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DRUCK UND VERLAG VON Β. Ο. TEUBNER. 159: Bu“
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' e von li gende Schulausgabe des Platonischen Gorgias ist ‚im Wesentlie jen nach denselben Grundsätzen gearbeitet, welche ‚mein hochverehrier Freund, Herr Professor Cron, in der Vor- ‚rede zum ersten Bändchen dieser Sammlung dargelegt hat. Es ‚bleibt, mir ‚daher. nur. übrig. den Zweck derjenigen Einrichtungen ‚kurz zu erläutern, welche dieser Ausgabe. eigentümlich sind.
- In der Einleitung. hab’ ich als dritten Theil eine Zusammen- ‚stellung solcher Gesichtspunkte gegeben, deren. Beachtung zum ‚Verständnisse des. Dialoges mir besonders, förderlich erschien. Ziel der Lectüre soll namentlich auch die Erkenntnis sein, wie ‚die einzelnen Theile aus dem Grundgedanken des Ganzen ent- ‚worfen und gestaltet sind und sowol zu diesem als unter einander in einem notwendigen Verhältnisse stehen. Diese Erkenntnis in vollem Masse zu erringen wird nur der wissenschaftlichen For- ‚schung möglich werden; die Praxis der Schule muss sich auf Andeutungen und Winke beschränken. Solche Winke enthält jener Theil der Einleitung. Dabei war es nicht meine Meinung, dass derselbe, wie die beiden ersten Theile, schon vor der
ΥΠΙ VORREDE.
ersten Lectüre mit den Schülern durchgenommen und besprochen werden solle. Sein Inhalt würde da noch ganz unverstanden blei- ben; denn er seizt die Kenntnis des Dialoges im Allgemeinen voraus. Nach meiner Absicht sollten daher diese Punkte und im Anschluss an sie der vierte und fünfte Theil der Einleitung erst nach Vollendung der ersten Lectüre zur Besprechung kommen und dann als Einleitung zur zweiten Lesung das Interesse der Schü- ler von neuem anregen und spannen.
Einen, so viel ich weiss, ganz neuen Versuch mache ich mit der Einführung der im Anhange I. enthaltenen logischen Ana- lyse des Dialoges. Die erste Anregung dazu verdanke ich der trefflichen Abhandlung von K. Eichhoff: Zogica trium dialogo- rum Platonicorum esplicatio, Duisburg 1854*). Vorarbeiten die- ser Art für den Gorgias sind mir nicht bekannt geiarden Die Aufgabe jenes Anhangs war die Darlegung der logischen Func- tionen und Gesetze, welche in der philosophischen Untersuchung zur Anwendung kommen. Im Anschluss daran wird es nicht schwer fallen den Schüler mit den Anfangsgründen und Hauptleh- ren der Logik — denn nur diese gehören in den Schulunterricht — bekannt zu machen. Man hat die philosophische Propädeutik als einen selbständigen Zweig des Unterrichts — auch nach mei- nem Urteile mit vollem Rechte — aus dem Lehrplan der Gymna- sien gestrichen; damit sollte aber den Gymnasien weder die Pflicht noch das Recht entzogen werden, für eine angemessene philoso- phische Vorbildung ihrer Zöglinge zu sorgen. Man sollte diese nur nicht erzielen wollen, indem man philosophische Propädeutik als ein besonderes Lehrobject einführte und dieses in systema- tischer Weise behandelte. Nur diese dem Wesen’ des Gymnasial- unterrichtes wenig angemessene Methode sollte entfernt werden.
*) Vgl. m. Anzeige dieser Abhandlung in den Neuen Jahrbüchern f. Philol. Bd. LXXI. 5. 658 ff.
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Darum ird aber die Einsicht in die logische Form klassischer -
Schriftwerke von den Zielen unseres Unterrichts nicht ausgeschlos- sen. Sie muss nur wirklich an solche Meisterwerke des Geistes sich anlehnen und in ihnen eine concrete Unterlage für die Mit- teilung des entsprechenden Lernstoffs finden. Ganz. besonders geeignet für diesen Zweck werden unter allen Schriften des Al- tertums Platonische Dialoge sein und: unter den zur Lectüre in Gymnasien geeigneten Dialogen empfiehlt sich am meisten der Gorgias. Denn er bietet den Vorteil dar, dass in ihm fast alle / logischen Functionen geübt werden. Daher kann der Lehrer, ihm folgend, den Schüler allmählig an klaren, einfachen und schönen Beispielen mit dem Hauptstoffe der Logik bekannt machen. Als Hülfsmittel hierzu ist in jenem Anhang das nötige Material zu- sammengeste lt. Die logischen Termini sind zur Erleichterung der Uebersicht, wo sie zum ersten Male auftreten, durchgängig gesperrt gedruckt. Eine eingehende Erläuterung derselben muss dem lebendigen Uniterrichte überlassen bleiben. Möge es dem Herausgeber gelungen sein, in seinen Darlegungen das rechte Mass zu treifen, nach dem er vor allen Dingen glaubte streben zu müssen. ἐν}
Neben dieser logischen Analyse erscheint im Anhang eine Zusammenstellung der bei der grammatischen Erklärung zu beach- tenden Stellen mit Angabe derjenigen Paragraphen, welche in der griechischen Sprachlehre von Krueger über die jedesmalige
-Spracherscheinung Auskunft erteilen. Eine gleichzeitige Berück-
sichtigung aller in Schulen gebräuchlichen Grammatiken war un- möglich; in Uebereinstimmung mit Crom musste die Wahl auf die genannte Sprachlehre fallen. Eigentümlich ist _ der vorliegenden Ausgabe hierbei nur die tabellarische Form, in welcher das gram- malische Material zusammengestellt ist. Für diejenigen Schulen, in welcher eine andere als Kruegers Sprachlehre gebraucht wird, ist eine Columne frei gelassen worden, damit der Schüler die be-
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treffenden Paragraphen nach der in seinem Gebrauche befind- lichen Grammatik einzutragen vermöge, sei es, dass der Leh- rer sie dictiere oder dass den Schülern selbst die Ermittelung derselben vor der Präparation aufgetragen werde. Die Zusam- menstellung des grammatischen Materials in einem besonderen Anhang empfahl sich vor dem Citieren in den Anmerkungen unter dem Texte auch noch dadurch, dass eine grössere Zahl gram- matisch bedeutsamer Stellen Berücksichtigung finden konnte. In jene Anmerkungen würden meines Erachtens eigentlich nur Ab weichungen vom regelmässigen Sprachgebrauche gehören; im An- hang dagegen war es möglich die Interessen des Unterrichts in weiterem Masse zu berücksichtigen. Dem Schüler soll die Ge- legenheit geboten werden bei der Präparation über die in seinem Pensum vorkommenden grammatischen Erscheinungen durch eigne Thätigkeit zu einer sicheren Einsicht zu gelangen. Um der Schwächeren willen sind daher auch viele Regeln eitiert, welche, wie namentlich die aus der Casuslehre, dem Primaner als bekannt vorausgesetzt werden dürften. Doch wird auch den besser Vor- bereiteten eine Sammlung von Beispielen, mit- deren Hülfe sie Bekanntes im Gedächtnis wieder auffrischen, nicht unwillkommen sein, Dagegen sind auch solche Stellen in das Verzeichnis auf- genommen, für welche die nötigen grammatischen Belege nicht in allen Schulgrammatiken sich finden werden. Der Herausgeber zog es auch in solchen Fällen vor, anstatt eigne Erklärungen den Anmerkungen beizufügen, sich auf die Autorität einer so aner- kannt tüchtigen Grammatik, wie die Krueger’sche, zu berufen. Der Schüler, in dessen Hand Kruegers Sprachlehre sich nicht be- findet, dürfte schon durch das Citat zum Nachdenken über die in der Stelle liegende Eigentümlichkeit angeregt werden, und den Besseren wird es nicht selten gelingen, die in der Sprachlehre er- wähnte Erscheinung aus dem gegebenen Fall selbst abzuleiten. Endlich ist der Lehrer in dieser Weise in den Stand gesetzt, aus
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‚dem dargebotenen Material je nach dem Bedürfnisse seiner Classe ‘eine Auswahl zu treffen. ‚Natürlich hat aber auch der Herausge- ber aus dem im Dialoge vorhandenen überreichen Matertäle be- reits eine Auswahl vorgenommen, die darauf berechnet ist, dass im Laufe der ganzen Lectüre eine Wiederholung so ziemlich der ‚ganzen Grammatik möglich werde“). Uebrigens war seine Ab- ‚sicht keineswegs die grammatische Erklärung im Unterrichte un- gebührlich in den Vordergrund zu drängen; im Gegenteil wollte er die Aufgabe des Lehrers und des öffentlichen Unterrichtes da- durch erleichtern, dass er die Bewältigung dieses Materiales we- nigstens theilweise dem Privaifleisse der Schüler überwies.
Dem Texte liegt die Recension K. F. Hermanns zu Grunde. Ueber die von mir vorgenommenen Aenderungen erteilt das Ver- zeichnis im Anhange II. Auskunft. Die Rechifertigung derselben bleibt für einen anderen Ort vorbehalten.
Die Vorarbeiten Anderer habe ich nach Kräften und gewissen- haft benutzt, und fühle mich vielen trefflichen Männern, nament- lieh Bonitz, Cron, Foss, Heindorf, Hermann, Sauppe, Steinhart, Susemihl, Zeller zu hohem Danke verpflichtet.
Schliesslich sei mir noch die Bemerkung erlaubt, dass die ‚verschiedenen Theile dieser Ausgabe, Einleitung, Anmerkungen, Anhang als ein Ganzes betrachtet sein wollen. Jeder ist für sich unvollständig und wird durch die anderen ergänzt. Obschon ich mir nun auch freilich der Mängel dieses Ganzen, die zu ver- meiden nicht in meinen Kräften stand, sehr wol bewusst bin, so
*) Am wenigsten Beispiele enthält die Tabelle aus der Moduslehre; vor- zugsweise nur solche, welche besondere Abweichungen darstellen oder welche zu der Frage auffordern, warum gerade diese und nicht eine andere, auch mögliche, Satzform gewählt sei. Die Moduslehre ist nach des Herausgebers Ansicht ohne- hin der einfac und leichteste Theil der griechischen Grammatik und Beispiele für sie ἀν η Satz.
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sei mir gleichwol der Wunsch gestattet, dass diese Ausgabe für die Lectüre des Gorgias, die wie keine andere gerade für unsere Zeit sehr lehrreich ist, als ein brauchbares Hülfsmittel sich em- pfehlen möge. |
Berlin, im Juni 1859.
Julius Deuschle.
- EINLEITUNG.
ον Gorgias Leben und Wirken‘).
(Torgias, nach welchem der Platonische Dialog benannt ist, war der Sohn des Charmantidas aus Leontini. Wahrscheinlich _ » war er geboren 492 und ist gestorben 384 v. Ch., sodass er ein Alter von 108 Jahren erreichte. Ueber seine Jugend und seinen Bildungsgang besitzen wir nur wenige unsichere Nachrichten. An-
nehmen darf man, dass er mit der Dialektik der Eleaten frühzeitig bekannt wurde, da das ‚Interesse für dieselbe in den griechischen Städten Unteritaliens und Siciliens überhaupt sehr rege war. Wahr- scheinlich ist es auch, dass er mit dem agrigentinischen Philosophen Empedokles?) vielleicht mit seinem Bruder Herodikos gemein- schaftlich Umgang pflog. Beide wandten ihre Thätigkeit nur be- stimmten Zweigen aus dem vielumfassenden Wissen und Können des © geheimnisvollen Meisters zu, Herodikos der Arzneikunde, Gorgias der Rhetorik. Zu dieser war δ vonder Natur mit vorzüglichen Gaben ausgerüstet. Die Rhetorik war eine noch sehr junge Wissenschaft, enisprossen auf demsicilischenBoden. Alsihr Begründer wird Korax Ir der zuerst als Staatsmann durch den Sturz der Tyrannenher- und Einführung der demokratischen Verfassung in Syrakus
sich Ruhm erworben hatte, dann, als er gestürzt war, eine Redner- schule errichtete, die erste, die man kannte. Aus seiner Schule war Tisias hervorgegangen. An diesen schlosz sich Gorgias an. Nicht lange, so war er bereits Nebenbuhler des Meisters. ‘Mit grossem Erfolge trat er als Redner und Lehrer der Rhetorik auf und gewann bald viele Schüler; unter ihnen als seinen treuesten Anhänger P o- los,.der ihn selbst anf seinen Reisen nicht verliess. Bald kam eine Gelegenheit, in Folge deren der Ruhm des Gorgias die Grenzen seines Heimatlandes überschritt. Als Leontini, seine Vaterstadt,
1) Die beste Schrift über ihn ist immer noch die von Foss de Gorgia Leontino Halae 1828. Ausserdem vgl. Zeller Geschichte der griech. Philo- sophie Band I S. 735 ff., ferner Cron in der Einleitung zum ersten Bändchen dieser Ausgabe Platonischer Schriften 8. 7.
2) VglaCron a. a. 0. S.4.
Platons ausgew, Dialoge. II,
2 EINLEITUNG,
von Syrakus bedrängt wurde, wählten ihn seine Mitbürger zum Füh- rer einer Gesandtschaft nach Athen, um die stammverwandte Bür- gerschaft daselbst zur Hülfeleistung zu gewinnen. Diesen Zweck erreichte.er aufs beste‘). Die Athener — die hör- und redelustigste Bürgerschaft in Hellas — wurden von dem Zauber seiner geistrei-. chen und anmuligen Rede ganz hingerissen. Man haite noch nie Je- manden reden hören, der so wie Gorgias die Form beherschte und dessen Worte so süss und schmeichlerisch für das Ohr klängen. So konnte denn Gorgias bald in seine Heimat zurückkehren und den Sei- nigen den glücklichen Erfolg seiner Bemühungen melden. Aber nun zog es ihn wieder nach Hellas zurück. Er hatte erkannt, dass dort: der Boden für seine Kunst ergiebiger sei, als in Sicilien. In Athen nahm man ihn mit Enthusiasmus auf. Die Tage, an denen er sich hören liess, nannte man Fesitage; seine Sätze verglich man mit leuchtenden Fakeln; ihn selbst stand man nicht an mit’ dem homeri- schen Nestor zu vergleichen, dem ἁδυεπὴς λιγὺς Πυλέων ἀγορη- τής. Die Gattung der Rede, in welcher sich Gorgias besonders auszeichnete, wa rin Hellas noch unbekannt, wenigstens. bis jetzt nur ohne Anspruch auf selbständige Bedeutung geübt. Man kannte dort nur eine dem öffentlichen Leben gewidmete, Beredtsamkeit, und ἡ in dieser zwei Arten, die politische, τὸ γένος BovAsvrıxov, und die gerichtliche, τὸ γένος δικανικόν. Neben diese führte nun (ἀοΓ-᾿ gias seine ἐπιδείξεις oder das γένος ἐπιδεικτικόν ein. Zu gleicher Zeit trat er als Lehrer der Rhetorik auf und sammielte Schüler aus den höheren Ständen um sich. Apolog. 19 E. Gorg. 449 B. Aber " in Atben scheint er nie einen dauernden Aufenthalt genommen zu haben, vielleicht eben darum, weil. der Sophisten zu viele sich da- selbst "einfanden und nicht selten gegen einander in Fehde traten. Gorgias liebte die Ruhe und befand sich da am behaglichsten, Ὁ ἢ er ohne Anfechtung prunken konnte. Athen mag er daher bald Ἔ der verlassen haben, doch auf seinen Wanderungen auch wieder da- selbst eingekehrt sein. Aber wie ofisund wann kann nicht ermittelt werden. Wir wissen nur, dass er auch in Olympia vor den versam- melten Hellenen mit grossem Erfolge sprach über ein von Rednern nach ihm öfter behandeltes echi nationales Thema. Denn er forderte die Hellenen ai die Feindseligkeiten unter einander einzustellen
.
) Hippias maj. 282 B. Γοργίας re yag οὗτος ὁ „Asovrivog σοφιστὴς δεῦρο ἀφέκετο δημοσίᾳ, οἴκοϑεν πρεσβεύων, ὡς ἱκανώτατος ὧν “εοντένων τὰ κοινὰ πράττειν, καὶ ἕν τὲ τῷ δήμῳ ἔδοξεν ἄριστα εἰπεῖν, καὶ ἰδίᾳ ἐπιδείξεις ποιούμενος καὶ συνὼν τοῖς νέοις χρήματα πολλὰ εἰργάσατο καὶ ἔλαβεν ἐκ τῆσδε τῆς πόλεως. ;
2) Vgl. Phaedr. 261 Β. Der Vergleich stammt vielleicht erst aus späterer Zeit, da Gorgias auch durch sein hohes Alter mit Nestor einen Vergleichungs- punkt darbot, inderh er drei Generationen erlebte. N
κι EINLEITUNG. en 3
und ihre vereinte Kraft der Besiegung des Erbfeindes im Osten zu- ‘zuwenden. Dann finden wir ihn in Thessalien. Hier hielt er sich mit ‘Vorliebe auf. Denn dort ehrten ihn die Tyrannen, namentlich die » R Larissä und die reiche adelige Jugend schwärmte für ihn‘) und ‚schloss sich zahlreich an ihn an?) ‚„ darunter Aristippos, Proxenos, # Menon — Persönlichkeiten, die aus der Xenophonteischen Anaba- sis bekannt sind. Auch der berühmte athenische Rhetor Isokrates genoss den Unterricht des Gorgias. Dieser war freilich nicht billig.’ Gorgias liess sich 100 Minen dafür zahlen, und erwarb dadurch gros- ‚sen Reichthum. Dem widerspricht nicht die von Isokrates mit- ‚geteilte Thatsache, dass er nur 1000 Stateren hinterlassen habe. Denn wenn er auch für Genüsse des Lebens das Erworbene nicht wergeudeie, so liebte er doch den Prunk in der äusseren Erschei- mung und mag darauf nicht wenig verwandt haben. Wenner öffent- lich auftrat, trug er um zu imponieren, die priesterliche Tracht seines Lehrers Empedokles nachahmend, einen Purpurmantel und goldene ‘Sandalen. Auch hat er sich selbst in Delphi eine Bildsäule setzen ‚lassen angeblich von massivem Golde. Sonst freilich lebte‘ er mäs- sig, einfach und sittlich. Daher konnten ihm auch seine Gegner ihre ‚Achtung nicht versagen. Seiner Lebensweise schreiben es die Al- ten zu, dass«er nicht nur ein sehr hohes. Alter erreichte, sondern sich auch bis an seinen Tod körperliche und geistige Frische und (Rüstigkeit bewahrte. Auch hatte er einen leichten Tod. Er starb Be vorhergehende Krankheit; es war als ob er sanft einschliefe; daher sagte er-auch selbst, als der Schlaf nahte, jetzt beginnt mich !Hypnos seinem Bruder Thanatos zuzutragen?).
᾿ Gorgias hinterliess auch einige Schriften, sechs Reden, vielleicht ‚auch Rhetorik und eine philosophische Schrift περὶ φύσεως ἢ er δὰ un ὄντος. Auf uns ist keine davon gekommen. Denn (die beiden rhetorischen Declamationen, eine Verteidigung des Pala- medes und das Lob der Helena, die uns unter Gorgias Namen er- ‚halten sind, bestehen die Probe der Echtheit nicht. Dagegen ist uns der Inhalt jener philosophischen Schrift bekannt und darum von ‘Wert, weil er die Stellung des Gorgias zur Sophistik, überhaupt (die Grundlage seiner persönlichen Weltanschauung, kennen und
1) Der Ausdruck γοργιάξειν, den man dafür gebraucht findet, stammt vielleicht erst aus ΚΡ ΝΗ Zeit. Er spielt wol auch auf das bezaubernde Gor- ‚gonenbild an.
2) Menon 70 B. τούτου δὲ ὑμὶν αἴτιός ἐστι Γοργίας (dass sich die ἡ ἀμυυ ‚vorzüglich. die Larissäer, in der Weisheit auszeichnen), ἀφικόμενος 7) «εἰς “τὴν πόλιν ἐραστὰς ἐπὶ σοφία εἴληφεν Alsvadar τε τοὺς πρώτους, ὧν ὁ σὸς ἐραστής ἐστιν Aglorımnog καὶ τῶν ἄλλων Θετταλῶν. καὶ δὴ καὶ τοῦτο τὸ ἔϑος ὑμᾶς εἴϑικεν ἀφόβως τε καὶ μεγαλοπρεπῶς ἀποκρί- εσθαι, ἐάν τίς τι ἔρηται κ. τ. A. : 9) vgl. auch Cicero de senectute cap. 5.
1*
4 : - EINLEITUNG:
würdigen lehrt. Gorgias sucht nämlich zu beweisen 1) dass nicht: sei, 2) wenn eiwas sei, sei es nicht erkennbar, 3) wenn es aucl « erkennbar sei, lasse es sich doch durch die Rede nicht mitteil
In der Begründung dieser Sätze, deren Ordnung streng genommei gegen die Logik verstösst, schloss sich Gorgias ganz an die Elea tische Dialektik an. Fasst man das Resultat oberflächlich ins Auge so scheint der Widerspruch zwischen dieser Theorie und der Pra. xis des Gorgias auf der Hand zu liegen. Wie kann, so fragt mar sich, Jemand als Redner auftreten und die Kunst der Rede (ode Mitteilung) lehren wollen, der die Möglichkeit einer Mitteilung des Erkannten leugnet? Aber bei genauerer Betrachtung fällt deı Widerspruch dennoch weg. Das Resultat, zu dem Gorgias gelangte war die Leugnung eines objectiven Seins und des Wissens vor diesem Sein und unter der Voraussetzung, dass ein Sein und Wissen davon möglich sei, die Leugnung, dassves möglich sei dieses durch die Mittel der Rede Andern zur Erkenntnis zu bringen. Da: schliesst aber noch keineswegs die Notwendigkeit insich den Schein des Seins zu leugnen oder die Möglichkeit von Vorstellungen un! Meinungen. Im Gegenteil Gorgias stützt gerade den Beweis de: zweiten Satzes darauf, dass das Seiende an sich kein Gedachtes sei . weil sonst auch was jemand denke sein müsse und dann die Mög lichkeit einer, falschen Vorstellung verschwinde. Er leugnei alsc den Zusammenhang des menschlichen Denkens und Vorstellens mi dem Sein, keineswegs aber das Dasein von Vorstellungen. D: wird die Aufgabe der Redekunst sich auch lediglich hiernach zu be stimmen haben, dass sie nämlich ohne Rücksicht auf das wirkliche . Sein diejenigen Vorstellungen in den Zuhörern erwecke, welche den Zweken des Redners förderlich sind. Und selbst abgeseher hiervon bleibt immer noch die Aufgabe übrig sich die har über die Rede und die Sprachmittel so anzueignen, dass man durcl die Gestaltung der Form das Wohlgefallen der Hörer erwecker könne. So fasste denn auch Gorgias die Rhetorik in der That. Deı * Inhalt war ihm gleichgültig, die Ausbildung der Form die Haupt sache. Daher unternahm er es über Alles zu reden, gleichviel ol er sachverständig war oder nicht. Er forderte die Zuhörer auf ihm beliebige Fragen vorzulegen und machte sich anheischig darübeı besser, und schöner δὰ reden als irgend.ein Anderer') und zwaı je nach Belieben kurz oder lang”). Durch die Kunst der Rede wollte er bewirken dass das Grosse als klein, das Kleine gross, das Alte neu, das Neue alt erscheine, kurz das Gegentheil von dem, was Θὲ etwa sein mochte; oder es kam ihm nicht auf die Wahrheit und Wirk.
1) Gorg. 447 ὦ. Vgl. Cic. de orat. 1,22,103, » 2) Gorg. 449 C. u. Phaedr. 267 B.
EINLEITUNG, ὃ
lichkeit sondern nur auf Erzeugung eines Scheines an. Seine Schüler ‚sollten dieselbe Gewandtheit inder Handhabung der Formerhalten und ‚u dem Ende teilte er ihnen Regeln und Kunstgriffe oder die Technik der Redemit. Ammeistenmusste es ihm dabei auf die äussere Form nkommen und auf diese das Bewusstsein hingelenkt zu haben ist sein Verdienst. Er erkannte zuerst die Wichtigkeit der Figuren und gab ihnen Namen, so der Antithesen , Paranomasieen, Parisoseis (Wieder- holung derselben Ausdrücke in verschiedener Beziehung) u. dgl. Mit ' Bewusstsein gab er seinen Reden poetischen Anstrich ; auf symmetri- schen Bau (Isokolen) und rhythmische Gliederung der Sätze legte er hohen Wert. Doch, wie natürlich, erreichte er auch in der Durch- bildung der Form nach dem Gesetze ‚der Schönheit nicht‘ das Ziel der Vollendung.. So erhob er sich nicht über eine gewisse Einför- migkeit; für die Satzbildung scheint er z. B. nur das Gesetz der Zweiteilung als berechtigt angesehen zu haben. Kurz die Mittel, über welche seine Rethorik verfügte, waren noch sehr beschränkt; aber nichts desto weniger hat Gorgias in formeller Beziehung auf | die nachfolgende attische Literatur grossen Einfluss geübt. Ihm gebührt eben das nicht zu unterschätzende Verdienst, das Bewusst- sein von den Schönheitsgesetzen der Redeform geweckt zu haben. Nach seinem Vorbild haben sich auch Männer von hoher literari- scher Bedeutung gebildet. So Thukydides, Antiphon.der Red- her, Isokrates, a Agathon der Dramatiker, Aeschi-
ὦ ‚Zweck und Grundgedanke des Platonischen ν Dialoges.
dern war kein Mensch gewönlichen Schlags: man kann sagen, dass er geistig seine Zeit beherscht habe — aber eben da- durch, dass er unbewusst die Losung ausgab, nach welcher die Zeit ihr Thun und Streben einzurichten gedachte. Um den Gegensatz zu begreifen zwischen Platon und ihm, müssen wir zunächst die Stellung ins Auge fassen, welche die Rhetorik durch ihn erhielt und ihr Verhältnis zu dem Bildungsstand jener Zeit. Darin liegt das innere Motiv zu der Abfassung dieses Dialoges und dadurch bestimmt ‚sich sein Grundgedanke. ὙΠ ni Bildung der Zeit, in welche die Wirksamkeit des Gorgias fällt, nennt man die sophistische. Ihr Wesen besteht darin, dass sie die Objectivität des Wissens, der Sitilichkeit, des Rechtes leugnete, nur einen Schein von Wissen (Meinung), Sittlichkeit und Recht gelien liess, odem für wahr, sittlich und recht das er- - klärte; was dem Subjecte' so erscheinen mochte „natürlich dem einen in dieser Weise, dem andern anders. Nun sah zwar Gorgias
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6 EINLEITUNG. mit Verachtung auf die Sophisten herab und wollte durchaus nicht unter sie gerechnet werden’); aber diese Verachtung gründete sich keineswegs auf die unsittliche nur dem Schein zustrebende Welt-
anschauung der Sophistik, also das Wesentliche an ihr. Im Gegel teil stimmte er darin, wie wir aus seiner oben angegebenen Lehre erfahren haben, ganz mit den Sophisten überein. Das fand er viel- mehr lächerlich, dass die anderen, die sich Sophisten nannten, Weis- heit und Tugend lehren, oder die Bildung des Menschen erzielen wollten, indem sie allerlei Kenntnisse mittheilten. Für ihn gab es nur eine Kunst, welche der Inbegriffaller Künste sein sollte, die alles Wissen entbehrlich, die Aneignung der sogenannten Tugend unnötig machte, die Kunst nämlich der Rede oder der Rhetorik. Aber die Sophisten wussten auch die Herrschaft über die Rede zu schätzen, weil sie es war, welche die En Ueberlegenheit über ‚andere sicherte und die bedeutendsten unter ihnen z.B. Protagoras und Prodikos haben sich selbst mit sprachlichen Untersuchungen beschäftigt. Daher kam ihnen Gorgias in Wahrheit mit seiner Kunst zu Hülfe; denn eben, weil er den Inhalt der Rede für gleichgültig erklärte und Allen Nachdruck δα! die formelle Ausbildung allein legte, ward die Redekunst das Mittel den Schein der Wahrheit, Sittlichkeit und des Rechtes nach dem Belieben des Subjectes in anderen zu erzeugen. So verbarg sich hinter der so bestimmten Rhetorik die allerschlimmste und gefährlichste Form der Sophistik. Denn sie wies den, der sich ihrer bediente, auf praktische Thätig- keit, auf Verwirklichung seiner willkürlichen Zwecke an und g: ihm dazu das geeignete Mittel an die Hand. Denn bei der Verfas- sung der meisten hellenischen Staaten war die Rede das eigentliche Organ aller öffentlichen Thätigkeit vor dem Volke, im Senate, vor Gericht. Daher hatte Gorgias auch gerade diese Art der Wirksam- keit vorsngsweise als Ziel der Bildung im Auge, die er mit seiner Rhetorik andern zu geben verhiess. Was konnten seine Schüler nun anders erwarten und erstreben mittelst der Rhetorik als eine mög- lichst grosse Macht im Staate? Und was konnten sie unter Macht anders verstehen, als die Möglichkeit zu thun was ihnen gut dünken mochte, oder nach Willkür zu schalten und zu walten? Am voll- kommensten würde der Rheior sein Ziel dann erreicht haben, wenn er sich hätte bis zum Tyrannen emporschwingen und alle seine Mit-. bürger zu seinen Sklaven machen können. Das war in der That die Consequenz dieser rhetorischen Bildung, denn sie erkannte neben sich kein anderes Wissen als berechtigt ur und sie gab nicht nur
1),Menon, 95.0. Καὶ Γοργίου “μάλιστά ταῦτα ἄγαμαι ὅτι οὐκ ἄν ποτε αὐτοῦ τοῦτο ἀκόύσαις ὑπισχνουμένου, ἀλλὰ καὶ τῶν ἄλλων καταγξ » ὅταν ἀκούσῃ ὑπισχνουμένων ἀλλὰ λέγειν οἴεται δεῖν ποιεῖν δεινούς.
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EINLEITUNG. 7
selbst keine sittliche Ansicht vom Staate, sondern erklärte sogar die Kenntnis des Rechtes für unnütz, da ja das Subject selbst erst bestimmen sollte, was Recht sei und darin die Bedeutung der Rhe- torik bestand, diesem Rechte bei Anderen Anerkennung und Gel- ‚tung zu verschaffen. Kurz in der Gestalt dieser Rhetorik begann die Sophistik direct die Grundlagen zu erschüttern, auf denen der helle- nische Staat ruhte, das historische Recht, und die Freiheit Aller. Nun hat freilich Gorgias keineswegs diese Consequenzen seiner Theorie übersehen können, geschweige denn ausgesprochen; wusste er doch nicht einmal in welchem Verhältnis der Verwandtschaft sie mit der Sophistik stand. Um so eifriger schlossen sich ihm viele der Gebildeten, die im Staate praktische Ziele verfolgten, also die an- gehenden Staatsmänner an. Hinter dem Lobe der Rhetorik ver- bargen sie ihre Gemeinschaft mit der Sophistik; aber ihre Ziele durften sie bald unverhüllt auszusprechen’wagen. Denn das sittliche " Urteil war in diesem Zeitalter so sehr in Abnahme, dass nur Wenige, in Athen wenigstens, der Stadt der neuen Aufklärung, daran Anstoss genommen hätten. In sofern war es schon ein Verdienst Platons, wenn er dieser einflussreichen Scheinkunst die Maske abzog, sie in ihrem wahren Wesen, als eine Form der Sophistik und zwar die schlimmste, weil inhaltsloseste , darstellte. Ihm war von seinem Lehrer Sokrates als Erbe gleichsam der Beruf zu Theil geworden, die Sophistik in allen Formen wissenschaftlich zu vernichten und
* ihr gegenüber eine sitiliche Weltanschauung zu begründen und zu
verteidigen. Seine Ethik stand in ihren Grundzügen bereits fest und war stark genug jeden Kampf durchzufechten. Sie mag aus der Lectüre des Dialoges selbst erkannt werden. Sollte aber der Gegen- satz, in dem sie zu jener Rhetorik und ihren Consequenzen stand, ganz erfasst und sie zu einem entscheidenden Siege geführt werden, so musten auch die freilich unsittlichen Grundlagen offenbar werden, auf die jene zurückwiesen. So hat denn Platon auch eine solche Doectrin, das Gegenbildaller Ethik, in ihren Principien vorführen und widerlegen müssen, gleichviel ob irgend einer seiner rhetorisch gebildeten Zeitgenossen sich dieser Prineipien in ihrem inneren Zu- sammenhang bewusst war oder nicht. Wir sahen das Ziel jener Bildung war Herrschaft der Willkür, Ungebundenheit und Zügellosig- keit des Subjectes. Diess setzt, indem es die Gültigkeit der bestehen- n Gesetze des Staates leugnet, das von Sophisten vielfach vertei- digte Recht von Natur oder das sogenannte Recht des Stär- kerenals Princip des Handelns voraus. Aber dieses weist wieder auf ein anderes tiefer liegendes Prineip als seine Quelle, wie die letzte Quelle der unsittlichen Weltanschauung überhaupt hinaus. Denn jenes hat nur dann einen Sinn, wenn man als die Quelle alles ‚Handelns nicht die geistige sondern die sinnliche Natur des
67 EINLEITUNG.
Menschen ansieht und die daraushervorgehenden Antriebe oder Be- gierden. Die Befriedigung derselben, oder sinnlicher Genuss ist dann jenes Recht von Natur und im höchsten Masse das Recht des Stär- keren und gleichbedeutend mit Glückseligkeit. Denn in diesem Begriff treffen die verschiedenen sittlichen.und unsittlichen Lebensan- sichten zusammen; aber sie fassen ihn verschieden und geben ihm einen verschiedenen Inhalt. Platon sah’die Glückseligkeit gerade in der Befreiung des geistigen Wesens im Menschen von’ der Herr- schaft der Sinnlichkeit und der Sünde oder, wenn man diesen Be- griff vermeiden will, dem Unrecht; seine Gegner hielten diess für gleichgültig und die Glückseligkeit nur dann erreichbar, wenn sich die sinnliche Natur möglichst frei und ungebunden bewegen und von Genuss zu Genuss eilen konnte. Dieser Gegensatz. ist der in- nere Grund, der Platon zur Abfassung dieses Dialoges treiben musste, mit welchem er in Wahrheit gegen die Strömung der Zeit allein in die Schranken trat. = Ä
Hierzu kommen nun noch einige äussere Beweggründe, die zwar von geringerer Bedeutung sind aber doch nicht ver®# kannt werden dürfen, will man den Grundgedanken des Dialoges recht verstehen. Die Rhetorik war in dem Processe gegen Sokrates _ gegen dessen Ethik zuerst angreifend vorgeschritten. Um seiner Lebensthätigkeit willen hatten die Rhetoren im Namen des Staates durch ein öffentliches Gericht die Verurteilung des Sokrates erwirkt. So hatte in der Person des Sokrates die Ethik durch die herschende Politik scheinbar eine Niederlage erlitten. Siegen konnte sie nur * auf dem Gebiete der Wissenschaft, der philosophischen Untersuchung und Kritik. Die Sokratische Ethik hatte sich nur auf die Tugend- - lehrefürdasIndividuum beschränkt. Jetzt war die Frage unum- . gänglich, in welchem Verhältnis jene Ethik zum Staate stehe undob die herschende Politik ihrgegenüber eine innere Berechtigung habe oder nicht. Durch ihre Beantwortung musste die Ethik selbst, indem sie den Kreiss ihrer Untersuchung erweiterte, ihre eigene Stellung nach aussen sichern. So nötigte der Tod des Sokrates unverkenn- bar zur schärferen Abgrenzung und Vertiefung der von ihm ange- bauten Wissenschaft. Endlich aber hatte auch Platon selbst manche Angriffe darüber zu erfahren, dass er sich von aller politischen Thä- tigkeit fern hielt und die Philosophie zu seinem Lebensberufe machte. Denn die Gebildeten seiner Zeit sahen eben nur in der politischen Thätigkeit eine des freien Mannes würdige Lebensauf- gabe. Gegen diese Angriffe musste er sich selbst verteidigen.
So sah sich denn Platon aus inneren und äusseren Gründen veranlasst , in einem Dialoge die Frage nach dem wahren und fal- schen Lebensberufe des Menschen zu erörtern. Diesem führte’ die rhetorische Bildung ihre Schüler zu, jenen zeigte die Philosophie.
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Man muss daher einerseits nicht eine allseitige Kritik der Rhetorik in dem Dialoge Gorgias erwarten; denn auf die Regeln, welche sie über Formgestaltung der Rede aufstellen mochte, kam es nicht © an; andererseits darf man’ aber auch nickt davon absehen, dass die Erörterung’ der bez. sittlichen Frage an den Begriff der Rhetorik anknüpft; daher darf man sie nicht in unbestimmter Allgemeinheit zum Gegenstand der Untersuchung machen wollen. Die Sache liegt so. Die Rhetorik kommt in Frage nach ihrer Stellung zum Leben ‚oder in. sofern sie Organ der politischen Thätigkeit war. Weil man aber in dieser die Aufgabe des Bürgers erschöpft sah, gab sich die Rhetorik zugleich für die eigentliche Lebenskunst aus und insofern kann es sich bei ihrer Betrachtung zugleich um eine sittliche Frage von allgemeiner Bedeutung handeln. Aber dennoch bewegt diese sich innerhalb der bestimmt erkennbaren Grenzen. Das lässt sich am Gegensatze, zu dem die Platonische Untersuchung hin- führt, deutlich erkennen. Der Rhetorik tritt eigentlich die Philosophie gegenüber; aber wie jene Vertreterin der Politik ist, so erscheint diese nur in Gestalt der Ethik. Platon zeigt, dass die echte Politik in _ ihren Principien nur auf derselben Ethik ruhen kann, die auch dem Individuum die Lebensaufgabe vorschreibt, dass aber das Individuum erst dann sich der’ politischen Thätigkeit zuzuwenden berechtigt sei, wenn es sich ethisch in sich vollendet hat: und dann nur um dieselbe Aufgabe auch an den Bürgern seines Staates zu lösen, mit einem Worte diese besser zu machen. In sofern wird die Philosophie auch zur rechten Lebenskunst, nicht bloss für den Einzelnen sondern auch die menschliche Gesellschaft, die man Staat nennt.
