die begeisterten Freunde dieser Fäl- schungen ganz beruhigt sein. Aber im allgemeinen, beim grossen Publikum, wird das Vertrauen in die bisherige absolute Sicherheit der Echtheit aller Sigillatastücke durch solche Fälschungen merk- lich untergraben, was für die wirkliche Sigillataforschung kein Nutzen ist. Das zweifelhafte Verdienst, dies nicht ganz klar er- kannt zu haben, bleibt also dem bekannten Verfasser von Saal- burggeschichten und Mitarbeiter des Saalburgblättchens, und dieses Verdienst kann ihm nicht abgestritten werden. Herr Direktor Karl Blümlein mag sich beruhigen: zur Beantwortung der Frage ,.Wie wurde denn eigentlich die Sigillata hergestellt," ist jedenfalls von anderer Seite unendlich mehr beigetragen worden, als von ihm und seinem Kreis; er ist dabei V(3llig überflüssig und kann nichts nützen, sondern nur schaden. Blümlein spielt sich der

— IdO —

Ötfentlichkeit gegenüber als Sigülataforscher, als ^wahrer Forsch^i- auf, hat aber bis jetzt ängstlich vermieden, sich als solcher zn legitimieren; er lebt ja bis jetzt in dieser Beziehung sozusagen von den Keflexen, die von den von ihm behandelten Sigillata- schriften auf ihn fallen. Er sollte nun nicht länger geheimhalten, welche selbständige, ernstzunehmende Sigillataarbeit von Wert gerade ihn geeignet erscheiuen lässt, z. B. über die Art und Weise der Publikation alter Sigillata zu urteilen. — Es liegen jetzt schon reichlich Anzeichen vor, die mich in die glückliche Lage versetzen, mit Seelenruhe abwarten zu können, ob die durch die Lärmtrommel des Herrn Karl Blümlein vermittelten Tonprodukte, oder ob die von anderer Seite gelieferten ^lauersteine brauch- bareres und tragfähigeres Baumaterial für die Bauleute der rö- misch-germanischen Foi*schung bilden werden. — Ganz anders liegt der Fall, wenn ernste Forscher, wie Drageudortf oder Ludowici, nebenbei auch die Frage des Sigillata-Farbüberzugs erörteni. Blümlein aber, der zur Sigillataforsehung nicht das Geringste bei- getragen hat, wendet sich in Zeitungsartikeln an die Geldgier und versichert den Wiederertindern, es sei im Fall des Gelingens „ein lukratives Geschäft zn machen". — Ich wundere mich ein wenig, dass Herrn B. nicht auch von anderer Seite ent- gegengetreten wird; wie es scheint, hat diese Scheu ihren Grund darin, dass B. gelegentlich als Rezensent archäologischer Schriften auftritt: dieser Umstand darf aber nicht abhalten, dem Blümlein- schen Unfug entgegenzutreten, denn Lob oder Anerkennung von selten dieses Herrn ist sicher weit fataler, als eine absprechende Beurteilung, durch die B. sein Mütchen zu kühlen sucht. — Die Lösuug des „Geheimnisses" der Terra-Sigillata wird von einer Seite kommen, von welcher sie am wenigsten erwartet wird; das Dringendste aber ist vorläufig die Publikation echter Sigillata.

Textbild .33. Xymegen. Sammlung Kam 22. Seltene Sigillatafeldflasche. Dekoration und Einzelheiten zeigen, dass sie ein Produkt von La Graufesenque ist. Zeit Vespasians. i

Textbild 34. Windisch. Mus. Vindonissa, Brugg. Pracht- geföss in der Art der Gefässe Textbild .32 und Tafel 100 A. Schon in Knorr, Terra-Sigillata von Aisliugen, HM:^ beschrieben und abgebildet. Nachträglich fand ich im Museum in Aarau ein weiteres Bruchstück, das ich Tafel 90 H abbilde. 'J'extbild 34 hat oben den Ro^^t fmor Sjo-natnr: VS oder SA. - "-^An.imis? Mn^HiVS? i,Jerman]VS ;-

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Textbild 35. JMu.seum Köln 7543. Dieses Bodenbruchstttok mit Steiiii»elrest zeigt, dass Celadus in seiner späteren Zeit sich mit Crucuro, M. Oestio, Meddilhis und anderen berührt. Nachtrag zn Tafel 21, mit Text Seite 38.

Textbild 36. Sehr wahrscheinlich Bingerbrück. Museum Kreuznach. Diese Schüssel mit dem Modelstempel M. CRESTK) ist interessant, weil sie zeigt, dass die beiden Gladiatoren nicht nur benützt werden von dem AIF]RCATO stempelnden Töpfer, Tafel 57 ; das Blatt hat auch Coelius, wie T^fel 23 A zeigt. Text- bild 36 ist Nachtrag zu Tafel 28 und Textbild 17 E, F und 46 B, behandelt Seite 42 und 43.