So viel zur Orientierung über den Grundgedanken und Zweck des Dialoges im Ganzen. : Auf einige besondere Punkte scheint es zweck- mässig im Voraus hinzuweisen, die sich als Folgen aus dem Gesag- ten im Einzelnen ergeben. Wir stellen sie in folgender Ordnung zusammen. Se
3 Einige wesentliche das Verständnis des Ganzen mitbedingende Einzelheiten.
1) Weil .die Aufgabe des Dialoges war eine sittliche Frage zu lösen , wird als der Hauptgegenstand der Rhetorik in ihrer Defini- tion Recht und Unrecht hingestelli. 454 B. Dass ihre Thätigkeit einen weiteren Umfang hat bleibt darum nicht unbeachtet;, aber aller andere Inhalt der Reden wird nur zur Erläuterung ihres begriffli- chen Wesens mit herangezogen; dagegen wird der Begriff des Rech- tes’mit seinen Verwandten der eigentliche Mittelpunkt der ganzen Beweisführung im Dialoge. In ihm vereinigt sich in Wahrheit die Sittlichkeit des Individuums wie des Staates. Daher wird die Gerech-
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tigkeit Vertreterin aller Tugend , die Ungerechtigkeit aller Schlech- tigkeit der Seele. Die Darstellung der Gerechtigkeit wird die Aufgabe aller Thätigkeit des Einzelnen für sich wie des Staatsmanns. Diess schliesst in sich die Notwendigkeit die Ungerechtigkeit auf- zuheben, wo und wie sie auch hervortreten mag. Als Mittel dafür erscheint die Strafe, welche im Griechischen denselben Namen führt wie das Recht überhaupt; nach ihrem Wesen wird sie aber als Züchtigung, bezeichnet (κόλασις). und diese hat es mit der Entfer- nung der ἀκολασία oder Zügel- (Zucht-) losigkeit zu thun. Inso- ‚fern ordnet sich diese dem Begriff der Ungerechtigkeit und ihr Gegenteil, die σωφροσύνη oder Besonnenheit, der Gerechtigkeit unter. So weiss Platon mit wenig Begriffen Haus zu halten, und um so mehr den Zusammenschluss der einzelnen Theile des Dialoges zu einem Ganzen zu fördern.
2) Die beiden einander entgegengesetzten Lebensrichtungen ru- hen auch aufverschiedenen erkenntnistheoretischen@rund- lagen und dadurch wird zugleich eine Verschiedenheit in der Art der in jeder geübten geistigen Thätigkeit bedingt. Die philosophische oder sittliche ruht auf einem festen Wissen; ihr Ziel ist Erkennt- nis der Wahrheit. Die Wahrheit und das Wissen kann aber die Seele nur erringen durch hingebende, gespannfe und lebendige Selbstthätigkeit des Denkens nach den dieser selber innewohnenden Gesetzen. Dagegen begnügt sich die falsche mit einem blossen Scheine von Wahrheit; sie lässt sich durch unkritische Erfahrung von Aussen und sinnliche Antriebe zu einem blossen Meinen hinführen oder zu Vorstellungen, die in sich wiederspruchsvoll sind. Sie hat nicht den Trieb diese Widersprüche zu heben sondern nur zu überdecken. Sie verabscheut daher die Sirenge philosophischer Untersuchung und setzt allerlei sog. rethorische Kunstgriffe an deren Stelle. Aus diesem Gegensatze, der mit dem Wesen beider Lebens- ‚anschauungen aufs innigste zusammenhängt, ist alles das zu er- klären, was über rhetorische und dialektische Methode zur Bespre- chung kommt.
3) Das Ziel der falschen Lebenskunst ist Befriedigung der sinn- lichen Lust in ihren wechselnden Gestalten, die wahre will überall nur das Gute zur Herschaft bringen. Daher muste sich Platon zur Aufgabe machen in diesem Dialoge das Gute und Angenehme (die Lust) wissenschaftlich zu unterscheiden. Auf diesen Gegensatz las- sen sich dann alle Einzelunterschiede zurückführen: er lässt aber auch den Blick über die vorliegende Lebensfrage. sich, erheben bis zur Anschauung der auf das Gute sich gründenden, Harmonie erstre- benden Weltordnung einerseits und anderseits führt er ihn auch auf die Gebiete hinüber auf welchen das Lustprineip seine verderb- lichen und zersetzenden Wirkungen übt.
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EINLEITUNG. 11
4) Darin liegt zugleich der Grund, warum in der Untersuchung der Begriff des Schönen eine so hervorragende Rolle spielt. In ihm stellt sich nämlich das Gute und Angenehme noch in einer Einheit dar; es treffen‘darin jene Gegensätge zusammen. Ehe das Gute in seinem Wesen enthüllt ist, erscheint es in der Gestalt
. des Schönen; diess ist seine äussere "Darstellungsform. Aber ‘das
Schöne braucht nach der Wertschätzung der Menschen nicht das Gute in sich zu schliessen. Daraus erklärt sich anderseits auch die scharfe
Kritik, die Platon an den sogenannten schönen Künsten übt und
überhaupt die Rolle, welche dem Begriff der Kunst zufällt. Die wahre Kunst, die Kunst im strengsten Sinne, die nur das Gute
erstrebt, muss mit der Wissenschaft in innerer Verbindung und Har-
monie stehen. Aus diesem Grunde kann die Rhetorik unter die Künste nicht gerechnet werden, weil ihr dieses Merkmal fehlt. ‘
5) Die Platonische Ethik beruht nicht bloss,. wie die Sokra- tische, auf einer Bestimmung der sittlichen Begriffe an sich, sondern auf der Erkenntnis von dem Wesen der menschlichen Seele. Aus die- sem bestimmt sich das Ziel und die Aufgabe des menschlichen Lebens. Insofern gründet sich die Platonische Ethik auf Psychologie, und gerade darin zeigt sich ihre Selbständigkeit gegenüber der Sokrati-
schen. Das Wesen der Seele. wird aber im Gorgias nicht ausführlich erörtert; es kommt zunächst nur auf die für die Ethik wichtigen Grund- lagen an, diese führen auf den Gegensatz zwischen Seele und Leib zurück. In dem Leibe wurzeln die Begierden, man erlangt wahres Leben nur durch Befreiung von ihm. Und diese Freiheit der Seele von der Sinnlichkeit — der Wurzel der Sünde nach Platonischer Auffassung — hat eben die Ethik zu bewirken. Hieraus wird sich
‚erklären, warum Platon in dem Dialoge die Analogie zwischen Leib
und Seele so häufig in Anwendung bringt.
6) Trotz der heftigen Kritik, welche der Rhetorik wiederfährt, darf man doch nicht verkennen, dass Plaion ihr keineswegs alle Berechtigung absprechen will. Denn die Kritik gilt nur der fal- schen Rhetorik, wie er sie in der Praxis des Staatslebens vorfand. Es.gibt aber, auch eine wahre Rhetorik, die ohne mit der Dialek- tik eins zu werden, als wirkliche Kunst eine nicht unbedeutende _ Wirksmkeit üben kann und soll, aber im Dienste der rechten Politik. Für sie bleibt die im ersten Theile aufgestellte Bestimmung der Rhetorik stehen. Ihre Aufgabe ist allerdings durch kunstvolle Rede- form in den Gemütern der Zuhörer Ueberzeugung zu wecken; aber der Inhalt derselben mus s mit der Wahrheit einer sein. Die Rede muss belehren, indem sie überredet und der Redner selbst muss ein Wissen von der Wahrheit haben und sich wahrhaft sittliche Zwecke setzen. Dann wird er aber auch genötigt sein, gegen die öffentliche
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12 : EINLEITUNG,
Meinung vielfach anzukämpfen, zu strafen und Zucht zu üben, da- mit Recht und Sitte in Geltung bleiben.
7) Der Dialog schliesst mit einem Mythos ab. ‚Diese der hel- lenischen Volksrelägion entnommene Form der Darstellung war zwar schon vor Platon von Sophisten inihrer Weise benutzt worden; aber Platon macht von ihr im Dienste seiner Philosophie und ihrem Charakter entsprechend einen eigentümlichen Gebrauch. Der Ge- dankeninhalt der Philosophie sollte sich in dialektische Form ein- kleiden. Aber manches war seiner Natur nach so geartet, dass es sich, von Platons Standpunkt aus betrachtet, in sie nicht fassen liess; und doch war eine Darstellung desselben unumgänglich, sei es dass es als Voraussetzung und Grundlage, sei es.dass es als Absehluss dialektischer Erörterung zur Behandlung drängte. Hierzu gehören solche Verhältnisse, Zustände, Daseinsformen, That- sachen und Dinge , welche nicht ohne ein Werden und eine Ent- wickelung bestehen und ohne diese nicht erfasst werden können; da nun Platon das Gebiet des Werdens für etwas dem Begriffe und der dialektischen Behandlung Unzugängliches hielt, so wählt er für ihre Darstellung den Mythos. Dieser stellte auch auf religiösem Gebiet in der Form geschichtlicher Thatsachen, Ideen und für den Glauben gültige Wahrheiten anschaulich dar. In derselben Weise war er leicht, auf das Gebiet der Philosophie zu, übertragen. Die Form der geschichtlichen Entwicklung: war gleichgültig für die Philosophie; ihre Wahl bestimmte sich nur durch künstlerische‘ Rücksichten. Aber die in diese Formen eingehüllten Lehren stehen für Platon nicht weniger fest in Geltung als die dialektisch erör-. terten, nur dass sie den Charakter von Anschauungen an sich tragen.’ Ihre Notwendigkeit und Wahrheit wird indirekt durch die vorangehenden oder nachfolgenden dialektischen Untersuchungen dargethan. — Unser Mythos hat es mit dem Zfstande der Seele nach dem Tode zu thun. Die Untersuchung über die Wirkungen der: einander diametral entgegendesetzten Lebensrichtungen war unvoll- ständig, wenn sie nicht, auch das letzte Ziel ins Auge fasste, dem beide die Seele entgegenführen. Abgesehen davon dass eine wis- senschaftlich befriedigende Darstellung dieser Zustände nur mög- lich wäre, wenn der Beweis von der Unsterblichkeit der Seele er- bracht ist, δ ist doch auch unter Voraussetzung dieser Thatsache jener Zustand selbst nicht erreichbar, ohne dass die Seele ein Werden durchmacht. Denn der Tod ist doch selbst ein Werden, ein Uebergang aus einem in ein anderes Leben. Aber auch in die- sem gibt es eigentlich gar keinen stätigen Zustand der Seele; sie selbst muss sich fortentwickeln. Auf diese Art des Werdens und der Entwicklung kam es Platon nicht an. Daher führt er uns in der Form der Erzählung leicht über sie hinweg und hebt uns damit über _
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alle Probleme hinaus, welche seine Diajektik nicht hätte bewältigen können ἡ Εν knüpft an sinnige Märchen aus dem Munde des Volkes und der Dichter an und motiviert das Geseiz der Trennung der Seelen von ihren Leibern durch einen historischen Vorgang. Das ist natürlich nur eine Form, die man durchbrechen muss um zu der daraus abzuleitenden Wahrheit zu gelangen, dass der Zustand der Seele nach dem Tode die Resultante ihrer Naturanlagen und des Lebens ist, das sie auf dieser Erde geführt hat. In einem Gerichte,
vor dem keine Täuschung möglich ist wird ihr dann unter der Form ‚ von Lohn und Strafe gemäss dem Inhalt und der Gestalt, die sie mitbringt, ihre weitere Entwicklung zur Freiheit und seligem Le- ben oder zur Knechtschaft und zur Vernichtung vorgezeichnet. Die Wahrheit dieser Anschauung ist durch die bereits erwiesenen ethi- schen Grundsätze mit ihren psychologischen Unterlagen schon im
‘Voraus begründet. Das Gericht nach dem Tede spricht nur aus und macht in einem Momente offenbar. was jede Seele in sich verbor- gen trägt als Folge einer länderen sittlichen Entwicklung. Gegen- über menschlicher Gerechtigkeitspflege, die sich auf den Schein stützt und oft ins Gegenteil ihres Zieles verkehrt, erscheint zugleich die göttliche als die vollendete, in sich wahre und notwendige. Und so scheidet der Leser von dem Gespräche mit einer Anschau- ung, welche für eigene dialektische Untersuchungen einen festen Anhalt bietet, indem sie die eben durchgemachten befriedigend ab- schliesst. — BETON τς
4. Die Personen, welche als Träger des Gesprächs erscheinen.
Die Dialoge Platons sind Kunstwerke. Man kann u volle der Darstellung in verschiedenen Beziehungen auffin und k. zur Betrachtung ziehen. Wir heben nur das Eine heraus: die Dar- stellung der Hauptpersönen und ihre Bedeutung im Dialoge. Denn ' zum Verständnis derselben gehört, da sie dem wirklichen Leben eninommen sind, auch die Kenntnis ihrer Lebensgeschichte. Diese bildet die Grundlage für die Stellung, die ihnen Platon zur Entwick- lung des Gedankens im Dialoge angewiesen hat, aber auch nur die Grundlage. Denn Platon portraitiert sie nicht, sondern fasst sie idea- lisiert d. h. ihrem geistigen Wesen und Gehalte, nach auf und be- “stimmt ihre Charakteristik nach den Zwecken der philosophischen Erörterung.
Ueber Gorgias haben wer bereits in den ersten Theilen dieser Einleitung die nötigen historischen Mitteilungen gemacht. Daraus folgt schon, dass er nicht allein dem Sokrates gegenüber gestellt werden konnte. ‘Denn wenn auch seine Lehre bereits die Keime der
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unsitilichen Weltanschauung in sich trug, die Platon bekämpfen wollte, so war diess doch in so unentwickelter Form der ®all und sein ganzesLeben warso ehrbar und so sehr ein Zeugnis von sittlicher Gesinnung nach allgemein hellenischer Auffassung , dass er unmög- lich für die Consequenzen verantwortlich gemacht werden konnte, die erst seine Schüler zogen. Daher mussten Vertreter seiner Schule als Träger jener abgeleiteten Ansichten herzugezogen wer- den. Er selbst wollte nichts weiter sein als der Begründer der Theorie seiner Kunst, nur als solchen führt ihn uns Platon vor. . Die Punkte in ihr, welche zu so gefährlicher Entwicklung hindräng- ten, lässt er ihn ebenfalls aussprechen. Aber er verletzt in keiner Weise die Achtung, die Gorgias persönlich verdiente und zeigt, dass er, freilich im Wiederspruch mit sich selber, sittliche Grundsätze hat, dass seine Praxis besser ist als seine Theorie‘). Nur über diese, über den Begriff seiner Kunst muss er selber Auskunft erteilen; die Untersuchung wendet sich aber einem anderen Gegner zu sobald sie auf das Verhältnis dieses Begriffes zu ethischen Forderungen übergehen muss. Der Meister tritt mit Bewahrung ' seiner Würde von ihr zurück. Zeigt er sich auch besonders stark nur in der Rhetorik, so fehlt es ihm doch wenigstens nicht an Ver- ständnis für dialektische Methode. Mit ihm erreicht Sokrates sein Ziel ohne Schwierigkeiten. Aber auch dann, als er selbst besiegt ist, wird er nicht empfindlich, sondern zeigt fortwährend ein leb- haftes Interesse an der Untersuchung, und wenn die Leidenschaft- lichkeit oder Empfindlichkeit seiner Schüler diese zu stören sucht, Ὁ vermittelt er, der Meister, durch sein persönliches Ansehn (p.492B. 463 A. E. 506 A. B.).
Polos ist der eine Schüler des Gorgias, der gleich nach ihm die Stelle des Mitunterredners übernimmt und ist auch nichts mehr als eDen ein Schülerin derRhetorik. Ueber sein Leben wissen wir weiter nichis, als dass er in seiner Jugend mit Gorgias umher- zog, theils um noch von ihm zu lernen, theils um selbst Ruhm von seiner Kunstfertigkeit einzuernten. So hat er auch jetzt den Gor- gias nach Athen begleitet. Noch ist er jung, wie Platon’ ausdrück- lich hervorhebt, aber sein’ Werk über die Rhetorik hat er nach 448 C. und 462 B. bereits verfasst. Dasselbe wird auch im Phai- dros 267 €. nicht ohne Ironie erwähnt?). Darnach ging ihm die Kunst - in der ἐμπειρία auf, in einer Fertigkeit, die auf Erfahrung und °
”
ὶ . 1) Von Eitelkeit, Selbstüberschätzung und von der Sucht Schüler zu er- werben mit,der Absicht Geld 'zu verdienen egscheint er darum doch nicht frei. Das sind historische Züge. Ἢ 2) Τὰ δὲ Πώλου πῶς φραάσομεν αὖ μουσεῖα λόγων ὡς διπλασιολογίαν καὶ γνωμολογίαν καὶ εἰκονολογίαν, ὀνομάτων τε Λικυμνείων ἃ ἐκείνῳ ἐδωρήσατο πρὸς ποίησιν εὐεπείας ---. ;
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'Uebung. beruht. Er selbst hat dem Gorgias die Mittel abgelernt, ‘mit denen man die Zuhörer zu blenden vermag, ganz äusserliche Mittel des Redeschmucks. Eine eigentliche Theorie der Rhetorik, wie noch der Meister, kennt er nicht, er hat nur- handwerks- ‚mässig sich die Technik der Rede angeeignei. Dieser geschicht- ‚lichen Thatsache entspricht die Rolle, die ihn Platon spielen lässt. ‚Nur in einer Beziehung übertrifft er den Meister, in allen anderen ‚steht er hinter ihm zurük. Jener war sich der Theorie seiner ver- ‚meintlichen Kunst bewusst und hatte über sie gedacht; dieser übt ‘bloss eine Fertigkeit, ist nur Techniker. Und den Wert seiner 'rhetorischen Gewandtheit überschätzt er so sehr, dass er die Zeit ‚nicht erwarten kann, bis man ihm Gelegenheit gibt sich selbst zu ‚zeigen. Damit verletzt er die Pietät gegen seinen Lehrer und Mei- ster; aber soviel er sich auf seine Formgewandtheit auch einbildet, so gering ist sie doch in der That. Für dialektische Methode hat er gar keinen Sinn; über diese muss er zu wiederholtenmalen belehrt werden. und zieht sich . manche Zurechtweisung über begangene Fehler zu. Die rethorische Bildung hat aber auch nicht dazu gedient, das Plumpe und Rücksichtslose seines Wesens zu verfeinern und abzuschleifen; im Gegenteil treibt sie ihn nur in das Masslose im Ausdruck, während Gorgias auch in feiner edler und gemessener Weise die Form beherschte. Kurz Polos ist unreif und der Schule noch nicht entwachsen, wenn man ihn auch nur als Rhetoren be- 'trachtet. Aber eben darin zeigt sich an einem Beispiel aus dem Leben, wie gering die in der Rhetorik liegende Bildungskraft ist. Das hat aber seinen tiefern Grund darin, dass sie eben die Herr- schaft über die Form bieten wollte ohne sittlichen Inhalt. In Polos zeigi es sich, dass das dem Gorgias abgenötigte Zugeständnis Er- kehntniss des Rechtes und der Sittlichkeit sei Vorbedingung zur Erlernung seiner Rhetorik mit Unrecht gegeben ist. Eben darum ἽΝ sich in Polos aber auch das Wesen dieser Rhetorik am reinsten
h. in seiner Gehaltlosigkeit dar. Er hat nur von Gorgias gelernt, s dieser ihn lehren konnte, das Leben hat ihn nichts gelehrt, und von Natur war er nicht schlecht oder \zur-Unsittlichkeit geneigt. Denn er besitzt noch eine gewisse sittliche Scheu. Aber die Rhe- torik hat nur dazu gedient die Entwicklung des ihm innewohnenden sittlichen Gefühles zu hemmen. Daher ist er von ethischem Stand- punkte betrachtet in einen beklagenswerten Zustand unsicheren Schwankens, erbärmlicher Halbheit hineingeraten. Die Rhetorik ‚sollte ihm das Mittel werden zu grossen Zielen äusserer Macht. Daher bewundert er diese, wo sie ihm glänzend entgegentritt und vergisst darüber des Unsittliche der zu ihrem Besitze führenden Mittel; aber den Wert des Siitlichen an sich und das Verwerfliche des Unrechtthuns kann er doch nicht bestreiten. Aus diesen Grün-
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den war er geeignet um an ihm und mit ihm den Wert und die Wirk- samkeit der Rhetorik selbst zu prüfen. Ihre geringe Bildungskraf! offenbart sich anihm persönlich, ihre vermeintlichen Ziele im Gegen- satz zu sittlichen Grundsätzen stellen seine in sich wiedersprechen- ‘den Ansichten ins rechte Licht. Zur Widerlegung der falschen ist nichts weiter nötig als die dialektische Entwicklung des Restes von Wahrheit darunter. Aus dem Gesagten wird erhellen, in wiefern Platon aus der Zahl der Gorgianischen Schüler einem noch so jugend- lichen Menschen eine Stelle in dem gehaltvollen Dialoge übertragen konnte und in welcher Verwandtschaft die äussere Erscheinung und das Auftreten desselben mit den zur Behandlung kommenden philo- sophischen Fragen steht. |
‘ Kallikles ist ebenfalls ein Schüler des Gorgias. Ueber seine Lebensverhältnisse wissen wir aber weiter nichts als was aus dem Dialoge zu entnehmen ist. Darnach war er aus vornehmem Stande (p. 512) und reich; denn ein Mann wie Gorgias verschmäht es nicht bei ihm abzusteigen. Er steht-auf der Höhe der Zeitbildung, ist be- wandert in den Dichtern und hat sich ganz der Politik gewidmet. Nach p. 481 E. muss er jedenfalls schon längere Zeit als Politiker thätig gewesen sein. Ganz jung kann er nicht mehr sein, daer nach p. 512C. schon erwachsene Kinder zu haben scheint. Man hat sich ihn imbesten Mannesalter stehend zu denken. Hiernach bildet sich schon äusserlich ein nicht unbedentender Gegensatz zu Gorgias und Polos. Denn Kallikles ist Praktiker, ein Staatsmann, der mitten im Le- ben steht, aus diesem Erfahrungen gesammelt hat und selbst mit Bewusstsein seinen Zielen nachstrebt,. Ihm ist die Rhetorik das, wozu sie von den Theoretikern bestimmt war, das Mittel in politi- tischer Thätigkeit eine hervorragende Stellung sich zu erwerben. Da er nun selbst zugleich im Besitz der herschenden Bildung sich befindet, war er auch geeignet, die Lebensanschauung in ‚Ihren prin- cipiellen Grundlagen zu enthüllen, aus welcher jene von ihm 1 m
verfolgte Aufgabe des Lebens sich bestimmt, die wir bereits i vorigen Abschnitt charakterisiert haben. Darnach wird er zum Ver- ireter der materialistischen Richtung, welche nur im Genusse, in der sinnlichen Lust ein Gut erkennt, alles Handeln nach sittlichen Grundsätzen aber als ein veraltetes Vorurteil verachtet. Doch ist sein Materialismus weder roh noch 'weichlich sondern verbunden mit feiner Weltbildung' und thatkräftigem Sinn, wenigstens nach dem Willen des Kallikles selbst. Daher erscheint er als Aristokrat und Verächter der rohen Masse, aber ebensosehr der Beschäftigung mit der Philisophie um ihrer selbst willen, weil diese den Menschen unpraelisch mache und von dem Streben nach grossen Zielen ferne halte. Er, beherscht die Form als wirklicher Redner vollkommen und-weiss seine Gedanken mit Schwung vorzutragen und seine Lehre
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EINLEITUNG. 17
nit Geist und Witz und Consequenz zu verteidigen. Ihn kann So- rates nur widerlegen‘, indem er zugleich die bessere und allein wahre Ansicht der falschen entgegenstellt und mit allen Mitteln der Dialektik positiv begründet. Freilich bringt es der Standpunkt des “Xallikles mit sich, dass er sich nicht von dieser Dialektik zur Anerken- “ung seiner Niederlage will.zwingen lassen. Denn er verachtet von ‚rornherein die Methode derselben, glaubt längst erhaben zu sein “ber sie und auch in dem Sokrates nur einem überwundenen Stand- ounkt zu begegnen. Er ist in sich fertig und abgeschlossen und wird daher empfindlich, da ihn Sokrates aus seiner Sicherheit auf- wecken und sein Selbstbewusstsein demütigen will. Daher erklärt 35. sich, dass er fortdauernd die Miene annimmt, als übersehe er len Sokrates weit 482 C. 491 A. 499 B., dass er diesem sogar un- ‚gerechte Vorwürfe macht über die Art der Beweisführung 497 A. 511 A. dass er dem Gespräche sich empfindlich zu entziehen sucht oder es doch nur aus Gefälligkeit fortsetzen zu wollen erklärt 505 C. ἢ 01 €. 510 A. 516 B. und dass er endlich zwar dem Sokrates die (Richtigkeit seiner Lehre zugesteht aber dennoch sich gegen ihre ‘Annahme sträubt 513 C. Und damit verträgt sich zugleich auch das persönliche Wolwollen, das er für Sokrates äussert. 486 A. Auch es ist ein Ausfluss seines vornehmen Wesens, das ihn persönlich wor kleinlicher Gesinnung und auch wol in der Praxis des Lebens wor den Consequenzen seiner- unsittlichen Prinzipien im Einzelnen und Kleinen bewahrt.
So hat denn Platon in der That für den in jedem Theile zu be- "handelnden Inhalt entsprechende Persönlichkeiten zu Trägern des (Gesprächs gewählt und dieselben, wie die Leetüre des Dialogs am ‚besten zeigen wird, lebensvoll; und anschaulich charakterisiert. Ueber Sokrates brauchen wir nicht viel hinzuzufügen‘). In dem zw ist auch seine Stellung im Dialoge und die Haltung, die er en einzelnen Theilen desselben einnimmt, durch den, Gegensatz ἢ mit bezeichnet. Nur darauf ist aufmerksam zu machen, dass ver nach dem Willen Platons bereits in vorgerücktem Lebensalter stehen muss nach p. 461 C. Er ist zwar jünger als Gorgias, je- ‘denfalls aber älter als Kallikles. Das Genauere wird der folgende ‚Abschnitt ergeben.
An Sekrates schliesst sich noch Chairephon an. Dieser ge- "hörte zu den eifrigsten Schülern des Sokrates (Xenoph. Mem. 1, 2, 48) ‚aus wirklicher Liebe zur Weisheit und Sittlichkeit. In seinem We- ‚sen lag etwas Schwärmerisches, Stürmisches. Daher hieng er auch 'an Sokrates mit grosser, Begeisterung, Charmides Ρ. 153 B. heisst ‚es vonihm Χαιρεφῶν ἅτε καὶ μανικὸς ὧν ἀναπηδήσας ἐκ μέσων
1) vgl. über ihn die Einleitung von Cron in: ersten Bändchen ἃ, $. 8, 8ff. Platons ausgew, Dialoge. 11. 2
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ἔϑει πρὸς ἐμὲ καί uov λαβόμενος τῆς χειρὸς, ὦ Σώκρατες, ἦ
δ᾽ ὃς πῶς ἐσώϑης ἐκ τῆς μάχης; In der Apologie p. 21 A. er- zählt Sokrates selbst von ihm, dass er in Delphi das Orakel zu fragen sich erkühnt habe, ob Jemand weiser sei als Sokrates. Ebendaselbst wird erwähnt, dass Chairephon während der Herr- schaft der dreissig Tyrannen zu den Verbannten gehörte. Bald nach der Rückkehr starb er; den Process des Sokrates erlebte er nicht. Von Aristophanes. wurde er mit seinem Lehrer zugleich verspot- tet, indem man ihn als dessen Musterschüler ansah. Vgl. Aristoph. Nubes 503. Ganz passend erscheint dieser Chairephon hier als Be- gleiter des Sokrates. Er ist, wenn er auch nur eine kleine Rolle zu spielen hat, Vertreter der Schule des Sokrates und insofern bildet er einen Gegensatz zu Polos. Die Sokratische Methode weiss er “mit Gewandtheit selbst zu üben, während Polos seinen Lehrer nur äusserlich nachahmte. Während dieser sich über seinen Meister er- hebt, oder wenigstens ihm sich gleich stellt, beweist Chairephon dem Sokrates eine von Herzen kommende Liebe und Unterordnung unter ihn. —
4. Zeit in welcher das Gespräch gehalten wird.
Platon pflegt uns selten über die Zeit im Unklaren zu lassen, in welche wir den Dialog zu verlegen haben. Durch historische An- deutungen, die im Gepräche selber vorkommen, orientiert er uns auch darüber. Man darf sie nicht übersehen, weil das Verständnis der vonSokrates zu bekämpfenden Ansichten oft durch die Kenntnis der allgemeinen Zeitverhältnisse gefördert wird; aber auch abgesehen davon gehört es zu den Forderungen der dramatischen Kunst, mit welcher die Platonischen Dialoge geschaffen und gestaltet sind, dass wie der Ort und die Personen so auch die Zeit der Scene charakte- risiert sei. Im Gorgias fehlt es nun keineswegs an solchen A: deutungen, aus denen wir Schlüsse ziehen können; es sind ih im Gegenteil zu viele die einander widersprechen und darum den Schluss erschweren. Folgendes sind die hier einschlagenden Punkte. |
1) Gorgias Anwesenheit in Athen. Nachweisbar ist für uns diese nur im Jahre 427 und darum haben Manche den Dialog auch wirklich in dieses Jahr verlegen wollen. Allein Gorgias war jeden- falls mehrmals in Athen. Darum ist von dieser Seite wenigstens, kein Schluss gegen eine andere Annahme zu begründen, falls sich die- selbe als notwendig erwiese. Denn die eigentümlichen Umstände, unter welchen Gorgias damals nach Athen kam, berührt Platon mit keinem Worte. |
2) wird p. 448 Β. der Maler Polygnotos erwähnt. Dieser war
EINLEITUNG. 19
«eit dem Jahre 463 in Athen wirksam schwerlich aber noch nach "20. Doch ist es nicht durchaus nötig, dass man ihn für jene Stelle „och unter den Lebenden sich denken muss.
.. 8) Von Perikles heisst es p. 503 €. νεωστὶ TETEAEUTNAOTE, »och auch diess berechtigt nicht dazu den Dialog schon ins Jahr 127 zu verlegen. Denn veworl kann auch auf grössere Zeiträume „ich beziehen. 85. ἃ. Anm. zu der Stelle.
4) Nikias und Aristokrates werden so erwähnt, dass man sie
sedenfalls noch unter den Lebenden zu suchen hat Ρ. 9 72 A. Aber Wikias fand seinen Tod auf der sicilischen Expedition 413 und Aristokrates ward mit den andern Arginusensiegern 406 hinge- sichtetl, 5) Alkibiades scheint nach p. 482 A. noch in der besten Blüte ler Jugend zu stehn. Denn noch wird er unter die Schönen gerechnet uınd als Liebling des Sokrates bezeichnet. Nach 519 A. kann er be- reits seine öffentliche Thätigkeit begonnen haben (es geschah wol οὐδὲ zur Zeit des Friedens des Nikias); aber sein Sturz wird jeden- Walls nur als möglich gedacht in einer spätern Zukunft.
6) Nach p. 481 D. war Demos derLiebling des Kallikles eben- “alls noch in “πὶ Blüte der Jugend. Diese fällt aber, nach der Er- wähnung , die ihm in Aristophanes Wespen zu Theil wird, um das Jahr 422.
- Die angeführten Punkte würden also eine Verlegung des Dia- "oges in den: Zeitraum von 427—420 erfordern oder rechifer- tigen. Dieser stehen aber einige andere Data entgegen.
7) Der Maler Zeuxis wird 453 C. als eine bekannte Persönlich- keit erwähnt. Dieser lebte bis zum Jahrs 380. Schwerlich wird daher sein Auftreten vor das Jahr 420 zu seizen sein. ἐν 8) Aehnlich steht es mit dem Dithyrambendichter Kinesias, welcher 501 E. genannt wird. Seine Blüte fällt jedenfalls nach 420. 9) Wi tiger ist die Mitteilung über den Regierungsantritt des Arche von Makedonien p. 47. Dieser fand aber erst im Jahre 414. r 413 Statt.
10) Kallikles flicht in seine Rede Citate aus der Antiope des Euripides ein. Diese ist aber erst 410 zur Aufführung gekommen.
11) Sokrates sagt p. 473 E. dass er im vorigen Jahre Senator ‚gewesen sei. Diess war er aber nach Apol. p. 32 nur ein einziges- mal. Man kann unter der Volksversammlung , in welcher er sein Ungeschick im Abstimmenlassen zeigte, keine andere verstehen, ‚als die, in welcher er der Verutieilung der Arginusensieger sich 'widersetzte. Dann fällt der Dialog ins Jahr 405. Hierfür spricht auch
12) die Hindeutung auf den dem Sokrates wahrscheinlich bevor- ‚stehenden Prozess und die alsdann zu fürchtende Verurteilung 521 C. Diese hat in den ersten Zeiten des Peloponnesischen Krieges noch
2*
20 EINLEITUNG.
keinen Sinn. Sie setzt voraus, dass das wirkliche Eintreten der geahnten Thatsache nicht mehr allzufern war. So stehen denn zwei Reihen von Thatsachen einander gegen-
über. Die einen lassen den Dialog bis über das Jahr 420 hinauf- rücken; die anderen ziehen ihn bis zum Jahre 405 herab. Eine wirkliche Ausgleichung beider unter einander ist unmöglich. Wenn man sich also für ein bestimmtes Jahr entscheiden will muss man jedenfalls bedeutende Anachronismen mit in den Kauf nehmen. ‚Den schlimmsten Anachronismus scheinen aber diejenigen in der That zu begehen, welche den Dialog noch in den ersten Theil des Pelopon- nesischen Krieges verlegt wissen wollen. Denn in dieser Zeit konn- ten unmöglich die unsittlichen und der Tyrannis zustrebenden Ansich- ten des Polos und Kallikles öffentlich hervortreten. Das wäre ein ganz unerträglicher Anachronismus, weil er den Grundgedanken und den Geist des Dialoges selbst betrifft, nicht bloss eine für das Ganze gleich- gültige Bemerkung. Kurz der Dialog wird dann in sich unmöglich. Daher ist jedenfalls’die Annahme des Jahres 405 viel passender. Denn das ist eben die Zeit, wo die athenischen Staatsverhältnisse in inne- rer Zerrüttung und Auflösung begriffen waren und sich auch die ent- sprechende Lebensansicht ganz offen aussprechen durfte, weil sie von den Leuten aller Parteien geteilt wurde. Aber vielleicht hat Plato dieAnnahme einer bestimmten Zeit um eines höheren philosophischen Zweckes willen mit Absicht vereiteln wollen. Denn ohne Zweifel war er sich selbst der chronologischen Widersprüche des Dialoges bewusst. In demselben bringt er wirklich zwei in sich verschiedene Zeiträume in innere Berührung, die dei wo jene unsittliche Lebens- richtung nur erst im Keim vorhanden war — durch Gorgias vertreten — und die wo sich die Keime allseitig ausgebildet und entwickel haben und das Bewusstsein über die Principien der herschender Praxis längst erwacht war. Diese Zeit stellt sich natü Kal- likles dar und in der Mitte liegt die Vebergangszeit, de t der Halbheit und des Schwankens die in Polos so ireflend here μα ist. Sind wir dann auch genötigt eine ideale Zeit für die vor u sich entwickelnde Scene anzunehmen , so gewinnen doch die einander scheinbar widersprechenden Zeitbestimmungen einen höheren künst- lerischen Wert und treten in den Dienst des philosophischen Zweckes und Grundgedankens dieses Dialoges, dessen Verwirklichung und sachgemässe Darstellung die Hauptaufgabe Platons sein musste, —
5
„008,
tes.
"ΕΝ
ΤΌΟΡΓΙΑΣ
(ἢ περὶ ῥητορικῆς" ED NN )
KAAAIKAHZ,
TA TOT AIAAOTOT ΠΡΟΣΩΠᾺ ΣΩΚΡΑΤΗΣ,
ΧΑΙΡΕΦΩΝ, TOPTIAZ,
ΠΩΛΟΣ.
\ - Ρ- Ι. Πολέμου καὶ μάχης φασὶ χρῆναι; ὦ Σώκρατες, οὕτω 447
μεταλαγχάνειν.
ER. ᾿4λλ᾽ ἡ τὸ λεγόμενον κατόπιν ξορτῆς ἥκομεν;
[καὶ ὑστεροῦμεν ;]
KAA. Καὶ μάλα μὲ ἀστείας ἑορτῆς. πολλὰ γὰρ καὶ καλὰ Γοργίας ἡμῖν ὀλίγον πρότερον ἐπεδείξατο. 32. Τούτων μέντοι. ὦ Καλλίκλεις, αἴτιος Χαιρεφῶν
LEN
ἐν ἀγορᾷ ἀναγκάσας ἡμᾶς διατρῖψαι.
Ἢ ΧΑ]. Οὐδὲν πρᾶγμα, ὦ N ἐγὼ γὰρ καὶ ἰάσο-
1, Πολέμου καὶ μάχης. nd Chairephon kommen, als Gorgias\ gerade seiner Vortrag geendet hat. Kallikles, der vor der Thüre seines Hauses steht, empfängt sie daher mit dem Scherze, wo es Gefahren gelte, wie in Krieg und Schlacht, müsse man es machen wie sie und kommen, wenn die Sache ab- gemacht sei; οὕτω daher sehr präg- nant.
3. κατόπιν für κατόπισϑεν oder das einfache 0z16Y#8v ist dichterische Form und kommt beiPlaton nur noch Protag. 316 Avor. #. ἑορτῆς post fe- stum, Der Grieche denkt dabei zu- gleich an die öffentlichen Schaustel- lungen, wolauch denSchmaus, der sich an die Festfeier anschloss. Das Bild:
„Jemanden mit Reden hewirten‘‘ ist auch sonst Platon geläufig. Hier liegt zugleich in den Worten eine Anspie- lung auf den übertriebenen Enthusia- mus der Athener, welche dieTage, an denen Gorgias redete, Festtagenann- ten. 8. ἃ. Einl. (ὃ. 2).
5. ἀστεῖος hat bei Platon gewöhnlich dieBedeutung scherzhaft, meist lächer- lich.. Hier waltet die Grundbedeu- tung in so fern vor, als städtische Festesich vorländlichen durch F ein- heitund Eleganz auszuzeichnen pfle-
en. ἡ 7. Τούτων. Warum Plural?
[B] 9. ἐγὼ γὰρ καὶ ἰάσομαι, wahr- scheinlich sprichwörtliche Redensart. Enhdel&sraristabsolut gebraucht statt derRedensart ἐπέδ sun: ποιήσασϑαι.
D
22 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
μαι. φίλος γάρ uoı Γοργίας, ὥστ᾽ ἐπιδείξεται ἡμῦν, εἰ μὲν
δοκεῖ, νῦν, ἐὰν δὲ βούλῃ, εἰσαῦϑις.
KAA. Τί δέ, ὦ Χαιρεφῶν ; ἐπιϑυμεῖ Zuge ἀκοῦ- σαι Γοργίου;
ΧΑ͂Ι. Ἐπ᾿ αὐτό γέ τοι τοῦτο πάρεσμεν.
KAA. Οὐκοῦν ὅταν βούλησϑε παρ᾽ ἐμὲ ἥκειν οἴκαδε" παρ᾽ ἐμοὶ γὰρ Γοργίας καταλύει καὶ ἐπιδείξεται ὑμῖν.
ER. Εὖ λέγεις, ὦ Καλλίκλεις. ἀλλ᾽ ἄρα ἐθελήσειεν ἂν ἡμῖν διαλεχϑῆναι; βούλομαι γὰρ πυϑέσϑαι παρ᾽ αὐτοῦ, τίς ἡ δύναμις τῆς, τέχνης τοῦ ἀνδρός, καὶ τέ ἐστιν ὃ ἐπὰγ-
,γέλλεταί τε καὶ διδάσκει" τὴν δὲ ἄλλην ἐπίδεϊξιν εἰσαῦϑις;
ὥσπερ σὺ λέγεις. ποιησάσϑω.
KAA. Οὐδὲν οἷον τὸ αὐτὸν ἐρωτᾶν, ὦ Σώκρατες. καὶ γὰρ αὐτῷ ἕν τοῦτ᾽ ἦν τῆς ἐπιδείξεως" ἐκέλευε γοῦν νῦν δὴ ἐρωτᾷν ὅ τι τις βούλοιτο τῶν ἔνδον ὄντων, καὶ πρὸς ἅπαν- |
τὰ ἔφη ἀποκρινεῖσθαι.
ER. Ἦ καλῶς λέγεις, ὦ ὦ Χαιρεφῶν᾽ ἐροῦ αὐτόν. iv. ᾿
XAI. Τί ἔρωμαι; ER. Ὅστις ἐστίν. ΧΑ͂Ι. Πῶς λέγεις:
ER. “Ὥσπερ ἂν εἰ ἐτύγχανεν ὦ ὧν ᾿ ὑποδημάτων δημι-
ουργός, ἀπεκρίνατο ἂν δήπου σοι ὅτι σκυτοτόμος" n
μανϑάνεις ὡς λέγω:
I. XAI. Μανϑάνω καὶ ἐρήσομαι. εἰπέ μοι, ὦ
8.. τέ δὲ ; Kallikles setzt mit Recht voraus, dass Sokraies den Vortrag des witzigen Sophisten. nicht hören wolle.
θιόταν βούλησϑε allgemein mit Be- zug auf εὖ μὲν δοκεῖ, νῦν, ἐὰν δὲ βούλῃ εἰσαῦϑις. Zu dem inf. ἥκειν kann man hier ἔξεστι ergänzen — jeder Zeit steht es Euch frei.
[C] 9. διαλεχϑῆναιν Gegensatz zu ἐπιδεέξεται. Gorgias hielt nur zusam- menhängende Vorträge; ob er auch auf eine dialektische Untersuchung sich einlassen werde,war noch fraglich.
10. δύναμις (vis) die innere Bedeu- tung, das Wesen und der Wert der Kunst. ‘Für die Aufgabe des Dialogs ist die doppelte Frage nicht gleich- gültig. Zu" er παγγέλλεταί τε καὶ δὲ-
= ὦ
δάσπει͵ vgl. Apol, 33 B ὧν μήτε ὑπεσχόμην μάϑημα μήτε ἐδίδαξα.
14. αὐτῷ. Warum so nachdrucksvoll gestellt? Zur Sache 5. ἃ. Einl.8.4.Me- non 70 B, sagt Sokrates selbst von Gorgias : ἅτε καὶ αὐτὸς παρέχων αὐτὸν ἐρωτὰν τῶν Ἑλλήνων τῷ βου- λομένῳ ὅτι ἄν τις βούληται τῶν ἔνδον ὄντων. Zuhörer sind auch bei dem nachfolgenden Gespräche gegen- wärtig. Vgl.455 6.458 C473E.490B.
[D] 21. Ueber δημιουργός 5. zu 452 A.
Cir. II. 24. Μανϑάνω. Für Chai- rephon genügt das eine Beispiel, um ihm ‘des Sokrates Wunsch klar zu machen, für Polos genügen zweinoch nicht. εἰπέ wor. Unterdes sind So-
L 4
TOPTIA2. 23
ἀληϑὴ λέγει Καλλικλῆς ὅδε, ὅτι ἐπαγγέλλει ἀποκρινεῖσϑαι ὃ τι ἄν τίς 68 ἐρωτᾷ: ᾿
TOP. ᾿Δ4ληϑῆ, ὦ Χαιρεφῶν" καὶ γὰρ νῦν δὴ αὐτὰ ταῦ- 448 τα ἐπηγγελλόμην, καὶ λέγω ὅτι οὐδείς μέ πω ἠρώτηκε και- 5 νὸν οὐδὲν πολλῶν ἐτῶν. ΧΑΙ. Ἦ που ἄρα ῥᾳδίως ἀποχρινεῖ, ὦ Γοργία. TOP. nr ya τούτου πεῖραν, οὖ Χαιρεφῶν, λαμβάνειν. ΠΩ 4. Νὴ Δία" ἂν δέ γε βούλῃ, ὦ Χαιρεφῶν, ἐμοῦ. “Γοργίας μὲν γὰρ καὶ ἀπειρηκέναι μοι δοκεῖ" πολλὰ γὰρ ἄρτι 10 ᾿διελήλυϑεν. XAI. Τί δέ, ὦ Πῶλε; οἴει σὺ κάλλιον ἂν Γοργίου ἀπο- κρίνασϑαι:; ᾿ ΠῴΩ,4. Τί δὲ τοῦτο, ἐὰν σοί pe ἱκανῶς: Β νυ ΖΑ͂Ι. Οὐδέν" ἀλλ᾽ ἐπειδὴ σὺ βούλει, ἀποκρένου. 15 I12.4. Ἐρῶτα.
ὩΣ δ 1 Ἑρωτῶ δή. εἰ ἐτύγχανδ Γοργίας ἐπιστήμων ὧν τῆς τέχνης ἧσπερ ὁ ἀδελφὸς. αὐτοῦ Ἡρόδικος, τίνα ἂν αὐ- τὸν ὠνομάξομεν δικαίως ; οὐχ ὅπερ ἐκεῖνον;
ΠΩ. Παᾶνυ γε.
\
20 ΧΑ]. Ἰατρὸν ἄρα φάσκοντες αὐτὸν εἶναι καλῶς ἂν ᾿ς ἐλέγομεν. je
| II24A. Ναί. | ER ΧΑ͂Ι. Ei δέ γὲ ἧσπερ “4ριστοφῶν ὁ Aykaopavros ἢ
ἀδελφὸς αὐτοῦ ἔμπειρος ἣν τέχνης. tiva ἂν αὐτὸν ὀρϑῶς
ἐχαλοῦμεν:
krates und Chairephon mit Kallikles in dessen Haus eingetreten. Chaire- phon eröffnet das Vorspiel der eigent- lichen Unterredung.
[448 A.] 6. Ἦ που ἄρα. Chai- rephon fertigt die grosse Selbstüber- hebung des Sophisten ironisch ab. Daher kaun sich auch ῥαδέως nur auf die Leichtigkeit des Antwor- tens beziehen. Doch kommt Georgias zunächst gar nicht zum Antworten, da Polos die Zeit nicht erwarten kann, in der es ihm vergönnt sein soll, seine Kunstfertigkeit zu zeigen. Ueber die Schüler des Gorgias äussert sich So- krates Menon 70 B. vgl. ἃ. Ein]. 5. 3 u. 14f. Man bemerke auch, dass Polos
8. ἐμ οὔ (πεῖραν λαμβάνειν πάρ- ἐστι) sagt, also den Versuch gleich auf seine Person bezieht, während Gorgias wenigstens noch in τούτον die Sache walten ‚liess.
[B] 13. τέδὲ τοῦτο ergänze διαφέ- osı. Polos Ziel ist es nur, Bewunde- rung der Zuhörer zu erringen. Den Meister kann er natürlich nicht her- untersetzen wollen.
17. Ἡρόδικος der Bruder des Gor- gias war Arzt, wahrscheinlich aus der Schule des Empedokles. Er ist.nicht zu verwechseln mit einem andern Arzte gleichen Namens, der aus Se- Iymbria stammte. Aristophons Bruder war der berühmte Maler Polygnotos,
᾿
24 ΠΛΆΤΩΝΟΣ €
IIQ24A. Ankov ὅτι ξωγράφον. Sr
XAI. Nov δ᾽ ἐπειδὴ τίνος τέχνης ἐπιστήμων ἐστί, τίνα ἂν καλοῦντες αὐτὸν ὀρϑῶς καλοῖμεν;
TI2A. Ὦ Χαιρεφῶν, πολλαὶ τέχναι ἐν ἀνθρώποις, εἰ- σὶν ἐκ τῶν ἐμπειριῶν ἐμπείρως εὑρημέναι" ἐμπειρία μὲν γὰρ ποιεῖ τὸν αἰῶνα ἡμῶν πορεύεσϑαι κατὰ τέχνην, ἀπει- ρέα δὲ κατὰ τύχην. ἑκάστων ὃὲ τούτων μεταλαμβάνουσιν ἄλλοι ἄλλων ἄλλως, τῶν δὲ ἀρίστων ol ἄριστοι᾽ ὧν καὶ Γοργίας ἐστὶν ὅδε, καὶ μετέχει, τῆς καλλίστης, τῶν τεχνῶν.
ΠΙ. Σῷ. Καλῶς γε, ὦ Γοργία, φαίνεται Πώλος παρε- σκευάσϑαι εἰς λόγους" ἀλλὰ γὰρ ὃ ὑπέσχετο N
10
οὐ ποιεῖ.
TOP. Τί μάλιστα, ὥ Σώκρατες: ΐ
Z2.To ἐρωτώμενον οὐ πάνυ μοὺ φαίνεται ἀποκρίνεσϑαι.
TOP. ᾿4λλὰ σύ, εἰ βούλει, ἐροῦ αὐτόν.
ER. Οὔκ, εἰ αὐτῷ γε σοὶ βουλομένῳ ἐστὶν ἀποκρί- νεσϑαι, ἀλλὰ πολὺ ἂν ἥδιον σέ. δῆλος γάρ μοι Πῶλος καὶ ἐξ ὧν εἴρηκεν, ὅτι τὴν καλουμένην δητορικὴν we μὲ-
μελέτηκεν ἢ διαλέγεσϑαι.
I2A. Τί δή, ὦ Σώκρατες; ;
5
22. On, ὦ Πὸλε, ἐρομένου Χαιρεφῶντος Tivog Toe- yiag ἐπιστήμων τέχνης. ἐγκωμιάζεις μὲν αὐτοῦ τὴν τέχνην
΄“ x ΄“᾽ ,» 3 AR | 3 , ὡσπὲρ τινὸς ψέγοντος, ητις δέ ἐστιν οὐκ ἀπεκρίνω.
. [0] 2 τένα ἂν καλοῖμεν oben τένα ἂν ὠνομάξομεν. Warum der Wech- sel des Modus?
4. Polos übertreibt die Anwendung von Figuren, so hier der Paronomasie und παρίσωσις;: ἐκ τῶν ἐμπειριῶν ἐμπείρως εὐρημέναι. τέχνην.- -τύ- χὴν, ἄλλον ἄλλων ἄλλως, τῶν δὲ ἀρίστων ἄριστοι, ferner ‚der Anti- these und der Sentenz. τὸν αἰῶνα ‚ dichterisch für βέον. Uehrigens ist ἐμπείρως ganz überflüssig; die Be- hauptungen verlieren sich ins Unbe- stimmte und Nebelhafte und zuletzt bringt er — wie Sokrates E durch den Gegensatz von ποία und τίς nach- weist — ein ganz allgemeines Attri- but des fraglichen Gegenstandes an- statt denselben selbst zunennen. Der
allgemeine Satz von der Erfahrung ist der Schrift des Polos entlehnt. (vgl.
C) Uebrigens ist die Bestimmung der Rhetorik als καλλίστη τ. τ. wenn auch hier verfrüht, doch dem Grundgedan- ken des Gesprächs gemäss, inso- fern darin eine Wertschätzung enthal- ten ist (5. d.' Einl. S.6 u. 11).
15
20
«ὦ
Car. Il. [D] 10. παρεσκευάσϑαι
bezeichnet die äussere Routine, dieP. sich erworben, indem er dem Gorgias die Kunstmittel abgelernt hat. 17. 7- διον ἂν σέ ergänze ἐροέμην,
[ΕἸ 19. Μδῃ 5016 den Artikel vor διαλέγεσθαι erwarten, μελετάω schliesst sich aber an die Ausdrücke des Lernens an.
24, Warum wechselt das Tempnsi in
% ᾿ ἽΝ
ὌΠ" ΓΟΡΓΊΑΣ.
25
I2A. Οὐ γὰρ ἀπεκρινάμην ὅτι εἴη ἡ καλλίστη:
ER. Καὶ μάλα γε. ἀλλ οὐδεὶς ἠρώτα ποία τις εἴη ἡ Γοργίου τέχνη, ἀλλὰ τίς καὶ ὅντινα δέοι καλεῖν τὸν 590 γίαν' ὥσπερ τὰ ἔμπροσϑέν σοι ὑπετείνατο Χαιρεφῶν καὶ 5 αὐτῷ καλῶς καὶ διὰ βραχέων ἀπεκρίνω, καὶ νῦν οὕτως εἰπὲ τί ἢ τέχνη καὶ τένα Γοργίαν καλεῖν χρὴ ἡμᾶς: μᾶλλον δέ. ὦ Γυργία, αὐτὸς ἡμῖν εἰπέ, τίνα σε χρὴ καλεῖν ὡς τίνος
ἐπιστήμονα τέχνης ;
ΓΟΡ. Τῆς ῥητορικῆς, ὦ ΕΝ
22. Pijroga & ἄρα χρή σε καλεῖν ;
TOP. ᾿24γαϑόν γε, ὦ Σώκρατες, εἰ δὴ ὅ γε εὔχομαι εἷ- ναι, ὡς ἔφη Ὅμηρος, βούλει us καλεῖν.
ER. ᾿4λλὰ βούλομαι. TOP. Kalsı δή.
ER. Οὐκοῦν καὶ ἄλλους σε φῶμεν δυνατὸν εἶναι
ποιεῖν: TOP. Ἐπαγγέλλομαί γε ἀλλὰ καὶ ἄλλοϑι. ᾿
δὴ ταῦτα οὐ μόνον ἐνθάδε
τ
ΣΩ. "Ag οὖν ἐϑελήσαις ἄν, ὦ Γοργία, ὥσπερ vvv δια-
20 λεγόμεϑα; διατελέσαι τὸ μὲν ἐρωτῶν, τὸ δ᾽ ἀποκρινόμενος,
τὸ δὲ μῆκος τῶν λόγων τοῦτο, οἷον καὶ Πῶλος ἤρξατο, εἰόσ- αὔὖὔϑις ἀποϑέσϑαι; ἀλλ᾽ ὅπερ ὑπισχνεῖ, μὴ ψεύσῃ, ἀλλὰ ERE- λησον κατὰ βραχὺ τὸ MET ἀποκρένεσϑαι.
ἀπεκρίνω im Unterschied von &yno- μιάξεις Ὁ Statt des part. praes.inwyey. würde man Aorist erwarten. Aber man hat zu ergänzen ὥσπερ ἄψῃτις ἐνε- κωμέαξε, daran kann sich nur das praes. anschliessen.
4, ὑπετείνατο. AlsGrundlage un- terbreiten, die für das Urteil des An- dern eine Analogie abgeben soll. Die parataktische Form des Satzes gibt sich in solchen Sätzen ganz bs A sucht.
[449 A] 8. Hier wird von Sok. selbst die Voraussetzunggemacht, die Rhetorik sei eine Kunst. Diese Vor- aussetzung wird später wieder aufge- hoben, einstweilen aber mit diesem Gattungsbegriff operirt. S. d. Anh,
11. Aya®0v γε. Die Selbstgefälligkeit des Gorgias geht so weit, dasser sich mit homerischen Helden vergleicht Plato nimmt dabei wol auch Rücksi ht darauf, dass die Een ihn mit Nestor verglichen.
[B] 18. ἄλλοϑι 5. ἃ. Einl. S.2 über die Wanderungen des Gorgias.
21. τὸ δὲ μῆκος τῶν λόγων. Die Länge der Reden ist nicht etwa nach dem Sinne des Sokrates dem äusseren Umfange nach abzumessen. Sokra- tes meint nur solche Reden, welche statt auf die Frage direct einzugehn, abschweifen und sich in einem selb- ständigen Gedankengang verlieren.
21, εἰσαῦϑις ἀποθέσϑαι für ein ander Mal aufheben,
449
26
r}
TIAATQNOZE a
TOP: Εἰσὶ μέν, ὦ Σώκρατες, ἔνιαι τῶν ἀποκρίσεων ἀναγκαῖαι διὰ μακρῶν τοὺς λόγους ποιεῖσθαι" οὐ unv ἀλλὰ
πειράσομαί yE ὡς διὰ βραχυτάτων
αἱ γὰρ αὖ καὶ τοῦτο
κ ἕν ἐστιν ὧν φημί, μηδένα ἂν ἐν βραδβθτέροις ἐμοῦ τὰ αὐτὰ
εἰπεῖν.
22. Τούτου μὴν δεῖ, ὦ Γοργία᾽ καί μοι ἐσ δῶν av-
τοῦ τούτου ποίησαι, τῆς BoayvAopiag, PANOAUBBES δὲ
εἰσαῦϑις.
TOP. "Aria ποιήσω, καὶ ae φήσεις ᾿βραχυλογω- 10 IV. 22. Φέρε δή" ϑηνρορικῆς γὰρ φὴς ἐπιστήμων τέ- D χνης εἶναι καὶ ποιῆσαι ἂν καὶ ἄλλον ῥήτορα" ἡ ῥητορικὴ
τέρου ἀκοῦσαι.
περὶ τί τῶν ὄντων τυγχάνει οὖσα; ὥσπερ ἡ ὑφαντικὴ περὶ
τὴν τῶν ἱματίων ἐργασίαν" ἦ γάρ; -
*T'OP. Ναί.
22. Οὐκοῦν καὶ ἡ μουσικὴ περὶ τὴν τῶν Bern
ποίησιν; ; TOP. Ναί. ᾽
ΣΦ. Νὴ τὴν Ἥραν, ὦ Γοργία, ἄγαμαί γὲ τὰς ἀπο- κρίσεις, ὅτι ἀποκρένει ὡς οἷόν τε διὰ βραχυτάτων. T'OP. Πάνυ γὰρ οἶμαι, ὦ Σώκρατες, EHLERS τοῦτο
TOLELV.
ER. Ev λέγεις. ἴϑε δή, μοι ἀπόκριναι ee περὶ
τῆς ῥητορικῆς. περὶ τί τῶν ὄντων ἐστὶν ἐπιστήμη;
ΓΟΡ. Περὶ λόγους.
ΣΩ. Ποίους τούτους, ὦ Γοργία; ἄρα οἵ δηλοῦσι τοὺς κάμνοντας, ὡς ἂν διαιτώμενοι ὑγιαίνδιεν;
1. «Εἰσὶ a. τ. Δ. Gorgias spricht als Sachverständiger vom hohen Ross herab. In seinen Worten stelltsich auch die Neigung zu sentenzenartiger Ausdrucksweise und rhythmischem Fall des Satzbaus deutlich aus.
9. Aria ποιήσω. Wenn Gorgias sich auf die dialektische Behandlung einlässt und die kurze Form des Aus- drucks wählen will, so kommt es ihm dabei doch nicht auf das Verhältniss der Form zum Inhalte an, sondern auf die Form an sich. Er will den Beweis
liefern, dass er auch in der Brachylo- gie Meister ist. Daher antwortet er mit der kürzesten Bejahungsformel (Net), die möglich ist.
Car. IV. [D] 13. περὲ τέ drückt eine Frage nach der Kategorie derRe- lation aus, wie πρὸς τέ; aber diese ist allgemeiner. nur auf das Object, aufwelches eine Thätigkeit — und eine solche wird in der Rhetorik als einer Kunstübung vorausgesetzt — sich richtet. ᾿
15
20
25
Jenes bezieht sich .
15
25
»"“ Er
TOPTIAZ.
TOP. Οὐ.
ἐστιν. TOP. Οὐ δῆτα.
ΩΝ
ἐν: 97
ER. Οὐκ ἄρα περὶ | τοὺς λόγους ἡ ῥητορική
ER. Aria μὴν λέγειν γε ποιεῖ δυνατούς.
TOP. Ναί.
zn. Οὐκοῦν περὶ ὧνπερ ER καὶ φρονεῖν; ἢ
ΓΟΡ "Πῶς γὰρ οὔ;
a8. A0 οὖν, ἣν νῦν δὴ ἐλέγομεν, ἡ ἱατρικὴ περὶ τῶν 10 καμνόντων δυνατοὺς ποιεῖ φρονεῖν καὶ λέγειν;
ΓΟΡ. Avayın.
32. Καὶ ἡ ἰατρικὴ ἄρα, ὡς ἔοικε, περὶ λόγους ἐστίν.
IOP. Ναί.
ER. Τούς γε περὶ τὰ νοσήματα;
ΓΟΡ. Μάλιστα.
ZR. Οὐκοῦν καὶ ἡ γυμναστικὴ περὶ λόγους ἐστὶ τοὺς περὶ εὐεξίαν τε τῶν σωμάτων καὶ καχεξίαν ;
TOP. Πάνυ γε.
”
ER. Καὶ μὴν καὶ al ἄλλαι τέχναι, ὦ Γοργία, οὕτως
20 ἔχουσιν" ἑκάστη αὐτῶν περὶ λόγους ἐστὶ τούτους, οἱ τυγχά-
E73 ᾿ \ a BEN? 3 \ ς , Ὶ νουσιν ὄντες περὶ τὸ πρᾶγμα, οὐ ἑκαστη͵ ἐστὶν ἡ τέχνη.
ΓΟΡ. Φαίνεται.
ZR. Τί οὖν δή. ποτὲ τὰς ἄλλλας τέχνας οὐ ῥητορικὰς
καλεῖς , οὔσας περὶ λόγους. λεῖς, ἣ ἂν ἢ περὶ λόγους; [E] 2. Οὐκ ἄρα περὶ πάντας κ.
τ. Δ. Hiernach ist die Definition des Gorgias zu weit. Inähnlicher Weise
_ Protag. 312 Ὁ.
7. Οὐκοῦν περὶ ὧνπερ λέγειν καὶ φρονεῖν. Scheinbar macht So- krates von dieser Bestimmung zu- nächst keinen Gebrauch, so dass sie unnötig‘ erscheinen könnte. Aber durch das Denken im Gegensatz zum Reden weist Sokrates von vornherein auf die Bedeutung des Inhalts im Gegensatz zur Form hin und gerade
‚darauf stützt ne αὐ seine Wi-
derlegung des Gor
εἴπερ ταύτην ῥητορικὴν Ka-
[480 Β] 23. Zu ῥητορικὰς ist zwar τέχνας zu ergänzen; dennoch muss
450
esdeutsch durch das Substantiv „Rhe-
thoriken‘‘ wiedergegeben werden. Wolnicht ohne Absichtlässt Platon zu- nächst eine Definition aufstellen, aus welcher Identität der ῥητορυκή mitder τέχνη selbst hervorgehen würde, weil die Rhetoren ihre Theorie gewöhnlich schlechthin τέχνη: zu nennen pflegten.
25. 7 ἂν 9. Diese Form des Rela- tivsatzes kann auch die Möglichkeit einer Wahl aus einer grösseren An- zahl bezeichnen. Hier erhält dadurch
das Relativum qualitativen Sinn und '
ταύτην wird gleich rouavrnv.
ὡς
28 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
"TOP. Ὅτι, ὦ Σώκρατες, τῶν μὲν ἄλλων τεχνῶν περὶ χειρουργίας TE καὶ τοιαύτας πράξεις, ὡς ἔπος εἰπεῖν, πᾶσα ἐστιν 9 ἐπιστήμη, τῆς ητορικῆς οὐδὲν ἐστι τοιοῦτον χειρούργημα, ἀλλὰ πᾶσα ἡ πρᾶξις καὶ ἡ κύρωσις διὰ λόγων ἐστί. διὰ ταῦτ᾽ ἐγὼ τὴν ῥητορικὴν τέχνην ἀξιῶ εἶναι περὶ 5 λόγους, ὀρϑῶς λέγων, ὡς. ἐγώ Br
V.. ΣΩ. Ἶ29᾽ οὖν μανϑάνω οἵαν αὐτὴν βούλει καλεῖν: τάχα δὲ εἴσομαι σαφέστερον. ἀλλ᾿ ἀπόκριναι" εἰσὶν ἡμῖν τέχναι. ἡ γάρ;
ΓΟΡ, Ναί.
ΣΩ. Πασῶν δέ, οἵδ τῶν τεχνῶν τῶν μὲν ἐργασία τὸ πολύ ἐστι καὶ λόγου βραχέος δέονται, ἔνιαι δὲ οὐδενός, ἀλλὰ τὸ τῆς τέχνης περαίνοιτο ἂν καὶ διὰ σιγῆς, οἷον γρα- φικὴ καὶ ἀνδριαντοποιέα καὶ ἄλλαι πολλαί. τὰς τοιαύτας
10
μοι δοκεῖς λέγειν, περὶ ἃς οὐ φὴς τὴν ῥητορικὴν εἶναι"
κ᾿
ἢ οὔ;
ΓΟΡ. Πάνυ μὲν οὖν καλῶς ὑπολαμβάνειν ,, ὦ Σώ-
. χρᾶτες.
ER. Ἕτεραι δέ γέ εἰσι τῶν τεχνῶν αἵ N πᾶν περαίνουσι, καὶ ἔργου, ὡς ἔπος εἰπεῖν, ἢ οὐδενὸς προσδέον- ται ἢ βραχέος πάνυ , οἷον ἀριϑμὴτικὴ καὶ λογιστικὴ καὶ
2. ὡς ἔπος εἰπεῖν ‚schliesst sich an das nachfolgende πᾶσα an, wie z. B."Phaedon 78 E δὴ οὐδαμῶς und Gorg. 456 A an ἁπάσας. Auch in diesem Zusatz zeigt sich die Unfähig- keit des Gorgias, eine klare und be- stimmte Definition zu geben. Seine Bestimmung ist eine nur negativeund comparative; dazu springter mit δὲ ἃ λόγων auf einen neuen Gesichts- punkt über, meint aber selbst damit nur die erste Bestimmung: περὶ A0- yovg festzuhalten.
4. κύρωσις ist Verwirklichung. Die Bemerkung des Scholiasten, dass dies Wort dem sicilischen Dialekte angehöre, ist nichtrichtig. Auch Thu- kyd. VI, 103 macht davon Gebrauch. Da ohnehin χυρόω und κῦρος attisch sind, so hat die Bildung κύρωσις auch gar nichts Anffallendes. Vgl. auch
ἄκυρος wirkungslos Criton 50 B. Protag. 356 D. Ὶ
. Car. V. [6] 7. 4o’ οὖνμ. In der Form der Frage Verneinung des Ver- ständnisses, das überhaupt nichtmög- lich ist. Warum jetzt of&» und nicht tiva? In der nun folgenden Einlei- tung macht Sokrates klar, was dem Gorgias dunkel. vorschwebt. Eshan- delt sich jetzt um das Mittel der Verwirklichung. Einteilungsgrund ir det der den Griechen besonders läufige Gegensatz von λόγος und & γον (λέγειν und πράττειν). Vgl. Apol. 32 A. Ὁ.
11. τῶν μὲν partitive Apposition ἐς πασῶν. Der Gegensatz dazu ist ραι δὲ. Während ἔνιαι δὲ antege: ordnet ist mit Bezug auf τὸ πολύ. τὸ τῆς τ. Das Ziel der Kunst.
[D].21. Arithgetik ist theoretische Zahlenlehre, Logistik praktischeRe-
%
5
10
15
=
TOPTIAZ. 29
, ” ͵΄ © γεωμετρικὴ καὶ πεττευτική pe καὶ ἄλλαι πολλαὶ τέχναι, ὧν
ἔνιαι σχεδόν τι ἴσους τοὺς λόγους ἔχουσι ταῖς πράξεσιν, αἵ δὲ πολλαὶ πλείους καὶ τὸ παράπαν πᾶσα ἡ πρᾶξις καὶ τὸ
κῦρος ᾿αὐταῖς διὰ λόγων ἐστί. τῶν τοιούτων τινά μοι δοκεῖς E
λέγειν τὴν δητορικήν. ἱ ΓΟΡ Am λέγεις. ᾽ ER. ᾽4λλ: οὔτοι τούτων γε οὐδεμίαν οἶμαί δε βούλε-
σϑαι ῥητορικὴν καλεῖν, οὐχ ὅτι τῷ ῥήματι οὕτως εἶπες, ὅτι
ἡ διὰ λόγου τὸ κῦρος ἔχουσα ῥητορική ἐστι, καὶ ὑπολάβοι
ἄν τις, εἰ βούλοιτο δυσχεραίνειν ἐν τοῖς λόγοις, τὴν ἀριϑ-
μητικὴν ἄρα ῥητορικήν, ὦ Γοργία, λέγεις; ἀλλ᾽ οὐκ οἶμαί
σε οὔτε τὴν ἀριϑμητικὴν οὔτε τὴν γεωμετρίαν ῥητορικὴν λέγειν.
TOP. Popsis γὰρ οἴει, ὦ Σώκρατες, "ὦ Bee ὑπο- λαμβάνεις.
γι. 22. Ἴϑι νῦν καὶ σὺ τὴν ἀπόκρισιν ἣν. ἠφόμην διαπέρανον. ἐπεὶ γὰρ ἡ ῥητορικὴ τυγχάνει μὲν οὖσα τού- τῶν τις τῶν τεχνῶν τῶν τὸ πολὺ λόγῳ χρωμένων, τυγχά- νοῦσι δὲ καὶ ἄλλαι τοιαῦται οὖσαι, πειρῶ εἰπεῖν, ἡ περὶ τί
chenkunst. S. das folg. Cap. und Theaet. p. 145 A
Die πεττευτική oder das Brettspiel ist das Nationalspiel der Griechen. Seine Erfindung wird dem Palamedes zugeschrieben. Manspielte auf einem mit Feldern bezeichneten Brette mit Steinen (zerrol) auf sehr verschie- dene Weise. kannte Αὐί, πόλις genannt, hat viel Aehnlichkeit mit unserem Damenspiel. Vgl. Pollux IX, 96 und Teuffel Real- eneyelop, IV, 9.844. An ar. schliesst sich ye an, weil es den vorhergehen- den drei Begriffen gegenüber tritt als ein Glied aus einer anderen Reihe.
Vgl. Criton 47 B (Cron.)
[E] 8. οὐχ ὅτι. Zur Bedeutung vom obgleich kommt dieser Ausdruck durch die Ellipse von λέγω in der Be- deutung, ich will nicht sagen, oder darauf keinen Wert legen, davon ab- sehen, dass. τῷ ῥήματι nach der Form des Ausdrucks ; ; im Ernste hast du es aber nicht sagen wollen,
Eine uns genauer be-_
9, ὑπολάβοι ἄν τις. Formel zur Einführung eines Einwurfes. Vgl. Apol. 20 C.
10. δυσχεραένειν ἴῃ der eigentlichen Bedeutung von δυσχερής „schwer zu behandeln“, daher Schwierigkeiten machen. Man brachte die gutmütige Ironie des Sokratesin den Worten ἀλλ᾽ οὐκ 4. τ. 4. ;
Car. VI. [451 A] 16. καὶ σὺ mit
451
Bezug auf die vorausgehenden Worte .
des Gorgias. διαπεραένειν geht auf denAbschluss, denGorgias seiner Ant- wort geben soll, indem er das unter- scheidende Merkmal für die Rhetorik feststellt. Sokrates setzt also ironisch voraus Gorgias sei schon‘ dem Ziele nahe gerückt. Was Sokrates im Fol- genden klar machen will, dass zwei Künste oder mehrere einen Gattungs- begriff gemeinhaben können, aber doch sich unterscheiden unter einan- der, war nur durch mehre neben einander gestellte Beispiele möglich,
30 TTAATQNOE
ἐν λόγοις TO κῦρος ἔχουσα ῥητορικῇ, ἐστιν. ὥσπερ ἂν εἴ τίς μὲ ἔροιτο ὧν νῦν δὴ ἔλεγον περὶ ἡστινοσοῦν τῶν τε- χνῶν᾽ ῶ Σώκρατες, τίς ἐστιν ἡ ἀριϑμητικὴ τέχνη; εἴποιμ᾽ ἂν αὐτῷ, ὥσπερ σὺ ἄρτι, ὅτι τῶν διὰ λόγου τις τὸ ᾿κῦρος ἐχουσῶν καὶ εἴ μὲ ἐπανέροιτο᾽ τῶν περὶ τί; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι τῶν περὶ τὸ ἄρτιόν TE καὶ περιττὸν, ὅσα ἂν ἑκάτερα τυγ- χάνῃ ὄντα. εἰ δ᾽ αὖ ἔροιτο" τὴν δὲ λογιστικὴν τίνα καλεῖς τέχνην ; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι καὶ αὕτη ἐστὶ τῶν λόγῳ τὸ πᾶν κυ- ρουμένων᾽ καὶ εἰ ἐπανέροιτο᾽ ἡ περὶ τί; εἴποιμ᾽ ἂν ὥσπερ οἱ ἐν τῷ δήμῳ συγγραφόμενοι, ὅτι τὰ μὲν ἄλλα καϑάπερ ἡ ἀριϑμητικὴ ἡ λογιστικὴ ἔχει" περὶ τὸ αὐτὸ γάρ ἐστι, τό τε ἄρτιον καὶ τὸ περιττόν" διαφέρϑι δὲ τοσοῦτον, ὅτι καὶ πρὸς αὑτὰ καὶ πρὸς ἄλληλα πῶς ἔχει πλήϑους ἐπισκοπεῖ τὸ πε- φιττὸν καὶ τὸ ἄρτιον ἡ λογιστική. καὶ εἴ τις τὴν ἀστφονο- ulav ἀνέροιτο, ἐμοῦ λέγοντος ὅτι καὶ αὕτη λόγῳ κυροῦται τὰ πάντα, ol δὲ λόγοι οἵ τῆς ἀστρονομίας, εἰ φαίη, περὶ τί
᾿ " εἰσιν, ὦ Σώκρατες; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι περὶ τὴν τῶν ἄστρων.
φορὰν καὶ ἡλίου καὶ σελήνης, πῶς πρὸς ἄλληλα τάχουρ ἔχει.
TOP. Ὀρϑῶς γε λέγων σύ, ὦ Σώκρατες. |
Σ 4. Ἴϑι δὴ καὶ σύ, ὦ Τοργία. τυγχᾶνει, μὲν γὰρ δὴ ἡ N ῥητορικὴ οὖσα τῶν λόγῳ τὰ πάντα διαπραττομένων re: καὶ κυρουμένων᾽ n γάρ: ν᾿
ΓΟΡ. Ἔστι ταῦτα.
ZA. „Aeye δὴ τῶν περὶ τί; Ne ἐστι τοῦτο τῶν ὄντων, περὶ ὃ οὗτοι οἵ λόγοι εἰσίν, οἷς ἡ δητορικὴ χρῆται;
TOP. Τὰ μέγιστα τῶν ἀνθρωπείων πραγμάτων, ὦ
Σώκρατες, καὶ ἄριστα. Ἀνὴρ ἢ Name des Antragstellers hiess und
.[Β] 9. ὥσπερ οἵ ἐν τῷ δήμῳ nur das Unterscheidende (das Amen-
συγγραφόμενοι. Gemeint sind die-
jenigen, welche: einen Vorschlag ma- chen oder von dem γραμματεύς auf- schreiben lassen, der dann auf Befehl des Vorsitzenden durch den Herold der Versammlung bekannt gemacht wird. Wenn nun in derselben Sache bereits ein Antrag vorlag, sei es des
Rates oder eines Redners, so ward
statt desgemeinsamen Anfangs beider eingetragen und vorgelesen τὰ μὲν ἄλλα καϑάπερ ἡ βουλή oder wieder
dement) gelesen,
[C] 12. πρὸς αὐτὰ, weil ja die Rechnung auch bloss mit geraden oder ungeraden Zahlen operieren kann. Im Charmides 166.A ‚heisst es: ἡ λογιστι- un ἐστί που τοῦ ἀρτίου. καὶ τοῦ πε-
ἱττοῦ ἐπιστήμη, ‚wm Vous ὅπως Ben πρὸς αὑτὰ καὶ ἄλληλα.
[Ὁ] 26. τὰ μέγιστα. Gorgias be- gegnet dasselbe wie FOR ‚Cap. ἢ, Ende.
15
TOPTIAZ.
31
VI. ZR.’AiR, ὦ Γοργία. ἀμφισβητήσιμον καὶ τοῦτο λέγεις καὶ οὐδέν πω σαφές. οἴομαι γάρ, δε ἀκηκοέναι. ἐν τοῖς συμποσίοις ἀδόντων ἀνϑφώπων τοῦτο τὸ σχολιόν, ἐν ὡ καταριϑμοῦνται ἄδοντες, ὅτι ὑγιαίνειν μὲν ἄριστόν ἐστι, 5 τὸ δὲ δεύτερον καλὸν γενέσϑαι, τρίτον δέ, ὥς φησιν ὁ ποιη- τὴς τοῦ σκολιοῦ, τὸ πλουτεῖν ἀδόλως.