Textbild 37. Sehr wahrscheinlich Bingerbrück. Museum Kreuznach. Bodenstück einer Schüssel Dragd. 29 mit Stempel INGENVI, rückläufig. Nach Stil und Art Zeit Vespasians. Wenn es der gleiche Ingenuus ist, der die Gefässe Tafel 40 A, B, 41 F und 42 Q gemacht hat, müsste er sehr lange Zeit, über 40 Jahre, gearbeitet haben, was ja nicht unmöglich ist; wahrscheinlicher ist mir, dass es zwei verschiedene Töpfer sind. Es könnte sich auch so verhalten, dass der Ingenuus Textbild 37 der gleiche ist, wie Tafel 41 F und 42 Q, und dass der Töpfer Tafel 40 A, B ein anderer, sehr früh arbeitender Ingenuus ist. Die Sache kann sich nur befriedigend aufklären durch noch mehr bekannt werdende signierte Exemplare.

Textbild 38. Museum Köln, 2527. Reste einer 29-Schtissel mit Stempel OF. LABIONIS. Nachtrag zu Tafel 44 und Text- bild 43. — Das Stück ist schon publiziert von DragendorflF, Terra- sigillata, 1895, Seite 129, Fig. 20; aber Drageudorfis Zeichnung ist sehr wenig gut und der Stempel ist nicht genannt.

T e X t b i 1 d 39. Bingerbrück ? Museum Kreuznach. Rest eines Bechers der Art des Masclus, Tafel 52, oder auch des Albinus, Tafel 5. Zeit Neros.

Textbild 40. Sehr wahrscheinlich Bingerbrück. Museum Kreuznach. Die Schüssel ist wichtig, weil durch sie viele neue Tj'pen des Passenus bekannt werden. Zeit Nero-Vespasiau. Nach- trag zu Tafel 62, 63, 64.

Textbild 41. Schitferstadt. Museum Speyer. Sehr schöner Becher mit dem Rest der Signatur des Masclus: MA links im Ornament; der Stempel ist bisher nicht bemerkt worden. Das Stück ist typisch für Masclus und beweist durch seine fast zu schön gezogenen Ranken, wie geschickt der Mann war, denn diese

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•Stiele wiirdun iii den Model eingezeichnet; sie jnussten also in die Innenfläche des Zylinders des Negativs gezeichnet werden. Nachtrag zu den signierten Masclusgefässen Tafel 52, 87 G, H und 98 A. Auch der Becher Textbild 23, zwar nicht signiert, ist sicher von Masclus. — Vergl. Text Seite 58 und 59.

Textbild 42. Kastell Kheingönheim. Museum Speyer. Schüssel mit Stempel OF. BASSI COEL. Zeit Neros. Das Kastell war, nach Barthel, von der Mitte des Jahrhunderts bis zum Jahr 74 besetzt. — Nachtrag zu Tafel 13 und Seite 31. — Über das Kastell Rheingönheim finden sich Mitteilungen im VIT. Bericht der Röm.- Germ. Kommission, Seite 184—192. — Die beiden Tiere der Rheingönheimer Schiissel sind ebenso auf der Schüssel Ritterling Hofheim 1913 Tafel XXIII 1.

Textbild 43 links. Kastell Rheingfjnheim, Baracke 1. Museum Speyer. Zeit Claudius-Nero. Dieser Albus scheint be- gonnen zu haben, unter dem Wulst den horizontal laufenden Blätter- kranz anzubringen, der dann namentlich von Passenus sehr geni angewandt ist. Die späteren Abarten dieser Dekoration sind auf den frühesten Rottweilgefässen sehr häufig zu sehen. — Nachtrag zu Tafel 5 A, B.

Rechts : Rheingönheim, Gräberfeld Gr. 149. Museum Speyer. Mit Stempel OF. LABIONIS. Zeit Neros. Nachtrag zu Tafel 44 und Textbild 38; Text Seite 54.

Textbild 44. Rheingönheim, Grabfund, 17. 6. 13. Museum Speyer. Schüssel mit Stempel COSIRV. Zeit Vespasians. Nach- trag zu Cosius Rufus, Tafel 24, Text Seite 40.

Textbild 45, Fig. A. Museum Günzburg. Mit Stempel OF. IVCVNDI. Zeit Vespasians.

Fig. B. Museum Günzburg. Mit undeutlichem Stempel OF. IVCVN. Gefässe dieser Art und mit diesem Stempel sind in Rott- weil sehr häufig. Zeit Vespasians. Fig. A und B ist Nachtrag zu Tafel 43 und 44. Bemerkenswert ist die nahe Verwandtschaft mit Mercato und Vitalis.