TOP. ᾿Δκήκοα γάρ᾽ ἀλλὰ πρὸς τί λέγεις τοῦτο;
ER. Ὅτι σοι αὐτίκ᾽ ἂν παρασταῖεν ol δημιουργοὶ τού- τῶν ὧν ἐπήνεσεν 6 τὸ σκολιὸν ποιήσας, ἰατρός τε καὶ παι- 10 δοτρίβης καὶ χρηματιστής . «καὶ εἴποι πρῶτον μὲν ὁ ἰατρὸς ὅτι ὦ Σώκρατες, ἐξαπατᾷ σε Γοργίας" οὐ γάρ ἐστιν ἡ τού- τον τέχνη περὶ τὸ μέγιστον ἀγαϑὸν τοῖς ἀνθρώποις, ἀλλ᾽ ἡ ἐμή. εἰ οὖν αὐτὸν ἐγὼ ἐροίμην᾽ σὺ δὲ τίς ὧν ταῦτα λέ-
I
Car. VIIS[E] 1. Das Skolion ist
eine eigentümliche Art des Tischlie- des, derz&go/vıe. Der Name wird von croArögkrumm, gebogen, abgeleitet, aber verschieden erklärt. Die eine Erklärungsweise gründet sich auf den Gebrauch der Tischgenossen eineLyra oder einen Myrten- oder Lorbeerzweig quer über den Tisch zureichen. Da- durch forderte derj enige, welcher vor- her gesungen, einen anderen — also gieng es nicht der Reihe nach — zum 'Singen auf. Wahrscheinlicher aber geht die Bezeichnung auf die Licenz, die man sich, da improvisiert wurde, in.Bezug auf die Melodie zu nehmen pflegte. Den Inhalt der Skolien bil- deten Sprüche, auf das praktische Le- ben bezüglich, bald ernst bald scher- zend und witzig, oder Anrufungen von Göttern oder das Lob berühmter Männer. Das von Platon hier wieauch Euthydem. 279 A und Phileb. 48 D erwähnte wahrscheinlich von Simoni- des, nach Anderen von Epicharmos verfasste Skolion lautet nach dem Scholiasten:
Ὑγιαίνειν! μὲν ἄριστον ἀνδρὶ ϑνατῷ “εύτερον δὲ φυὰν καλὸν γενέσϑαι τὸ δὲ τρίτον πλουτεῖν ἀδόλως 7 “Τέταρτον δ᾽ ἡβᾶν μετὰ φίλων.
[452 A] 8. δημιουργοὶ. Der Aus-
druck findet sich schon beiHomer und bezeichnet dort alle, welehe ein öffent-
‚der Palästra für Knaben. 'stren waren Privatanstalten; dieGym-
lichös dem Volke nützliches Geschäft betrieben: Aerzte, Wahrsager, Sän- ger, Goldschmiede u. dgl. Später
ward der Ausdruck auf alle freien Handwerker übertragen, ohne das Eh- rende der Benennung geradezu: zu verlieren. Daher entspricht es unse-
E
452
rem ‚‚Meister‘‘. Man beachte, dass So- .
krates gerade diejenigen Güter auf- zählt, die mit dem Ziel der Rhetorik zusammen, die äusseren Güter bilden. Denn die Rhetorik verschafft nach der Meinung. des Gorgias eine hohe Stellung im Staate oder Ehre. Daher ist absichtlich kein inneres Gut genannt. Den Arzt, Turnlehrer und
Geldmann selbst lässt Sok. auftreten,
um damit dem subjectiven Urteil des Gorgias recht schroff die subjective Meinung Anderer entgegen zu stellen, also das Subjective der Antwort her- vorzuheben.
9. παιδοτρίβης nicht zu verwech- seln mit de αιἰδαγωγός einem Auf- seher, ger Meist ein Scelave war. Je- nes ist der Lehrer der Gymnastik in Die Palä-
nasien dagegeu Staatsanstalten und für Erwachsene oder wenigstens eines Lehrers nicht mehr bedürfende Jüng- linge bestimmt. Dem Arzte erscheint der παιδοτρίβης häufig nebengeord- net. Criton 47 B,.
D
39 ΠΛΆΤΩΝΟΣ.
yes; εἴποι ἂν ἴσως ὅτι ἰατρός. τί οὖν λέγεις; ἢ τὸ τῆς σῆς τέχνης ἔργον μέγιστόν ἐστιν ἀγαϑόν; πῶς γὰρ οὔ, φαίη ἂν ἴσως, ὦ Σώκρατες, ὑγίεια: τί δ᾽ ἐστὶ μεῖξον ἀγαϑὸν ἀν- ϑρώποις ὑγιείας; εἰ δ᾽ αὖ μετὰ τοῦτον ὁ παιδοτρίβης εἴποι ὅτι ϑαυμάξοιμέ τὰν, ὦ Σώκρατες. καὶ αὐτός, εἴ Ἂν “ἔχοι Γοργίας ιεῖξον ἀγαϑὸν ἐπιδεῖξαι τῆς αὑτοῦ τέχνης. ἢ ἐγὼ τῆς ἐμῆς εἴποιμ᾽ ἂν αὖ καὶ πρὸς τοῦτον" σὺ δὲ δὴ τίς εἶ, ὦ ἄνϑρωπε, καὶ τί τὸ σὸν ἔργον; παιδοτρίβης. φαίη ἄν, τὸ δ᾽ ἔργον μού ἐστι καλούς τε καὶ ἰσχυροὺς ποιεῖν τοὺς ἀν- nr τὰ σώματα. μεγὰ δὲ δὴ τὸν παιδοτρίβην εἴποι ἂν
ὁ χρηματιστής, ὡς ἐγῷμαι, πάνυ καταφρονῶν ἁπάντων"
σκόπει δῆτα, ῶ Σώκρατες, ἐάν σοί πλούτου φανῇ τι μεῖζον.
ἀγαϑὸν. ὃν 2 παρὰ Γοργίᾳ ἢ παρ᾽ ἄλλῳ ὁτῳοῦν. φαῖμεν ἂν οὖν πρὸς. αὐτόν᾽ τί δὲ δὴ; 7 σὺ τούτου δημιουργός; φαίη ἄν. τίς ὦν; χρηματιστής. τί οὖν; κρένεις σὺ μέγιστον ἀ ἂν- ϑρώποις ἀγαϑὸν εἶναι πλοῦτον; φήσομεν. πῶς γὰρ οὔκ; ἐρεῖ. καὶ μὴν ἀμφισβητεῖ γὲ Γοργίας, ὅδε τὴν παρ᾽ αὐτῶ τέχνην μείξονος: ἀγαϑοῦ αἰτίαν εἶναι ἢ τὴν σήν, φαῖμεν ἂν ἡμεῖς. δῆλον οὖν ὅτι τὸ μετὰ τοῦτο ἔροιτ᾽ av’ αὶ τί ἐστι τοῦτο τὸ ἀγαϑόν; ἀποχφινάσϑω Γοργίας. ἴϑι οὖν νομίσας, ὦ Γοργία, ἐρωτᾶσϑαι. καὶ ὑπ᾽ ἐκείνων καὶ ὑπ᾽ ἐμοῦ, ἀπό- χρυναι τί ἐστι τοῦτο ὃ φὴς σὺ μέγιστον ἀγαϑὸν εἶναι τοῖς ἀνθρώποις “καὶ σὲ δημιουργὸν εἶναι αὐτοῦ;
ΓΟΡ. Ὅπερ ἐστίν, ὦ Σώκρατες, τῇ ἀληϑείᾳ μέγιστον ἀγαϑὸν καὶ αἴτιον. ἅμα μὲν ἐλευϑερίας αὐτοῖς τοῖς ἀνθρώ-
ὶ
20
25
ποις, ἅμα δὲ τοῦ ἄλλων ἄρχειν ἐν τῇ αὑτοῦ πόλει ἑκάστῳ...
Vortrefflich
[B], 5. τὰν für τοῦ ἂν wie häufig.
μεντᾶν. καὶ αὐτὸς bezeichnend für die Aufgeblasenheit des Turnlehrers und sein Selbstgefühl. Seiner ab- sprechenden Rede gegenüber ist das
verächtliche ὦ ἄνϑρωπε ganz vor-
13. παρὰ Γοργίαν. passt der Seitenblick auf: Gorgias selbst, der sich durch seine Kunst — als deren ἔργον — Reichtum erwarb und darauf auch etwas, zu gute that.
[D] 25. αὐτοῖς τοῖς av. Das Pro-
trefflich aus dem Sinne des Gorgias nomen hebt im Gegensatz zur Herr-
gewählt.
[C] 12. Der Stolz des Geldmanns, der seines Besitzes sicher ist, zeigt sich auch in seiner Rede. Ihm genügt das einfache δὴ beim Imperativ 7 nicht. Er nimmt δῆτα worin das εἶτα der Verwunderung mitliegt.
schaft über Andere die persönliche Freiheit hervor. In dieser Paraphrase liegt zugleich der Grund für die — unsittlichen — Ansichten des Polos und Kallikles. Sie enthält auch in sich einen Widerspruch, der dem
Gorgias verborgen bleibt.
10,
ΓΟΡΓΊΑΣ.
99
ΣΩ.. Τί οὖν δὴ τοῦτο λέγεις:
TOP. Τὸ πείϑειν ἔγωγ᾽ οἷόν τ᾽ εἶναι τοῖς λόγοις καὶ E ἐν δικαστηρίῳ δικαστὰς καὶ ἐν βουλευτηρίῳ βουλευτὰς καὶ ἐν ἐκκλησίᾳ ἐχκλησιαστὰς καὶ ἐν ἄλλῳ ξυλλόγῳ παντέ, 5 ὅστις ἂν πολιτικὸς ξύλλογος γίγνηται. καίτοι ἐν ταύτῃ τῇ . δυνάμει δοῦλον μὲν ἕξεις τὸν ἰατρόν, δοῦλον δὲ τὸν παιδο- τρίβην᾽ ὁ δὲ χρηματιστὴς οὗτος ἄλλῳ ἀναφανήσεται χρη- ματιξόμενος καὶ οὐχ αὑτῷ, ἀλλὰ σοὶ τῷ δυναμένῳ Eesti
καὶ πείϑειν τὰ πλήϑη. ὙΠ.
22. Νῦν μοι δοκεῖς δηλῶσαι, ὦ Τοργία, ἐγγύ-
Tate τὴν ῥητορικὴν ἥ ἥντινα τέχνην ἡγεῖ εἶναι, καὶ εἴ τι ἐγὼ συνίημι; λέγεις ὅτι πειϑοῦς δημιουργός ἐστιν ἡ ῥητορική, καὶ ἡ πραγματεία αὐτῆς ἅπασα καὶ τὸ κεφάλαιον eig τοῦτο τελευτᾷ" ἢ ἔχεις τι λέγειν ἐπὶ πλέον τὴν ῥητορικὴν δύνα-
15 σϑαι ἢ πειϑὼ τοῖς ἀκούουσιν ἐν τῇ ψυχῇ ποιεῖν;
-IOP. Οὐδαμῶς, ὥ Σώκρατες, ἀλλά uoL δοκεῖς ἱκανῶς ὁρίξεσϑαι" ἔστι γὰρ τοῦτο τὸ κεφάλαιον αὐτῆς. ER. "ἄκουσον δή, ὦ Γοργία. ἐγὼ γὰρ εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι, ὡς ἐμαυτὸν πείϑω, εἴπερ τις ἄλλος ἄλλῳ διαλέγεται βουλόμε- 20 vog εἰδέναι αὐτὸ τοῦτο περὶ ὅτου ὁ λόγος ἐστί, καὶ ἐμὲ εἶἷ- ναι τούτων Eva ἀξιῶ δὲ καὶ σέ.
[E] 2. Man beachte die Nebenein- anderstellung der gleichstämmigen Worte und den Gleichklang der En- dungen. Zu καὶ ἐν ἄλλῳ ξυλλόγῳ ergänze: die jedesmal versammelten, τοὺς πολίτας, welches Wort übri- gens in dem Relativsatz umschrieben wird. Gorgias bezeichnet die Haupt- gattungen der Beredtsamkeit: genus iudiciale, deliberatorium, demonstra- tivum. _ |
6. δοῦλον (anaphorisch). Gegen- satz zur oben erwähnten λευϑερία. Zuletzt sucht Gorgias noch zu impo-
nieren durch die energische Abferti- Ὁ gung des Geldmanns. 7. odrogverächt-
lich. Der Gedanke ist erst affirmativ, dann negativ, dann wieder in be- schränkterer Weise (durch Anastro- phe an den Mitredner) affirmativ ge- wandt. Aehnlich 464 C. N κολακευ- zımm, αἰσϑομένη, οὐ γνοῦσα λέγω ἀλλὰ στοχασαμένη, wo aber das-
Platons ausgew. Dialoge. H.
selbe Mittel nur der Deftlichkeit der Rede dient.
Car. VII. 10. Der Kern der Mei- nung des G. muss erst durch Sokra- tes aus seiner Umhüllung herausge- schält werden. [453 A] 11. ἐγγύτατα doppelsinnig, denn es lässt sich, wie auf das δηλῶσαι, so auch auf das Wesen der Rhetorik beziehen. Im letzteren ἄς bezieht Sich auch die Frage N: 'ς τι λέγειν ἐπὶ πλέον darauf Bi In der Rhetorik ist weiter nichts 18 πειϑὼ zu suchen
eine Wahrheit).
[B] 19. βουλόμενος εἰδέναι ent- hält das wesentliche Prädikat zu ei- περ. καὶ ἐμὲ εἶναι τούτων abhängig von ἔϑω, nicht von εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι. Nach εὖ ἦ ἴσ 4) allein würde ohnehin fol- gen? ἐγὼ hat kein Prädikat. Solche Anakolntbien sind’nicht selten. (Vgl. Engelhardt zu Phaedr. 272 Ὁ).
3
453
34 TTAATQNOE
TOP. Ti οὖν dr, @ ὦ Σώκρατες:
zn. ‚Ey ἐρῶ νῦν. ἐγὼ nv ἀπὸ τῆς ῥητυρικῆς πειϑώ, ἥ τίς ποτ᾽ ἐστὶν ἣν σὺ λέγεις καὶ περὶ ὧντινων πραγμάτων ἐστὶ πειϑώ, σαφῶς μὲν εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι οὐκ οἶδα, οὐ μὴν ἀλλ᾽ ὑποπτεύω γε ἣν οἶμαί σε λέγειν καὶ περὶ ὧν᾽ οὐδὲν μέντοι ἧττον ἐρήσομαί σε, τίνα ποτὲ λέγεις τὴν πειϑὼ τὴν ἀπὸ τῆς “δητορικῆς καὶ περὶ τίνων αὐτὴν εἶναι. τοῦ οὖν ἕνεκα δὴ αὐτὸς ὑποπτεύων σὲ ἐρήσομαι, ἀλλ οὐκ αὐτὸς λέγω; οὐ σοῦ ἕνεκα, ἀλλὰ τοῦ λόγου, ἵ ἵνα οὕτω προΐῃ, ὡς μάλιστ᾽
ἂν ἡμῖν καταφανὲς ποιοῖ περὶ ὅτου λέγεται. σκόπει γὰρ εἴ 10
σοι δοχῶ δικαίως ἀνερωτᾷν σε. ὥσπερ ἂν εἰ ἐτύγχανόν δε ἐρωτῶν τίς ἐστι τῶν ξωγράφων Ζεύξις, εἴ μοι εἶπες ὅτι ὁ
τὰ ζῶα γφάφων, ag οὐκ ἂν δικαίως GE ἠρόμην ὁ τὰ ποῖα
τῶν ξώων γράφων; "ἢ οὔ; TOP. Πανυ γε. ER. Ἶρα διὰ τοῦτο, ὅτι φοντὲς ἄλλα πολλὰ ξώα;
8. ἣν σὺ λέγεις unentbehrlicher Zusatz zu ἢ τις.
ὅ. Die Angabe, dass Sokrates des Gorgias Ansicht durchschaue, hat ei- nen doppelten Grund. Sokrates er- scheint darnach als der überlegene Meister; andererseits erhellt der Wert der methodisch fortschreiten- den Behandlung «der Sache, wobei auch dem Gegner durchaus sein Recht zu Theil wird. Vgl. 454 C.
[C]9. ὡς correlat. zuodro. μεζλεστ᾽. Warum diese Umschreibung für den Superlativ ?
11. Durch@omeg ἃ ἂν el wird beiPla- ton ungemein häufig die Erläuterung einer allgemeinen Frage durch einen ähnlichen, fingierten Fall eingeleitet. Leicht ordnet sich dem noch ein zwei- ter hypothetischer Satz unter. Pre tag. 311 B. ὥσπερ ἂν εἰ ἐπενόξις παρὰ τὸν σαυτοῦ ὁμώνυμον ἐἔλ- ὼν Ἱπποκράτη - ἀργύρ τε- λεῖν ὑπὲρ, σαυτοῦ udn (vo, εἴ τίς σε ἤρετο — τί ἂν ἀπεκρένω: In optativischer Form 318 B.
12. Zeuxis, der berühmte Maler,
καὶ ἄλλοι εἰσὶ ee yoc-
Zeitgenosse des Sokrates, stammte aus Heraklea in Unteritalien und war der Schüler des Apollodoros, ‚dersich durch richtige Verteilung von Licht und Schatten für die Fortbildung der Kunst Verdienste und den Namen Skiagraph erwarb. Die Gemälde des Zeuxis, der ionischen Schule ange- hörig, zeichneten sich durch Weich- heit und zartes Colorit aus. Berühmt war sein Bild ‚‚Penelope“ worin mau ächt weibliche Sittsamkeit dargestellt fand. Bekaunt ist die Erzählung von seinem Wettstreit mit seinem Neben- buhler Parrhasius. — ὃ τὰ ζῶα φων. 860» ist der Ausdruck für jede Art von Bild.
14. ἢ οὔ. Die alte Lesart ist καὶ ποῦ, was sich schwerlich genügend erklären lässt, Man nahm wol An- stoss an ἢ οὔ wegen der vorausge- henden Frage, die mit &g οὔκ (viel- leicht 09»?) eingeleitet ist. Doch siehe gleich Cap. IX, "Anfang, wo im We- sentlichen die Fragen ganz dieselbe Stellung haben wie hier, BRD se auch 479 E. a τ δι 52)
15
ΓΟΡΓΊΑΣ. 95
TOP. Ναί.
.- Dan. Ei δέ γε ua ἄλλος ἡ Ζεύξις ἔγραφε, χαλῶς ἄν δοὶ ἀπεκέκριτο;
ΓΟΡ. Πῶς γὰρ οὔ;
δ᾽ Σι. Ἴϑι δὴ καὶ περὶ τῆς ῥητορικῆς εἰπέ πότερόν σοι δοκεῖ πειϑὼ ποιεῖν ἡ ῥητορικὴ μόνη ἢ καὶ ἄλλαι τέχναι: AE- yo δὲ τὸ τοιόνδε" ὅστις διδάσκει ὁτιοῦν πρᾶγμα, πότερον ὃ διδάσκει πείϑει, ἢ οὔ; TOP. Od δῆτα, © τῶν, ἀλλὰ πάντων PIE 10 weite.
ΣΩ. “Πάλιν δὴ ἐπὶ τῶν αὐτῶν τεχνῶν. λέγωμεν ὧνπερ νῦν δή" ἡ ἀριϑμητικὴ οὐ διδάσκει ἡμᾶς, ὅσα ἐστὶ τὰ τοῦ ἀριϑμοῦ, καὶ ὃ ἀριϑμητικὸς ἄνϑρωπος ;
ΓΟΡ. Πανυ γε.
5 22. Οὐκοῦν καὶ πείϑει; |
TOP. Ναί. “
ER. Πειϑοῦς ἄρα δημιουργός ἐστι καὶ ἡ ἀριθμητική.
ΓΟΡ. Φαίνεται. Ν
ER. Οὐκοῦν ἐάν τις ἐρωτᾷ ἡμᾶς, ποίας πειϑοῦς καὶ
20 περὶ τί, ἀποκχρινούμεϑά που αὐτῷ ὅτι τῆς διδασκαλικῆς τῆς
περὶ τὸ ἄρτιόν τὲ καὶ περιττὸν ὅσον ἐστί" καὶ τὰς ἄλλας ἃς 4
νῦν δὴ ἐλέγομεν. τέχνας ἁπάσας ἕ ἕξομεν ἀποδεῖξαι πειϑοῦς δημιουργοὺς οὔσας καὶ ἧστινος καὶ περὶ 0 τι" ἢ οὔ; ΓΟΡ, Nei: 25 ER. Οὐκ ἄρα ῥητορικὴ μόνη πειϑοῦς ἐστὶ δημιουργύς. - TOP. "Arnd λέγεις.
ΙΧ. 22. Ἐπειδὴ τοίνυν οὐ μόνη ἀπεργάξεται τοῦτο τὸ
ἔργον, ἀλλὰ καὶ ἄλλαι, δικαίως ὥσπερ περὶ τοῦ ξωγράφου μετὰ τοῦτο ἐπανεφοίμεϑ᾽ ἂν τὸν λέγοντα, ποίας δὴ πειδϑοὺς 80 καὶ τῆς περὶ τί πειϑοῦς ἡ ῥητορικὴ ἐστὶ τέχνη; ἢ οὐ δοκεῖσοι δίκαιον εἶναι ἐπανερέσϑαι; : TOP. Ἔμοιγε. 8 ER. ᾿Δἀπόκριναι.δή, ὦ ὌΝ ἐπειδή γε καὶ σοὶ δοκεῖ οὕτως. [D]7. Welchesi ist derallgemeinere das ἢ οὔ. — Car. IX. Auch za dw
ah διδάσκειν oder ᾿πείϑεϑ ὃ ist noch Gattungsbegriff, aber genus — οὐ ur beantwortet zunächst nur proximum.
ἱ 3 *
94
26 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
TOP. Ταύτης τοίνυν τῆς πειϑοῦς λέγω, ὦ Σώκρατες, τῆς ἐν τοῖς δικαστηρίοις καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις ὔχλοις, ὥσπερ καὶ ἄρτι ἔλεγον, καὶ περὶ τούτων ἅ ἐστι δίκαιά τε καὶ ἄδικα.
32. Kal ἐγώ τοι ὑπώπτευον ταύτην σε λέγειν τὴν πει- -
ϑὼ καὶ περὶ τούτων, ὦ Γοργία᾽ ἀλλ᾽ ἵνα μὴ ϑαυμάξῃς, ἐὰν ὀλίγον ὕστερον τοιοῦτόν τί 08 ἀνέρωμαι, ὃ δοκεῖ μὲν δῆλον εἶναι, ἐγὼ δ᾽ ἐπανερωτῶ" ὅπερ γὰρ λέγω, τοῦ ἑξῆς ἕνεκα περαίνεσϑαι τὸν λόγον ἐρωτῶ, οὐ σοῦ ἕνεκα, ἀλλ᾽ ἵνα un ἐϑιξζώμεϑα ὑπονοοῦντες προαρπάξεινὴ ἀλλήλων τὰ λεγόμενα, ἀλλὰ σὺ τὰ σαυτοῦ κατὰ τὴν ὑπόϑεσιν ὅπως ἂν
βούλῃ περαίνῃς.
TOP. Καὶ ὀρϑῶς γέ μοι δοκεῖς ποιεῖν, ὥ Σώκρατες. ΣΦ. 1ϑι δὴ καὶ τόδε ἐπισκεψώμεϑα. καλεῖς τι μεμαϑὴη-
κέναι; ;
[454 BJ Gorgias beantwortet zuerst das ποῖον und beschränkt in dieser Beziehung die Wirksamkeit der meı- 90 auf die grosse ungebildete Masse, im Gegensatz zu der auf Einzelne ge- richteten Lehre. Den von Sokrates angedeuteten Artunterschied von δὲ- δασκαλικὴ und πειστικὴ weiss Gor- gias nicht zu benutzen. ὄχλος ist ab- sichtlich gewählt — das ungebildete, urteilslose Volk. Dann gibt G. das περὶ τί an und nennt als solches im Widerspruch mit dem 452 D. E. Ge- sagten das Recht und Unrecht. Von nun an ist es die Aufgabe des Sokra- tes den ethischen Gehalt — nicht mehr den logischen allein — der Definition zu prüfen.
5. aAR ἕνα κι τ. A. Die Satz- form entspricht ganz der in der Un- terhaltung des gewöhnlichen Lebens vorkommenden Ausdrucksweise. Der Satz sollte lauten ἕνα — δῆλον εἷ- var, (εὖ ἴσϑι ὅτι) τοῦ ἑξῆς ἕνεκα περαίνεσϑαι τὸν λόγον ἐρωτῶ. Die
gewöhnliche Unterhaltung liebt eine
gewisse Breite. Man wiederholt That- sächliches, auf das man besonderen Wert legt, so hier ἐγὼ δ᾽ ἐπανε- ρωτῶ: ferner drängt sich dem Nach- satz die Bemerkung vor, dass Sokra- tes schon vorher sein Verfahren mo- tiviert hatte. Dadurch entsteht die Ana-
koluthie. Dafür bietet schon die ho- merische ‚Sprache viel Analogieen. οὐ σοῦ ἕνεκα. Sokrates muss je- den Verdacht fernhalten, als wolle er dem Gorgias persönlich zu nahe treten. [C]9. ὑπονοεῖν ist denken, was ein Anderer, ohne dass er es ausgespro-
chen, über eine Sache denken möge. ὁ
Gedanken unterstellen. Aehnlich, je- doch nur von Nebengedanken über- haupt, ist ὑπολογίζεσϑαι gebraucht Criton 48D. ὑπόϑεσις ist die Grund- lage, welche sidh Gorg. selbst berei- tet hat. Sie bedingt die Richtung (ιατὰ), in welcher der Satz durch seine Consequenzen bis zum Ziele (περαένῃς) hingeführt wird. * 12. Durch den Gegensatz von weue- ϑηκέναι und πεπιστευκέναι führt Sokrates wieder auf den Unterschied des διδάσκειν und. πείϑειν zurück, den er diesmal im Resultat- erfasst. Die Perfecta sind nötig, um auf die in den Substantiven ἔπε πέστις ausgedrückten, von den voraus- gehendenSeelenthätigkeiten bedingten Zustände überzuleiten. DerUnterschied von ἐπιστήμη (Wissen) und πέστις (Meinen) ist für diefolgende Entwick- lung sehr wichtig. Hier wird das We- sentliche, dass nur in der Εἰ oßjective Wahrheit entl € charakteristischer Weise vorge
σι
10
στήμη und.
ΓΟΡΓΊΑ͂Σ. 37
TOP. Καλῶ.
ER. Τί δέ; πεπιστευκέναι;
ΓΟΡ. Ἔγωγε.
ΣΩ. Πότερον οὖν ταὐτὸν δοκεῖ σοι εἶναι μεμαϑηκέναι
ὃ καὶ πεπιστευκέναι, καὶ μόϑησις καὶ πίστις, ἢ ἄλλο τι;
TOP. Οἴομαι μὲν ἔγωγε, ὦ Σώλρατες, ἄλλο..
„as. «Καλῶς γὰρ οἴει" γνώσει δὲ ἐνθένδε. εἰ γάρ τίς σὲ ἔροιτο". de’ ᾿ ἔστι τις, ὦ Γοργέα, πέστις ψευδὴς καὶ ἀληϑής; φαίης ἄν, ὡς ἐγὼ οἶμαι.
0 ΤΌΡ. Ναί.
„a2. Τί δέ; ἐπιστήμη ἐστὶ ψευδὴς καὶ ἀληϑής; ᾿
"TOP. Οὐδαμώς.
ER. Ζῆλον γὰρ αὖ ὅτι οὐ ταὐτόν ἐστιν.
TOP. ᾿Ἵληϑῆ λέγεις.
δ IR. ᾿4λλὰ μὴν οἵτέ γε μεμαϑηκότες πεπεισμένοι εἰσὶ καὶ E οἱ πεπιστευκότες.
ΓΟΡ. Ἔστι ταῦτα.
.Σ Βούλει οὖν δύο εἴδη ϑῶμεν πευϑοῦς, τὸ μὲν πίστιν παῤεχόμενον ἄνευ τοῦ εἰδέναι, τὸ δ᾽ ἐπιστήμην ;
"Ὁ TOP. Havv γε. |
22. Ποτέραν οὖν n δητορικὴ πειϑὼ ποιεῖ ἐν δικαστη-. ᾿οέοις TE καὶ τοῖς ἄλλοις ὄχλοις περὶ τῶν δικαίων τε καὶ ἀδί- κων; ἐξ ἧς τὸ πιστεύειν γίγνεται ἄνευ τοῦ εἰδέναι ἢ ἐξ ἧς τὸ εἰδέναι;
ἢ TOP. Δῆλον δήπου." ὦ Σώκρατες, ὅτι ἐξ ἧς τὸ πι- στεύειν.
ΣΦ. ἯἩ ῥητορικὴ ἄρα. ὡς ἔοικε. πειϑοῦς δημιουργός 455 ἐστι πιστευτικῆς. ἀλλ᾽ οὐ διδασκαλικῆς περὶ τὸ δίκαιόν τε καὶ ἄδικον. | ᾿
80 TOP. Ναί.
Zugleich erhellt, dass nur das Wissen stimmen μάϑησις und πέστις über- selbstthätig erworben, die Meinung . ein; der Unterschied liegt also —? aber von aussen aufgenommen wird. [455 A] 27. πειϑοῦς δημιουργός. Ueber die Form des Beweises und die Der Ausdruck stammt schon von Ti- dabei a Voraussetzung s. d. sias her; Sokrates wählte ihn oben Anh. schon absichtlich, weil die Rhetorik [ΕἸ᾿ 15. πεπεισμένοι. In der Ue- damit in die Reihe der handwerks- berzeugung, dem — subjeetiven—Ziel mässigen Geschäfte eingerückt wird.
38 TIAATQNOE
ER. Οὐδ᾽ ἄρα διδασκαλικὸς ὃ ῥήτωρ ἐστὶ δικαστηρίων τε καὶ τῶν ἄλλων ὄχλων δικαίων τὲ πέρι καὶ ἀδίκων, ἀλλὰ πειστικὸς μόνον. οὐ γὰρ δήπου ὄχλον γ᾽ ἂν δύναιτο τοσοῦ- τον ἐν ὀλίγῳ χρόνῳ διδάξαι οὕτω μεγάλὰ er νι
TOP. Οὐ ϑῆτα. |
x. Z8. Φέρε δή, ἴδωμεν τί ποτε καὶ PER περὶ τ' τῆς
Β ῥητορικῆς" ἐγὼ μὲν γάρ τοι οὐδ᾽ αὐτός πῶ δύναμαι κατα-
νοῆσαι ὃ τι λέγω. ὅταν περὶ ἰὰτρῶν. αἱρέσεως ἢ τῇ πόλει.
σύλλογος ἢ περὶ ναυπηγῶν ἢ περὶ ἄλλου τινὸς δημιουργικοῦ ἔϑνους, ἄλλο τι ἢ τότε ὁ ῥητορικὸς οὐ συμβουλεύσει: δῆλον γὰρ ὅτι ἐν ἑκάστῃ αἵρέδει τὸν τεχνικώτατον δεῖ αἱρεῖσϑαι. οὐδ᾽ ὅταν τειχῶν περὶ οἰχοδομήσεως ἢ λιμένων κατασκδυῆς ἢ νεωρίων. ἀλλ᾽ οὗ ἀρχιτέκτονες" οὐδ᾽ αὖ ὅταν δτραξηγῶν αἱρέσεως πέρι ἢ τάξεώς τινος πρὸς πολεμίους ἢ χωρίων κατα- λήψεως συμβουλὴ ἢ, ἀλλ᾽ ol στρατηγικοὶ τότε συμβουλεύ- σουσιν, ol δητορικοὶ δὲ οὔ" ἢ πῶς λέγεις, ὦ Γοργέα, τὰ τοι-
αὕτα; ἐπειδὴ γὰρ αὐτός TE φὴς δήτωρ εἶναι καὶ Er ar
3. In dem πειστικὸς μόνον liegt bereits, was sich später enthüllt, eine Verurteilung der Rhetorik. Sie wirkt nur Schein; und doch soll gerade dasrichterlicheErkenntniss daraufsich gründen, ἐν ὀλέγῳ χρόνῳ. Das er- wartete οὕτω bleibt weg, um das Un- zweckmässige der athenischen Ge- richtsverfassung, i in welcher die Mög- lichkeit, Wahrheitserkenntnis zu be- wirken, nach der χλέψυδρα gemessen wurde, änrch die Unbestimmtheit noch mehrhervortreten zu lassen.Mandenke hierbei auch an den Proce sss des So- krates, Vgl. Apol. 19 A. ἐπιχειρη- τέον ὑ ὑμῶν ἐξελέσϑαι τὴν διαβολὴν, ἣν νὑμεῖς ἐν πολλῷ χρόνῳ ἔσχετε ταύτην ἐν OBER ὀλίγῳ χρόνῳ. Vgl. das. 37 A.
Car. X. 6. φέρε δή bildet den Uebergang zu der Prüf des ethi- schen "Gehaltes, der aunmehr formell genügenden Definition er Rhetorik. Sie geschieht zunächst durch eine Er- örterung über den Umfang, in wel- chem die gegebene Bestimmung ihre Anwendung finden soll, σέποτε καὶ.
ΓῚ
Bei dem Fragewort BR. b καί
dass man a ΤΣῊ
gernden Bedeu: des u αὐτός πω. Sokrates stellt sich höfli-. cher Weise dem Gorgias gleich. λέγω ist Indicativ.
[B] 8. ἐατρῶν αἱρέσεως. Seit der Entwicklung der Philosophie-in Grie- chenland bildete sich auch eine Wis- senschaft der Mediein aus, die na- mentlich unter den Priestern des As- klepios forterbte. Unter diesen ent- standen Schulen, so in Kos, .Knidos, Rhodos undin Italien. Seitdemkam es vor, dass ein Staat einen berühmten Arzt in öffentlichen Dienst nahm, nachdem er sich über seine ärztliche Ausbildung ausgewiesen hatie. Vgl. Gorg. 514 Ὁ. Polit. 259 A. Her. ΠῚ, 31. Xen. Mem. Soer. IV, 36.
12, οὐδ᾽ im Anschluss@ ἀν"
ἢ τότε ὁ ῥητορικὸς kn λεύσει. :
5
10
TOPTTAZ. 39
ῥητορικούς, εὖ ἔχει τὰ τῆς σῆς τέχνης παρὰ σοῦ πυνϑάνε- σϑαι. καὶ ἐμὲ νῦν “νόμισον καὶ τὸ σὸν σπεύδειν" ἴσως γὰρ καὶ τυγχάνει τις τῶν ἔνδον ὄντων μαϑητής ὅου βουλόμενος ᾿γενέσϑαι, ὡς ἐγώ τινας σχεδὸν καὶ συχνοὺς αἰσϑάνομαι, οἵ ἴσως αἰσχύνοιντ᾽ ἄν 68 ἀνερέσϑαι" ὑπ᾽ ἐμοῦ οὖν ἀνερωτώ- μενος νόμισον καὶ ὑπ᾽ «ἐκείνων ἀνερωτᾶσθαι" τί ἡμῖν, ὦ
Γοργία, ἔσται, ἐάν 601 δυνῶμεν; περὶ τίνων τῇ πόλει δυμ- βουλεύειν οἷοί τε ἐσύμεϑα: πότερον περὶ δικαίου μόνον καὶ
ἀδίκου ἢ καὶ περὶ ὧν νῦν δὴ Σωκράτης ἔλεγε; πέιρῶ οὖν
αὐτοῖς ἀποκρίνεσθαι.
TOP. ᾿᾽4λλ᾽ ἐγώ σοι ED... RE ὦ “Σώκρατες, σαφῶς.
ἀποκαλύψαι τὴν τῆς δητορικῆς δύναμιν ἅπασαν" αὐτὸς γὰρ καλῶς ὑφηγήσω. οἶσϑα γὰρ δήπου ὅτι τὰ νεώρια ταῦτα καὶ
[6] 1. εὖ ἔχει es ist in ders Ord- nung. Phaed. 107 A. Soph. Ajax 684, ἀλλ᾿ ἀμφὶ μὲν τούτοισιν εὖ σχήσει. Es folgt dann τὰ (nicht 70) τὴς τέ- xvns weil es sich nicht mehr um das Wesen der Kunst, sondern ihre Aufgabe(Wirkungen) im Einzelnen handelt. at,
2.70 σὸν σπεύδειν ἀοίη Interesse
verfolgen, chten. Ganz sachlich
ΓΒ von. einem Lehrsatz se:
4 τινὰς σχεδὸν καὶ συχνούς. Das σχεδὸν gehört nicht zu dem Ver- bum, sondern zu τινας, wie es sich überhaupt gern an das Indefinitum, am liebsten an τὰ anschliesst; daher: wie ich gerade einige und zwar viele sehe, Dies zusammengefasst, ergiebt „ziemlich yide“. Vgl. Protag. 348 C καὶ τῶν ἄλλων σχεδόν τι τῶν παρ: ὄντων: --- Die Hoffnung Schüler zu gewinnen — daran knüpft sich ja der Gelderwerb — spornt den Sophisten am meisten zur Ausdauer in der für ihn unbequemen Untersuchung. Aus- serdem galt es die wahre Meinung des Gorgias hervorzulocken. Diese offen- bart er in der folgenden ἐπίδειξις, zu w e- er sich nunmehr aufge- Fond ılt. Noch ausführlicher wird
B ff. dasselbe Mittel von 8. a νι; gebracht.
[D] 12. ἀποκαλύψαι. Gorgias setzt voraus —? ὑφηγήσω du hast den Weg — die Richtung, —, gezeigt. Theaet. 148D. καλῶς γὰρ ἀρτιὑφη- γήσω. Vgl. dagegen 458 B. Das ὑπὸ drückt Unterstützung aus. In der Sache bezieht sich Gorgias auf die von Sokrates 455 B erwähnten Bei- spiele. Siescheinen dem Gorgias ganz besonders treffend, die Wirksamkeit seiner Kunst zu erläutern,
[ΕἸ 13. τὰ νεώρια ταῦτα καὶ τὰ τείχη τὰ 4ϑηναίων. Die nachdrück-
‚liche Form der attributiven Stellung
des Genetivs ist gewählt, weil die Athener stolz darauf waren, sich als Eigentümer und Besitzer dieser Werke ansehen zu können. Diese Bezeich- nungsweise — ausgehend von den dem” Volke schmeichelnden Rednern — scheint dann officiell geworden zu sein. — Von Themistokles stammt die ns von Athen selbst (vgl. Thue. 1, 90—93) sowie die Einrich- tung und Befestigung des Peiräeus (mit dem Handelshafen, ἐμπόριον, und dem Kriegshafen oder Hafen des Kantharos) während früher der min der günstige und kleinere Phäleron be- nützt wurde. Die Werfte waren für 400 Schiffe berechnet. Die sogenann- ten langen Mauerh, zu deren Erban-
ung wahrscheinlich der Vorschlag schon von Themistokles gemacht war
D-
E
450
40
ΠΛΆΤΩΝΟΣ ” N
τὰ τείχη τὰ ᾿4ϑηναίων καὶ 7 τῶν λιμένων κατασκευὴ ἐκ τῆς Θεμιστοκλέους συμβουλῆς γέγονε, τὰ δ᾽ ἐκ τῆς Περικλέους,
ἀλλ᾽ οὐκ ἐκ τῶν δημιουργῶν.
ZQ. Atysraı ταῦτα, ὦ Γοργία, ἊΣ Θεμιστοκλέους Περικλέους δὲ καὶ αὐτὸς ἤκουον ὅτε συνεβούλευεν ἡμῖν περὶ 5
τοῦ διὰ μέσου τείχους.
TOP. Καὶ ὅταν γέ τις αἵρεσις 7 ὧν δὴ σὺ ἔλεγες, ὦ Zu HORTES, ὁρᾷς ὅτι ol ῥήτορές εἰσιν ol συμβουλεύοντες καὶ ol νικῶντες τὰς γνώμας περὶ τούτων.
ΣΩ. "Ταῦτα καὶ ϑαυμάξων. ὦ Γοργία, πάλαι ἐρωτῶ. 10 ἥτις ποτὲ ἡ δύναμίς ἐστι τῆς ῥητορικῆς. δαιμονία γάρ τις ἔμοιγε καταφαίνεται τὸ μέγεϑος οὕτω σκοποῦντι. EEE
>
ΧΙ. TOP. Ei πάντα γε εἰδείης, ὦ Σώκρατες, ὅτι. ὡς ἔπος εἰπεῖν ἁπάσας τὰς δυνάμεις συλλαβοῦσα ὑφ᾽ αὑτῇ ἔχει.
und welche in zwei Schenkeln (τὸ βόρειον und τὸ νότιον) Athen mit dem Hafen in Verbindung setzten, wurden von Cimon ‚begonnen, unter Perikles Leitung vollendet. Die mitt- lere Mauer, nach der Schlacht bei Ta- nagra erbaut, hatte den Zweck auch dann noeh die Verbindung Athens mit einem der Häfen zu sichern, wenn eine der äusseren Mauern vol Feinde genommen wäre.
4. Λέγεται ταῦτα κ. τ. Δ. Die scheinbar pedantische Genauigkeit des- Sokrates hat hier guten Grund. Auf das οἶσϑα γὰρ δήπου, dem Gorgias schon triumphierend Beweiskraft zu- traut, gehört einDämpfer. Vgl.470D.
11. δαιμονέα. Dieses Adjectiv, wel- ches bei Homer nur als Anrede an eine Person im Vocativ vorkommt (8. Nägelsbach, homerische Theologie) hat nach dem Vorgange Pindars bei den Attikern die erweiterte Bedeu- tung: alles was von den Göttern her- rührt, daher auch übertragen auf Sa- chen: glücklich. oder unglücklich. Platon erweiterte den Gebrauch noch mehr. In der Anrede gebraucht er es ironisch oders chmeichelnd. So Gorg. 489 Ὁ. Bei Sachen bezeichnet es das Auss@rordentliche, Uebermenschliche. So, hier; vgl. Sappos. 219 B. Crat.
396 D. Doch hat es auch die techni- sche Bedeutung: aufDämonen bezüg- lich oder von ihnen ausgehendim Un- terschied von Göttern δα Menschen.
202 E. Polit. 307 E.
Car. ΧΙ. [456 A] 13. ὑπά ᾿ εἰδείης. Gorgias fühlt sich dı ironische Aeusserung d Be: ᾿ rung von Seiten des schmeichelt und lässt sich da reissen in fliessender Rede En Lob der Kunst zu preisen und Tadel ab- zuwehren — was seine Aufgabe nicht war. Der Nachsatz zu εὐ würde lau- ten καὶ μᾶλλον ἂν ϑαυμάζοις. Vgl. 503 C u. Phaedon [10 Β. εἰ γὰρ δεῖ μυὖῦϑον λέγειν.
14. ἁπάσας τὰς δυνάμεις συλλα- βοῦσα rhetorisch für ἁπασῶν τῶν τεχνῶν τὰς ὃ. die Rhetorik soll die Kunst aller Künste sein; aber das συλλαβεῖν ist nur Redensart. Der Be- weis verliert dies Prädikat aus dem Auge und ist nur Inductionsbeweis. In ähnlicher Weise sagt Protarchos im Philebus 58A. ἤκουον μὲν ἔγωγε -- ἑκάστοτε Γοργίου πολλάκις ὡς ἡ τοῦ πείϑειν πολὺ μον... πασῶν τεχνῶν. πάντα γὰρ Up αὖτ δι᾽ ἑκόντων ἀλλ᾽ οὐ διὰ οἶτο, καὶ μακρῷ “a πασῶν
ΓΟΡΓΊΑΣ.
41
μέγα δέ σοι τεκμήριον ἐρῶ. πολλάκις γὰρ ἤδη ἔγωγε μετὰ τοῦ ἀδελφοῦ καὶ μετὰ τῶν ἄλλων ἰατρῶν εἰσελθὼν παρά τινα τῶν καμνόντων οὐχὶ ἐθέλοντα ἢ φάρμακον πιεῖν ἢ τεμεῖν ἢ 'καῦσαι παρασχεῖν τῷ ἰατρῷ, οὐ δυναμένου τοὔϊατροῦ acer 5 ἐγὼ ἔπεισα, οὐκ ἄλλῃ τέχνῃ ἢ τῇ ῥητορικῇ. φημὶ δὲ καὶ εἰς πόλιν ὅποι βούλει ἐλϑόντα ῥητορικὸν ἄνδρα καὶ ἰατρόν, εἰ δέοι λόγῳ διαγωνίζεσϑαι ἐν ἐκκλησίᾳ ἢ ἐν ἄλλῳ τινὶ συλλό- yo, ὁπότερον δεῖ αἱρεϑῆναι ἰατρόν, οὐδαμοῦ ἂν φανῆναι τὸν ἑἰατρόν, ἀλλ᾽ ,αἱρεϑῆναι ἃ ἂν τὸν εἰπεῖν. δυνατόν, εἰ βούλοιτο. 2 καὶ εἰ πρὸς ἄλλον γε δημιουργὸν ὁντιναοῦν ἀγωνίζοιτο, πείσειεν ἂν αὑτὸν ἐλέσϑαι ὁ ῥητορικὸς μᾶλλον ἢ ἄλλος ὁστις- οὖν᾽ οὐ γὰρ' ἔστι περὶ ὅτου οὐκ ἂν πιϑανώτερον εἴποι ὁ ῥητορικὸς ἢ ἄλλος ὁστισοῦν τῶν δημιουργῶν ἐν πλήϑει. ἡ
3 ’ ’ -"» er μὲν οὐν δύναμις" τοσαύτη ἐστὶ καὶ τοιαύτη τῆς τέχνης" δεῖ
> μέντοι, ὦ Σώκρατες, τῇ ῥητορικῇ χφῆσϑαι ὥσπερ, τῇ ἄλλῃ πάσῃ ἀγωνίᾳ. καὶ γὰρ τῇ ἄλλῃ ἀγωνίᾳ οὐ τούτου ἕνεκα δεῖ
᾿ εἴη τῶν τεχνῶν. Die dem Gorgias in den Mund gelegte Aeusserung hat Bei ar chen Grund. y B] 2. τῶν ἄλλων ἰατρῶν. IR ὅταν ἢ weil von Maike \ Arzte ‚gelten ‚soll, was Gorgias sagt. eioe ‚nämlich in das Kranken- zimmer, Im Folgenden werden die Hauptmittel der ärztlichen Praxis zu- sammengestellt, innere und äussere. Die Aerzte der Alten waren zugleich Pharmaceuten und Chirurgen. Schnei- den und Brennen als Theilung des Begriffs operieren, erscheinen öfters verbunden. 476 C. 480 C. 521 E. Phaed. 115 E. Polit. 293 B. ‚Protag. 354 A u.8s.w. Zu παρασχεῖν vgl. Apol. 33 B. καὶ πλουσέῳ καὶ πένη- τι παρέχω ἐμαυτὸν ἐρωτᾶν.
6. ὅποι βούλει. Der Redner kennt keine örtlichen Grenzen seiner Wirk- samkeit.
[C]9. τὸν εἰπεῖν δυνατόν. Man erwartete λέγειν doch vgl. Protag. 329 A, ,τά ἂν καὶ τοιούτους. λό- γους ἀκούσειεν ἢ Περικλέους ῇ ἄλλου τινὸς τῶν ἱκανῶν εἰπεῖν.
19, ἐν πλήϑει wie oben ἐν τοῖς ἄλλοις ὄχλοις. Man beachte in die-
ser Rede des Gorgias die kunstge- rechte Ausdrucksweise. Am meisten hervor tritt die Vorliebe für Fülle des Ausdrucks und Antithesen; daher auch die häufige Anwendung der Ne- gation, des ἄλλος, ἀλλὰ und N, οὔτε — οὔτε u. del. ἡ μὲν οὖν δύναμις κ᾿ τ. A. bildet eine an sich gar nieht verwerfliche, auch vou Platon ange- wandte Form des Uebergangs. Aber von der zeei« der Rede sollte hier gar nicht die Rede sein. Doch wär es eben rhetorisch aufdas Lob der Sache, die Abwehr des Tadels, auf die αὖ- τιολογέα das ἐναντίον (auf die con- firmatio die refutatio) folgen zu las- sen. So reisst Gorgias seine Kunst selbst mit fort in das eigene Verder- ben.
[Ὁ] 16. τῇ ἄλλῃ ἀγωνίᾳ. Gorgias
wird durch den oben gebraucbten Ausdruck ἀγωνέξεσϑαι verleitet(von dem festgestellten _Gattungsbegriff abspringend) seine Kunst ganz wie die Sophisten’— die Eristiker — als eine Art der Streitkunst darzustellen, bei welcher es nur auf persönliche Ehre ohne Rücksicht auf die Sache ankommt. Einige Sophisten wie Eu-
B
C
457
49 ΠΛΆΤΩΝΟΣ πρὸς ἅπαντας χρῆσϑαι ἀνθρώπους, ὅτι ἔμαϑε πυκτεύειν TE καὶ παγκρατιάξειν καὶ ἐν ὅπλοις μάχεσθαι, ὥστε κρείττων εἶναι καὶ φίλων καὶ ἐχϑρῶν᾽ οὐ τούτου ἕνεχα τοὺς φίλους δεῖ τύπτειν οὐδὲ κεντεῖν τε καὶ ἀποκτιννύναι. οὐδέ γε un 4έα ἐάν τις εἰς παλαίστραν φοιτήσαρ, εὖ ἔχων τὸ σῶμα καὶ 5 πυκτυχὸς γενόμενος, ἔπειτα τὸν πατέρα τύπτῃ καὶ τὴν μη- τέρα ἢ ἄλλον τινὰ τῶν οἰκείων ἢ ἢ τῶν φίλων, οὐτούτου ἕνεχα δεῖ τοὺς παιδοτρίβας καὶ τοὺς ἐν τοῖς ὅπλοις διδάσκοντας μάχεσϑαι μισεῖν TE καὶ ἐκβάλλειν ἐκ τῶν πόλεων. ἐκεῖνοι μὲν γὰρ παρέδοσαν ἐπὶ τῷ δικαίως χρῆσϑαι τούτοις πρὸς I τοὺς πολεμίους καὶ τοὺς ἀδικοῦντας, ἀμυνομένους, μὴ ὑπάρ- χοντας" οἱ δὲ μεταστρέψαντες χφῶνται τῇ ἰσχύϊ καὶ τῇ τέχνῃ οὐκ ὀρϑῶς. οὔκουν ol διδάξαντες πονηροί, οὐδὲ ἡ τέχνη οὔτε αἰτέα οὔτε πονηρὰ τούτου ἕνεκά ἐστιν, ἀλλ᾽ οἵ μὴ χρώ- μενοι, οἶμαι, ὀρθῶς. ὁ αὐτὸς δὴ λόγος καὶ περὶ τῆς ῥητορι- ung. δυνατὸς μὲν γὰρ πρὸς ἅπαντάς ἐστιν ὁ ῥήτωρ καὶ περὶ παντὸς λέγειν, ὥστε πιϑανώτερος εἶναι ἐν τοῖς πλήϑεσιν ἔμβραχυ περὶ ὅ ὅτου ἂν βούληται" ἀλλ᾽ οὐδέν τι μᾶλλον τούτου ἕνεκα δεῖ; οὔτε τοὺς ἰατροὺς τὴν δόξαν ἀφαιρεῖσϑαι.. —on. δύναιτο ἂν τοῦτο ποιῆσαι — οὔτε τοὺς ἄλλους δημιουργούς, 2 ἀλλὰ δικαίως καὶ τῇ δητορικῇ χρῆσϑαι, ὥσπερ, καὶ τῇ ἀγω-..
thydemos und Dionysodoros waren
εὖ ἔχων τ. 0. durch Nana καὶ auch Lehrmeister in der Fechtkunst.
πυχτικὸς γενόμενος. durch Bildung.
Das πυκτεύειν, der Faustkampf, das παλαίειν oder Ringen und die Ver- bindung beider das παγκρατιάξειν waren Hauptbeschäftigungen im ge- wöhnlichen Turnen; das letztere ge- hört jedoch schon vorzugsweise der eigentlichen Kunst der Athleten an; der Waffenkampf aber (ὁπλομαχέα) wurde kunstgereeht erst von Einzel- nen seit der Zeit des peloponnesischen Krieges betrieben. S. Laches i im An- fang. — Zu ἔμαϑε ergänze zig wie zıva zu δεῖ. τ
5. φοιτήσας. φοιτᾶν ist der ei- gentliche Ausdruck für das Besuchen einer Schule; daher porrnrns der Schüler. Der Aorist ist hier notwen- dig. Der Besuch. der Schule eines Hoplomachen wird übergangen, weil der der Palästra allgemeiner war. —
[457 Α111. un ὑπάρχοντας. War- απ μὴ ἢ ὑπάρχειν anfangen nämlich den Streit, ihn provocieren, daher an- greifen. 80 nach Legg. 879 Ὁ, Zu μεταστρέψαντες ergänze man τὴν τέχνην wie Pol. 1,367 A. oder Cra- tyl. 418 C. τῇ ἰσχύν wird ganz über- flüssig, ‚„. „aber. doch _wolbedacht zu τέχνῃ zugefügt, weil _damit die Schuld auf persönliche Eigen- schaften abgewälzt wird, οἶμαι. mit Selbstgefühl. 16. πρὸς ἁπαντὰας wie 456 D.
18. ἔμβραχυ bezeichnet dasselbe,’ was'sonst durch ὥστε ἐν βραχεῖ al- πεῖν (συνελόντι) gegeben wird.
[Β] 19. τὴν δόξαν auf die Ehre, die Stellung im öffentlichen Leben, richtet der Redner ‘gerade sein Ziel.
15
23
TOPTIA2.
vie. ἐὼν δέ, οἶμαι, δητορικὸς
5 7 γενόμενός τις κατα ταύτῃ τῇ
δυνάμει καὶ τῇ τέχνῃ ἀδικῇ, οὐ τὸν διδάξαντα δεῖ μισεῖν te καὶ ἐκβάλλειν ἐκ τῶν πόλεων. ἐκεῖνος μὲν γὰρ ἐπὶ δικαίᾳ χρεέᾳ παρέδωκεν, ὁ δ᾽ ἐναντίως χρῆται. τὸν οὖν οὐκ ὀρϑῶς 5 χρώμενον μισεῖν δίκαιον καὶ ἐκβάλλειν καὶ ἀποκτιννύναι,
ἀλλ᾽ οὐ τὸν διδάξαντα.
ΧΙ. ZR. Οἶμαι, ὦ Γοργία. καὶ σὲ ἔμπειρον eo πολ- λῶν λόγων καὶ καϑεωρακέναι ἐν αὐτοῖς τὸ τοιόνδε, ὅτι οὐ ῥᾳδίως δύνανται περὶ ὧν ἂν ᾿ἐπιχειρήσωσι διαλέγεσϑαι διο- 10 φισάμενοι πρὸς ἀλλήλους καὶ μαϑόντες καὶ διδάξαντες ἕαυ- τοὺς οὕτω διαλύεσϑαι τὰς BURN, ἀλλ᾽ ἐὰν περί του ἀμ- φισβητήσωσι καὶ μὴ φῇ 6 ἕτερος τὸν ἕτερον ὀρϑῶς λέγειν ἢ μὴ σαφῶς. χαλεπαίνουσί τε καὶ κατὰ φϑόνον οἴονται τὸν Euv- τῶν λέγειν, φιλομεικοῦντες ἀλλ᾽ οὐ ξητοῦντες τὸ προκείμε- vov ἐν τῷ λόγῳ᾽ καὶ ἔνιοί ie τελευτῶντες αὔόχιστα ἀπαλλάτ-
τονται, λοιδορηϑέντες τε καὶ σφῶν αὐτῶν τοικχῦτα, οἷα καὶ
Car. . [C] 8. λόγων Unterre- dungen, nschaftliche Untersu-
a ΕΥοἀνέναὶ die Zusam-
mensetzu n it κατὰ — von der Be- deutun; entlang ausgehend — drückt dei Veberblick aus, den man durch Beobachtung vieler Fälle und rer erlangt. Vgl. Phaedon 1
9. Das Subjeet zu δύνανται ist aus λόγων oder dem folgenden Rela- tivsatz zu entnehmen. διορισάμενοι gehört zu διαλύεσθαι und erfüllt
erst den Begriff des Prädikates.
Darum ist οὕτω auch nicht über- flüssig. Aehnlich steht es im An- schluss an den Nebensatz 461 A. μαϑόντες καὶ διδάξαντες. Die Ge- genseisigkeit und Wechselbeziehung eines Thuns pflegt der Grieche durch zwei Begriffe, den activen und passi- ven auszudrücken. So nachher & πόν- τες καὶ ἀκούσαντες. Vgl. Protag. 310A. 347D λέγοντας τε καὶ ἀκού- οντάς ἐν μέρει. 362 A. Aehnlich 16- γον δοῦναι. καὶ δέξασϑαι, ἐρωτᾶν καὶ ἀποκρίνεσϑαι, πεῖραν λαμβά-
εἰπόντες καὶ ἀκούσαντες περὶ τοὺς παρόντας ἄχϑεσϑαι ὑπὲρ
νειν καὶ διδόναι, περιμεῖναι καὶ ἀποδέξασϑαι λόγους oder ἐρωτᾶν καὶ ἐρωτᾶσϑαι (462 A) ἐλέγχειν
καὶ ἐλέγχεσϑ'αι ib. und Achnlichegg
[D] 12. N μὴ σαφῶς brachylogisch für ἢ un φῇ σαφῶς λέγειν τὸν ἕτε- ρον. Der Plural folgt in χαλεπαί- νουδι; weil ὁ ἕτερος — τὸν ἕτερον für eine "ganze Classe von Menschen
steht, daher auch später ἔνιοι dafür
eintritt. φιλονεικοῦντες i im Streite — rechthaberisch — die eigene Ehre suchen im Gegensatze zum Rechte der Sache. SieheE.den Gegensatz von
πρᾶγμα und σέ. Denselben. Vorwurf muss Sokrates hören von Kallikles 515 B; obwol er selbst 505 E ange- geben hat, worin die wahre φίλονει- κέα bestehen soll. Vgl. auch Protag. 360E. φιλονεικεῖν μοι δοκεῖς (dar- auf bestehen) To EwE ide τὸν ἀπο- κρινόμενον.
17. ἄχϑεσϑαι ὑπὲρ. Der Aerger dient zur Rechtfertigung für ihre eige- ne, dureh jener Benehmen gleichsam entehrte Person.
D
44 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
- ’ Er ΄“ ᾽ + ; Ι Ε σφῶν αὐτῶν, ὅτι τοιούτων ἀνθρώπων ἠξίωσαν ἀκροαταὶ γε-
458
νέσϑαι. τοῦ δὴ ἕνεκα λέγω ταῦτα; ὅτι νῦν ἐμοὶ δοκεῖς σὺ οὐ πάνυ ἀκόλουϑα λέγειν οὐδὲ σύμφωνα οἷς τὸ πρῶτον ἔλε- ysg περὶ τῆς ῥητορικῆς. φοβοῦμαι οὖν διελέγχειν 68, μή μὲ ὑπολάβῃς οὐ πρὸς τὸ πρᾶγμα φιλονειοοῦμεα λέγειν τοῦ κα- ταφανὲς γενέσϑαι, ἀλλὰ πρὸς σέ. ἐγὼ οὖν, εἰ μὲν καὶ σὺ εἶ τῶν ἀνθρώπων ὧνπερ καὶ ἐγώ, ἠδέως ἄν σε διερωτῴην᾽ εἰ δὲ μή, ἐῴην ἄν. ἐγὼ δὲ τίνων εἰμί; τῶν ἡδέως μὲν ἂν ἐλεγ- χϑέντων, εἴ τι μὴ ἀληϑὲς λέγω, ἡδέως δ᾽ av. ἐλεγξάντων, εἴ
τίς τι , μὴ ἀληϑὲς λέγοι, οὐκ ἀηδέστερον μέντ᾽ ἂν ἐλεγχϑέν-.
τῶν ἢ ἐλεγξάντων" ἐεῖξον γὰρ αὐτὸ ἀγαϑὸν ἡγοῦμαι, ὅσῳ-
περ μεῖζον ἀγαϑόν ἐστιν αὐτὸν ἀπαλλαγῆναι κακοῦ τοῦ wE-
γίστου ἢ ἄλλον ἀπαλλάξαι. οὐδὲν γὰρ οἶμαι τοσοῦτον κακὸν
εἶναι ἀνϑρώπῳ, ὅσον δόξα ψευδὴς περὶ ὧν τυγχάνει νῦν
ἡμῖν 6 λόγος ὦν. εἰ μὲν οὖν καὶ σὺ φὴς τοιοῦτος εἶναι, δια-
λεγώμεϑα. εἰ δὲ καὶ δοκεῖ χρῆναι ἐᾷν, ἐῶμεν ἤδη χαέρειν.
καὶ διαλύωμεν τὸν λόγον.
TOP. ᾿Αλλὰ φημὶ μὲν ἔγωγε, ὦ Σώκρατες, καὶ αὐτὸς τοιοῦτος εἶναι οἷον σὺ ὑφηγεῖ" ἴσως μέντοι χρῆν ἐννοεῖν καὶ τὸ τῶν παρόντων. πάλαι γάρ τοι, πρὶν καὶ ὑμᾶς ἐλϑεῖν, ἐγὼ Wis παροῦσι πολλὰ ἐπεδειξάμην, καὶ νῦν ἴσως πόρρω ἀπο- τενοῦμεν, ἢν διαλεγώμεϑα. σκοπεῖν οὖν χρὴ καὶ τὸ τούτων,
[ΕἸ 3. ἀκόλουϑα gehtauf die Con- sequenz aus der-gegebenen Defini- tion, σύμφωνα die innere Ueberein- stimmung zweier neben einander ste- hender Behauptungen. Vgl.X ΕἸ Anab. IL, 4, 19 νεανίσκος de san εἶπεν, ὡς οὐκ ἀκόλουθα εἴ ἐπιϑήσεσϑαι καὶ λύσειν τὴν hen: ραν. --- Von der Musik werden von Platon gern Ausdrücke auf logische Verhältnisse übertragen, daher ovu- φωνεῖν und διαφωνεῖν häufig; so auch συνῳδός. συνάδειν 5. 401 A. Vgl. auch 482 B.
4. φοβοῦμαι hat doppelte Con- struetion, um den Inhalt der Furcht und den Gegenstand der Scheu zu- gleich zu bezeichnen.
‚1458 A] 90. 10. Warum λέγω und λέγοι, Unterschied des modus?
13. οὐδὲν %. τ. A. ist keine Redensart im Munde des Sokrates, sondern wirklicher Ernst. Denn aus der Erkenntniss geht der Wille und das Handeln des Menschen hervor; der Irrtum ist ihm daher Grund der Sünde. In ähnlicher Weise wie mit ἀηδέστερον κ. τ. A. sagt Sokra- tes 506 C. καί με, ἐὰν ἐξελέγξης οὐκ ἀχϑεσϑήσομαί σοι, ὥσπερ σὺ a ἀλλὰ μέγιστος εὐεργέτης παρ᾽ ἐμοὶ ἀναγεγράψει. --- τὸν λόγον für, συν- ουσίαν 451 D. , “-“
[C] 21. ἀποτενοῦμεν zu vervoll- ständigen nach 465 E. συχνὸν λόγον anorerang 466 A. Yel. Protag. 329 A. τὰ χαλκεῖα πληγέντα μακρὸν ἠχεῖ καὶ ἀποτείνει ib. 885 Ο. 361 A. Soph. 217 Ὁ. Gorgias möchte nun- mehr der Untersuchung gern entge-
20
TOPTIA2Z.
=
TELV.
45
, , Ἢ » ’ , a» ; un τινας αὐτῶν κατέχομεν βουλομένους τι καὶ ἀλλο πρατ-
XII. XAI. Τοῦ μὲν ϑορύβου, ὦ Γοργία τε καὶ Σώκρα- τες, αὐτοὶ ἀκούετε τούτων τῶν ἀνδρῶν, βουλομένων ἀκού- δ εἰν, ἐάν τι λέγητε᾽ ἐμοὶ δ᾽ οὖν καὶ αὐτῷ μὴ γένοιτο τοσαύτη ἀσχολέα, ὥστε τοιούτων λόγων καὶ οὕτω λεγομένων Fri προὐργιαίτερόν τι γενέσϑαι ἄλλο πράττειν.
᾿ΚΑΛΜ. Νὴ τοὺς ϑεούς, ὦ Χαιρεφῶν, καὶ μὲν δὴ καὶ αὐ- τὸς πολλοῖς ἤδη λόγοις παραγενόμενος οὐκ οἶδ᾽ εἰ πώποτε
10 ἤσϑην οὕτως ὥσπερ νυνί"
ὥστ᾽ ἔμοιγε, κἂν τὴν ἡμέραν
ὅλην ἐθέλητε διαλέγεσϑαι, χαριεῖσϑε. ZN. ᾿Αλλὰ μήν, ὦ Καλλίκλεις, τό γ᾽ ἐμὸν οὐδὲν κωλύει,
εἴπερ ἐθέλει Γοργίας.
ΓΟΡ. “ἰσχφρὸν δὴ τὸ λοιπόν, ὦ ὁ Σώκρατες, γίγνεται ἐμέ
ται. ἀλλ᾽ εἰ δοκεῖ τουτοισί, βούλει.
15 γε μὴ ἔϑέλειν, αὐτὸν ἐπαγγειλάμενον ἐρωτᾷν ὃ τι Tg βούλε-
διαλέγου τε καὶ ἐρώτα ὅ τι
ER. "ἄκουε δή, ὦ Γοργία, ἃ ϑαυβάξῳ ἐν τοῖς λεγομέ- γοις ὑπὸ. “σοῦ᾽" ἴσως γάρ τοι σοῦ ὀρϑῶς λέγοντος ἐγὼ οὐκ ὁρ-
20 Dos ὑπολαμβάνω. ῥητορικὸν
φὴς ποιεῖν οἷός τ᾽ εἶναι, ἐάν
τις βούληται παρὰ σοῦ μανϑάνειν.
hen, wagt es aber doch nicht offen herauszusagen. Seiner Würde ent- spricht esbesser eine Rücksicht aufdie Anwesenden vorzuschieben. μή τινος κατ. abhäng. Fragesatz zu σποπεῖν.
Car. XII. 3. τοῦ ϑορύβου. Die Anwesenden äussern laut ihren Wunsch, dass die Untersuchung fort- gesetzt werde. Auch sind sie unwil- lig, weil ihnen Gorgias Mangel an Aus- dauer zutraut. Chairephon antwortet auf das βουλομένους τι καὶ ἄλλο πράττειν undKallikles wehrt den Vor- wurf der Ermüdung, der in πόρρω ἀποτενοῦμεν liegen konnte, ab. — un γένοιτο in der Form des Wun- sches ‚Versicherung der Unmöglich- keit. ἀφεμένῳ ist Gegensatz von κατ- ἔχω ‚mit Bezug auf μή τινας αὐτῶν κατέχομεν gewählt. Chairephon’s Worte zeigen seinen Wissenstrieb und seine hingebende Theilnahme.
[D] 8. Kallikles erwartet gerade jetzt, dass das Gespräch auf sein Feld, die Politik, näher eingehen und die Bedeutung des Staatsmannes noch weiter erörtern werde. Er findet jetzt
noch ἡδονή in der Unterredung. Später ändert sich das.
14. αἰσχρόν. Man beachte, dass Gorgias zur Fortsetzung des Ge- sprächs nur durch die Rücksicht auf die eigene Ehre (καὶ ταῦτα) bewo- gen wird. Ueber den Ausdruck vgl. Protag. 352 Ὁ. αἰσχρόν ἐστιν ἐμοὶ σοφίαν μὴ οὐχὶ πάντων κράτιστον φάναι.
[E] 19. σοῦ λέγοντος. Warum nicht parataktisch? Anders 460 E. σοῦ τό- τε ταῦτα λέγοντος ὑπέλαβον. So- krates thut von vornherein Alles, um ' Gorgias durch die Hoffnung auf end- liche Rechtfertigung seiner Behaup- tung für das (sespräch zuinteressieren,
4
9
40 ΠΛΆΤΩΝΟΣ...
ΓΟΡ. Ναί.
ER. Οὐκοῦν περὶ πάντων, ὥστ᾽ ἐν ὄχλῳ eh ἥδ». οὐ διδόσκοντα ἀλλὰ πείϑοντα; we: ©.
TOP. Πάνυ μὲν ovv.
ZN. "Eieyeg τοι νῦν δὴ ὦ ὅτι χαὶ περὶ τοῦ ker τοῦ 5 latgoV πιϑανώτερος ἔσται ὁ ῥήτωρ.
ΓΟΡ. Καὶ γὰρ ἔλεγον, ἔ ἔν ye ὄχλῳ.
an. Οὐκοῦν τὸ Ev ὄχλῳ τοῦτό ἐστιν ἐν τοῖς μὴ εἰδόσιν; οὐ γὰρ δήπου ἔν γε τοῖς εἰδόσι τοῦ ἰατροῦ een ἔσται. ᾿
TOP. ᾿Δ4ληϑὴ λέγεις. N:
ZR. Οὐκοῦν Fee τοῦ ἰατροῦ πιϑανώτερος ἔσται, τοῦ εἰδότος πιϑανώτερος γίγνεται;
TOP. Πάνυ γε.
ER. Οὐκ ἰατρός γε ὥν᾽ ἦ γάρ;
TOP. Ναί. ΓῚ |
22. Ὁ δὲ μὴ ἰατρός γε δήπου ἀνεπιστήμων ὧν ὁ ri ἐπιστήμων.
ΓΟΡ. Ankov ὅ οτι. ᾿
ER. Ὁ οὐκ εἰδὼς ὁ ἄρα τοῦ εἰδότος ἐν οὐκ εἰδόσι πιϑα- 5, νώτερος ἔσται. ὅταν ὁ ῥήτωρ τοῦ ἰατροῦ πιϑανώτερος N. τοῦτο συμβαίνει ἡ ἄλλο τι;
TOP. Τοῦτο ἐνταῦϑά γε συμβαίνει.
ER. Οὐκοῦν καὶ περὶ τὰς ἄλλας ἁπάσας τέχνας ὡσαύ- τῶς ἔχει ὁ ῥήτωρ καὶ ἡ ῥητορική᾽ αὐτὰ μὲν τὰ πράγματα 25 οὐδὲν δεῖ αὐτὴν εἰδέναι ὅπως ἔχει, μηχανὴν δέ τινὰ πει- ϑοῦς εὑρηκέναι, ὥστε φαίνεσϑαι τοῖς οὐκ εἰδόσι μᾶλλον εἰ- δέναι τῶν εἰδότων.
1
1:
[459 ΑἹ 7. ἔν γε ὄχλῳ. Gorgias 23. ἐνταῦϑα γε Gorgias meint
will sich seinerseits durch eine Re- strietion verwahren,obwol gerade inihr die Schwäche seiner Behauptungen mehr hervortritt.
[B] 20. Warum ὃ οὐκ εἰδὼς aber
ὁ μὴ ἰατρὸς ἢ Sokrates verallgemei- |
nert das an einem Beispiel gefundene s so, dass für alle Specialbegriffe der eine des Wissens eintritt aber bald positiv bald negativ.
noch die Kraft des Beweises auf den einzelnen Fall beschränken zu kön- nen; daher Gegensatz καὶ περὶ τὰς ἄλλας ἁπᾶσας τέχνας.
25. πράγματα nd μηχανή. Gegen- satz von Inhalt und Form (Tech- nik). Daher unterscheidet sich die Wirkung wie Wahrheit und Schein.
ΓΟΡΓΊΑΣ. 47 XIV. TOP. Οὐκοῦν πολλὴ “ῥᾳστώνη, ὦ Σώκρατες, γί- γνεται, μὴ μαϑόντα τὰς ἄλλας τέχνας, ἀλλὰ μίαν ταύτην, μη- δὲν ἐλαττοῦσϑαι τῶν δημιουργῶν; ; 22. Εἰ μὲν ἐλαττοῦται ἢ μὴ ἐλαττοῦται ὁ ῥήτωρ, τῶν , ἄλλων διὰ τὸ οὕτως «ἔχειν, αὐτίκα ἐπισκεψόμεϑα, ἐάν. τι ἡμῖν πρὸς λόγον ἢ νῦν δὲ τόδε πρότερον σκεψώμεϑα, ἄρα τυγχάνει περὶ τὸ δίκαιον καὶ τὸ ἄδικον καὶ τὸ αἰσχρὸν καὶ τὸ ἢ καλὸν καὶ ἀγαϑὸν καὶ κακὸν οὕτως ἔχων ὁ ῥητορικὸς ὡς περὶ τὸ ὑγιεινὸν καὶ περὶ τὰ ἄλλα ὧν al ἄλλαι τέχναι, αὐτὰ μὲν ) οὐκ εἰδώς, τί ἀγαϑὸν ἢ τί κακόν ἐστιν ἢ τί καλὸν ἡ τέαἰσχρὸν ἢ δίκαιον ἢ ἄδικον, πειϑὼ δὲ περὶ αὐτῶν μεμηχανημένος, ὥστε δοκεῖν εἰδέναι οὐκ εἰδὼς ἐν οὐκ εἰδόσι μᾶλλον τοῦ εἰ- δότος ; ἢ ἀνάγκη εἰδέναι, καὶ δεῖ προεπιστάμενον ταῦτα ἀφι- E κέσϑαι παρὰ σὲ τὸν μέλλοντα μαϑήσεσϑαι τὴν ῥητορικήν:; Ὁ εἰ δὲ μή, δὺ ὁ τῆς δητορικῆς διδάσκαλος τούτων μὲν οὐδὲν διδάξεις τὸν ἀφικνούμενον --- οὐ γὰρ σὸν ἔργον ---- ποιή- σεις δ᾽ ἐν τοῖς πολλοῖς δοκεῖν εἰδέναι αὐτὸν τὰ τοιαῦτα οὐκ “εἰδότα καὶ δοκεῖν ἀγαϑὸν εἶναι οὐκ ὄντα; ἢ τὸ παράπαν οὐχ οἷός τε ἔσει διδάξαι αὐτὸν τὴν ῥητορικήν, ἐὰν μὴ προειδῃ Ὁ περὶ τούτων τὴν ἀλήϑειαν:; ἢ πῶς τὰ τοιαῦτα ἔχει, ὦ Γορ- γία; καὶ πρὸς Διός, ὥσπερ ἄρτι εἶπες, ἀποκαλύψας τῆς ῥη- 400 τορικῆς εἰπὲ τίς ποϑ᾽ ὴ δύναμίς ἐστιν ; ; TOP. ᾽4λλ᾽ ἐγὼ μὲν οἶμαι; ὦ Σώκρατες, ἐὰν τύχῃ μὴ εἰδώς, καὶ ταῦτα παρ᾽ ἐμοῦ μαϑήδσεται.
Car. XIV. [C] 1. π. ῥᾳστώνη. Aehnlich verspricht Protagoras 318 E im Gegensatz zur Erlernung vieler Künste in einer Alles mitzuteilen.
4. el ἐλαττοῦται. Sokrates weist Gorgias sanft zurecht, weil dieser auf die äussere Folge von dem inneren Wesen der Sache abschweifte. διὰ τὸ οὕτως ἔχειν sc. μὴ μαϑόντα κ. τ. Δ. αὐτίκα σχεψόμεϑα Ueber- gangsformel, um eine Nebenerörte- rung zur Seite zu schieben wie &ig- αὔϑϑις σκεψόμεϑα Protag. 357 B,
5. ἐὰν πρὸς λόγον 7. Die Redens- art bezeichnet: den Zweck der Unter- suchung fördern, wie Prot. 901 E ἐὰν μὲν πρὸς λόγον δοκῇ εἶναι τὸ σκέμμα.
_
[D] 7. Den Gegensatz bilden jetzt sittliche Begriffe gegenüber den Ob- jects-Begriffen, auf welehe sich die Künste eziehen.