Fig. C. Museum Günzburg. Teil einer Schüssel Dragd. 29 mit dem gleichen Motiv, das auch auf dem Prachtgefäss von Hartlip, Tafel 100 A rechts und links von de;- Leda, sich findet. (Diese Skizze Tafel 100 A hat ausnahmsweise etwas mehr als halbe wirk- liche Grösse.) Das Günzburger Stückchen stammt aus der Zeit Neros oder Vespasians, und in die gleiche Zeit wird das Gefäss von Hartlip fallen.

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Tox tbild 46, Fig. A. Museinii Günzbms. Toil eines IJechors Dragd. 30 mit dem Modelstempol PAV'LLI. wIp auf den Stücken Kuorr, Rottweil 1907 Tafel XIV Fig-. 7 und Ritterling, Wiesbaden Tafel VI Vi und IX 60. Tiipfer der Zeit Vespasian-Domitian. Nachtrag- zu Tafel 65.

Fig. B. Museum Günzburg-. Splitter einer 37-Schüssel mit Model- stempel M. CRKSTIO. Nachtrag zu Tafel 28 und Textbild 17 u. 36.

Fig. C. Museum Günzburg. Von einer Schüssel des GrERMA- NIF. SER stempelnden Tüpfers. Nachtrag zu Tafel 34—39. Zu vergleichen ist Rottweil 1907 Tafel VIII 2 und 7. Nur das R ist erhalten.

Textbild 47. Museum Günzburg. Diese Schüssel bildet eine wertvolle Ergänzung der signierten Gefässe des MERCATO auf Tafel 57. Man beachte die nahe Verwandtschaft mit Vitalis. Zeit Domitians. — Im Museum in Kreuznach notierte ich mir ein weiteres Bruchstück mit dem Löwen wie Type Biragil 6 und mit diesem Au-ssenstempel des ^lercato.

Textbild 48. Museum Köln 4270. Flüchtige Reiseskizze eines Bechers in der Art etwa des Masclus. Zeit Neros.

Textbild 4!>. Stadt. Museum Mainz. Zierlicher Becher; etwa Zeit Neros.

Textbild 50. Fundort wahrscheinlich Epfach. Sammlung des Hist. Vereins von Überbajern in München, Nr. 1335. Schüssel des entarteten Stils des Natalis; zu vergleichen ist Text S. r.4— 66 und Tafel 61, Mitte. Zeit Oomitian-Trajan.

Tcxtbilö 52.

Im Interesse der Sache und um zugleich einen kleinen Beitrag zu geben zur Entwicklungsgeschichte, der neueren Sigillata-Forschung, darf ich vielleicht einige Wünsche anschliessea und motivieren, deren freundliche Erfüllung und Berücksichtigung nicht nur die allgemeinere Nutzbarmachung nachweisbar fördernder neuer Sigil-

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lata-Publikationeu wesentlich ciieichtern, sondern auch das Ver- öffentlichen neuer wissenschaftlicher Feststellungen leichter ermöglichen würde. Obgleich in den letzten 14 Jahren erschienene tührende Sigillata-Arbeiten längst und fortdauernd von allen Stellen, die mit Terra-Sigillata zu tun habeu, anerkannt, benützt und ge- nannt werden, so sind doch noch in 1912 und 1914 erschienenen Nachschlagwerken zur deutschen Geschichte oder der Einwirkungen Roms in Germanien und bei ähnlichen Gelegenheiten, welche die Römer in Deutschland und die Sigillata-Literaturbetre f f e n, gerade Arbeiten, die neues Material in Abbildungen, neue Forschungsergebnisse und neue fördernde For- schungsweise brachten, nicht genannt, oder es wird höchstens indirekt auf einen Bericht, oder auf andere, nicht immer zuverlässige ^Mitteilungen aus z^^eiter Hand hingewiesen. In einem Fall erhalte ich fast den Eindruck, als ob eben einige mehr oder weniger veraltete Büchlein, die gerade zur Hand waren, und die Produkte befreundeter Personen erwähnt wären. Derlei wirkt auf' solche, die nicht sehr gut unterrichtet sind, ausser- ordentlich irreführend; es entsteht dabei, wenn auch unbeabsichtigt, ein unklares oder falsches Bild des Entwicklungsgangs und des Fortschritts dieser Untersuchungen, Für diese Forschungen ist es durchaus nicht gleichgültig, sondern recht wichtig, dass ungetrübt bleibt, durch welche Art oder Methode, durch welche Forschungs- technik und durch welchen Forscher Vertiefung, Fortschritt und Belebung erzielt wurden. Neue Forschungsresultate sollten un- mittelbar aus erster Hand und ungehindert zur Kenntnis und zur Wirkung gelangen können. Deshalb ist auch die