[E] 13. προεπιστάμενον. Das Par- tieip enthält wieder den wichtigsten Bestandtheil der Aussage, 5. 453 B.u. 457 C. 4. τὸν ἀφικνούμενον. War- um praesens?
18.1770 παράπαν wiederholt noch-
mals das erste Glied der Frage.
[460 A] 21. , ὥσπερ ἄρτι εἶπες. P; 455 Ὁ. ζ4λλ᾽ ἐγώ σοι πειράσομαι, ὦ Σώκρατες, ἀποχαλύψας τὴν τῆς ῥητορικῆς δύναμιν ἅπασαν. Sehr feine Rückbeziehung!
23. οἶμαι. Gorgias kann darauf nieht einmal eine bestimmte Antwort
‘ Er setzt voraus —
48
Ε EHFANOE
ER. Ἔχε δή᾽ καλῶς γὰρ λέγεις. ἐάνπερ ῥητορικὸν σύ τινα ποιήσῃς, ἀνάγκη αὐτὸν εἰδέναι τὰ δίκαια καὶ τὰ ἄδικα ἤτοι πρότερόν γε ἢ ὕστερον μαϑόντα παρὰ σοῦ.
TOP. Πάνυ ΜῈ. ᾿,
ΣΩ. Τί οὖν; ὃ τὰ τεχτονικὰ μὲμαϑηκὼς τεχτονικός, !
Ἥ
ἢ οὔ; TOP. Ναί.
ER. Οὐκοῦν καὶ ὃ τὰ μουσικὰ μουσικός;
ΓΟΡ, Ναί.
ψΨ
ER. Καὶ ὁ τὰ ἰατρικὰ ἰατρικός, καὶ τάλλα οὕτω κατὰ 1 τὸν αὐτὸν λόγον, ὁ μεμαϑηκὼς ἕκαστα τοιοῦτός ἐστιν οἷον ἡ ἐπιστήμη ἕκαστον ἀπεργαξεται;
TOP. Πάνυ γε.
ΟΣ. Οὐκοῦν κατὰ τοῦτον τὸν λόγον καὶ ὁ τὰ δίκαια
μεμαϑηκὼς δίκαιος; ὼ TOP. Πάντως δήπου.
ER. Ὁ δὲ δίκαιος δίκαιά που πράττει. ᾿
TOP. Ναί.
ER. Οὐκοῦν ἀνάγκη τὸν. ῥητορικὸν δέκαιον εἰνδέ, τὸν
δὲ δίκαιον βούλεσϑαι δίκαια πράττειν;
ΓΟΡ, Φαίνεταί γε.
[ER. Οὐδέποτε ἄρα βουλήσεται ὅ γε δίκαιος ἀδικεῖν.
ΓΟΡ, ᾿Δνάγκη.
22. Τὸν δὲ ῥητορικὸν ἃ ἀνάγκη ἐκτοῦ λόγου Abe εἰναι.
geben, denn er weiss nicht, worin
' dieseLehre überhaupt bestehen möge, ἐὰν τύχῃ un εἶ. δώς --- dass jeder schon von selbst oder durch Zufall wisse, was recht und sittlich ist. Die Stellung von un nach τύχῃ ist daher bemerkenswert.
1. ἔχε δή Aufforderung zum Fest- halten an ie Gesagten, weil dieses Grundlage der weiteren Untersuchung werden soll. Protag. 349 E. ἔγε ὃ — ἄξιον γάρ τοι ἐπισκέψασϑαι ὃ λέγεις. ---παρὰ σοῦ bezieht sich nur . auf ὕστερον μαϑόντα.
[Β] ὅ. ὃ τὰ τελτ. 8. ἃ. Anhang.
10. κατὰ τὸν αὐτὸν λόγον nach derselben Analogie ( Bestimmungs- grund, Gesichtspunkt, Norm).
14. Der Beweis-beruht aufdem be- reits in anderen Dialogen erwiesenen Satze, dass die Tugend ein Wissen sei. Dieser allgemeine Beweis muss hier verausgesetzt werden.‘ Er wird’ durch den Schluss- aus Analogie nur vertreten, nicht ersetzt.
[C] 20. βούλεσϑαι. Das Wollen musste hier hervorgehoben Be weil Gorgias von einem falschen, Un- recht erzweckenden Gebrauche -der Rhetorik geredet hatte, — Die Wie- derholung τὸν δὲ ῥητ. x. τ. A.recht- fertigt sich daraus, dass auch der zweite negative Schluss in sich for- mell vollständig sein soll.
τῷ
#
TOPFIAZ.
TOP. Ναί.)
49
ΟΣ. Οὐδέποτε ἄρα βουλήσεται ὁ δητορικὸς ἀδικεῖν.
TOP. Οὐ φαίνεταί γε.
XV. Σ΄. Μέμνησαι οὖν λέγων ὀλίγῳ πρότερον, ὅτι οὐ 5 δεῖ τοῖς παιδοτρίβαις ἐγκαλεῖν οὐδ᾽ ἐκβάλλειν ἐκ τῶν πό- λεων, ἐὰν ὁ πύκτης τῇ πυκτικῇ χρῆταί τὸ καὶ ἀδικῇ; ὡσαύ- wg δὲ οὕτω καὶ ἐὰν ὁ ῥήτωρ τῇ δητορικῇ ἀδίκως χρῆται, μὴ τῷ διδάξαντι ἐγκαλεῖν μηδὲ ἐξελαύνειν ἐκ τῆς πόλεως, ἀλλὰ τῷ ἀδικοῦντι καὶ οὐκ ὀρθῶς χρωμένῳ τῇ ϑητορικῇ; τὸ ἐρρήϑη ταῦτα ἢ οὔ;
ΟΓΟΡ, Ἐρρήϑη.
n e ar € ? ZR. Νῦν δέ γε ὁ αὐτὸς οὗτος φαίνεται, ὃ ῥητορικός,
3 u 3 Ἥ 2 οὔκ ἂν NOTE ἀδικήσας. ἡ οὐ; TOP. Φαίνεται.
ER. Καὶ ἐν τοῖς πρώτοις γε, ὦ Γοργία, λόγοις ἐλέγετο, eo e \ , A ᾽ \ PR) ὅτι ἡ ῥητορικὴ περὶ λόγους εἴη οὐ τοὺς τοῦ ἀρτίου καὶ πε- ριττοῦ, ἀλλὰ τοὺς τοῦ δικαίου καὶ ἀδίκου" ἡ γάρ;
TOP. Ναί.
ZR. Ἐγὼ τοίνυν σου τότε ταῦτα λέγοντος ὑπέλαβον, 0 ὡς οὐδέποτ᾽ ἂν εἴη ἡ δητορικὴ ἄδικον πρᾶγμα, ὃ γ᾽ ἀεὶ περὶ δικαιοσύνῆε τοὺς λόγους ποιεῖται" ἐπειδὴ δὲ ὀλίγον ὕστερον ἔλεγες, ὅτι ὁ δήτωρ τῇ ῥητορικῇ κἂν ἀδίκως χρῶτο, οὕτω ϑαυμάσας καὶ ἡγησάμενος οὐ συνάδειν τὰ λεγόμενα ἐκείνους εἶπον τοὺς λόγους, ὅτι εἰ μὲν κέρδος ἡγοῖο εἶναι τὸ ἐλέγχε- "5 σϑαι ὥσπερ ἐγώ, ἄξιον εἴη διαλέγεσϑαι, εἰ δὲ μή, ἐᾷν χαί- ρειν᾽ ὕστερον δὲ ἡμῶν ἐπισκοπουμένων ὁρᾷς δὴ καὶ αὐτὸς
Car. XV. 4. μέμνησαι λέγων. Das Particip. entspricht einem Satze mit ὅτε.
ΠῚ 8.9. un τῷ διδ. ἐγκ. — μη- δὲ ἐξελ. — ἀλλὰ τῷ ἀδικοῦντι. Das Object richtet sich nach dem entfern- teren Prädieat, weil jenes im Gedan- ken das Pichtigere ist, denn es ent- hät den Allgemeinen Grund zu dem zweiten, einer nur vereinzelt vorkom- menden Folge. Vgl. Protag. 327 A. πᾶς πάντα ἐδίδασκε καὶ ἐπέπληττε τὸν μὴ καλῶς αὐλοῦντα. |
ἀδικήσας. Das Participium Aoristi
Platons ausgew, Dialoge. II,
bezeichnet, dass die Thatsache ‚so unmöglich ist, nach der Behauptung des Gorgias, dass sie nie vorgekom- men ist.
[461 A] 26. ὁρᾷς δὴ καὶ αὐτός. Der Nachsatz sollte eigentlich die Thatsache (ὁμολογεῖται) enthalten. Durch den Einschub, erhält der Ge- danke eine subjeetive Wendung, eine Beziehung auf das Bewusstsein des Gorgias. Vgl. Apol. 24 Ὁ. ὁρᾷς, ὦ Μέλητε, ὅτι σιγᾶς. ib. 31 B νῦν δὲ ὁρᾶτε δὴ καὶ αὐτοί, ὅτι οἵ κατή- yogoı #. τ. A.
4
461
50 IIAATQNOZ
ὅτι αὖ ὁμολογεῖται τὸν ῥητορικὸν ἀδύνατον εἶναι ἀδίκως ᾿χρῆσϑαι τῇ ϑητορικῇ καὶ ἐθέλειν ἀδικεῖν. ταῦτα οὖν ὅπῃ ποτὲ ἔχει, μὰ τὸν κύνα, ὦ Γοργία, οὐκ ὀλίγης NS ἐστὶν ὥστε ἱχανῶς διασκέψασθαι.
ΧΥΙ. ΠΩ͂. Τί δέ, ὦ Σώκρατες; οὕτω καὶ σὺ si τῆς 5
ῥητορικῆς δοξάξεις ὥσπερ νῦν λέγεις; ἢ οἴει, ὅτι Γοργίας ἠσχύνϑη σοι μὴ προσομολογῆσαι τὸν ῥητορικὸν ἄνδρα μὴ οὐχὶ καὶ τὰ δίκαια εἰδέναι καὶ τὰ καλὰ καὶ τὰ ἀγαϑαά, καὶ ἐὰν μὴ ἔλθῃ ταῦτα εἰδὼς παρ᾽ αὐτόν, αὐτὸς διδάξειν, ἔπειτα ἐκ ταύτης ἴσωρ τῆς ὁμολογίας, ἐναντίον τι συνέβη ἐν τοῖς λό- γοις, τοῦϑ᾽ ὃ δὴ ἀγαπᾷς, αὐτὸς ἀγαγὼν ἐπὶ τοιαῦτα ἐρωτή- ματα --- ἐπεὶ τένα οἴει ἀπαρνήσεσϑαι μὴ οὐχὶ καὶ αὐτὸν ἐπί- στασϑαὶ τὰ δίκαια καὶ ἄλλους διδάξειν; ἀλλ᾽ eis τὰ τοιαῦτα
ἄγειν πολλὴ ἀγροικία ἐστὶ τοὺς λόγους. Zn. Q κάλλιστε Πῶλε, ἀλλά τοι ἐξεπίτηδες χτώμεϑα
[Β] 8. οὐκ ὀλίγης συνουσίας hier umgekehrt wie458 B, für οὐκ OA. λό- γων δεῖται. Man beachte die So- kratische Bescheidenheit.
Car. XVI.. Polos drängt sich von neuem in die Unterredung ein, in der Meinung den Sokrates zu übersehen. Die Leidenschaftlichkeit seines We- sens ist in seinen Worten, namentlich dem anakoluthisch gebauten Satze, dentlich ausgeprägt. VonSokrates setzt er voraus, dass es ihm nicht um, die Wahrheit, sondern nur um die Besie- gung des Gegners zu thun sei, indem er diesen hinterlistig aufs Glatteis führe.
[B] 5. καὶ σὺ Gegensatz? Polos übersieht, dass Sokrates gar keine Ansicht über die Rhetorik ausgespro- chen hat.
BE un προσομολογῆσαι wie unten αἀπαρνήσεσϑοαι coustruiert. οὐχί wol absichtlich statt deseinfachen οὐ, wie überhaupt die an sich unnötige Nega- tion im regierenden und regierten Prädicate, διδάξειν hängt. ‚von ei- nem aus προσομολογῆσαι zu ent- nehmenden Verbum des Sagens ab; die Abhängigkeit von οἴει wird dann
ganz vergessen und συνέβη selb- ständig.
10. ἔσως soll die Folgerichtigkeit des aus dem Zugeständnis abgeleite- ten Widerspruchs in Frage! stellen. Dieselbe Aufgabe hat ® nach ἐναν- riov.
[6] 11. τοῦϑ'᾽ ὃ δὴ ἀγαπι ἧς. Der persönliche Vorwurf, den Polos bos- haft einschaltet, contrastiertgegen die ruhige Haltung, die Sokrates durch- weg bewahrt hatte, ἀγαγών concessiv,
Π
die Schuld fällt παν ἀμ Sokrates. roı-
αὕτα verächtlich. Eine Bestimmung der Art dieser Fragen verschweigt
Polos weislich, aber aus dem folgen-
den geht die 'Flachheit seiner sittli- chen Anschauung gleich hervor.
14. ἀγροικία ist Gegensatz der παιδεία. Mitdiesem Vorwurf beweist aber gerade Polos, dass es ihm eben- so sehr ay äusserer wie innerer Bil- dung fehlt.
15. ὦ κάλλιστε. Das Beiwort ist treffend für den prunksüchtigen Rhe- tor. Sokrates beweist sofort die Fein- heit der äusseren Bildung, die ihm eigen ist, indem er lobend zu ta- deln versteht.
ΤΟΡΓΊΑΣ. _ 51
ἑταίρους καὶ υἱεῖς, ἵνα, ἐπειδὰν αὐτοὶ πρεσβύτεροι γιγνόμε- vor σφαλλώμεϑα, παρόντες ὑμεῖς οἵ νεώτεροι ἐπανορϑῶτε ἡμῶν τὸν βίον καὶ ἐν ἔργοις καὶ ἐν λόγοις. καὶ νῦν εἴ τι ἐγὼ | καὶ Γοργίας ἐν τοῖς λόγοις σφαλλόμεϑα, σὺ παρὼν ἐπανόρ- δ ϑου᾽ δίκαιος δ᾽ εἶ" καὶ ἐγὼ ἐθέλω τῶν ὡμολογημένων εἴ τί σοι δοκεῖ μὴ καλῶς ὡμολογῆσϑαι, ἀναϑέσϑαι ὅ τι ἂν σὺ βού- An, ἐάν μοι ἕν μόνον φυλάττῃς. II2A. Ti tovro λέγεις: ER. Τὴν μακρολογίαν, ὦ Πῶλε, ἣν N ἡ τὸ ‚0 πρῶτον ἐπεχείρησας χρῆσϑαι. | . IRA. Τί δέ; οὐκ ἐξέσται μοι λέγειν ὁπόσα ἂν βού- λωμαι; Zn. Δεινὰ μέντ᾽ ἂν πάϑοις, ὦ βέλτιστε, εἰ ᾿4ϑήναξε ἀφικόμενος, οὗ τῆς Ἑλλάδος πλείστη ἐστὶν ἐξουσία τοῦ λέ- 15 γειν, ἔπειτα σὺ ἐνταῦϑα τούτου μόνος ἀτυχήσαις. ἀλλὰ ἀν- τίϑες τοι σοῦ μακρὰ λέγοντος καὶ μὴ ἐϑέλοντος τὸ ἐρωτώ- μένον ἀποκρίδεσϑαι, οὐ δεινὰ ἂν αὖ ἐγὼ πάϑοιμι, εἰ μὴ ἐξέ- σται μοι ἀπιέναι καὶ μὴ ἀκούειν σου; ἀλλ᾽ εἴ τι κήδει τοῦ λόγου τοῦ εἰρημένου καὶ ἐπανορϑώσασϑαν αὐτὸν βούλει, 20 ὥσπερ νῦν δὴ ἔλεγον, ἀναϑέμενος ὅ τι σοι δοκεῖ, ἐν τῷ μέ- ο΄ ρὲν ἐρωτῶν τε καὶ ἐρωτώμενος, ὥσπερ ἐγώ τε καὶ Γοργίας, ᾿ς ξλεγχέ τε καὶ ἐλέγχου. φὴς γὰρ δήπου καὶ σὺ ἐπέστασϑαι
462
ἅπερ Γοργίας᾽ Nov; ,
υἱεῖς. Das Verhältnis von Vater
und Sohn ist vortrefllich gewählt, die Selbstüberhebung desjungen Mannes, “der noch Schüler ist, zubrandmarken,
0] 5. δέκαιος δ᾽ εἶ wie Protag. 819 B. δώιαιός εἰμι εἰπεῖν, zugleich feine Anspielung auf das vorherge- hende 6 δητορικὸς δίκαιος. urnach Öoxet, weil dies dieBedeutung des will- kürlichen Beliebens in sich schliesst. ἀναϑέσϑαι. Eigentlich von den Stei- nen im Brettspiel (den Zügen) ge- braueht, die man zurücknimmt.
9. καϑέρξῃς. Der Fluss der Rede soll gleichsam in Polos selbst einge- dämmt werden. zenctaı, weil der Rhetor mit Bewusstsein von diesem oder jenem Mittel Gebrauch macht.
[ΕἸ 13. ᾿Αϑήναξε. Die Athener wa- ren als ἴνδρες φιλολόγοι berühmt. Die Freiheit der Rede galt als Grund- lage des demokratisch Tegierten Staa- tese ἡ τ
16. σοῦ μακρὰ λέγοντος 07,0 In ähnlicher Weise tritt Sokrates im Protagoras auf, ja macht schon An- stalten wegzugehen. 339 Ὁ,
[462 A] 18. κήδεσϑαν drückt per- sönliche Theilnahme aus. ὥσπερ νῦν δὴ ἔλ. geht auf die folgenden Worte.
22. φὴς γὰρ δήπου. Sokrates muss den Polos durch seine eigenen Worte — ein Zugeständnis seiner Eitelkeit — zu dialogischer Form der Untersu- chung. ver pflichten.
4*
52 ΠΩ. "Eyoye.
ΠΛΆΤΩΝΟΣ
-
ZR. Οὐκοῦν καὶ σὺ κελεύεις σαυτὸν ἐρωτᾷν hr ὅ τι ἄν τις βούληται, ὡς ἐπιστάμενος ἀποκρίνεσϑαι;
ΠΩ. Πάνυ μὲν οὖν.
ER. Καὶ νῦν δὴ τούτων ὁπότερον βούλει ποίει, Bin 5
ἢ ἀποκρίνου.
f
XVI. 1194. ᾿4λλὰ ποιήσω ταῦτα. καί μοι ἀπόκριναι, ὦ Σώκρατες" ἐπειδὴ Γοργίας ἀπορεῖν σοι δοκεῖ περὶ. ΝΆ ῥητο- ρικῆς, σὺ αὐτὴν τίνα φῇς εἶναι;
ZR. Ἶάρα ἐρωτᾷς ἥντινα τέχνην φημὶ εἷναι;
I12.4. Ἔγωγε.
ΣΦ. Οὐδεμία ἔμοιγε δοκεῖ, ὦ Πῶλε, ὥς γε πρὸς BR τά-
ληϑὴ εἰρῆσϑαι.
ΠΩ. ᾿Αλλὰ τί σοι δυκεῖ [ἡ ῥητορικὴ] εἶναι;
an. Πρᾶγμα ὃ φὴς σὺ ποιῆσαι τέχνην ἐν τῷ συγγράμ- 16
C ματι ὃ ἐγὼ ἔναγχος ἀνέγνων. II24A. Τί τοῦτο λέγεις ;
ER. Ἐμπειρίαν ἔγωγέ τινα.
I12.4. Ἐμπειρία 6 ἄρα 60. δοκεῖ ἡ ῥητορικὴ ΚΉΝ ; ER. Ἔμοιγε, εἰ μή τι σὺ ἄλλο λέγεις." |
ΠΩ... Τίνος ἐμπειρία;
ER. Χάριτός τινος καὶ ἡδονῆς ἀπεργασίας.
Car. XVII. 7. ταῦτα das erstere.
9. τένα φὴς εἶναι. Polos müsste zunächst nach dem Gattungsbegriff fragen mit τί; „er setztaber als selbst- verständlich τέχνηνν oraus. Im nach- folgenden zeigt sich, dass Fragen (wissenschaftlich das (Gespräch leiten) schwerer ist alsantworten. Man suche jedoch im Folgenden nicht eine von Sokrates aufgestellte neue Definition der Rhetorik. In Wahrheit zieht So- krates nur die Consequenzen aus der mit Gorgias festgestellten. Die näch- ste Folge ist, dass sie keineKunst sein kann. Das weitere dient daher zur Erläuterung, auf deren Grund nur der Wert oder die ERBEN der Rhe- torik zu suchen ist.
ἐν τῷ συγγράμματι, s. zu 448 C und Einl. Das ὃ φὴς σὺ ποιῆσαι τέ-
χνὴν ist zu ® klären nach 448 C πολ- λαὶ τέχναι ἐν ἀνθρώποις εἰσὶν ἐκ τῶν ἐμπειριῶν ἐμπείρως εὐρημέ- ναι. Die Kunst entsteht hiernach aus Erfahrung. Polos erinnert sich aber der eigenen Worte nicht mehr.
[0] 18. Bisenihle ist nicht allge- mein zu fassen als empirische. Wis- senschaft, sondern als das empirisch angeeignete, die blosse Fertigkeit. Die folgende Frage, die nur das Ge- sagte wiederholt, beweist des Polos Ungeschick;; sie ist ganz überflüssig.
22. χάριτος ist das Wolgefallen, das auf die Person des Redners zu- rückgeht, 7dovn-die Lust, die für die Zuhörer aus seiner Rede erwächst. Polos hat den speeifischen Unter- schied, wodurch die Rhetorik sich von anderen ihr gleichgeordneten
a
53
ΠΩ 4. Οὐκοῦν καλόν σοι δοκεὶ ἡ ῥητορικὴ. εἶναι, χαρί-
ξεσϑαι οἷόν τ᾽ εἶναι
ΣΩ. τί δέ,
τι ἀνθρώποις: -
ὦ Πῶλε; ἤδη πέπυσαι παρ᾽ ἐμοῦ, ὅ τι φημὶ
αὐτὴν εἶναι, ὥστε τὸ μετὰ τοῦτο ae εἰ οὐ καλή μοι δοκεῖ D 5 εἶναι;
; εἶναι;
‘0
ER. Βούλει οὖν, ἐπειδὴ τιμᾷς τὸ χαρίξεσϑαι, σμικρόν τί
wor 'χαρίσασϑαι; ΠΩ. Ἔγωγε.
ΠΩ. Οὐ γὰρ πέπυσμαι ὅτι ἐμπειρίαν τινὰ αὐτὴν φὴς
ER. Ἐροῦ νῦν με, ὀψοποιία ἥτις μοι δοκεῖ τέχνη εἶναι. II2A. Ἐρωτῶ δή, τίς τέχνη ὀψοποιία:;
ER. Οὐδεμία, ὦ Πώλε. ΠΩ.Α. ᾿Δ4λλὰ τέ; φάϑι.
ER. Φημὶ δή. ἐμπειρία τις.
ΠΩ,.4. Τίνος; φάϑει.
a. Φημὶ δή, χάριτος καὶ ἡδονῆς ἀπεργασίας, ὦ Πώῶλε. Ἐ ΠΩ .4. Ταὐτὸν ἄρ᾽ ἐστὶν ὀψοποιία καὶ ῥητορική; | 22. Οὐδαμῶς γε, ἀλλὰ τῆς αὐτῆς μὲν ἐπιτηδεύσεως
μόριον. ,
ISA. Τίνος λέγεις ταύτης;
ΣΩ. Μὴ ἀγροικότερον ἡ τὸ ἀληϑὲς εἰπεῖν" ὀκνῶ γὰρ Γοργίου ἕνεκα λέγειν, μὴ οἴηταί we διακωμῳδεῖν τὸ ἑαυτοῦ ἐπιτήδευμα. ἐγὼ δὲ, εἰ μὲν τοῦτό ἐστιν ἡ ῥητορικὴ ἣν Γοργίας
„ ἐμπειρέαι unterscheidet, och nicht hört; er kommt daher fragend in denselben Fehler, wie 448 C ant- end. Und doch ist hier,die Frage
nach dem Wert der Rhetorik eher am
Platz und ihre Beantwortung wird Aufgabe dieses Theiles.,
[Ὁ] 8. τιμᾷς nämlich καλὸν φὴς εἶναι. χαρέξεσϑαι wird doppelsinnig ger (raoiowoıs).
"16. φάϑε. In diesem Zusatz drückt sich eine gewisse Gereiztheit des Po- los aus. Sokrates begegnet ihr mit Ruhe eben durch Wiederholung des
φημὶ δή. 18, ταὐτὸν ἄρ᾽ ἐστέν. Polos weiss
΄
nicht, dass zwei Arten identisch sind im Gattungsbegriff.
22. un ἀγροικότερον 7. Diese Re- densart drückt die Befürchtung aus, dass man Anstoss errege mit seinen Worten; anders 486 C, 509 A καὶ et ἀγροικότερόν τι εἰπεῖν ἐστι oder Apol. 32 D, wo nur ein ‘starker, derber Ausdruck entschuldigt wird. Hier ist das Wort mit direeter Bezie- hung auf den Vorwurf gebraucht, den Polos 461 C dem Sokrates gemacht hat. Die Wahrheit zieht den Vor- wurf der ἀγροικία zu. Zugleich wahrt Sokrates dem Gorgias gegen- über die Pflicht der Höflichkeit und zarter Rücksichtnahme. τοῦτο was ich im Sinne habe.
463
54 ΠΛΆΤΩΝΟΣ ἐπιτηδεύει, οὐκ οἶδα καὶ γὰρ ἄρτι ἐκ τοῦ λόγου οὐδὲν ἡμῖν καταφανὲς ἐγένετο, τί ποτε οὗτος ἡγεῖ vo ἐγὼ: καλῶ τὴν δητορικήν, πράγματός τινός ἐστι μόριον οὐδενὸς τῶν καλῶν. TOP. Τίνος, ὦ Σώκρατες; elze μηδὲν ἐμὲ αἰσχυνϑείς. ΧΥΠΙ. 32. Ζοκεῖ τοίνυν μοι, ὦ Γοργία, εἶναί τι ἐπιτή:- 5 δευμα τεχνικὸν μὲν οὔ, ψυχῆς δὲ στοχαστικῆς καὶ ἀνδρείας καὶ φύσει δεινῆς προσομιλεῖν τοῖς ἀνθρώποις" καλῶ δὲ αὐτοῦ ἐγὼ τὸ κεφάλαιον κολακείαν. ταύτης μοι δοκεῖ τῆς ἐπιτηδεύ- σεως πολλὰ μὲν καὶ ἄλλα μόρια εἶναι, ἕν δὲ καὶ ἡ ὀψοποιική, ὃ δοκεῖ μὲν εἶναι τέχνη, ὡς δὲ ὁ ἐμὸς λόγος, οὐκ ἔστι τέχνη, 1ι ἀλλ᾽ ἐμπειρία καὶ τριβή. ταύτης μόριον καὶ τὴν δητορικὴν ἐγὼ καλῶ καὶ τήν γε κομμωτικὴν καὶ τὴν σοφιστικήν, τέτταρα ταῦτα μύρια ἐπὶ τέτταρσι πράγμασιν. εἰ οὖν βούλεται Πώλος πυνϑάνεσϑαι, πυνϑανέσθω᾽ οὐ γάρ πῶ πέπυσται, ὁποῖόν φημι ἐγὼ ung κολακείας μόριον εἶναι τὴν δητορικήν, ἀλλ αὐ- ii τὸν λέληϑα οὔπω ἀποκεκριμένος, ὃ δὲ ἐπανερωτᾷ, εἰ οὐ er ἡγοῦμαι εἷναι: ἐγὼ δὲ αὐτῷ οὐκ ἀποκρινοῦμαι πρφότερων, εἴτ καλὸν εἴτε αἰσχρὸν ἡγοῦμαι εἶναι τὴν δητορικήν, πρὶν ἂν πρῶτον ἀποκρίνωμαι 6 τι ἐστίν. οὐ γὰρ δίκαιον; ὦ Πῶλε; ἀλλ᾽ εἴπερ βούλει πυϑέσϑαι, ἐρώτα; ὁποῖον ae τῆς κολα- 2 xslag φημὶ εἶναι τὴν δητορικήν.
[463 A] 3. οὐδενός schliesst sich ἐγῴῷμαι, πάντες φαῖμεν ἂν ἢ ἡδυν- epexegetisch an τινός an. τικήν τινα τέχνην εἶναι.
Car. XVII. 6. ψυχῆς δέ. Inden tt, ἐμπειρία καὶ τριβή. Während drei Bestimmungen dazu fasst Sekra- Aurch jenes das Resultat bezeichnet tes zusammen, was sich von den wird (s. v.) drückt diess noch beson- Grundlagen der Rhetorik Gutes sagen ders die kunstlose ohme klares: Be lässt. Es gehört dazu Gewandtheit, wusstsein vor sich gehende Art ar um die Verhältnisse u. dgl. zu über- Aneignung und Uebung aus. So ste blicken, Mut, um auf die " Aussenwelt anch Phaedros 260 E τεῖος τριβή zu wirken ‚und die natürliche Gabe nd 270 Β τριβὴ καὶ ἐμπειρέα von das Urteil und den Willen Anderer der Rhetorik Quintil. inst. Or. I, 15 zu bestimmen. ἢ fasst beides zusammen. ‚als ‚periüia
[B] 8. κολακείαν. Der griechische gratiae ac woluptatis, A Ausdruck umfasst mehr als der deut- 12. κομμωτική nich bloss Putz in | sche: Schmeichelei. ΓΡΗΙ ordnet sich dans Ὧν μα Ach auch Frisur, Sal- . Alles unter, was auf Lusterregung |. Schminken "u, del, -Quint. 1.1
με { 3. ausgeht. ° Soph. 222 B. τοῦ δὲ γε mangonum qui Be fwco ei ve-
μισϑαρνητικοῦ τὸ iv . προσομι- λοῦν διὰ χάριτος u παντάπασι rum robur inani sagina mentiebantur!
dr ἡδονῆς τὸ δέλεαρ πεποιημένον [6] 10. ἀποκεχριμέψος. 'activisch. καὶ τὸν μισϑὸν πραττόμενον τρο- Warum perfectum ? el οὐ. Polos er- φὴν ἑαυτῷ ὠόνον πολακικῆν, ὡς wartete bejahende Antwort. -
ΓΟΡΓΊΑΣ.
55
ΠΩ. Ἐρωτῶ δή, καὶ ἀπόκριναι, ὁποῖον μόριον.
a2. Ag οὖν ἂν μάϑοις ἀποχριναμένου; ἔστι γὰρ ἡ 6N- τορικὴ κατὰ τὸν ἐμὸν λόγον πολιτικῆς μορίου δἴδωλον.
ΠΩ.4. Τί οὖν; καλὸν ἢ αἰσχρὸν λέγεις αὐτὴν εἶναι;
ER. Αἰσχρὸν ἔ ἔγωγδ᾽ τὰ γὰρ κακὰ αἰσχρὰ καλῶ᾽ ἐπειδὴ δεῖ σοι ἀποκχφίνασϑαι ὡς ἤδη εἰδότι ἃ ἐγὼ λέγω.
TOP. Μὰ τὸν Δία. ὦ Σώκρατες, ἀλλ᾽ ἐγὼ οὐδὲ αὐτὸς
“συνίημι ὅ 0 τι λέγεις. ΣΩ. Εἰκότως 2
ὦ ag Si Ba): PR γάρ : πῶ σαφὲς λέγω,
0 Πώλος δὲ ὅδε νέος ἐστὶ καὶ ὀξύς.
TOP. ᾿᾽4λλὰ τοῦτον μὲν ἐ ἔα, ἐμοὶ δ᾽ εἰπέ, πῶς λέγεις πολι- τικῆς μορίου εἴδωλον εἶναι τὴν ῥητορικήν.
28. AIR ἐγὼ πειράσομαι φράσαι, ὅ γέ μοι φαίνεται
“εἶναι ἡ ῥητορική᾽ εἰ δὲ μὴ τυγχάνει ὃν τοῦτο, Πῶλος ὅδε ἐλέ-
15 γξει. σῶμά που καλεῖς τι καὶ ψυχήν;
%
‚TOP. Πὼς γὰρ οὔ;
ἦν a , h “ * 9 ER. Οὐκοῦν καὶ τούτων οἴει τινὰ εἶναι ἑκατέρου εὐεξίαν ;
"© TOP. Ἔχωγε.
» 5 Ν] I
ER. Τί δέ; δοκοῦσαν μὲν εὐεξίαν. οὐόσαν δ᾽ οὔ; οἷον X [4 ’ em 5 ᾿" x ’ N ει 9
20 τυίονδὲ λέγω" πολλοὶ δοκοῦσιν EV ἔχειν τὰ σώματα. οὐς οὐκ
>
[D] 2. Der Sinn der Frage ist ne-
gativ : schwerlich wirst du meine Ant-,
wort verstehn. Sie soll Polos zu wei- teren Fragen anregen, aber Polos be- achtet, ganz in seinen Gedankenkreis gebannt, das von Sokrates Gesagte gar nieht. Die Bedentung von εἴδω- Aov erhelltausdem Gegensatz The aet.
50 E. ψευδῆ καὶ εἴδωλα περὶ πλείονος ποιησάμενοι τοῦ > ἀληϑοῦς. | Soph. 234 Ὁ. ἢ οὐ δυνατὸν τυγχά- γνξὺν τοὺς νέους - τοῖς λόγοις γοη- τεύειν, δεικνύντας εἴδωλα λεγό- μενα περὶ πάντων, ὥστε ποιεῖν ἀληϑῆ͵ δοκεῖν λέγεσϑαι.
5. τὰ γὰρ nnd. Was seinem We- sen nach als ἀγαϑόν oder κακόν be- zeiehnet wird, ist für die Werth- schätzung des Subjectes καλόν und αἰσχρόν. Daher ist diepartielle Iden- tität beider Begriffspaare ein festste- hender Satz in der Sokratischen Be- weisführung. 8. ἃ, Einl. S. 11.
1. οὐδὲ αὐτός. ὅθ fühlt sich
als Meister. Gorgias muss eintreten und an Sokrates die nachfolgende Bitte stellen, weil durch Polos, der ja die Rolle des Fragenden übernommen hat, das Gespräch nieht wieder in Ordnung gebracht werden kann. Da- mit wird seine Unfähigkeit für die Dialektik stillschweigend ausgespro- chen. Das ἐπανορϑώσασϑαι τὸν λόγον ist ihm nicht gelungen.
[E] 10. νέος --- καὶ ὀξύς. Beides mit Bezug auf das 461 Ο Gesagte. ὀξύς mag zugleich eine Anspielung
auf den Namen IIoAog (Füllen) ent- '
halten.
[464 A] 19. Nolan den ÖObjeeten (πράγμασι) 463 C bilden Schein und
Sein den zweiten Einteilungsgrund.
— Durch οἷον τοιόνδε λέγω wird ein Beispiel oder specieller Fall ein- geführt zur Erläuterung für ein All- gemeines. τὸ ποιοῦτον wird durch das KolEWMERN 0zı bestimmt. ᾿
464
56
IAATRSNOZ
ἂν ῥαδίως αἴσϑοιτό τις. ὅτι οὐκ εὖ ἔχουσιν, ἄλλος ἢ ἰατρός TE
καὶ τῶν γυμναστικῶν τις. T'OP. And λέγεις.
a Nr
»
ΣΦ. Τὸ τοιοῦτον λέγω καὶ € ἐν σώματι εἶναι καὶ ἐν ψυχῇ. ὅ τι ποιεῖ μὲν δοκεῖν εὖ ἔχειν τὸ σώμα καὶ τὴν ψυχήν, ἔχει δὲ 5
οὐδὲν μᾶλλον. TOP. Ἔστι ταῦτα.
| | ἡ“, XIX 22. y δή 601, ἐὰν δύνωμαι, σαφέστερον ἐπι:
δείξω ὃ 0 λέγω. δυοῖν
τοιν τοῖν πραγμᾶτοιν δύο λέγω τέχνας
τὴν μὲν ἐπὶ τῇ ἢ ψυχῇ πολιτικὴν καλῶ, τὴν δὲ ἐπὶ σώματι u 10
μὲν οὕτως ὀνομάσαι οὐκ ἔχω σοι, μιᾶς δὲ οὔσης τῆς τοῦ σώματος
ϑεραπείας δύο μόρια λέγω, τὴν μὲν γυμναστικήν, τὴν δὲ ἰατρικήν" τῆς δὲ πολιτικῆς ἀντὶ μὲν τῆς γυμναστικῆς τὴν ν
μοϑετικήν, ἀντίστροφον ὃὲ τῇ ἰατρικῇ τὴν δικαιοσύνην. im.
κοινωνοῦσι μὲν δὴ ἀλλήλαις, ὃ ἅτε περὶ τὸ αὐτὸ οὖσαι, ἐκάφερδι
τούτων, ἥτ τε ἰατρικὴ τῇ γυμναστικῇ καὶ ἡ δὲ
σύνη τῇ 1
μοϑετικῇ, ὅμως δὲ διαφέρουσί τι ἀλλήλων. τεττάρων δὴ on τῶν οὐσῶν, καὶ ἀεὶ πρὸς TO βέλτιστον ϑεραπευουσῶν τῶν μὲν τὸ σῶμα. τῶν δὲ τὴν ψυχήν. ἡ κολακευτικὴ ed:
Car. XIX. [B] 10. τὴν μέν. Vorden Gliedern eines Gegensatzes findet leicht asyndetische Verbindung Statt, obwol καὶ stehen kann. Vgl. Nägels- bach zu Hom. Il. I, 50. Unter dem Ausdruck πολιτική fasst Sokrates die auf die Seele bezüglichen Künste zusammen im Anschluss an die im Protagoras dargestellte πολιτικὴ ἀρε-
τή — die bürgerliche Tugend. Die Ausbildung und rechte Pflege der Seele, worauf Sokrates zuletzt wieder zurückkommt, ist auch die Haupt- aufgabe des wahren Staatsmannes., — μέαν ὀνομάσαι gleich Evi ὀνό- ματι καλεῖν --- προσαγορεύειν.
14. ἀντίστροφον bezeichnet einen Theil, der einem auf der anderen Seite befindlichen Theile eines grösse- ren Ganzen entspricht. Man.hat hier- bei an das Entsprechen von στροφή und ἀντιστροφή in der metrischen Composition eines Chorgesanges zu denken. Gymnastik und Nomothetik haben es, jede auf ihrem (rebiete, mit
" der Aufstellung der positiven Be- stimmungen zuthun, durch welche die
„Natur ihres Objectes erhalten und ge- fördert wird. Die Heilkunde und Ge- rechtigkeitspflege ‚suchen in der Pra- xis die Verletzung jenerBestinmungen wieder aufzuheben (zu negieren). δικαιοσύνη, musste gesagt werden,
nicht Öinaszınn oder δικανική, weil
sich diese Worte blos auf die Ent,
scheidung anhängiger Processe be- ziehen. Hier musste der allgemeinere Begriff der Rechtspflege eingereiht werden und diese vertritt dieganze praktische Thätigkeit des Staatsmannes. Da auch.die δ᾿ eine ἐπιστήμη ist, wird ihre Uebung
zur τέχνη. Andererseitsgehören Heil-
kunde und Gymnastik sowie Rechts- pflege und Gesetzgebungskunst je un- ter einen gemeinschaftlichen Gat- tungsbegriff — ἐπικοινωνοῦσι μὲν δὴ ἀλλήλαις.
[6] 19. αἰσϑομένη αἰά γνοῦσα νο- zeichnen nach Object und Art ver-
δ
Ψ &
ΓΟΡΓΊΑΣ. 57
γνοῦσα λέγω, ἀλλὰ στοχασαμένη, τέτραχα ἑαυτὴν διανείμασα, ὑποδῦσα ὑπὸ ἕκαστον τῶν μορέων, προσποιεῖται εἶναι τοῦτο ὅπερ ὑπέδυ, καὶ τοῦ μὲν re οὐδὲν φροντίζει, τῷ δὲ ἀεὶ ἡδίστῳ Imgeverar τὴν ἄνοιαν Kal ἐξαπατᾷ ᾿ ὥστε δοκεῖ 5 πλείστου ἀξία εἶναι. ὑπὸ μὲν οὖν τὴν ἰατρικὴν ἡ ὀψοποιικὴ SER καὶ προσποιεῖται τὰ βέλτιστα σιτία τῷ σώματι εἰδέ-
ἡ δ...
1,007 εἰ δέοι ἐν παισὶ διαγωνίξεσϑαι ὀψοποιόν τε καὶ ἰατρὸν n = ἀνδράσιν οὕτως ἀνοήτοις ὥσπερ οἵ παῖδ ἐς, πότερος ἐπαΐει ἱ τῶν χρηστῶν σιτίων καὶ πονηρῶν, ὁ ἰατρὸς ἡ ἢ ὃ ὀψοποιός,
Alp ἂν ἀποϑανεῖν τὸν ἰατρόν. κολακείαν μὲν οὖν αὐτὸ καλῶ, καὶ αἰσχρόν φημι εἶναι τὸ τοιοῦτον. ὥ Πώῶλε --- τοῦτο γὰρ πρὸς σὲ λέγω --- ὅτι τοῦ ἡδέος στοχάζεται. ἄνευ τοῦ βελτίστου" νην δὲ αὐτὴν οὔ φημι εἶναι ἀλλ ἐμπειρίαν, ὅτι οὐκ ἔχει Mr οὐδένα ὧν προσφέρει, ὁποῖ᾽ ἄττα τὴν φύσιν ἐστίν, ὥστε
e: ἐν αἰτίαν ἑ &
ὑποσχεῖν λόγον. A ®.
στου un ἔχειν εἰπεῖν. ἐγὼ δὲ τέχνην οὐ καλῶ, ν ἢ ἄλογο πρᾶγμα" τούτων δὲ πέρι εἰ ἀμῷισβητεῖο, ἐθέλω
ΟΧΧ. Τῇ μὲν οὖν rd ὥσπερ λέγω; ἡ ὀψοποιικὴ κολα-
κεία ὑπόκειται" τῇ δὲ γυμναστικῇ κατὰ τὸν αὐτὸν τρόπον
schiedene Seelenthätigkeiten.Die yoo- σις geht stets auf dieinnere Wahrheit der Sache (daher das βέλτιστον), die nur durch begriffliches, methodisches Denken erfasst wird; die αἴσϑησις ist ein sinnliches Wahrnehmen der äusseren Form oder der Wir] ngen einer Sache, ohne d 5. der Grund in dem Wesen derselb« ον mit erfasst
9 nn wie unter ein Gewand ir eine Maske, durch welche die irklichkeit verhüllt wird.
[Ὁ] 4. ϑηρεύεται τὴν ἄνοιαν. Das Bild’von der Jagd in Bezug auf Künste, die nurnach Schein haschen, ist bei Platon häufig, am ausgeführtesten im Sophisten. Entsprechend der An- wendung des abstractum für das con- ο΄ eretum drückt sich Demosthenes aus
01. II, 7; τὴν γὰρ ἑκάσξων ἄνοιαν dei τῶν ἀγνοούντων. αὖτ Baier τῶν u ροσλαμ νῶν ὑξή- In. Zu worEpos παΐει Becher δέοι
vgl. Protag. 318 B. ‚ec τίς σὲ διδέ. Esıev ὃ μὴ Τῦγχανεις ἐπιστάμε- νος.
[465 A] 11. τοῦτο) γὰρ πρὸς σὲ λέ- yw, weil Polos wiederholt gefragt hatte, ob die Rhetorik etwas Schönes sei.
14. ὧν προσφέρει geht aufdieMit- tel, welche jede anwendet.
15. Nach dem Menon 98 A wird erst durch den λογισμὸς αἰτίας das, was vorher unsicher schwankende δόξα war, gebunden zu sicherem Eigentum der Seele.
Car. XX. [B] 1% ὑπόκειται. Im philosophischen Sinne wird ὑποκεῖ- σθαι sonst von der einer Folge oder Thatsache zu Grunde liegenden Vor- aussetzung gebraucht. τὸ ὑποκείμε- vov das Substrat, Hier ist in ὑπὸ die Bedeutung des heimlichen Unterschie- bens enthalten wiein ὑπέδυ, und ὑπό- κειται steht für ὑποτέϑειται.
465
druck allg
ἮΝ
--
der. . Wesen (
58
NMAATSNOZ
“
τοῦτον ἡ κομμωτική, κακοῦργός TE οὖσα καὶ ἀπατηλὴ καὶ ἀγεννὴς καὶ ἀνελεύϑερος, σχήμασι καὶ χρώμασι καὶ λειότητι καὶ ἐσθήσει ἀπατῶσα, ὥστε ποιεῖν ἀλλότριον κάλλος ἐφελκο- μένους τοῦ οἰκείου τοῦ δῖα τῆς γυμναστικῆς ἀμελεῖν. iv οὖν
μὴ μαχφολογῶ, ἐθέλω σοι εἰπεῖν ὥσπερ οἵ γεωμέτραι - ἤδη δ᾽ ( γὰρ ἂν ἴσως ἀκολουϑήσαις ---ὅτι ὃ ὃ κομμωτικὴ πρὸς γυμναστι-. unv, τοῦτο ὀψοποιικὴ πρὸς ἰατρικήν' μᾶλλον ( δὲ ὧδε » ὅτι ὃ
κομμωτικὴ πρὸς γυμναστικήν, τοῦτο σοφιστικὴ BR. φᾷς τικήν, καὶ ὅτι ὃ ὁ ὀφοποιικὴ πρὸς ἰατρικήν, τοῦτο ῥητορικὴ π δικαιοσύνην. ὕπερ μέντοι λέγω. διέστηκε, μὲν οὕτω φύσει" 10
1. κακοῦργός τε. οὐδεν. Prädi- cate reihen sich zu je zwei an einan- Die beiden ersten stellen das er x. an sieh dar, enthalten > devselben; der erste Aus-
iner, der zweite schliesst ch epexegetischan, indem er dieFolge ‚die Aussenwelt hervorhebt. &yev- ῬΊ ἧς un ἀφο ς ἡμῶν enthalteu das
αἰσχρόν, das Urteil über den Wert jener Fertigkeit. Natürlich bildet das folgende Partieip mit seinen Dativen die weitere Ausführung zu ἀπατηλή.
3. ἀλλότριος und οἰκεῖος bilden einen von Platon häufighervorgehobe- nen Gegensatz. Dieses bezieht sich
das κα
‚auf, die aus der Natur, dem Wesen,
einer Sache entwickelte oder ihr ein- wohnende Eigenschaft, jenes auf das von Aussen an sie her ebrachte, was hier treffend durch en νους bezeichnet wird. Die Schön- heit gehört dann nicht dem Menschen sondern den äusseren Mitteln an. ἔφ οὖν μὴ μακρολογῶ wie Criton 47 C ἵνα un πάντα Öılowev.DieForm des Satzes ist zuunterscheiden in ihrer Be- deutung von Folgesätzen wie ὡς συν- ελόντι Ai ὁ u. dgl., die wir auch durch „um zu‘ wiedergeben.
5. ὥσπερ οἵ γεωμέτραι. Das Wort bezeichnet Mathematiker ‚überhaupt (wie z.B. Theodoros von Kyı
εωμέτ enannt wird im Hin Die ahere Arithmetik der Geometrie mit einbegriffen, weil der Grieche fe geometrische Methode auch zur Veranschaulichung abstracier
Zahlenverhältnisse BR Uns liegt es nahe bei der folgenden thematischen Proportion an emea metische Formel zu denken, der 61 “". che denkt zunächstand ‚Proportiona- lität von Linien und Fi |
der mathematischen‘ Wissensch: Die Ordnung der Begriffe s. in dem Schema in d. Anh, ἴων γὰ Ga
menten der Dial πρὸς yvuv. In stets.
‘“ [0] 8. Es könnte auffallen, 2. Sophistik mit dem» ‚Nomothetik und nicht mit der Philosophie zusammen- gestellt wird. Allein jene ist die Wis- senschaft vom den Prineipien über-
haupt, insbesondere aber den ethi- scheu und politischen, aufdie es in diesem Dialog aloge κ᾿ der ‚Nomothe®muss, d Bei
sen werden, Philosoph sei περ μέντοι λέγω, bezieht sich αι Vor. = hergehende. Sokrates stellt seine An-_ sicht noch fester, indem er zugleich den Grundangibt, ‚warum jenes Ver- hältnis, das im Wesen der Sache be- gründet liegt, in der Wirklichkeit ver- kannt und verwischt werde. — Platon spricht darum genauer über das Ver- hältnis der Sophistik und Rhetorik zu einander, weil der Unterschied von ihm selbst» erst wissenschaflich be- gründet wird, ara ! ‚ ohne
Bewuss des@ icht.:
Sophisten Sean sein will,
©
-
ΤΌΡΓΙΑΣ.
59 Ä
ἅτε δ᾽ ἐγγὺς ὄντων φύρονται ἐν τῷ αὐτῷ καὶ περὶ ταὐτὰ 60- φισταὶ καὶ δήτορες, καὶ οὐκ ἔχουσιν ὅ τι χρήσονται οὔτε αὐτοὶ
6 » Φ ” ΄ \ RR Ey ἑαυτοῖς οὔτε ol ἄλλοι ἀνϑρῶποι τουτοις. καὶ γαρ ἂν, εἶ μὴ ἢ
Ξ - 3 ΡῚ ’ 3 5» Ψ ΣΧ ς -»" \ VER \ ’
ψυχὴ τῷ σῶματι ἑπεστατει, ἀλλ αὐτὸ αὐτῷ, καὶ μὴ UNO ταὺυ-
5 τῆς. κατεϑεωρξῖτο καὶ διεκρίνετο ἥ τὲ ὀψοποιικὴ καὶ ἡ ἰατρική, N} ἀλλ᾽ αὐτὸ τὸ σώμα ἔκρινε σταϑμώμενον. ταῖς χάρισι ταῖς πρὸς fr αὐτό, τὸ τοῦ ᾿Αναξαγόρου ἃ ἂν πολὺ ἦν, ὦ φίλε Πῶλε----σὺ γὰρ
᾿ς τούτων ἔμπειρος ---, ὁμοῦ ἂν πάντα χρήματα ἐφύρετο ἐν τῷ
Le
0, ἀκρίτων ὄντων τῶν τὲ ἰατρικῶν καὶ ὑγιεινῶν καὶ
ὀψοποιικῶν. ὃ μὲν οὖν ἐγώ φημι τὴν ῥητορικὴν δῖναι; ᾿ἀκή-
.R00S" ἀντίστροφον ὀψοποιέας ἐν ψυχῇ ἴσως μὲν οὖν ἄτοπον πεποίηκα, ὅτι σε οὐκ ἐῶν μακροὺς λ6- E
ους λέγειν αὐτὸς συχνὸν λόγον ἀποτέταχα. ἄξιον. μὲν. οὖν % ᾿ ἐμοὶ συγγνώμην ἔχειν" λέγοντος γάρ μου βραχέα οὐκ ἐμάν- δι
ὡς ἐκεῖ vo ἐν σώματι.
" ἐδὼ ve, οὐ ᾿χρῆσϑαι τῇ ἀποκρίσει, ἥν σον ἀπεκρινάμην, »
Ἔ ag ῥητορική:;
4, ἐπεστάτει. Man hat,an den Präsidenten zu denken, der in der Volksversammlung oder vor Geyicht die Verhandlungen leitet. -[D] 7. τὸ τοὺ Ava&oyogov. Ana- e oras der Freunddes Perikles nahm
ereinstimmend mit den Atomisti-
ki mit Empedokles an, dass im Urzustand die Elemente oder Atome — nach ihm der Zahl nach un- endlich aber in bestimmter Qualität vorhanden — alle zusammen gemischt waren ohne bestimmte Ordnung. Diese braehte dannder νοῦς oder denkönde Geist hinein, wenigstens gab er dazu den Anstoss. Sein Satz, der sich auf jene chaotischen Verhältnisse bezieht, γῦ πάντα χρήματα ἦν. iert ihn im Aaron mehr- entlich 72. 101 E,
| Ψ hie - Wii: ndung at ini nliches Verfahren in geistigen Dingen, das
ἦσϑα, ἀλλ δὶ διηγήσεως. a μὲν οὖν μα
tolası εἶ τι ἔχεις χοῆσϑαι, χρῶ. 4. τί οὖν PIUS, m κολακεία δοκεῖ σοι εἶναι ἡ
die ἀντιλογικοί befolgten. θεῷ, wie den Künsten des Scheine fehlt Klarheit des Begriffes (der voös),
welcher. subject. Erkenntnis wie ob- ject. Erkennbarkeit ermöglicht. Gor- gias Schüler sollten mitdesAnax. Lehre bekannt sein wegen ihres Verhältnis- ses zu Empedokles, doch setzt diess Sokrates wol nur im Scherz voraus. Aber sie verstanden sich auch auf das gresatpı, selbst (σὺ γὰρ τούτων
ὠπειρο9).
11. ἐκεῖνο geht auf ὀψοποιία. Das Neutrum ist um 50. mehr am Platz, weil damit der Gegensatz zu 0 — φῆ- μέ und ἀντίστροφον auch sprachlich anndliihäckt wird. ὁ,
[E] 13. ἄξιον μὲν. οὖν. Das οὖν ist hier nicht folgernd; denn der
‚Grund folgt erst nach, Esbezeichnet:
unter diesen Umständen, wie nun ein- mal die Sache liegt.
60
JIAATQNOZ
32. Κολακείας μὲν οὖν ἔγωγε εἷπον μόριον. ἀλλ᾽ οὐ μνημονεύεις τηλικοῦτος ὦ ὦν, ὦ Πώλε: τί τάχα δράσεις:
ΠΩ... do οὖν δοκοῦσί σοι ὡς κόλακες ἐν ταῖς πόλεσι φαῦλοι νομέξεσϑαι ot ἀγαϑοὶ ῥήτορες: Heart
NA. Ἐρωτῶ ἔγωγε.
ZR. Οὐδὲ νομέξεσϑαι ἔμοιγε δοκοῦσιν. ΠΩ... Πῶς οὐ νομίξεσϑαι; οὐ re “δύνανται ἐν.
ταῖς. πόλεσιν.
ΣΦ. Ἐρώτημα τοῦτ᾽ ἐρωτᾷς ἢ ἢ λόγου τινὸς’ ἀρχὴν λέγεις; 5
."
*
ER. Οὔκ, εἰ τὸ δύνασϑαί γὲ λέγεις ἀγαϑόν « τι εἶναι τῷ 10
δυναμένῳ.
II2A. ᾿Δλλὰ μὲν Μὴ έγω γε. ᾿ -
32. Ἐλάχιστον τοίνυν μοι δοκοῦσι τῶν ἐν τῇ πόλει
᾿ δύνασϑαι ot ῥήτορες. σα. |
ΠΩ... Τί δέ. οὐχ, ὥσπερ οἵ τύραννοι, I TE 15 -
ὃν ἂν βούλωνται, καὶ ἀφαιροῦνται χρήματα ge ἐκβαλλ ἐκ τῶν πόλεων ὃν ἂν δοκῇ αὐτοῖς; :
zn. Νὴ τὸν κύνδ, ἀμφιγνοῶ μέντοι, ὦ" ‚Hole, ἐφ στου. ὧν λέγεις, πότερον αὐτὸς ταῦτα λέγεις κα σαυτοῦ ἀποφαίνει, ἢ ἐμὲ ἐρωᾷς.
ς καὶ ve ” Er
TIQA. "AR ἔγωγε σὲ ἐρωτῶ. 232. Εἶεν, ὦ φίλε" ἔπειτα δύο ἅμα We Zone;
. M2A. Πῶς δύο;
Car. XXI. [466 A] 2. τέ τάχα δράσεις; was soll das werden? nämlich im Alter, wenn das Ge- dächtnis schon in der Jugend so schwach ist.
4. Zu νομέξεσϑαιν gehört nur φαῦ- λοὶ als prädicative Bestimmung, nicht auch κόλακες. Polos möchte den So- krates in sehr plumper Weise in ei- nen Widerspruch verwickeln, Das ἀγαϑοί hat er untergeschoben. Die Bestimmung der κολακεία drängt er durch ὡς in den Hintergrund. ἀρᾷ eigentliche Widerlegung des Sokrates versucht er nieht; daher schafft er sei- ner Behauptung keinen Boden. . Ihm kommt es auch nicht auf den Begriff der Rhetorik an, sondern auf ihre Gel- tung im Publikum. Sokrates findet
&
in seinläfrage eine Behauptung aus- - gesprochen. Das ist das Wesen der _ rhetorischen Frage, die 4 der dialektischen nieht unterschei [B] 7. οὐδὲ νομίξεσϑαι 8 re Ἢ gemein: sie haben keine Geltung τῶν ἐν τῇ πόλει näml. δυχομένων, [0] 15. ὥσπερ οἵ τύραννοι. Polos “ will mit diesem Vergleich die Bedeu- tung seiner Kunst erheben, während er ihren sittlichen Wert damit, nieder- drückt. Die Prädicate stehen mit rhe- torischer Absicht im Praesens’(Verb. τς fin. statt Umschreibung). Dieser Satz ist auch nur der Form nach Frage, spricht aber in der‘ Be Polos Meinung aus. Ἂ Mr 22. δύο nämlich ὃ ον ἂν a und:0v ἂν δοκῇ αὐτοῖς.
ὅ
."
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ES
TOPTIAZ. 6
ER. Οὐκ ἄρτι οὕτω πὼς ἔλεγες , εἰ οὐχὶ ἀποκτιννύασιν ol ῥήτορες οὗς ἂν βούλωνται, ὥσπερ ol τύραννοι, καὶ χρή- ματα ἀφαιροῦνται καὶ ἐξελαύνουσιν ἐκ τῶν πόλεων ὃν ἂν δοκῇ αὐτοῖς; . 9
ΠΩ,.4. Ἔγωγε. ᾿
ΧΧΙ. 22. Asyo τοίνυν σοι; ὅτι δύο ταῦτ᾽ ἐστιν ᾿ ἐρωτήματα, καὶ ἀποκχφινοῦμαί γέ σοι πρὸς ἀμφότερα. φημὶ γάρ, ὦ Πῶλε, ἐγὼ καὶ τοὺς ῥήτορας καὶ τοὺς τυῤάννους δύ- νασϑαι μὲν ἐν ταῖς πόλεσι σμικρότατον, ὥσπερ νῦν δὴ ἔλεγον' 0 οὐδὲν γὰρ ποιεῖν ὧν βούλονται, ὡς ἔπος εἰπεῖν. ποιεῖν μέν -
ὧν
ee
F
20
r
τοι ὅ τι ἂν αὐτοῖς δόξῃ βέλτιστον εἶναι. ΠΩ.4. Οὐκ οὖν τοῦτο ἔστι τὸ μέγα δύνασϑαι;
τ. δὸν εἶναι τῷ ὃ υναμένῳ. ΠΩΛ. Φημὶ γὰρ οὖν.
ΣΙ. Οὔχ, ὥς γέφησι Πῶλος. I2A. Eyo οὔ φημι; φημὶ μὲν οὖν ἔγωγε. ; ὰ τὸν --- οὐ σύ γε, ἐπεὶ τὸ μέν. δύνασθαι. φὴς
NE Σιϑ.. Ayadov οὖν οἴει εἶναι, ἐάν τις ποιῇ ταῦτα, ἃ ἂν δοκῇ αὐτῷ βέλτιστα εἶναι, νοῦν μὴ ἔχων, καὶ τοῦτο καλεῖς
μέγα δύνασϑαι; ΩΡ ΠΩ Δ. Οὐκ ἔγωγε.
᾿
ZR. Οὐκοῦν ἀποδείξεις τοὺς ῥήτορας νοῦν ἔχοντας καὶ τέχνην τὴν ῥητορικὴν ἀλλὰ μὴ ἀδλοπείαν, ἐμὲ ἐξελέγξαθρ: ὁ δἰ δέ με ἐάσεις ἀνέλεγκτον, οὗ ῥήτορες οὗ ποιοῦντες ἐν ταῖς πό- 25 λεσιν ἃ δοκεῖ αὐτοῖς καὶ οἵ τύραννοι οὐδὲν ἀγαϑὸν τοῦτο
κεκτήσονται, εὖ δὴ δυναμίς ἔστιν, ὡς σὺ φῇς, ἀγαϑόν, τὸ δὲ ποιεῖν ἄνευ νοῦ ἃ δοκεῖ καὶ σὺ ὁμολογεῖς κακὸν εἶναι" "ἢ οὔ;
ΠΩ. Ἔγωγε.
ΣΙ. Πῶς ἂν οὖν οἱ ῥήτορες μέγα δύναιντο ἢ οἵ τύραννοι
Car. XXI. [D] 8. δύνασϑαι μέν. Was ist Gegensatz? — ὡς ἔπος &-
ar schliesst sich an die Negation w
“Ἢ 14. ἐγὼ οὔ φημι. Polos ver- steht Sokrates nicht, der die Folgen des Zugeställlhisses ; im Auge hat, dass der Machtbesitz ein Gut sei. Statt aber zu fragen behauptet Polos nur im empfindlichen Tone weiter.
Daher muss Sokrates bald die Stelle des Fragenden übernehmen. ψοῦν
un ἔχων ist ein Zusatz, der zu der vagen Bestimmung des Polos an sich schon ‚gemacht werden kann, hieraber um so mehr berechtigt ist, weil‘ So- krates die Rhetorik von dem Begriffe der Kunst ausgeschlossen und als Hauptmerkmal dieser den Aoyog hin- gestellt hatte,
467
3
a
62 NAAT2NOZ . ἐν ταῖς πόλεσιν, ἐὰν μὴ Σονβόνηξ, ἐξελεγχϑῇ ὑ ὑπὸ Πώλου ὅ ὅτι ποιοῦσιν ἃ βούλονται: ;
ΠΩ. Οὗτος ἀνήρ ---
ER. Οὔ φήμι ποιεῖν αὐτοὺρ ἃ ὶ βούλονται" ἀλλά u ae
TI24A. Οὐκ ἄρτι ὡμολόγεις ποιεῖν ἃ δοκεῖ er; Br 6 τιστα εἶναι [τούτου πρόσϑεν)]: Ki
22. Kai γὰρ! νὺν ὁμολογῶ.
ΠΩΔ. “Οὐκ οὖν ποιοῦσιν ἃ βούλονται: :
ZR.. Οὔ φημι. | ich ᾿
ΠΩ͂. Ποιοῦντες δὲ ἃ δοκεῖ αὐτοῖς; |
ZR. Φημί. ὰ
ΠΩ. Σχέτλια λέγεις καὶ ὑ ὑπερφυῆ, ὦ Σώκρατες.
22. Μὴ κατηγύρει, ὦ λῷστε Πώῶλε, ἵνα προσείπω ce κατὰ σέ᾽ ἀλλ᾽ εἰ μὲν ἔχεις ἐμὲ ἐρωτᾷν, ἐπί a ὅτι ψεύδομαι, εἰ δὲ μή, αὐτὸς ἀποκρένου. »
II24A. "AR aha ἐποχρνμαϑῃ ἵνα h..: εἰδῶ om λέγεις.
ΧΧΙΠ. 22. τάν οὖν σοι δοκοῦσιν οἵ ἄνϑφωποι τοῦτο βούλεσϑαι, ὁ δὰν πράττωσιν ἑκάστοτε, n Eneipo, οὗ ἕνεκα, πράττουσι τοῦϑ' ὃ πράττουσιν: οἷον οἱ τὰ φάρμακα έ νον- 90 τες παρὰ τῶν ἰατρῶν πότερόν σοι δοκοῦσι τοῦτο βούλεσϑαι, ὅπερ ποιοῦσι, πίνειν τὸ φάρμακον καὶ ἀλγεῖν, ἢ ἐκεῖνο.» τὸ ὑγιαίνειν, οὗ ἕνεκα πίνουσιν: |
ΠΩ. Δ. Ankov ὅτι τὸ ὑγιαίνειν [οὗ ἕνεκα πίνουσιν]. a8. Οὐκοῦν καὶ ol πλέοντές τε καὶ τὸν ἄλλον χθηματι-
u;
15°
FR
[467 A] 1. ἐξελεγχϑῇ wie wenn vorausgienge πῶς ἂν οὖν ὀρϑῶς 16ε-: γοιτο oder φαῖμεν δυνασϑαι κ.τ.1.
3. οὗτος ἀνήρ. Aposiopese. Polos weiss nicht, was er sagen soll vor
- Staunen. Vgl. 489B und 505C. Noch
stärker drückt sich seine Verwunde- rung und damit sein Mangel an Dia- lektik i in den Worten σχέτλια λέγεις καὶ ὑπερφυῆ aus. σχέτλιος ist der homerischen Sprache entlehnt, dort aber nur von Personen, gebraucht. ὑπερφυής ausser hierund 477 D nur in adverbialer. Form,
13. ὦ λῶστε Πῶλε Paronomasie
nach Art des Polos (0 hochgelobter Polos).
Car. XXIII, Sokrates beginnt sei- ne Beweisführung mit der Unterschei- dung der Thätigkeit und des Zweckes derselben. (Aehnlich Menon 77 C ἢ.) Der Eintritt des Zweckbegriffs in die Philosophie ist epochemachend — te- leologische Anschauung. Platons Rich- tung auf das absolut. Gute wird da- durch bedingt.
[Ὁ] 25. of ro mie as: händler sind gemeint, welche über- seeischen Handel treiben,
9
25 r
% ᾿δίξωμεν, οἰόμενοι βέλτιον εἶναι; καὶ τὸ ἐναντίον ἕσταμεν, ὅταν ἐστώμεν, τοῦ αὐτοῦ ἕνεκα, τοῦ ἀγαϑοῦ; ἢ οὔ;
ΓΟΡΓΊΑΣ.
ὧδ ”
63
\ ‚ 3 mr ἃ ἡξ ἃ :ῥἐὺς a -» μον χρηματιξζομενοι οὐ τοῦτο ἐστιν ὃ βούλονται, ὃ ποιοῦσιν ἑκάστοτε᾽ τίς γὰρ βούλεται πλεῖν τε καὶ κινδυνεύειν καὶ
, 3 ΡΥ La SR ; ἢ 4 T ο, , πραγματ ἔχειν; ἀλλ ἐκεῖνο, οἶμαι. οὐ ἕνεκα πλέουσι, πλου- teiv' πλούτου γὰρ ἕνεκα πλέουσιν.
I12.A. Πάνυ pe.
DR. "Ahko τι οὖν οὕτω καὶ περὶ πάντων, ἐάν τίς τι πράτ-
094. Nai. u...
zn ἕνεκά του, οὐ τοῦτο βούλεται, ὁ ὃ πράττει, ἀλλ᾽ ἐκεῖνο, οὗ ἕνξχα πράττει;
ΟΣ. Ag οὖν ἔστι τι τῶν ὄντων, ὃ οὐχὶ ἤτοι ἀγαϑόν γ᾽ ἐστὶν ἢ κακὸν ἢ μεταξὺ τούτων οὔτε ἀγαϑὸν οὔτε κακόν; IIQA. Πολλὴ ἀνάγκη, ὦ Σώκρατες: 32. Οὐκοῦν λέγεις εἶναι ἀγαϑὸν μὲν σοφίαν. τὲ καὶ τὰ Re καὶ πλοῦτον καὶ τάλλα τὰ τοιαῦτα, κακὰ δὲ τἀναντία 15 τούτων;
ΠΩ. "Eyoye.
u Ὁ %
22. Ta δὲ μήτε ἀγαϑὰ μήτε κακὰ ἄρα τοιάδε λέγεις, ἃ ὶ ἐνίοτε μὲν μετέχει τοῦ ἀγαϑοῦ, ἐνίοτε δὲ τοῦ κακοῦ, ἐνίοτε δὲ οὐδετέρου, οἷον καϑῆσϑαι καὶ βαδίζειν καὶ τρέχειν καὶ 20 πλεῖν, καὶ οἷον αὖ λέϑους καὶ ξύλα καὶ τἄλλα. τὰ τοιαῦτα; οὐ
12. Οὔκ, ἀλλὰ ταῦτα.
᾿ταῦτα λέγεις ; 9 ἄλλ᾽ ἄττα καλεῖς τὰ unte ἀγαϑὰ μήτε χακᾶ:;
IR Πότερον οὖν τὰ μεταξὺ ταῦτα ἕνεκεν τῶν ἀγαϑῶν πράττουσιν, ὅταν πράττωσιν, ἢ τἀγαϑὰ τῶν μεταξύ; ΠΩ. Τὰ μεταξὺ δήπου τῶν ἀγαϑῶν. 22. Τὸ ἀγαϑὸν ἄρα διώκοντες καὶ βαδίξομεν, ὅταν βα-
8. πράγματ᾽ ἔχειν entspricht, in passivem Sinne dem activen πραγ- ware παρέχειν Theaet. 143 C. 174 Β. Solche Ausdrücke bilden den Ueber- gang zu der intrausitiven Bedeutung des einfachen ἔχειν.
[E] 13. Man sollte eine negative Antwort erwarten. Polosaberantwor- tet positiv, um als selbstverständlich hervorzuheben, dass alle Möglichkei- ten in den drei Fällen erschöpft sind. σοφία, ὑγιξιὰ und πλοῦτος sind Re-
präsentanten für die drei Klassen von Gütern: innere, leibliche und äussere, — Zu. dem Mittleren zwischen gut und böse gehören sowol Thätigkeiten als auch Dinge.
[468 Β] 27. βέλτιον. Der Grieche denkt an zwei Fälle, darum compara- tiv, der Deutsche fasst die Sache all- gemeiner undsetzt darum den Positiv oderSuperlativ.—dmoxtivvvur. Diese Nebenform von ἀποκτείνω ist bei Platon nicht selten,
-
a)
468
D
64 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
JIQA. Ναί. . |
ZR. Οὐκοῦν καὶ ἀποκτίννυμεν, εἴ τινα ἀποχτίννυμεν, καὶ ἐκβάλλομεν καὶ ἀφαιρούμεϑα χρήματα, οἰόμενοι ἄμεινον εἶναι ἡμῖν ταῦτα ποιεῖν ἢ μή; ;
I12A. Πάνυ ‚pe BE: ἃ
ZN, Ἕνεχ᾽ ἄρα τοῦ ἀγαϑοῦ ἅπαντα ταῦτα ποιοῦσιν οὗ ποιοῦντες. ;
124. Φημί. .
XXIV. 22. Οὐκοῦν ὡμολογήσαμεν, ὁ & ἕνεκά του ποιοῦ- μὲν, μὴ ἐκεῖνα βούλεσθαι, ἀλλ᾽ ἐκεῖνο, οὗ ἕνεκα ταῦτα 1 ποιοῦμεν;
II24A. Μαλιστα. ι
ER. Οὐκ ἄρα σφάττειν βουλόμεϑα οὐδ᾽ ἐκβάλλειν ἐκ τῶν πόλεων οὐδὲ χρήματα ἀφαιρεῖσϑαι. ἁπλῶς οὕτως, ἀλλ᾽ ἐὰν μὲν ὠφέλιμα ἢ ταῦτα, βουλόμεθα πράττειν αὐτά, βλα- 1 βερὰ δὲ ὄντα οὐ βουλόμεϑα. τὰ γὰρ ἀγαϑὰ βουλόμεϑα, ὡς φὴς σύ, τὰ δὲ μήτε ἀγαϑὰ μήτε κακὰ οὐ βουλόμεϑα χ, οὐδὲ τὰ κακά. ἦ γάρ; ἀληϑῆ σοι δοκῶ λέγειν, ὦ Πῶλε, ἢ οὔ; ὑπ; οὐκ
ἀκοκρένει;] ΠΩ. ᾿ἀληϑῆ. a ER. Οὐκοῦν εἴπερ ταῦτα ὁμολογοῦμεν, el τις ἀποκτείνει τινὰ n ἐκβάλλει ἐκ πόλεως ἢ ἀφαιρεῖται χρήματα, εἴτε τύραν- vog ὧν εἴτε ῥήτωρ, οἰόμενος ἄμεινον εἶναι αὑτῷ, τυγχᾶνει δὲ ὃν κάκιον, οὗτος δήπου ποιεῖ & δοκεῖ αὐτῷ" ἦ γάρ; 2A. Ναί. | ὰ ZR. Ag οὖν καὶ ἃ βούλεται, εἴπερ (ao ταὐτα κακὰ, ὄντα; τί οὐκ ἀποκθένει; ᾿ 5
Car. XXIV. [C] 14. ἁπλῶς οὕτως.
Die Behauptung oder Sache gilt nicht
unbedingt, sondern bedarf der Ein- schränkung, hier durch Angabe des Zieles, von dem nicht abgesehen wer- den kann, Protag: 351 C. ὀύκ οἶδα ἁπλῶς οὕτως ὡς σὺ ἐρωτᾷς εἰ ἐμοὶ ἀποκριτέον ἐστίν ὡς κ. τ. A. --- Die vonPolos als Zeichen grosser Macht angegebenen Thätigkeiten werden der gefundenenBestimmungsubsummiert.
[Ὁ] 21. εἴπερ ταῦτα ὁμολογοῦμεν
bildet die allgemeine Voraussetzung, aus welcher bis κακὰ ὄντα die spe- cielle Anwendung auf die Tyran- nen und Redner gemacht wird.
24. τυγχάνει der Form nach Ge- gensatz zu dmoxrelver, dem Inhalt nach zu οἰόμενος κι τ'.. ΚΣ ;
27. τὶ οὐκ ἀποκρίνει Aufforde- rung in der Form der Frage ‚ weil Polos verdrossen ist. Nach ἢ οὔ 18 hatte sieh dieselbe Form — ‚verfrüht — eiugeschlichen. |
TOPTIAE. 65
2A. ᾽4λλ: οὔ „wor δοκεῖ ποιεῖν ἃ βούλεται. ER. Ἔστιν οὖν ὅπως ὁ τοιοῦτος μέγα δύναται ἐν τῇ
πόλει ταύτῃ, εἴπερ ἐστὶ τὸ μέγᾳ δύνασϑαι ἀγαϑόν τι κατὰ
τὴν σὴν ὁμολογίαν; 5 0. 112.4. Οὐκ ἔστιν. ER. ᾿4ληϑὴ & ἄρα ἐγὼ ἔλεγον, λέγων ὅ ὅτι ἔστιν ἄνϑρωπον ποιοῦντα ἐν πόλει ἃ ὶ δοκεῖ αὐτῷ μὴ μέγα δύνασϑαι μηδὲ ἃ βούλεται. 1924. Ὡς δὴ σύ, ὦ Σώκρατες, οὐκ ἂν δέξαιο ἐξεῖναί σοι ) ποιεῖν ὅ τι δοκεῖ σοι &v τῇ πόλει μᾶλλον ἢ μή, οὐδὲ ξηλοῖς ὅταν ἴδῃς. τινὰ ἢ ἀποκτείναντα ὃν ἔδοξεν αὐτῷ ἢ BON τρήματα ἢ δήσαντα. IR. Δικαίως λέγεις ἢ ἀδίκως; ; δ HRA. Ὁπότερ᾽ ἂν ποιῇ, οὐκ ἀμφοτέρως ξηλωτόν ἐστιν; 7 ZR. Εὐφήμει, ὦ Πῶλε. ΠΩ. Τί δή; ZR. Ὅτι οὐ χρὴ οὔτε τοὺς ἀξηλώτους ξηλοῦν οὔτε τοὺς ἀϑλίους, ἀλλ᾽ ἐλεεῖν. β NQA. Τί δέ; οὕτω 601 δοκεῖ ἔχειν περὶ ὧν ἐγὼ λέγω α τῶν ἀνθρώπων ; 22. Πῶς γὰρ. οὖ: ΠΩ,4. Ὅστις οὖν ἀποκτίννυσιν ὃν ἂν δόξῃ αὐτῷ, δικαίως ἀποχτιννύς, ἄϑλιος δοκεῖ σοι εἶναι καὶ ἐλεεινός ; ER. Οὐκ ἔμοιγε, οὐδὲ μέντοι ξηλωτός. ΠΩ. ΑΔ. Οὐκ ἄρτι ἄϑλιον ἔφησϑα εἶναι; m ͵
οἰ [Π] 2. ἐντῇ πόλει ταύτῃ dieStädt, ersich in dieser Weise der Anerken- von der oben die Rede war, insofern nung seiner Niederlage zu entschlagen. sie von dem betreffenden (ὃ τοιοῦ- 12. δήσαντα gleich εἰς τὸ δεσμω. τος) Redner oder Tyrannen bewohnt τήριον ἀγαγόντα. Warum part. aor.? wird. Vgl. 511 A, — ὅτι ἔστιν weil [469 A] 15. εὐφήμει (fave lingua). nicht in allen Fällen wirklich ein Wi- Platon lässt dies Wort da anwenden, ' derstreit zwischen Wollen und Gut- wo durch. die Worte des, Gegners dünken eintreten muss. gleichsam ein Eingriff in ein heiliges 9, ὡς δὴ — av δέξαιο ironisch, Gebiet stattfindet. So Protag. 330 Ὁ, aber statt licher Widerlegung per- Euthyd. 301 A, Rep. 1,329 C u. a. sönlich. Polos thut in Wahrheit hier- In unserer Stelle ist namentlich der mit eine ähnliche Gewissensfrage, Ausdruck ξηλωτόν anstössig. nur von anderem Standpunkt aus, wie‘ 22, δικαέως ist von Polos unter ge: er sie dem Sokrates 461 B, C zum schoben. Das ist die Kunst des φύ- Vorwurfgemacht hatte. Zugleich sucht ρεσϑαι 5. 465 D.
Platons ausgew. Dialoge. II. 5
E
469
66 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
ER. Τὸν ἀδίκως γε, ὦ ἑταῖρε, ἀποκτείναντα, καὶ ἐλεεινὸν δὲ πρός" τὸν δὲ δικαίως ἀξήλωτον. M2A. Ἦ που ὅ γε ἀποϑνήσχων ἀδίκως Kr τὲ κα ἄϑλιός ἐστιν. ER. Ἧττον ἢ ὁ ἀποκτιννύς, ὦ Πῶλε , καὶ ἧττον ἢ ὁ δι- καίως ἀποϑνήσκων. ᾿ IIQ4A. Πῶς δῆτα, ὦ Σώκρατες, ; ΣΦ. Οὕτως, ὡς μέγιστον τῶν κακῶν τυγχάνει ὃν τὸ ἀδικεῖν. | ΠΩ... Ἦ γὰρ τοῦτο μέγιστον; οὐ τὸ EDER ueifov; ER. Ἥκιστά γε. ΠΩ. Σὺ ἄρα βούλοιο ἂν ἀδικεῖσϑαι μᾶλλον ἢ ῆ ἀδικεῖν; 29. Βουλοίμην μὲν ἂν ἔγωγε οὐδέτερα" εἰ δ᾽ ἀ ἀναγκαῖον εἴη ἀδικεῖν ἢ ἀδικεῖσϑαι, ἑλοίμην ἂν ν μᾶλλον ἀδικεῖσϑαι ἢ ἀδικεῖν. ΠΩ. Σὺ ἄρα τυραννεῖν οὐκ ἂν δέξαιο; ER. Οὔκ, εἰ τὸ τυραννεῖν γε λέγεις ὅπερ ἐγώ. ΠΩ. ᾿4λλ᾽ ἔγωγε τοῦτο λέγω ὅπερ ἄρτι, ἐξεῖναι ἐν τῇ, πόλει, ὃ ἂν δυκῇ αὐτῷ, ποιεῖν τοῦτο, καὶ ἀποκτιννύντι καὶ ἐκβάλλοντι καὶ πάντα πράττοντι κατὰ τὴν αὑτοῦ δόξαν. XXV. ZR. Ὦ μακάριε, ἐμοῦ δὴ λέγοντος τῷ λόγῳ ἐπι- D λαβοῦ. εἰ γὰρ ἐγὼ ἐν ἀγορᾷ πληϑούσῃ λαβὼν ὑπὸ μάλης ἐγχειρίδιον λέγοιμι πρὸς σὲ ὅτι ὦ Πόώλε, ἐμοὶ δύναμίς τις καὶ τυραννὶς ϑαυμασία ἄρτι πφοσγέγονεν" ἐὰν γὰρ ἄρα ἐμοὶ δόξῃ τινὰ τουτωνὶ τῶν ἀνθρώπων ὧν σὺ ὁρᾷς αὐτίκα μάλα δεῖν τεϑνάναι, τεϑνήξει οὗτος ὃν ἂν δόξῃ, κἄν τινα δόξῃ μοι τῆς κεφαλῆς αὐτῶν κατεαγέναι δεῖν, κατεαγὼς ἔσται αὐτίκα μάλα, Ἐ κἂν ϑοιμάτιον διεσχίσϑαι, διεσχισμένον ἔσται οὕτω μέγα ἐγὼ δύναμαι ἐν τῇδε τῇ πόλει" εἰ οὖν ἀπιστοῦντί σοι δείξαιμι τὸ
Ü
[B] 8. οὕτως #. τ. 1. „Das Leben ist der Güter höchstes nicht, der Ue- bel grösstes aber ist die Schuld,‘“
[0] 3. βουλοέμην. Der freie Wille kann nur auf ein Gut sich richten. Das Böse fällt der Notwendigkeit an- heim. — Für Polos geht der Begriff der Macht in der summa licentia auf.
Car. XXV. 21. ἐμοῦ δὴ λέγον- τὸς bildet den Gegensatz zu den Wor-
ten des Polos 444’ ἔγωγε τοῦτο λέ-
yo. DerGenetiy hängt ab von ἐπιλα-
βοῦ wie Theaet. 184 Ὁ, Gorg. 506 B. τῷ λόγῳ instrumental. - _
[Ὁ] 22. ἐν ἀγορᾷ πλήϑούση nicht Zeitbestimmung, wie Xenoph. Anab. 1,8,1. ἤδη δὲ 7 ἣν ἀμφὶ ἀγορὰν πλή- ϑουσαν. Anf die wirkliche Anwesen- heit Vieler kommt es hier an.
20,
τενϑήξει. Warum Fut, III?
TOPTIAZ.
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ἐγχειρίδιον, ἴσως ἂν εἴποις ἰδὼν ὃ τι ὦ Σώκρατες, οὕτω μὲν ἷ πάντες ἂν μέγα δύναιντο, ἐπεὶ κἂν ἐμπρησϑείη οἰκία τούτῳ τῷ τρόπῳ ἥντινά σοι δοκοῖ, καὶ τά γε ᾿4ϑηναίων νεώρια καὶ τριήρεις καὶ τὰ πλοῖα πάντα καὶ τὰ δημόσια καὶ τὰ ἴδια ἀλλ᾽ 5 οὐκ ἄρα τοῦτ᾽ ἔστι τὸ μέγα δύνασϑαι; τὸ ποιεῖν ἃ δοκεῖ αὐτῷ"
ἢ δοκεῖ σοι; ΠΩ. Οὐ δῆτα οὕτω γε.
29. Ἔχεις οὖν εἰπεῖν δι᾿ ὅ τι μέμφει τὴν τοιαύτην δύ-
ναμιν; ΠΩ. Ἔγωγε. 22. Τί δή; λέγε.
| ἐστιν.
IRA. Ὅτι ἀναγκαῖον τὸν οὕτω πράττοντα ξημιοῦσϑαί
22. Τὸ δὲ ξημιοῦσϑαι οὐ κακόν:
ΠΩ... Πάνυ pe
ER. Οὐκοῦν. ὦ ϑαυμάσιε, τὸ μέγα δύνασθμι πάλιν αὖ σοι φαίνεται, ἐὰν μὲν πράττοντι ἃ δοκεῖ ἕπηται τὸ ὠφελίμως πράττειν; ἀγαϑόν τε εἶναι, καὶ τοῦτο, ὡς ἔοικεν, ἐστὶ τὸ
μέγα δύυνασϑαι᾿
εἰ δὲ μή, κακὸν καὶ σμικρὸν δύνασϑαι; 20 σκεψώμεϑα δὲ καὶ τόδε" ἄλλο τι ἢ ὁμολογοῦμεν ἐνίοτε μὲν
ἄμεινον εἶναι ταῦτα ποιεῖν ἃ νῦν δὴ ἐλέγομεν, ἀποκτιννύναι 2 = Υ τε καὶ ἐξελαύνειν ἀνθρώπους καὶ ἀφαιρεῖσϑαι χρήματα,
ἐνίοτε δὲ οὔ; ΠΩ... Πάνυ γε. ΣΩ. Τοῦτο μὲν δή. ὡς
ἐμοῦ ὁμολογεῖται. οι ΠΩ... Ναί.
[ΕἸ 1. ἐδὼν mit homerischer An- schaulichkeit. 8.10 u. 11.
- 4. Der Artikel Tehlt vor τριήρεις, obwol dies Wort ein anderes Genus hat als das ‚vorausgehende Substantiv, wie Dem, ΟἹ. Π,9 τῷ τὰ χωρία καὶ λιμέ- νας καὶ τὰ τοιαῦτα προειληφέναι.
[470 A] 18. ἀγαϑόν τε εἶναι. Das τὲ verbindet das folgende καὶ τοῦτο ἐστὶ μέγα δύνασϑαι enger mit diesem von φαένεται abhängigen Tufinitive, Subject zudem nachfolgen-
ἔοικε, καὶ παρὰ σοῦ καὶ παρ᾽
den σμικρὸν δύνασϑαι ist auch τὸ μέγα δύνασϑαι, weil dieses nach Wahrheit und Schein kann ‚aufgefasst werden. Daher wird das im Subject Gesetzte durch das Prädicat wieder aufgehoben.
[B] 21. Im Folgenden handelt es sich darum die für jene, als Zeichen einer grossen Macht aufgestellten, Thätigkeiten notwendige Beschrän- kung zu finden.
25. Polos könnte die Antwort
5*+
470
68
JIAATQNOZ
ER. Πότε οὖν σὺ φὴς ἄμεινον εἶναι ταῦτα word eine
τίνα ὅρον ὁρίζει.
ΠΩ. Σὺ μὲν οὖν, ὦ ἡ Σώκρατες, ἀπόκριναι ταὐτὸ τοῦτο.
ΣΩ. Ἐγὼ μὲν τοίνυν φημί ‚© Πώῶλε, εἴ σοι παρ᾽ ἐμοῦ ἥδιόν. ἐστιν ἀκούειν, ὅταν μὲν δικαίως τις ταῦτα on; ran vov εἶναι, ὅταν δὲ ἀδίκως, κάκιον. u
XXVI. IIQ2A. Χαλεπόν , γέ δὲ ἐλέγξαι; ὦ Σώκρατες" ἀλλ᾽ οὐχὶ κἂν παῖς σὲ ἐλέγξειεν, ὅ ὅτι οὐκ ἀληϑῆ λέγεις;
22. Πολλὴν ἄρα ἐγὼ τῷ παιδὶ χάριν ἕξω, ἴσην δὲ καὶ σοί, ἐάν μὲ ἐλέγξῃς καὶ ἀπαλλάξῃς φλυαρίας. ἀλλὰ μὴ κάμῃς U φίλον ἄνδρα εὐεργετῶν. ἀλλ᾽ ἔλεγχε.
1194. ᾿Αλλὰ μήν, ὦ Σώκρατες, οὐδέν γέ σε δεῖ παλαιοῖς πράγμασιν ἐλέγχειν" τὰ γὰρ ἐχϑὲς καὶ πρώην γεγονότα Teure ἵκανά σὲ ἐξελέγξαι ἐστὶ καὶ ἀποδεῖξαι. ὡς πολλοὶ ἀδικοῦντες
ἄνϑρωποι εὐδαίμονές εἰσιν. ER. Τὰ ποῖα ταῦτα: ΠΩ. ᾿Αρχέλαον δήπου
ἄρχοντα Μακεδονίας ;
selbst geben, aber er will nicht, weil er seine wahre Meinung nicht aus- zusprechen wagt, andererseits aber die Bestimmung des Sokrates, die er kommen sieht, leicht glaubt widerle- gen zu können.
Car. XXVI. [6] 7. χαλεπόν iro- nisch; aber mit ἀλλ᾽ οὐχέ verkehrt sich die Ironie des Polos gleich in derben Ernst. Anders die des So- krates,
9. Warum ἕξω nicht ἔχοιμ᾽ &v? Durch ἔσογν wird Polos dem Kinde gleichgestellt. εὐεργετῶν nach 458 A zu erklären.
[D] 13. τὰ γὰρ ἐχϑὲς καὶ πρώην bezeichnet das vor ganz kurzer Zeit Geschehene. Diese Redensart hat ih- ren Ursprung im Homer. χϑιξά τεκαὶ πρώιξζ᾽ 11. Β 303.
17. ᾿ἀρχέλαον. -A., ein natürlicher Sohn des Perdikkas, riss im Jahre 414 nach seines - Vaters Tode den Thron an sich und regierte bis 399, in welchem Jahre er von Craterus,
"haupt gebraucht.
+
τοῦτον τὸν Περδίκκου v0
\
den «er beleidigt hatte, auf der Jagd ermordet wurde. Die von Polos al- lerdings in möglichst schroffer Form vorgetragenen Thatsachen sind rich- tig. Gleichwol ist dieser A. der Be- gründer der späteren Bedeutung Ma- kedoniens geworden, indem er helle- nische Bildung dorthin verpflanzte. Er zog berühmte Künstler, so den Eu- ripides, an seinenHof. Auch den So- krates lud er ein; dieser lehnte’aber den Ruf ab. Daher mag Platon nicht ohne Absicht das Beispiel des A. gewählt haben, um sich und den Sokrates gegen den Vorwurf der Ty- rannenfreundschaft zu verteidigen und zu zeigen, wie sie über die Hand- lungen der Tyrannen urteilen. Im Gegensatz dazu zeigt er später auch, wo man die eigentlichen nnen- freunde zu suchen hat. — ἃς wird für wahrnehmen und erkennen’ über- Dem Polos gegen- über muss aber Sokrates auf seiner
- Hut sein um so mehr, weil auf das
οὐ συγγεγονέναι für diefolgende Er-
ΓΟΡΓΊΑΣ,
ZN. El δὲ μή, ἀλλ᾽ ἀκούω γε.
ΠΩ. Δ. Εὐδαίμων οὖν σοὶ δοκεῖ εἶναι ἢ ἄϑλιος;
ER. Οὐκ οἶδα, ὦ IlwAs' οὐ γάρ πῶ συγγέγονα τῷ ἀνδρί. ΠΩ. Tide; συγγενόμενος ἂν γνοίης, δὐλοὶ δὲ αὐτόϑεν E
5 οὐ ) γιψνώσκεις ὅτι εὐδαιμονεῖ:
ΣΩ. Μὰ Al’ οὐ δῆτα.
ΠΩ. 4ῆλον δή, ὦ Σώκρατες, ὅτι οὐδὲ τὸν μέγαν βα- σιλέα γιγνώσκειν φήσεις εὐδαίμονα ὄντα.
ER. Καὶ ἀληϑῆ γε ἐρῶ" οὐ γὰρ οἶδα παιδείας ὃ ὅπως ἔχει 10 καὶ δικαιοσύνης. ΠΩ. Τί δέ; ἐν τούτῳ ἡ πᾶσα εὐδαιμονία, ἐστίν;
4 ER. .
Ss γὲ ἐγὼ λέγω; ὦ Πῶλε᾽ τὸν μὲν γὰρ καλὸν
κἀγαϑὸν ἄνδρα καὶ γυναῖκα εὐδαίμονα εἶναί φημι, τὸν δὲ
ἄδικον καὶ πονηρὸν ἄϑλιον.
ΠΩ. άϑλιος ἄρα οὗτός ἐστιν ὃ ᾿“ρχέλαος κατὰ τὸν σὸν
λόγον:
a8. Εἴπερ γε, ὦ φίλε, ἄδικος.
II2A. ᾿Αλλὰ μὲν δὴ πῶς οὐκ ἄδικος; ᾧ γὲ προσῆκε μὲν
örterung etwas, ankam. ‚Daher enthält
der Gegensatz ἀλλ ἀκούω ye— keine Pedanterie, wol aber, dass A. in der damaligen Zeit in Athen viel Bewun-
‚derer fand. Zur Ausdrucksweise vgl.
Prot. 353 A. εἰ un ἔστε τοῦτο — ἀλλὰ τί nor ἐστί.
3. οὐὖκ οἶδα --- ἄδικος. Diese Worte übersetzt Cicero in seinen Tuse. disp. V, 12.
[E] 4. αὐτόθεν übersetzt Cicero nieht mit; aber es bildet einen guten Gegensatz gegen συγγενόμενος. Das Urteil über A. Glück muss auch in
Athen sich feststellen lassen, wenn: - man nur hört, dass er Herscher ist.
— Dass der Perserkönig nach der allgemeinen Meinung für glücklich galt, zeigt auch Apol. 40 E.
9. παιδεία und dir. stellen zu- sammen den Begriff der sittlichen τ΄: dar.
3. ἄνδρα καὶ γυναῖκα. Die Tu- Fe darum auch derGrund der εὐδαιμονία — ist nach Sokrates für alle ein und dieselbe, während die
Schüler des Gorgias nur Tugenden
verschiedener Stände u. s. w. kann-
ten. Vgl. Menon. 71 E. πρῶτον μὲν εἰ βούλει ἀνδρὸς. ἀρετήν — εἰ δὲ βούλει γυναικὸς ἀρετήν κ. τ. λ. [471 A] 18. Die ironische Färbung, die Polos seiner Rede zu geben sucht, dient nur dazu möglichst schroff den Mangel an sittlichem Gefühl hervor- treten zu lassen, der ihm eigen ist. Daher entfernt er von vornherein al- les Recht des Archelaosaufden Thron, dann trägt er seine Verbrechen in mögliehst grellen Farben auf. Da- zu dient die rhetorische Häufung der Partieipien wie die Wahl der Ausdrücke im Einzelnen. 2dovAsvev. Dass ein Sklave glücklich sei ist nach P. undenkbar. δεσπότην καὶ Heiov deutet auf zwei Arten sittlicher Ver- pflichtung zurück, die Archelaos nicht beachtet. ξενίσας fügt die dritte hin-' zu und gerade ein Frevel gegen Zevg ξένιος wurde für den allerschlimm- sten gehalten. Vgl. Tlias XIII, 624. Xenophon Anabasis III, 2,4; in den
69
471
70 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
τῆς ἀρχῆς οὐδὲν ἣν νῦν ἔχει, ὄντι ἐκ γυναικὸς ἣ ἦν δούλη ᾿Δλκέτου τοῦ Περδίκκου ἀδελφοῦ, καὶ κατὰ μὲν τὸ δέκαιον δοῦλος ἦν ᾿Δλκέτου, καὶ εἰ ἐβούλετο τὰ δίκαια ποιεῖν, ἐδού- λευὲν ἂν ᾿Δλκέτῃ καὶ ἦν εὐδαίμων κατὰ τὸν σὸν λόγον" νῦν
δὲ ϑαυμασίως ὡς ἄϑλιος γέγονεν. ἐπεὶ τὰ μέγιστα ἠδέχηκεν᾽ 5
ὅς γε πρῶτον μὲν τοῦτον αὐτὸν τὸν δεσπότην καὶ ϑεῖον με- ταπεμψάμενος ὡς ἀποδώσων τὴν ἀρχὴν ἣν Περδίκκας αὐτὸν ἀφείλετο, ξενίσας καὶ καταμεϑύσας αὐτόν τε καὶ τὸν υἱὸν αὑτοῦ ᾿4λέξανδρον, ἀνεψιὸν αὑτοῦ, σχεδὸν ἡλικιώτην, ἐμβα- λὼν εἰς ἅμαξαν, νύκτωρ ἐξαγαγὼν ἀπέσφαξέ τε καὶ ἠφάνισεν ἀμφοτέρους" καὶ ταῦτα ἀδικήσας ἔλαϑεν ἑαυτὸν a γενόμενος καὶ οὐ μετεμέλησεν αὐτῷ, ἀλλ᾽ ὀλέγον υ δρὸν τον ἀδελφόν. τὸν γνήσιον τοῦ Περδίκκου υἱόν, παῖδα ὡς ἕπτα- ἑτῆ, οὗ ἡ ἀρχὴ ἐγίγνετο κατὰ τὸ δίκαιον, οὐκ ἐβουλήϑη ᾿ εὐδαίμων γενέσϑαι δικαίως ἐκϑρέψας καὶ ἀποδοὺς τὴν ἀρχὴν ἐκείνῳ. ἀλλ᾽ εἰς φρέαρ ἐμβαλὼν καὶ ἀποπνίξας πρὸς τὴν μητέρα αὐτοῦ Κ λεοπάτραν χῆνα ἔφη διώκοντα ἐμπεσε ἵν καὶ ἀποϑανεῖν. τοιγάρτοι νῦν. ἅτε τὰ μέγιστα ἠδικηκὼς τῶν ἐν Μακεδονίᾳ, ἀϑλιωώτατός ἐστι πάντων Μακεδόνων, ἀλλ᾽ οὐκ εὐδαιμονέ-
"
στατος, καὶ ἴσως ἔστιν ὅστις “ϑηναίων ἀπὸ σοῦ ἀρξάμενος 2
δέξαιτ᾽ ἂν ἄλλος ὁστισοῦν Μακεδόνων γενέσϑαι μᾶλλον ἢ Αρχέλαος.
ΧΧΥΙΙ. 32. Καὶ κατ᾽ ἀρχὰς τῶν λόγων, ὦ Πώλε, ἔγωγέ σε ἐπήνεσα ὅτι μοι δοκεῖς EV > πρὸς τὴν ῥητορικὴν πεπαι-
Ausdrücken καταμεϑύσας, ἐμβά.- λών (wie eine Sache), ἐξαγαγών, ἀπέ- σφάξε, ἠφάνισεν drückt sich höhni- sche Freude aus. 14. Schneidend ist der Gegensatz οὐκ ἐβουλήϑη (erhatte keineLust) bis ἔφη schon durch die eigentümliche
Wahl derHauptprädicate. Pathetisch
ist der Schluss mit τοιγάρτοι eingelei-
tet. Polos bewundert an Archelaos die -
Kraft des Willens, die vor dem zum Zixele führenden Mittel nicht zurück- sehreckt. Reue ist ihm Schwäche. — Perdikkas II. herschte von 454—414, nachdem er seinen Bruder Alketas verdrängt hatte. Im Peloponnesischen Krieg befolgte er eine treulose Politik,
20. Adnvalav ἀπὸ σοῦ ἀρξαμε- νος; in diesen Worten liegt trotz der sarkastischen Einkleidung, der eigent- liche Beweisgrund desPolos — Beru- fung auf die Meinung Anderer; die Kraft der Rede hat er auf die an sich „ gleichgültige Ausmalung der Schlechtigkeit des Archelaos ver- wandt.
Car. XXVIL Sokrates beginnt mit nal, als wollte er sein Lob‘ noch steigern durch καὶ νῦν. Zur Sache vgl. 448 Ὁ. δοκεῖς. Das Präsens be- zeichnet, dass das Lob noch fortbe- steht. — πόϑεν Frage mit negativem Sinn, welcher das affirmative καὶ unv entgegentritt,
β
TOPTIA2.
71
᾿ϑεῦσϑαι, τοῦ δὲ διαλέγεσϑαι. “ἠμεληκέναι" καὶ νῦν “ἄλλο τι οὗτός ἐστιν ὁ 0 λόγος, ς ᾧ μὲ καὶ ἂν παῖς ἐξελέγξειε, καὶ ἐ ἐγὼ ὑπὸ σοῦ νῦν, ὡς σὺ οἴξι, ἐξελήλεγμαι τούτῳ τῷ λόγῳ. φάσχων τὸν ἀδικοῦντα οὐκ εὐδαίμονα εἶναι: πόϑεν, ὦ ᾿γαϑέ; καὶ μὴν
5 οὐδέν γέ σοι τούτων ὁμολογῶ ὧν σὺ φής.
NR2A. Οὐ γὰρ ἐθέλεις, ἐπεὶ δοκεῖ γέ σοι ὡς ἐγὼ λέγω.
ER. Ὦ, μακάριε, ῥητορικῶς γάρ ws ἐπιχειρεῖς ἐλέγχειν, ὥσπερ οἵ ἐν τοῖς δικαστηρίοις ἡγούμενοι ἐλέγχειν. καὶ γὰρ ἐκεῖ ol ἕτεροι τοὺς ἑτέρους δοκοῦσιν ἐλέγχειν, ἐπειδὰν τῶν 10 λόγων. ὧν ἂν λέγωσι μάρτυρας πολλοὺς παρέχωνται; καὶ εὐδοχίμους, ὁ δὲ τἀναντία λέγων ἕνα τινὰ παρέχηται ἢ μη- δένα. οὗτος δὲ ὁ 0 ἔλεγχος οὐδενὸς ἄξιός ἐστι πρὸς τὴν ἀλήϑειαν' ἐνίοτε γὰρ ἂν καὶ καταψευδομαρτυρηϑείη τις ὑπὸ πολλῶν καὶ δοκούντων εἶναι τί. καὶ νῦν περὶ ὧν σὺ λέγεις ὀλίγου σοι
an πάντες συμφήσουσι ταῦτα ᾿4ϑηναῖοι καὶ οἵ ξένοι, ἐὰν βούλῃ
κατ ἐμοῦ μάφτυρας παφασχέσϑαι, ὡς οὐκ ; ἀληϑῆ λέγω" μαρ- τυρήσουσί σοι, ἐὰν μὲν βούλῃ, Νικίας ὁ Νικηράτου καὶ οἱ
[E] 6. οὐ γὰρ ἐθέλεις enthält den Vorwurf des Eigensinns, den Polos selbst bald 475 E auf sich zieht.
8. ὥσπερ οἵ ἐν τοῖς δικαστηρίοις. Die dort übliche Beweisart zieht häu- fig Platons Tadel auf sich. Vgl. d. Apologie 34Bff. ἕνα τινα. Das pron. indefin. tritt hinzu, weil es nur auf die Zahl, nicht die Qualität der Zeu- gen ankommt. Vgl. auch Apolog. Anf. οὗτοι μὲν οὖν N τι ἢ οὐδὲν εἰρήκασι (so gut wie gar Nichts.)
[472 A] 14. δοκούντων εἶναί τι. Umschreibung für ev "δοκίμων. τι hat prägnante Bedeutung wie, in λέγειν τι. Vgl. Criton 40 D. ὑπὸ τῶν olo- μένων τι λέγειν. Ap. 8ῦ A.
17. Νικίαβ, der Sohn des Nikeratus, jener (im peloponnesischen Kriege) berühmte Feldherr, der in der Sicili- schen Expedition seinen Tod fand (411), war Führer der gemässigten Richtungin deraristokratischen Partei. Aristokrates dagegen, der Sohn des Skellios, gehörte, nach Aristoph. Aves 125 zuschliessen, zu der extremen oder oligarchisch gesinnten Aristokräten- partei. Dafür spricht auch Thukydides
VIII, 89. Nach der Schlacht bei den Arginusen ward er zum Tode verur- teilt, da er zu den Feldherren ge- hörte, die darin befehligt hatten. Xe- noph. Hellen. I, 7. Sokrates spricht hier von beiden, als ob sie noch leb- ten. (S. Einl. S. 19). Neben ihnen nennt Sokrates noch das Haus des Perikles. Ihn selbst konnte er nicht nennen, weil er schon todt war, als Gorgias zum ersten male nach Athen kam. Er aber mit seinen Hause war Ver- treter der athenischen Demokratie. So haben wir ais Zeugen für Polos Repräsentanten der hauptsächlichsten politischen Parteien. Sie kamen darin überein, dass sie Macht im Staate, ja die Tyrannis, selbst um den Preis des Unrechtthuns, für dashöchste Gut hielten.
ἐὰν μὲν βούλῃ nach ἐὰν βούλῃ
1
ein Pleonasmus, den derhöfliche Con- -
versationston leicht erzeugt. Protag.
353B. el dt un βούλει --- εἴσοι pikov.
Hier ist das erste allgemein; dann wird der Uebergang auf einzelne Männer durch Wiederholung mit μέν und δέ gebildet, um die Möglichkeit einer
/
2
12
ΠΛΆΤΩΝΟΣ
ἀδελφοῦ μετ᾽ αὐτοῦ, ὧν ol τρίποδες οἵ ἐφεξῆς ἑστῶτές εἰσιν € ἐν. , τῷ Διονυσίῳ, ἐὰν δὲ βούλῃ, Aguorongaung ὁ ὁ Σκελλίου, οὗ αὖ ἔστιν ἐν Πυϑοῖ τοῦτο τὸ καλὸν ἀνάϑημα, ἐὰν δὲ βούλῃ, ἡ
Περικλέους ὅλη οἰκία ἢ ἄλλη συγγένεια, ἥντινα ἂν βούλῃ τῶν ἐνθένδε ἐκλέξασθαι. ἀλλ᾽ ἐγώ σοι εἷς ὧν οὐχ ὁμολογῶ" 5 οὐ γάρ us σὺ ἀναγκάξεις, ἀλλὰ ψευδομάρτυρας πολλοὺς κατ᾽ ἐμοῦ παρασχόμενος ἐπιχειρεῖς ἐκβάλλειν μὲ ἐκ τῆς οὐσίας καὶ τοῦ ἀληϑοῦς. ἐγὼ δὲ ἂν μὴ σὲ αὐτὸν ἕνα ὄντα μάρτυρα πα- C ράσχωμαι ὁμολογοῦντα περὶ ὧν λέγω, οὐδὲν οἶμαι. ἄξιον λόγου μοι πεπεράνϑαι περὶ ὧν ἂν ἡμῖν ὁ λόγος ἡ N " oiman δὲ 1
οὐδὲ σοΐ; ἐὰν μὴ ἐγώ σοι μαρτυρῶ εἷς ὧν μόνος, τοὺς δ᾽ ἄλ- λους πάντας τούτους χαίρειν ἐᾷς. ἔστι μὲν οὖν οὗ πος EAEyEoU, ὡς σύ τε οἴει καὶ ἄλλοι πολλοί ἔστι δὲ. αὶ ἄλλος,
freien Wahl unter en Parteien her- vorzuheben.
1. ὧν ol τρίποδες. Dadurch erwei- sen sich diese Männer als ἄνδρες δοκοῦντὲές τι. Durch die Pracht die- ser Weihgeschenke haben sie auch ihre fromme Gesinnung bethätigt. Be- sonders Nikias galt für einen Ehren- mann. Thukydides sagt von ihm in Bezug auf sein klägliches Ende ἥκιστα δὲ ἄξιος ὧν τῶν γε ἐπ᾽ ἐμοῦ Ἑλλήνων ἐς τοῦτο δυστυχίας ἀφι- κέσϑαι διὰ τὴν πᾶσαν ἕς ἀρετὴν νενομισμένην ἐπιτήδευσιν. Unter dem Dionysion ist nicht ein Tempel, sondern überhaupt ein dem Dionysos heiliger Ort, ein Hain zu verstehen. Ni- kias erbaute darin eineArt Tempel, wel- cher die jedenfalls sehr kostbaren Drei- füssetrug, dieer dem Dionysos weihte, nachdem er das Amt eines Choragen — eine an sich schon kostspielige Li- turgie — bekleidet hatte. Die Drei- füsse waren offenbar mit einer gewis- sen Ostentation ἐφεξῆς aufgestellt. Auch das Weihgeschenk des "Aristo- krates muss, nach den Worten des Sokrates zu schliessen, kostbar und berühmt gewesen sein.
[BJ] 4. ἄλλη «συγγένεια verächt- lieh — Sippschaft — ein vornehmes Geschlecht, in welchem eine bestimmte politische Richtung ausgeprägt ist.
6. ἀναγκάζεις nämlich zum Zuge- | ständnis, durch zwingende Gründe. So häufig mit ὁμολογεῖν; ohne dässelbe Theaet. 196 Β. τούτῳ αὐτῷ ἦναγ- ERS um εἶναι ψευδῆ δόξαν. —
7. ἐκβάλλειν ἐκ τῆς οὐσίας. Dop- pelsinnig; denn οὐσία kannsowolden Besitz , das Vermögen , wie das wahr- hafte Sein bezeichnen — ähnlich un- ser Wesen (in Zusammensetzungen mit Haus u. s. w.) Polos erscheint hiernach in der Untersuchung, wie ein Tyrann, der’andere von Haus und Hof verjagt. Aber dieselbe Macht will eben der Rhetor (vor Gericht) durch seine Rede erlangen. — σὲ αὐτὸν --- μάρτυρα. Der dialektische Beweis ist ein Denkprocess, welchen Sokrates durch Fragen und Antworten mit sei- nem Gegner durchmacht. Dabei wird dieser wider Willen Zeuge.
[0] 11. οὐδὲ oo/ erg. πεπεράνϑϑαι. 12. ἔστι a. τ. A. Damit erkennt So- krates nicht an, dass jenes auch ein τρύπος ἐλέγχου wäre, sondern lässt ihn nur als scheinbaren bestehen, um ihn “ durch “Gegenüberstellung des wahren zu vernichten. — σχεδόν τι schwächt hier nicht den Begriff ab, sondern mildert nur die Aussage. Es handelt sich in der vorliegenden Frage im Wesentlichen um die Cardinal- frage des Lebens: wie kann u sale werden?
15
ΓΟΡΓΊΑΣ. | 73
ὃν ἐγὼ αὖ οἶμαι. παραβαλόντες οὖν παρ᾽ ἀλλήλους σχεψώ- μεϑα, εἴ τι διοίσουσιν ἀλλήλων. καὶ γὰρ τυγχάνει περὶ ὧν . ἀμφισβητοῦμεν οὐ πάνυ σμικρὰ ὄντα, ἀλλὰ σχεδόν τι ταῦτα, περὶ ὦ ῶν εἰδέναι TE κάλλιστον μὴ he τε αἴσχιστον" τὸ γὰρ 5 κεφάλαιον αὐτῶν ἐστὶν ἢ γιγνώσκειν ἢ ἀγνοεῖν, ὅστις τὸ εὐδαίμων ἐστὶ καὶ ὅστις μή. αὐτίκα πρῶτον, περὶ οὗ νῦν ὁ λό- γος ἐστί, σὺ ἡγεῖ οἷόν τες. εἶναι μακάριον ἄνδρα ἀδικοῦντά τε'χαὶ ἄδικον ὄντα, εἴπερ ᾿ἀρχέλαον ἄδικον μὲν ἡγεῖ εἶναι, εὐδαίμονα δέ ἄλλο τι ὡς οὕτω σου voulgovrog διανοώμεϑα;
1% Ππῶ.. Πάνυ γε.
AXVII. ER. Ἐγὼ δέ φημι advvarov. ὃν μὲν τουτὶ ἀ ἀμ-
'χάνῃ δίκης TE καὶ τιμωρίας :
μεν. εἶεν" ἀδικῶν δὲ δὴ εὐδαίμων ἔσται ἄρ᾽ ἂν τυγ-
ΠΩ. “Ἡκιστά γε, ἐπεὶ οὕτω γ᾽ ἂν » ἀϑλιώτατος ein. ER. ’AAR ἐὰν ἄρα μὴ τυγχάνῃ δίκης ὃ ὁ ἀδικῶν, κατὰ τὸν
σὸν λόγον εὐδαίμων ἔσται; TI2A. Φημί. *
ZR. Kara δὲ γε τὴν ἐμὴν δόξαν, ὦ Πῶλε, ὁ ἀδικῶν τε καὶ ὁ ἄδικος πάντως μὲν ἄϑλιος. ἀϑλιώτερος μέντοι, ἐὰν μὴ
20 διδῷ δίκην μηδὲ τυγχάνῃ τιμωρίας ἀδικῶν, ἧττον δὲ ἄϑλιος,
ἐὰν διδῷ δίκην καὶ τυγχάνῃ δίκης ὑπὸ ϑεῶν τὲ καὶ ἀνθρώ-
TOV.
[Ὁ] 6. αὐτώια führt öfter wie un-
Ni gleich ein Beispiel ‚ein. Protag.
3B. ὥσπερ ὃν εἰ αὐτίκα — ἐπι- ϑυμήσειε.
Car. ΧΧΎΥΤΙΙ 11. ἕν. Daran schlies- sen sich andere Streitpunkte.
12. ἂν τυγχάνῃ δίκης καὶ τιμω- οέας. Jenes bezeichnet allgemein die dem Gesetz zu Theil werdende Ge- nugthuung, Herstellung des Rechts; dieses die Busse oder Entschädigung,
welehe der. verletzten Person oder-
dem Staate zufällt; beide bezeichnen also die Forderungen an den Verbre- chef, die durch sein Unrechtihun —
- objektiv — hervorgerufen werden,
‚und durch welche eine Sühnung des Vergehens bewirkt werden soll. Da- gegen ist κόλασις die Zucht, die ihm
selbst zu Theil wird, zur Verhütung ferneren Unrechts. Arist. Rhet. 1, 10.
μὲν do κόλασις τοῦ πάσχοντος ἕνεκά ἔστιν, ἡ δὲ τιμωρία τοῦ ποι- οὔντος, ἵνα ἀποπληρωϑῇ. Von vornherein zeigt Sokrates, dass doch auch nach des Gegners Meinung das Unreehtthun nicht unter allen Be- dingungen glücklich macht. Diese Bemerkung ist durch den Beweis 469 6 — 470 C nicht überflüssig gemacht, denn hier haben wir ein anderes Prä- dieat — εὐδαίμων. Dort handelt es sich nur um die Definition der Övve- weg. Daher ist, auch der Ausdruck für Strafe hier ein anderer, als dort. Hier knüpft sich zugleich an die ergänzende Bestimmung eine neue Streitfrage an über den Wert der Strafe.
473
74 TAATRNOZ
TI2.A. "Arone γε, ὦ Σώκρατες, ἐπιχειρεῖς λέγειν.
ZN. Πειράσομαι δέ γε καὶ σὲ ποιῆσαι, ὦ ἑταῖρε, ταὐτὰ ἐμοὶ λέγειν" φίλον γάρ͵ σε ἡγοῦμαι. νῦν μὲν οὖν ἃ διαφερό- μεϑα ταῦτ᾽ ἐστί σκόπει δὲ καὶ σύ" εἶπον ἐγώ που ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσϑαι κάκιον εἶναι. 5
ISA. Πάνυ γε.
ER. Σὺ